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34. Ein Druck auf die Lungen Hess einen schaumig-schleimig-wässrigen Gischt in die Luftröhre aufsteigen, der eine geringe blutige Färbung hatte.

35. Die Lungen knisterten beim Einschneiden ganz merklich, in den helleren Lappen mehr wie in den dunklen; zu gleicher Zeit ergoss sich theils dunkles Blut aus ihnen, theils eine helle, mehr wässrig-schaumige Feuchtigkeit und zwar in nicht unbedeutender Menge.

36. Ein weiteres Aufschneiden der Bronchien zeigte dieselbe Beschaffenheit wie die der Luftröhren.

37. Das Brustfell war blass, sonst normal.

'38. An den Wirbelknochen fanden sich keine Verletzungen vor. III. Eröffnung der Bauchhöhle. 39. Sie war frei von Erguss und ihre Organe in normaler Lage.

40. Die Leber war von normaler Farbe und Grösse; trotzdem ergoss sich aus ihr bei Einschnitten das genannte dunkelrothe Blut.

41. Die Milz zeigte nichts Ungewöhnliches.

42. Die Nieren waren etwas bläulich, dunkelroth gefärbt.

43. Der Magen und Darmkanal waren äusserlich blass.

44. Dieselbe Blässe zeigte die Schleimhaut des Magens. Auf ihr haftete etwa ein kleiner Theelöffel voll gläsernen Schleimes und floss beim Aufschneiden des Magens ein grünliches Wasser aus, welches wie Fenchelthee aussah.

45. Netz, Gekröse, Bauchfell waren natürlich, ihre Farbe bleich.

46. Der Uterus äusserlich blauroth, innerlich ganz blass.

47. Die Blase leer.

48. Die Blutgefässe des Unterleibes enthielten nicht viel Blut.

Nach beendigter Obduction gaben die Obducenten ihr vorläufiges Gutachten dahin ab:

„Das vollkommen ausgetragene, lebensfähige, ganz gesunde, mit durchaus gesunden Organen ausgestattete Kind ist an Stick- und Schlagfluss gestorben. — Spuren äusserer Gewalt, welche diesen Erstickungstod herbeigeführt haben könnte, hat die Obduction nicht ergeben." Die an die Obducenten gerichtete Frage:

„ob nicht durch irgend eine äussere Gewalttätigkeit, welche keine äusserlich erkennbaren Spuren an der Leiche hinterlassen, z. B. durch Auflegen von Betten auf das Gesicht, der Erstickungstod hat bewirkt werden können", bejahten dieselben.

Die weitere Frage:

„ob die Obduction irgendwelche Momente ergeben hat, aus denen geschlossen werden könnte, dass innere Zustände den Erstickungstod herbeigeführt haben", verneinten die Obducenten.

Gutachten.

Obgleich schon 6 Tage nach dem Tode des Kindes vergangen waren und die Temperatur vom 21. bis 26. Mai 14 — 19° betrug, war doch die Leiche noch so wohl erhalten, dass die Ergebnisse der Obduction nicht im Mindesten durch die Fäulniss verwischt oder nur verdunkelt wurden. Die Obduction ergab aber so unzweifelhaft die Zeichen des Erstickungstodes, dass wir nicht einen Augenblick Anstand nehmen konnten, in unserem vorläufigen Gutachten zu erklären, „das Kind sei in Folge von Erstickung an Stick- und Schlagfluss gestorben." Bei dieser Erklärung müssen wir auch jetzt verharren.

Zur Erhaltung des Lebens ist die erste und notwendigste Bedingung, dass dem Blute nicht über wenige Augenblicke hinaus der Zutritt des Sauerstoffs entzogen wird. Geschieht dieses, indem auf irgend eine Weise die atmosphärische Luft von den Athmungsorganen, den Lungen, abgesperrt wird, so wird das Blut nicht mehr von der Kohlensäure befreit, dieselbe wirkt wie ein tödtliches Gift lähmend auf das verlängerte Rückenmark ein, die von demselben influenzirten Herz- und Lungennerven hören auf zu fungiren, der Kreislauf stockt und es entstehen mehr oder weniger starke Blutanhäufungen in den inneren Organen, namentlich in den Lungen, dem Herzen und dem Gehirn; es tritt sogenannter Stick-, Herz- und Gehirnschlag und damit der Tod ein.

