Der Judenweg: Jüdische Geschichte und Kulturgeschichte aus Sicht der Flurnamenforschung

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Vandenhoeck & Ruprecht, 16.09.2009 - 491 Seiten

Barbara Rösch bringt erstmals das bislang von der Forschung übersehene Toponym Judenweg und seine sinnverwandten Formen, nämlich die Judenpfade, -gassen, -steige, aber auch die Judenbäume, -brunnen und -steine zum »Sprechen«. Die erstmalige Erforschung jüdischer Alltagsgeschichte aus dem Blickwinkel der Flurnamenforschung bringt neue Erkenntnisse über die Kulturgeschichte des ländlichen, vor allem des bayerisch-fränkischen Judentums vom 17. bis zum frühen 20. Jahrhundert ans Licht. Dies betrifft insbesondere Details jüdischen Alltagslebens, Lebensbedingungen und Mobilität, aber auch die Hindernisse, die den jüdischen Landgemeinden beispielsweise auf ihrem Weg zu Märkten und Kunden aber auch zu den Friedhöfen durch die staatlichen Obrigkeiten bereitet worden sind, etwa Ortsbetretungsverbote, erzwungene Ortsumgehungen und spezifische Zollbestimmungen für Juden (Leibzoll, Brautzoll, Totenzoll). Viele Judenwege und sinnverwandte Toponyme erwiesen sich als »Orte des Todes« – dort fanden Pogrome statt, wurden Juden verfolgt, ausgeraubt, sogar ermordet. Die Erinnerung daran besteht vielfach nur durch die mündliche Tradierung dieser Namen.

 

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Inhalt

Verzeichnis der Abbildungen Karten und Tabellen
9
Body
11
1 Einleitung
13
2 Judenwege ohne Juden? Ideologiekritische Vorüberlegungen
34
3 Judenwege im ehemaligen Waldsassengau
47
4 Bedeutung und Funktion der Judenwege Spiegel Jüdischer Alltagsgeschichte
102
5 Judenwege Resultat antijüdischer Gesetzgebung
227
6 Am Rande der Gesellschaft
299
7 Zusammenfassung und Ausblick
354
Register aller eruierten Toponyme mit dem Bestimmungswort Jude Schwerpunkt Bayern
363
Quellen und Literatur
432
Abkürzungen
466
Flurnamenregister
469
Ortsregister
475
Urheberrecht

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Häufige Begriffe und Wortgruppen

Über den Autor (2009)

Dr. phil. Barbara Rösch ist Dozentin im Bereich Grundschulpädagogik an der Universität Potsdam und unterrichtet im gesellschafts- und kulturwissenschaftlichen Bereich des Sachunterrichts.

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