Aus dem alten Wien: zwölf StudienInsel-Verlag, 1909 - 323 Seiten |
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Häufige Begriffe und Wortgruppen
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Beliebte Passagen
Seite 44 - Massen steht — und zuletjt ist Aberglaube schöner, heiliger, kräftiger als jene sieche Kraftlosigkeit des Indifferentismus, der bei den Worten: Gott, Unsterblichkeit, Ewigkeit nichts denkt und sie nur als Redeformen in dem Munde führt, die er überkommen hat wie andere Worte, bei denen er auch nichts denkt.
Seite 43 - In der Glätte und Verflachung unserer Zeit ging alle tiefe Gemütskraft und Glaubenstreue unserer Voreltern unter, was sie auch immer unter uns stellen mag an Wissen und Erfahrung: fromme Kraft stellt sie weit über uns, und diese war allen gemein, sie war Geist der Zeit; denn nur der bringt das Bleibende hervor, was er durch Individuen zwar wirkt, aber er erzeugt selbst die Inidividuen. Darum baute dieser Sinn einst jene rührend erhabenen Kathedralen, und malte jene Bilder, die wir heute bloß...
Seite 58 - Mir war, als sei ich in ein fabelhaft Gebiet des Todes geraten, in ein Gebiet, so ganz anders, als wir es im Leben der Menschen erfahren, ein Gebiet, wo alles gewaltsam zernichtet wird, was wir im Leben mit Scheu und Ehrfurcht zu betrachten gewohnt sind - wo das Höchste und Heiligste dieser Erde, die menschliche Gestalt, ein wertlos Ding wird, hingeworfen in das Kehricht, daß es liege, wie ein anderer Unrat.
Seite 21 - ... unbedeutender Vertreter der wahren Güter, um sie, die großen, plumpen, unbequemen nicht allerorts mitführen zu dürfen - dann sachte wachsend in mählicher Bedeutung, unsäglichen Nutzen gewährend, Dinge und Völker mischend in steigendem Verkehr, der feinste Nervengeist der Volksverbindungen - endlich ein Dämon, seine Farbe wechselnd...
Seite 20 - Wagenpalast gespannt, und lenkt sie mit dem Drucke seines Fingers - und so wird er auch noch andere, noch innigere, noch grauenhaftere seinem Dienste unterwerfen, und allmächtig werden in seinem Hause der Erde. Die Welt wird immer schöner und großartiger — fast ist es betrübend, sterben zu müssen!
Seite 55 - Asyle der Reichen und Vornehmen: und nun steht ein Mann vor ihr, der vielleicht bei ihrem Leben sich kaum ihrer Schwelle hätte nähern dürfen, und legt, nicht mit der Hand, weil's ihn ekelt, sondern mit der Spitze seines Stockes einige Lappen zurechte, daß sie ihren Leib bedecken — und wer weiß, ob nicht bald eine mutwillige Hand erscheint, sie aus dem Sarge reißt und nackt und zerrissen dort auf jenen Haufen namenlosen Moders wirft, wo sie dann jeder, der diese Keller besucht, emporreißt,...
Seite 58 - Ach! welch eine furchtbare, eine ungeheure Gewalt muß es sein, der wir dahin gegeben sind, daß sie über uns verfüge und wie riesenhaft, all...
Seite 54 - Tod macht Alles gleich, und vor ihm sinkt lächerlich nieder, was wir uns hienieden bemühen, wichtig zu finden. Wer weiß, mit welchem Ansehen und mit welchen Kosten es diese Todte dahin gebracht hatte, daß sie dereinst in diesen unbezwinglichen Gewölben ruhen möge, dem Asyle der Reichen und Vornehmen: und nun steht ein Mann vor ihr, der vielleicht bei ihrem Leben sich kaum ihrer Schwelle hätte nähern dürfen...
Seite 60 - Und so ist jeder Ruhm; denn für uns Sterbliche ist keine Stelle in diesem Universum so beständig, daß man auf ihr berühmt werden könnte; die Erde selber wird von den nächsten Sonnen nicht mehr gesehen, und hätten sie dort auch Röhre, die zehntausendmal mehr vergrößerten als die. unsern. Und wenn in jener Nacht, wo unsere Erde auf ewig aufhört, ein Siriusbewohner den schönen Sternenhimmel...
Seite 66 - Aber wenn ihm allenfalls das Licht ausginge?" bemerkte ein andrer. Es ist entsetzlich,^dies zu denken, und furchtbar inhaltschwer wäre die Geschichte solcher Augenblicke. Das Licht flackert noch einmal und ist aus: eine Nacht, so dick, wie die Erde keine kennt, ist um ihn; die...