Die wichtigsten und untrüglichen Zeichen des Erstickungstodes liefert das Obductionsprotokoll. Hierher gehören:

1) Die allgemeine ungewöhnliche Flüssigkeit des Blutes, dem die Fähigkeit zu gerinnen verloren gegangen ist.

Nur ist hierbei zu bemerken, dass trotz der allgemeinen dünnen Consistenz des Blutes, wie jeder erfahrene Gerichtsarzt weiss und wie Casper in seinem Lehrbuche ausdrücklieh betont, doch auch in den exquisitesten Erstickungsfällen gar nicht selten im Herzen recht ansehnliche Gerinnsel sich finden, die somit nicht irreleiten dürfen, indem sie für sich keineswegs gegen den Erstickungstod sprechen.

2) Die dunkle Farbe des Blutes.

3) Blutüberfüllungen der Lungen.

4) Blutüberfüllung des rechten Herzens bei meist geringem, selten ganz fehlendem Blutinhalt des linken Herzens.

5) Blutüberfüllung der Lungenarterien.

6) Mehr oder weniger ausgebreitete auffallende Gefäss-Injection der Schleimhaut des Kehlkopfes und der Luftröhre, wodurch dieselbe zinnoberroth erscheint und an einzelnen Stellen baumartige (dendritische) Verzweigungen der Gefässe erkennen lässt.

7) Die Anwesenheit von einem weissschaumigen oder blutigschaumigen Gischt, d. h. einem Gemenge von Luft, Schleim und Blut in grösserer oder geringerer Quantität in der Luftröhre und ihren weiteren Verzweigungen.

8) Bluterguss in der Schädelhöhle und Blutanhäufung in den Unterleibs-Organen, welche dadurch entstehen, dass die überfüllten Organe der Brusthöhle den Rückfluss des Blutes in sie nicht mehr gestatten.

9) Zuweilen wenigstens durch das gestaute Blut bewirkte blaue oder dunkelblaue Verfärbung des Gesichts und der Lippen.

Dass das Kind ausser an Stick- auch an Schlagfluss in Folge von Erstickung gestorben ist, war die natürliche Folge des gehemmten Rückflusses des Blutes in die überfüllten Brustorgane. Beim selbstständigen Schlagfluss aber würden die erwähnten Blutanhäufungen im Herzen und in den Lungen, ebenso die Dünnflüssigkeit des Blutes gefehlt haben.

Aus dem Umstände, dass die F. bei ihrer Vernehmung angiebt, „das Kind habe Krämpfe gehabt", könnte die Vermuthung entstehen, die gewöhnlichen Kindeskrämpfe hätten den plötzlichen Tod veranlasst. Wir müssen aber auch diese Vermuthung zurückweisen, da wirkliche Krämpfe, die sogenannte Eclampsie, welche unter Umständen allerdings einem Kindesleben plötzlich ein Ende machen können, bei einem so gesunden Kinde in den ersten Tagen nach der Geburt nicht vorkommen und ausserdem, wo sie auftreten, solche heftigen Symptome zeigen, dass die F. eine ganz andere Beschreibung gemacht haben würde, als sie gethan hat. Sie beschreibt nur die unbedeutenden leichten, unruhigen Bewegungen, wie sie bei kleinen Kindern durch ein wenig Bauchkneipen in Folge von Blähungen hervorgerufen werden und welche der Volksausdruck gewöhnlich mit dem Namen „innere Krämpfe" belegt. Ueberdies würden auch wirkliche Krämpfe ganz andere Sectionsresultate ergeben haben.

Auch an Nervenschlag (Neuroparalyee), etwa in Folge von zu langer Einwirkung sehr kalter Temperatur, an allgemeiner Schwäche, an Verblutung, an Vergiftung ist das Kind nicht gestorben. Alle aktenmässig festgestellten Thatsachen sowohl, als auch der Leichenbefund weisen solche Annahmen auf das Bestimmteste zurück.

