Cicaden, Band 1

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Kunst- und Industrie-Comptoir, 1810
 

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Seite 217 - An der Qual eines armen Kätzleins weiden, Das sie, an einen Baum gebunden, Mit Pfeilen zum Zeitvertreib verwunden. Iohannes tritt mitten unter sie hin, Spricht: „Lasset ab von dem bösen Sinn! Erkennet, daß auch die Kreatur Mit dem Menschen theilt die ewige Natur, Und baß einst muß der Tag erscheinen, Wo sich alle Ding
Seite 221 - Senn' und Bogen sind auch die Geister. Es reicht die sterbliche Natur Bis an der Menschheit Gränze nur. Ohne Schlaf kann nichts Lebend'ges leben, Ohne Ruh kein Geist zum Himmel sich heben; Denn wie die Zeiten aus Tag und Nacht, So ist Alles aus Licht und Dunkel gemacht. Die Blumen, die dich am Tage...
Seite 9 - warten dein. Sie wollen nicht im Haus' verweilen, Und weigern sich dem Fest zu nahn, Doch bitten sie, du wollest eilen. Und deiner Lieder Lohn empfahl,." Der Sänger staunt bei diesen Worten, Doch folgt er schnell dem Sklaven nach. Schon ist er durch die hohen Pforten Und forschet in dem Vorgemach. Doch werden sie nicht mehr gefunden. Von keinem Menschen mehr gesehn: Sie scheinen Gittern gleich verschwunden, Die warnend schnell vorübergehn.
Seite 218 - Und sehnt sich, wieder zu gelangen Zum Quell, von dem es ausgegangen, Welchen auch eure alten Weisen Mit uns Christen und allen Völkern preisen," Als nun das Heidenvolk gehört, Daß Iohannes ihre Weisen ehrt, Treten sie horchend um ihn her, Begehren von ihm zu hören mehr. Der blickt...
Seite 6 - Die Götter hauchen die Gesänge In ihrer Dichter fromme Brust, Und wecken selbst die Macht der Klänge . Dem Kitharöden unbewußt. Was sie gebieten, muß er singen, Sie öffnen ihm zu'm Lied den Mund, Und wie sie mächtig ihn durchdringen, Thut er ihr Wort den Menschen kund.
Seite 218 - Der blickt freudig zum Himmel auf, Läßt seiner Rede freien Lauf, Spricht von dem Wort, das Plato verkündet, Welches die Welt vom Abfall entsündet, Und mit seinem heiligen rothen Blut Gelöscht des Zornes flammende Glut; Von dem jungfräulichen reinen Schoos, Dem die zweite göttliche Welt entsproß.
Seite 7 - Mit Wurzeln an der Erde Schooß, Und liebend zieht der Mutter Güte Die holden Kinder sorgsam groß. Sieht freudig jeden Keim entfalten. Den mütterlich ihr Schooß genährt. Und sich in blühenden Gestalten Zu Färb
Seite 222 - Und dann gestärkt zurücke kehren, Im heil'gen Geheimniß ihn zu ehren. So wolle, mein Bruder, denn nicht vermessen Ueber dem Meister das Werk vergessen, Da du im Werke den Meister erkennst, Dich selbst seiner Werke erstes nennst. Er nur, der schläft und schlummert nicht. Bei dem nie wechselt Dunkel und Licht, Mag sich im ewigen Erkennen Von seinen Werken niemals trennen: Doch ehrt das sterbliche Geschlecht Den Meister in seinen Werken recht. Sein Bild muß ihm im Großen und Kleinen, Im Kühlem...
Seite 221 - Nicht immer der göttliche Funke glüht; Denn was sich mit irdischem Wesen gattet. Endlich vom Himmelsglanz ermattet. Drum hat uns Gott in dieser Welt Seine Herrlichkeit vielfach dargestellt. Daß wir uns sollen daran erbauen, Sein Wesen im leiblichen Bilde schauen.
Seite 4 - Gäste Den grauen Sänger bei dem Mahl. Er ist die erste Zier der Feste In Skopas' prachterfülltem Saal. , Sein Sitz erhebt sich gleich dem Throne, Erwartend lauschet jedes Ohr, Geschenke thürmen sich zum Lohne In goldnen Haufen hoch empor. Da faßt Simonides die Leier, Xnd festlich tönt der Saiten Klang: Der Dioskuren hohe Feier Erhebt begeistert sein Gesang/ Wie Kastor kühn die Rosse zügelt Und ihre muth'gen Schritte zwingt. Und Polydeukes' Hand geflügelt Den Castus auf den Gegner schwingt.

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