Hesperus; oder, 45 hundsposttage: Eine biographie, Band 1

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K. Matzdorff, 1795
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Seite 5 - ... den die Gegenwart eine Wunde und die Vergangenheit eine Narbe ist, komm in meinen Abendstern und erquicke dich mit seinem kleinen Schimmer, aber schließe, wenn dir die poetische Täuschung flüchtige süße Schmerzen gibt, daraus; »vielleicht ist das auch eine, was mir die längern tiefern macht.
Seite 360 - Oft besah er abends vor dem Bettegehen seinen bebenden Körper so lange, daß er ihn von sich abtrennte und ihn als eine fremde Gestalt so allein neben seinem Ich stehen und gestikulieren sah ; dann legte er sich zitternd mit dieser fremden Gestalt in die Gruft des Schlafes hinein, und die verdunkelte Seele fühlte sich, wie eine Hamadryade, von der biegsamen Fleischrinde überwachsen.
Seite 44 - Geist trägt — und so häng' ich über den Loh- und Treibkasten (dh über die Insel) meine Blüten, durchschieße den Kasten mit meinen Wurzelfasern, kann es (ich Hamadryade) aus meinem Laubwerk her50 aus nicht wahrnehmen, wie viel Moos die Jahre in meine Rinde, wie viel Holzkäfer die Zukunft in das Mark meines Herzens und wie viel Baumheber der Tod unter meine Wurzel setzen wird, nehme alles nicht wahr, sondern schwinge froh - du gütiges Schicksal! — die Zweige in dem Winde, lege die Blätter...
Seite 7 - Zweite, allemal ein ganzes Kapitel zu lesen, und kein halbes, weil das große Ganze aus kleinern Ganzen, wie nach den Homoiomerien des...
Seite 308 - Abendröte, die die Nacht wie eine Vorsteckrose vor den Busen, an dem die Sonnen liegen, vorgenommen hatte. Das Meer der Ewigkeit stand in Gestalt der Nacht auf dem Silbersand der Welten und Sonnen, und aus dem Meeresgrund blinkten die Sandkörner tief herauf. Um die Trauerbirke nahm ein unbekanntes melodisches Tönen zu, das er schon heute auf der Insel gehört: endlich stand er oben unter der Birke, und das Tönen, wie das einer Harmonika, das erst über Paradiese und durch Blumenhecken geflossen...
Seite 72 - Guter! ich hab' dir ja längst mein Herz gegeben, aber ich will gern heute wieder schwören.« — »Und schwöre mir, daß du mich niemals in Unglück und Verzweiflung stürzen willst.
Seite 6 - Brüder hört, aber doch das aufgerichtete, auf 25 dem ewig heitern Sonnenangesicht der Vorsehung ruhende Auge nicht niederschlägt, und den das Unglück, wie der Blitz den Menschen, zwar entseelt, aber nicht entstellt; edler Geist, ich habe freilich nicht den Muth, zu dir zu sagen: „würdige mich, auf mein Schattenspiel zu schauen, damit du über den Abendstern, den ich ?> vor dir vorüber führe, die Erde vergessest, auf der du stehest, und die sich jetzo mit tausend Gräbern wie ein Vampyr an...
Seite 311 - Viktor sah nicht und hörte nicht, er glühte und zitterte. Die Gestalt flog ihm entgegen, und er gab sich hin: »Nimm mich!« Sie berührten einander - sie umschlangen einander - der Nachtwind riß durch sie — das fremde Getön klang näher — ein Stern zerschoß - der Mond flog über die Alpen herauf...
Seite 12 - Engländerin, die in meinem Helden den Landsmann liebte, weil der magnetische Wirbel des Vaterlandes noch an ihre Seele über Meere und Länder reichte — endlich aus »ihrer ältesten Tochter Agathe, die den ganzen Tag alles auslachte und lieb hatte, ohne zu wissen warum, und die jeden, der nicht gar zu viele Häuser weit von ihr wohnte, mit ihren Polypenarmen als Nahrung ihres Herzens zu sich zog. Die Sekte des vierten Maies konnte sich mit jener schon messen, «5 da sie auch ein Kollegium von...
Seite 5 - Aber zu dir habe ich nicht den Muth, zu dir, edler Geist, der des Jahrhunderts müde ist und des Nachwinters der Menschheit, dem zuweilen, aber nicht immer, das Menschengeschlecht wie der Mond » zurückzuwandeln scheint, weil er den Zug der Wolke, die darunter hinfliegt, für den Gang des himmlischen Körpers selber ansieht, und der voll erhabner Seufzer, voll erhabner Wünsche und mit...

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