Phaedrus: Ein Interpretationskommentar zum ersten Buch der Fabeln

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C.H.Beck, 25.10.2016 - 298 Seiten
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Die Fabeln des Phaedrus wurden lange unter motiv- oder sozialgeschichtlichen Aspekten gelesen; man meinte, durch den ‚Freigelassenen des Augustus‘ die Stimme des ‚Kleinen Mannes‘ zu hören, der pessimistisch die Anpassung predige. Ferner wurde meist ein biographischer Deutungsansatz verfolgt, der die Gedichte aus der vermeintlichen Lebenserfahrung des Dichters ableitete. Dabei wurde zu wenig berücksichtigt, dass diese ‚Lebensdaten‘ mehr oder weniger gänzlich aus den Fabeln erschlossen wurden; viele dieser Elemente geben sich zudem als poetologische Topoi zu erkennen, sodass sich das Ich eher zu tarnen als zu offenbaren scheint. Schließlich fand das intendierte (Lese-)Publikum zu wenig Beachtung, denn der Dichter verlangt nicht nur selbst Belesenheit, vielmehr erschließt sich die Vielschichtigkeit der zunächst so simpel erscheinenden Gedichte erst bei Beachtung der zahlreichen intertextuellen Bezüge. Lässt man sich aber auf diese Weise auf die Fabeln ein, lernt man Texte kennen, die sich spielerisch, witzig und eigenwillig in die literarische Tradition und den Diskurs ihrer Zeit einreihen und so selbstreflektiert auch zu Fabeln über die Dichtung werden.

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