Abbildungen der Seite
PDF
EPUB
[graphic]

c) Zeit der Düngung und Anwendung der Dünger.

1. Düngung.

Im Herbst, Mitte bis Ausgangs November, nachdem die Heben in den Ruhestand getreten, das Laub abgefallen und der Schitt ausgeführt worden ist, kann mit der Düngung begonnen werden. Zunächst werden die Pflanzbeete in den Weintreibhäusern gewässert und wenn der Boden genügend abgetrocknet, leicht durchgespatet und soviel verrotteter Kuhdung untergespatet, als sich unterbringen läßt. Gleichzeitig wird den Reben noch aufgeschlossenes, grobes Knochenmehl gegeben, welches vor dem Umspaten gleichmäßig über die Beetfläche verteilt und mit untergespatet wird. Man rechne pro Quadratmeter 400— 500 g. Will man den Reben noch Düngekalk mit geben, so geschieht dieses auch zu gleicher Zeit, indem derselbe auf den Pflanzbeeten ausgestreut und leicht mit dem Boden untergespatet wird.

2. Düngung.

Mitte bis Ende Januar, je nachdem man früher oder später mit der Treiberei der Reben beginnt, wird die 2. Düngung gegeben, indem man pro Quadratmeter Beetfläche 250 g Bremer Poudrette verwendet. Letzterer wird gleichmäßig auf der Oberfläche der Pflanzbeete ausgestreut und mit Hilfe eines Rechens leicht untergehackt. Ist dieses geschehen, so können, wenn zur Verfügung stehend, die Beete noch mit kurzem verrottetem Pferdedünger bedeckt werden. Die Düngerdecke hält den Boden gleichmäßig feucht und locker. Sind nun die Pflanzbeete noch einmal gewässert, so kann mit der Treiberei begonnen werden.

3. Düngung.

Nach Beendigung der Blütezeit der Reben und sobald die Beeren an den Trauben die Größe einer kleinen Erbse erreicht haben, was in der Regel Ende Mai bis Anfang Juni der Fall ist, gibt man die dritte Düngung, indem wieder 250 g Bremer Poudrette pro Quadratmeter Beetfläche ausgestreut und mit dem Boden leicht vermischt werden. Nach der erfolgten Düngung werden die Pflanzbeete gewässert und noch einmal leicht gelockert. Diese Düngung hat den Zweck, das Schwellen der Beeren besonders zu begünstigen.

4. Düngung.

Will man noch ein Weiteres tun, so kann Mitte Juli noch eine 4. Düngung und zwar wiederum mit Bremer Poudrette (220 g pro Quadratmeter Beetfläche) folgen, welche Düngung den Trauben bei der Entwicklung zu gute kömmt.

Später noch zu Düngen ist nicht ratsam, da sonst die Stöcke zu lange im Wachstum bleiben und das Holz nicht rechtzeitig und genügend ausreift. Neben der Verwendung der bremer Poudrette, ist hier auch mit gleichgutem Erfolge der Dünger Marke A. S. 9/9 verwendet worden. Die Anwendung dieses Düngers geschieht im Herbst in folgender Weise. Nachdem die Pflanzbeete mit Stalldung durchgespatet sind, streut man diesen Dünger gleichmäßig über die gelockerte Bodenfläche, indem man pro Quadratmeter 100 g rechnet. Ist dieses geschehen, so wird derselbe mit Hilfe eines eisernen Rechens leicht untergehackt. Die Wirkung des Düngers ist eine vorzügliche, indem Wachstum der Stöcke und Entwicklung der Trauben dadurch gefördert werden. Die Anwendung dieses Düngers kann im darauffolgenden Frühjahr noch einmal wiederholt werden und zwar nach Beendigung der Blütezeit, wo die Beeren der Trauben zu schwellen beginnen. Die Handhabung geschieht in gleicher Weise wie auch die gleiche Menge des Düngers (100 g pro Quadratmeter) gegeben wird. Später mit diesem Dünger zu düngen ist nicht zu empfehlen, da sonst die Stöcke zu lange im Wachstum bleiben und das Holz nicht rechtzeitig und genügend ausreift.

d) Schlußbetrachtung.

Wie aus dem nebenstehenden Bericht über Düngungsversuche zu entnehmen ist, können verschiedene Dünger in Anwendung gebracht werden, wobei die Düngermenge und die richtige Zeit der Anwendung des Düngers Beachtung finden sollte.

Da bei der Düngung der Reben der Grundsatz zu beachten ist, daß stickstoffhaltige Substanzen besonders das Wachstum der Stöcke und die Entwicklung der Blätter fördern und Phosphorsäure den Blütenansatz und damit die Fruchtbarkeit der Stöcke und gleichzeitig die Entwicklung der Trauben begünstigt, so ist neben der Anwendung von Stalldung und Düngekalk besonders der Dünger Marke A. S. 9/9 empfehlenswert.