Nein! Es steht fest, das Kind ist erstickt; auf welche Weise aber, durch welche Veranstaltungen die Communication der Athmungsorgane mit der atmosphärischen Lutt so vollständigaufgehoben wurde, dass der Tod erfolgen musste, darüber giebt die Obduction keine positiven Aufklärungen; wir können nur mit Bestimmtheit aussprechen, dass dieselbe keine Momente ergab, aus denen geschlossen werden könnte, dass der Erstickungstod durch innere Zustände bedingt gewesen sei: Herz und Lungen waren normal und, was das Wesentlichste ist, weder Mund- und Rachenhöhle, noch Kehlkopf, Luftröhre und ihre Verzweigungen enthielten irgend Etwas, nicht Blut- nicht Schleimpfröpfe, noch sonst etwas Fremdartiges, was durch Verschluss dieser Organe den Zutritt der Luft hätte verhindern können. Dieselbe muss also durch äussere Umstände abgesperrt worden sein, auf welche Weise aber, darüber bringt die Obduction, wie gesagt, keine Aufklärung. Wäre das Kind durch ein Tuch oder durch einen Fingerdruck am Halse erdrosselt, oder durch gewaltsames Auflegen der Hand auf Mund und Nase erstickt, so müsste die äussere Besichtigung Spuren von Strangrinnen oder Fingereindrücken, auch wohl eine plattgedrückte Nase nachgewiesen haben. Auch in einer Flüssigkeit ist das Kind nicht erstickt, d. h. es ist nicht ertränkt, weil die Obduction weder in Luftröhre, Lungen und Magen Ertränkungsflüssigkeit nachgewiesen hat.

Die Erstickung hat sich vielmehr in einer ganz analogen Weise vollzogen, wie sie so häufig bei Säuglingen vorkommt, die von Müttern und Ammen mit ins Bett genommen werden, ganz gesund einschlafen und am Morgen todt gefunden werden. Es heisst dann in der Regel, „das Kind hat Krämpfe gehabt", in Wahrheit aber ist es bei der schlafenden Mutter in eine Lage gekommen, welche den Eintritt der Luft in Mund, Nase und Lungen verhinderte; bei der Obduction stellt sich der Erstickungstod klar heraus, ohne dass bei der äusseren Besichtigung irgendwelche Spur eines gewaltsamen Eingriffs zu bemerken wäre.

In ähnlicher Weise muss auch bei unserem Kinde der Hergang gewesen sein; es muss ihm durch Auflegen von Betten oder schweren Röcken oder durch seine Lagerung gerade auf das Gesicht in weiche Betten oder durch ähnliche Umstände, die keine bemerkbaren Erscheinungen an der Leiche zurücklassen, das Athmen unmöglich gemacht und sein Tod herbeigeführt worden sein.

Ob dieses absichtlich oder durch Fahrlässigkeit oder durch ganz unverschuldete Zufälle geschehen, können wir auf Grund der Obduction nicht beurtheilen. Wir können nur und müssen unser Gutachten dahin abgeben:

1) dass das vollkommen ausgetragene, lebensfähige, ganz gesunde, mit durchaus gesunden Organen ausgestattete Kind in Folge von Erstickung an Herz- und Gehirnschlag gestorben ist; dass aber Spuren äusserer Gewalt, welche diesen Erstickungstod herbeigeführt haben könnten, die Obduction nicht ergeben hat;

2) dass die Erstickung in inneren Zuständen nicht begründet war, sondern durch irgendwelche äusseren Umstände, z. B. Auflegen von Betten oder Lagerung auf das Gesicht in weiche Betten etc., die keine Merkmale an der Leiche zurückgelassen haben, bewirkt wurde.

Die Staatsanwaltschaft hat die weitere Untersuchung fallen lassen.

7.

lieber die Umwandlung des Hinaus in Stryctuiin.

Von

F. L, Sonnenschein.

Jcjs besteht zwischen den in der Natur vorkommenden Alkaloiden insofern ein näherer Zusammenhang, als die in derselben Pflanzenspecies vorkommenden eine gewisse Uebereinstimmung in der Zusammensetzung zeigen.

Conium maculatum L. enthält Cony drin C8 Hu NO und Coniin C8Hi5N. Letzteres kann aus ersterem durch Wasserentziehung

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