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je 1000 Individuen überhaupt jährlich: 31,9, von 1000 männlichen: 34,2, von 1000 weiblichen: 29,66.

Für den Staat Preussen sind die Sterbefälle nach Wohnplätzen getrennt nur für die Jahre 1865, 1866, 1867 ersichtlich, auch geben die Volkszählungslisten von 1864 und 1867 nur die Gesammtsummen der städtischen und ländlichen Bevölkerung ohne Trennung der Geschlechter. Es starben in den Städten des Königreichs Preussen älteren Bestandes incl. Todtgeborene:

1865 ... 182,771 Personen,
1866 ... 245,324
1867 ... 188,826

Sa. 616,921. Jahresdurchschnitt: 205,640.
Die Bevölkerung derselben betrug:

1864 ... 5,987,398
1867 ... 6,268,033

Mittel: 6,127,715.
Auf 1000 preussische Stadtbewohner kamen somit im jährlichen
Durchschnitt: 33,56 Gestorbene incl. Todtgeborene, im Jahre 1849:
35,8 (Oesterlen S. 258).

Tab. VII.

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Wenn wir berücksichtigen, dass der Sterblichkeitssatz der preussischen Städte vielleicht etwas zu hoch erscheint, weil das Cholerajahr 1866 bei vorstehender Berechnung bedeutend in die Wagschale fällt, so ist im Allgemeinen das Sterblichkeits - Verhältniss der Städte Beuthen, Tarnowitz, Myslowitz und Kattowitz wohl etwas ungünstiger als das der Nachbarstädte im Regierungsbezirk, doch nicht über dem Durchschnittssatz der Städte in Preussen überhaupt. Wir wenden uns deshalb zu den entsprechenden Verhältnissen in den Landgemeinden, als der Quelle der hohen Sterblichkeitsziffer des Kreises.

Die Sterblichkeit auf dem Lande.

Tab. VIII.

Regierungsbezirk Oppeln.

Kreis Beuthen.

Bevölkerung

Sterbefälle. *) Bevölkerung. Sterbefälle. *) männl. weibl. Summa männl. weibl. Summa männl. weibl. Summa männl. weibl. Summa

1861 463627 493244 956871 15175 14427 29602 62746'61274 124020 2839 2461 5300 1862 13108 12242 25350

2152 1963 4115 1863 16098 1467930777

2736 2273 5009 1864 1483400!5197561003156 161851 15236 31421 173072 70913143985 2600 2231 4831 1865 14709 142171 28926

2863 2493 5356 1866

32636

3145 2578 5723. 1867 499578'539010 1038588) 17372 1586133233 81402 78731160133 3850 3397 7247 1868 16225 | 14877 | 31102

3192 2660 5852 1869 15489 14283 29772

3456

3015 6471 1870 15521 14040 29561

3618 2879

6497 1871 1511683 560819 1072502

9925596370 195625| Summa: 156746 145634 302380

30451 25950 56401 Mittel: 490530 528794 1019325 15674,6 14563,4 30238,0 8067775821 153999 3045,1 2595,05640,1 pro mille: 31,95 | 27,54 29,68

37,74 34,22 36,62

Im Staate Preussen älteren Bestandes starben incl. Todt-
geborene auf dem platten Lande:

1865 . . . 377,411 Personen,
1866 ... 436,446
1867 ... 357,175 -

Sa. 1,171,032. Jahresdurchschnitt: 390,344.
Die Bevölkerung des platten Landes betrug:

1864 ... 13,238,872
*1867 ... 13,404,204

Mittel: 13,321,538.
Auf 1000 preussische Landbewohner kamen somit im jähr-
lichen Durchschnitt: 29,31 Gestorbene incl. Todtgeborene..

Die Sterbens-Wahrscheinlichkeit der Landbevölkerung im
preussischen Staate verhält sich demnach zu der der Land-
bewohner im Kreise Beuthen wie 100: 125. Die sonst gerübmten
Vorzüge des Landlebens in Bezug auf gute Gesundheits-Verhält-
nisse kann der Kreis Beuthen im Allgemeinen also nicht bean-
spruchen, da in demselben die Städte nach dieser Richtung hin
noch besser situirt sind.