2. Tomaten für die Kultur unter Glas.

Sorte: Veitchs New Dwarf Red

bezogen von der Firma James Veitch& Sons Ltd. Chelsea-London.

Auf Seite 93 im Jahresbericht 1905 konnte auf eine Tomatensorte Acquisition hingewiesen werden, die sich durch einen ganz niedrigen gedrungenen Bau auszeichnete. Fast die gleichen Eigenschaften zeigt auch die hier neu angeführte Sorte Veitchs New Dwarf Red. Neben dieser erwähnten Eigenschaft bringt sie eine Fülle recht großer, schön entwickelter Früchte, die eine lebhaft rote Färbung besitzen und einen angenehm säuerlichen Geschmack aufweisen. Die Frucht ist schön rund und gleichmäßig gebaut, besitzt eine ziemlich feste Haut und erscheint deshalb wertvoll für den Versand. Es ist eine Sorte die mit Recht zum Anbau empfohlen werden kann.

C. Park. 1. Erweiterung der Parkanlagen am Eingang der Lehranstalt.

Der bisherige Haupteingang zur Königlichen Lehranstalt war keineswegs ein, diesem Institute würdiger zu nennen, nicht nur, weil er zu sehr versteckt lag und von Fremden oft schwer aufgefunden wurde, sondern auch der Platz war hier ein äußerst beschränkter und für eine bessere Gestaltung dieser Verhältnisse ein ungeeigneter zu nennen. Aus diesen Gründen sah man sich veranlaßt, den Eingang zur Lehranstalt zu verändern und durch Ankauf von Nachbargrundstücken zu erweitern. Eine solche Erweiterung ist im letztverflossenen Jahre eingetreten, so daß gleichzeitig mit den Veränderungsarbeiten begonnen und diese vollendet werden konnten.

Die nebenstehende Fig. 29 zeigt den Eingang zur Lehranstalt vor der Veränderung und die Fig. HO denselben nach Vollendung der Umgestaltung. Wie aus diesen Abbildungen ersichtlich, ist das Haupteingangstor bedeutend weiter nach der Stadt zu aufgestellt, der Eingangsweg im leichten Bogen als Fortsetzung des bestehenden angelegt und die links und rechts gewonnenen Flächen sind der bestehenden Parkanlage angegliedert. Diese wesentliche Erweiterung war nicht nur vorteilhaft für die Verschönerung des Einganges zur Lehranstalt, sondern sie bot auch gleichzeitig Gelegenheit einen Teil dieser Fläche zur Anlage eines Alpengartens zu verwenden, was um so mehr als vorteilhaft erschien, als das Gelände schon von Natur aus mit Bodenbewegungen versehen und außerdem eine solche Anlage für Unterrichtszwecke nicht vorhanden war. Die Anordnung dieses Alpengartens, seine Bepflanzung und Gestaltung der Bodenbewegungen lassen sich aus dem Lageplan erkennen. Erläuternd zu diesem Plane sei nur folgendes bemerkt: Die Hauptfelsenmassen sind bei A, B und C etwa 1,20 m bis 1,60 m ziemlich steil ansteigend. In der Mitte bei D ist ein tief einschneidendes Tälchen ausgemuldet, um bei A, B und C noch etwas höher gehen zu können. Zur Bepflanzung des Hintergrundes dieser Hauptfelsenmassen sind möglichst dunkle Koniferen wie Pinus austriaca und Pinus pumilio verwendet, wodurch sich diese Partien noch besonders in ihrer Wirkung heben. Die Felsen bei E und F sind ähnlich ausgeführt wie bei A. Bei G und H sind die stärkeren Steigungen durch einige Felsenstufen zu überwinden, da ein kleiner Weg (Fußpfad) durch diese Anlage gelegt ist, welcher es ermöglicht, die nähere Besichtigung der Felsenpflanzen vorzunehmen. Einzelne hier und da in den Rasenflächen zu Tage tretende Gesteinsblöcke vermitteln den Übergang zu den stärkeren Steingruppen. In Fig. 31 ist durch photographische Aufnahme ein Teil des Alpengartens wiedergegeben.

Die Bepflanzung dieser kleinen Anlage besteht vorwiegend aus Nadelhölzern und zwischen den Gesteinen haben die verschiedenen Alpenpflanzen ihren Platz gefunden, die bald einzeln, bald zu einer größeren Zahl vereinigt, in freier Anordnung und unter Berück

[ocr errors][graphic][ocr errors]
« ZurückWeiter »