Poetische volks-sagen und legended grössentheils aus Schwaben: nebst andern erzählungen und einem gesange an die najade des Brenzflusses

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F. C. Löflund und sohn, 1825 - 188 Seiten
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Seite 145 - Wohnt' einst ein Geist vor alter Zeit, Bekannt durch manche lust'ge Posse Im Schwabenlande weit und breit, < Weil er des Nachts mit derbem Schlage An Fassern pochte, ward der Fant Vom Volk gewöhnlich, laut der Sage, Der Meister Klopferle genannt; Doch war er nicht nach Geister Sitte Ein Murrkopf, diente jedem gern. Ja, es bedurft oft keiner Bitte, Vernahm er nur den Wunsch von fern. Wiewohl ihn nie ein Aug
Seite 24 - ... Morgens Grau Zur Jagd hinaus in Strombergs Gau, Da stellt ein Hirsch, schneeweiß von Haar, Von fern sich seinem Auge dar. Und kaum, daß ihn der Graf erblickt, Stürzt er, — den blanken Stahl gezückt, — Ihm nach durch Feld, durch Sumpf und Dorn, Ihn trieb die Wuth, sein Roß der Sporn. Sieh da! in dunkler Wälder Nacht Ein altes Schloß in goth'scher Pracht, Von hohen Warten rings umschirmt, Vor ihm hoch in die Luft sich thürint. Es öffnet knarrend sich das Thor Von Eisen, und es tritt...
Seite 48 - Wandrer! hier am Thurm in Stein Abkonterfeit ein Eselein, Es soll die Nachwelt noch belehren, Was hier geschah zu Gottes Ehren. Der Väter Andacht hat vertraut Dem frommen Thier und hier erbaut Ein Kloster und aus treuen Händen Es wohlbegabt mit reichen Spenden. Zwar seiner Zierde längst beraubt, Ragt doch noch stolz sein graues Haupt Aus tiefem Grund mit seinen Thürmen Und seiner Mauern festen Schirmen.
Seite 148 - Füchsche» drauf. So freundlich war es manches Iährchen Im Sachsenheimer Schloß bestellt ; Doch endlich schied das alte Pärchen Von Herrschaft selig aus der Welt. Der junge Herr, ein luft'ger Prasser, War nicht des alten Geistes Freund, Und lang zu bitten war, den Svaffer, Als Herr vom Schloß er nicht gemeint. In fröhlicher Gesellen Mitte Saß er einst bei der Flasche Nein, Man scherzt' und soff nach Ritter Sitte Vis in die späte Nacht hinein.
Seite 49 - Bischof; — nun, sprach der Prior, Soll uns der Himmel selbst verkünden. Wo wir das Kloster mögen gründen. Oft wird durch schlechter Thiere Mund Den Menschen Gottes Wille kund, Wie schon vor vielen hundert Jahren Dort der Prophet an sich erfahren. Und drum, ihr Brüder! wählen wir Zum Führer...
Seite 49 - Uns zwar erbaut in seinen Pfählen. Doch ach ! auf eitel Sumpf erbaut, Ist es von Wäldern rings umgraut, In welchen schlimme Vögel nisten, Die nur auf Mord und Raub sich rüsten. Frei brechen sie mit kühnem Muth In's Klösterlein ; das heil'ge Gut Ist selber in des Tempels Hallen Gesichelt kaum vor ihren Krallen. Sie schirmt des Dickichts düstre Nacht...
Seite 149 - weh ihm!" zum drittenmale Aussprechen muß, macht er mich toll, So ist für ihn und euch die Schaale Des jammervollsten Unglücks voll!" Vergebens bat die fromme Suse Den Ritter und den Kreis um ihn, Man zwang sie, mit dem alten Gruße Zum zweitenmal hinabzuzieh'n. „Weh ihm!" begann mit banger Stimme Der Geist, „zerstört er meine Ruh, Erwacht in nie erhörtem Grimme Die Rache, geh' und warn
Seite 147 - Fraun zum nahen Feste Die feinsten Spitzen aus Brabant. Sie fand sie morgens in dem Schranke; Den gnädgen Herrn begrüßt im Stall Mit Zaum und Sattel an der Planke Ein Hengst, stolz wie der Bucephal. Und nebenher fand er im Schreine Ein Röllchen von Dukaten schwer, Und Flaschen vom Extrakt der Weine, Wo lebte je ein Geist wie der?
Seite 146 - Werth, und sandte Ihm manchen gnäd'gen Gruß durch sie. Oft kam ein Haufen lust'ger Gäste, Und oft ein unwillkomm'ner Brief, Der Herrn und Frau zum Hochzeitfeste Auf's Schloß des fernen Freundes rief. Bald sollt...
Seite 24 - Ihn grinzend an im bleichen Licht, Das dämmernd durch die Ritzen bricht. Sie wandeln Treppen auf und ab; Doch endlich, von des Alten Stab Berührt, eröffnet sich ein Saal, Erhellt von kargem Lampenstrahl. An hoher Tafelrund erschaut Der Graf zwölf Schoppen hier; — ihm graut, Und auf der Tafel Mitte steht Ein blank geschliffnes Schwert erhöht. Die Schoppen sitzen stumm und bleich, Gespenstern aus den Gräbern gleich, Und hu ! Ein Ritter wankt heran, Sein blut'ges Urtheil zu empfah'n. Er wirft...

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