Die Stammsagen der Hohenzollern und Welfen: ein Beitrag zur deutschen Mythologie und Heldensage

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W. Kaulen, 1857 - 152 Seiten
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Seite 5 - Lieber Hager, laß mich leben, Will dir meine Docken geben, Engel, Bengel, laß mich leben, Will dir meinen Vogel geben." Hager sich als Mörder nennt, Eh er sich das Hirn einrennt. „Gott, ach Gott, wo werd ich ruhen, Höre schon den Vogel rufen, Gott, ach Gott, wo soll ich fliehen, Sehe schon den Vogel ziehen.
Seite 137 - Krone zierten , harmoniren mit den buntgefärbten Eiern, die auf Ostern allgemein üblich sind. Wie im Ei das junge Leben so lange verborgen schlummert, bis die Wärme es hervorruft ') , so ruht auch in der Erde der Pflanzenkeim, bis der Sonne belebender Strahl sie durchdringt.
Seite 133 - ... Opferfest zu Ehren der Göttin, wobei sich ihre Priesterinnen auf Bergen oder im geheimnissvollen Dunkel der Haine versammelten, um dort die altherkömmlichen Bräuche zu üben. Dass dabei Feuer nicht gefehlt haben, ist natürlich ; sie wurden auf der ersten deutschen Kirchenversammlung zu Regensburg im J. 742 verboten, aber noch bis heute abgebrannt. Aus den Priesterinnen wurden aber Hexen, die sich auf Walpurgistag versammelten •') und das Grauen , das der Landmann vor diesem Tage empfand...
Seite 132 - Aus dieser trefflichen Ausführung erhellt, dass am Tage der Ostara ein Frühlingsfest der heidnischen Germanen gefeiert worden ist ; wir dürfen demnach die Ostara als die im Frühlinge neu blühende, aus den Banden des Winters neu erstandene oder aus der Unterwelt zurückgekehrte Göttin auffassen.
Seite 120 - Deutschlands lebenden Volkssagen ergänzen lassen. Das ist eben das Eigenthümliche unserer Mythologie, dass sie aus zerstreuten Trümmern wieder aufgebaut werden muss, und treffend bemerkt Th. Colshorn (D. Wochenschrift I, S. 322) : „ihr steuert der eine Ort vielleicht nur Donars Hammer und ein hundert Meilen weit entlegener des Gottes Bocksgespann, von dem Hammer wieder hat vielleicht die eine Gegend uns den Zug aufbewahrt, dass er Alles trifft, wonach der Gott ihn wirft, und ein hundert Meilen...
Seite 129 - Christenthums den heidnischen Namen trägt, darf mit vollem Rechte auf die ehemalige Bedeutung der Göttin, der er angehörte, geschlossen werden. Ihr Bild muss so tief im Herzen des Volkes eingewurzelt gewesen sein, dass die vorsichtig auftretenden christlichen Bekchrer es nicht für rathsam hielten, dagegen einzuschreiten und sich lieber mit Unterlegung christlicher Begriffe und Adoptirung der Volksgebräuche, die sich ans Fest der Göttin knüpften, begnügten, als den Gefühlen der neubekehrten...
Seite 131 - Deatschland zur Zeit der Sonnenwende die Johannisfeuer, das waren im nördlichen zur Feier des erwachenden Frühlings die Osterfeuer. Am Niederrhein kennt man diese nicht, vielleicht, weil sie schon sehr frühe eingestellt wurden. Dort kommen nur noch Martinsfeuer vor; in der Eifel und im Luxemburgischen auch die Feuer am ersten Sonntage in den Fasten, wobei ein feuriges Rad vom Berge gerollt oder «ein B au...
Seite 4 - Wenn nicht hier vier Augen wären, Die das Herze mein beschweren«. Orlamündes Herzogin Spricht zu sich in ihrem Sinn: »Wittwe bin ich, schön vor allen, Aller Fürsten Wohlgefallen! Wenn nicht hier vier Augen wären, Würde seine Lieb mich ehren; Kinder ihr vom schlechten Mann, Der mich hielt in strengem Bann, Weil ihr meine Land ererbet, Wenn ihr nicht unmündig sterbet.
Seite 134 - Blutneusträusse und schöpfen sich dann kühlendes Wasser. Ohne Blumen mitzubringen, wagte es Niemand hinabzusteigen (Wigands Archiv 6. 317). Berücksichtigt man , dass um Ostern noch wenig Blumen Wald und Feld schmücken, so erscheint die Annahme nicht zu gewagt, dass hier Maiblumen geopfert wurden, die um jene Zeit vorhanden sein konnten. Hessische Ortschaften hatten auch jährlich einen Strauss Maiblumen zu zinsen (das. S. 318). Im Schlossgewölbe bei Wolfartsweiler liegt ein Schatz verborgen,...
Seite 120 - Wesens war, das als Nerthus, Frouwa, Fricka, Frau Gode oder Gaue, Holla, Berchta, Ostara, Era, Herka usw auftritt, und im Grunde nichts anders ist, als die mütterliche Erdgottheit, der auch schon in den frühesten Zeiten die Linde geweiht sein mochte. Die oben erwähnte Chronik schildert uns die Erka als „ein männliches Weib," die allen Männern ein Beispiel der Tapferkeit gegeben habe.

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