Der Landkreis Beuthen wird nun von Solger in 4 Reviere

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getheilt: das Ackerbau-, das Wald-, das metallische und das Kohlen-Revier. So interessant es uns gewesen wäre, die Gesundheits- und Sterblichkeits-Verhältnisse dieser einzelnen Bezirke zu ermitteln und miteinander zu vergleichen, so mussten wir davon Abstand nehmen, weil einerseits gegenwärtig jene Scheidung nicht mehr aufrecht erhalten werden kann, da es der reinen Ackerbauoder Walddörfer nur noch sehr wenige giebt, andererseits das uns zugänglich gewesene amtliche Material keinen Aufschluss über die Sterblichkeit in den einzelnen Ortschaften giebt. Werthvoll ist es allerdings, dass seit dem Jahre 1867 die Landgemeinden mit über 2000 Einwohnern aus dem Landkreise überhaupt in den amtlichen Volkszählungs-Listen und Tabellen herausgehoben sind, da diese Landgemeinden wie in Preussen überhaupt (Preuss. Statistik, XVI. Theil 2. Tafel 8.), so ganz besonders im Kreise Beuthen der Sitz des Bergbaues und der Hütten-Industrie sind. Die Volkszählungs-Ergebnisse derselben sind nun wohl für 1867, aber noch nicht für 1871 veröffentlicht und ein in dieser Beziehung an das Königl. statistische Bureau gerichtetes Gesuch hatte nur den Erfolg, dass uns über die Ortschaften: Biskupitz mit 5392, Chropaczow mit 7021, Deutsch-Piekar mit 6317, Schwientochlowitz mit 5197, Siemanowitz mit 11,409, Zabrze mit 5900 und Alt-Zabrze mit 5911 Einwohnern Auskunft zu Theil wurde. Legen wir nun der Berechnung des Sterblichkeitssatzes in den Landgemeinden von über 2000 Einwohnern die absoluten Zahlen der im Jahre 1867 und 1868 Gestorbenen und die Bevölkerungsziffer von 1867 zu Grunde, so ergiebt dies:

männlich weiblich Summa

Gestorben sind 1867: 2079 1863 3942

- 1868: 1953 1687 3640

Summa 4032 3550 7582

Jahresdurchschnitt 2016 1775 3791

Einwohner waren 1867: 43345 40614 83959 In denselben beiden Jahren starben incl. Todtgeborene in den Landgemeinden des Kreises Beuthen von unter 2000 Einwohnern:

männlich weiblich Summa

1867: 1771 1534 3305

1868: 1239 973 2212

Summa 3010 2507 5517

Jahresdurchschnitt 1505 1253 2758

Einwohner waren 1867: 38057 38117 76174

Es starben somit incl. Todtgeborene auf 1000 Individuen in den Landgemeinden von über 2000 Seelen 45,1, in denen von unter 2000 Seelen 36,2 Personen jährlich; auf 1000 männliche in ersteren 46,5, in letzteren 39,6, auf 1000 weibliche in ersteren 43,1, in letzteren 32,8.

Beiläufig bemerkt überwiegt die männliche Bevölkerung in den Landgemeinden von über 2000 Einwohnern, die weibliche in denen von unter 2000 Einwohnern und in den Städten.

Das abnorme Zahlen-Verhältniss der beiden Geschlechter im Kreise Beuthen zu einander rührt demnach von den industriellen Ortschaften desselben her. Diese sind aber auch die Factoren, auf welche die abnorm hohe Sterblichkeitsziffer des Kreises Beuthen zurückzuführen ist, wie dies schon aus den eben für den Landkreis pro 1867 und 1868 zusammengestellten Verhältnisszahlen, noch mehr aber aus den folgenden hervorgeht.

Es starben in den 8 oben besonders genannten industrieund volkreichsten ländlichen Orten des Kreises:

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Die Zeit der Sterbefälle.

Wie wir schon bei der Berechnung der Gesammtsterblichkeit des Kreises Beuthen hervorgehoben haben, ist es dort das Sommerhalbjahr, welches abweichend vom Staate und besonders vom Regierungsbezirk Oppeln die Mehrzahl der Todesfälle aufzuweisen hat; insbesondere treten die Monate Juli bis October constant, nicht bloss in Epidemie-Jahren erheblich über das DurchschnittsVerhältniss hinaus. Eine Erklärung wäre, wie erwähnt, darin zu finden, dass in diesen Monaten der Kreis am dichtesten bevölkert

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ist. Ob die Kinder-Sterblichkeit das Contingent der in dieser Jahreszeit Gestorbenen wesentlich erhöht, ist aus den amtlichen Tabellen nicht ersichtlich; im Oberschlesischen Knappschafts - Verein fällt allerdings das Maximum der Kinder-Sterblichkeit in die Monate August und September.

Wie nun die Landgemeinden von über 2000 Einwohnern für alle Abweichungen und Unregelmässigkeiten, welche Stand und Bewegung der Bevölkerung im Kreise Beuthen darbieten, eine charakteristische Quelle sind, so auch in Bezug auf die Zeit der Sterbefälle.

Es starben in diesen: 1867—1871: 19172 Personen, davon im I. Quartal 4424 oder

23,07 pCt., im II. Quartal 4660 oder 24,3 pct., im III. Quarial 5527 oder 28,8 pct., im IV. Quartal 4561 oder 23,8 pct.

Die Todesursachen. Die officielle Statistik beschränkt sich in Preussen noch immer auf die Registrirung der Todesursachen nach dem Schema:

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