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Geschirre A. gethan, und so lange gestampffet, bis derselbe Papier daraus zu machen tüchtig, und so dann wird es ganger Zeug genennet. Dieser wird nun in einen grossen Trog B. gethan, darinnen er vermittels des Baffers verdünnet, und durch eine ans Wasser gerichtete Maschine zerrühret wird. Alsdenn wird solcher in dasjenige Faß oder Butte c. gethan, darinnen er, bevor er nochmahls zerrühret, in dünne Bogen verarbeitet werden soll. In gedachte

Butte C. ist ein Defgen D. oder Blase, in welcher Feuer gemachet, vermittelst dessen der Zeug und Wasser nach Gefallen lau oder warm gemachet wird. Wenn man denn anfåhet Papier zu niachen, so muß es vermittelst ein Paar Formen geschehen, welche nach Proportion der Bogen klein oder groß, aus hölgernen Rahmen in einen

Viereck bestehen, welche über und über niit feinen Drath der Långe nach einander überzogen, in deren Mitten zum Unterscheid des Papiers das Zeichen ebenfalls von fubtilen Drath eingeflochten ist, und sich hernachmahls ben Derfertigung des Bogens in denfelben hinein

drucket, wie man denn in dem Post : Papier fiehet das Post: Horn mit der Weintraube; In dem Memmingischen das Wapen mit dem halben Adler und Ereuk; In dem Böhmischen, Schleffschen, nnd andern Kayserl. Landen, zum theilden Adler, theils Fürstliche und Gråfliche Wapen; Indem Frans: Papier die Lilien, und so fort . Mit erwehnten Formen pfleget man nun den zerrührten Zeug aus der Butten, gleich wie in ein Sieb zu schöpffen, da fich denn das Wasser in Geschwindigkeit, vermoge des Schüttelns, durch die Drath: Forme dringet und ablåufft, der Zeig aber ganz alleine auf Telbiger figen bleibet. Damit aber die Bogen eine ordentliche Stårcke, Gleiche und Ansehn bekommen, als worinne das größte Fundament bestehet, so muß ein jeder, der solches machet, wohl zusehen, wie der Zeug oder die Materie am füglichften zu tractiren; Wann dann nun ein solcher Bogen gemachet

ist, wird er alsdann sammt der Forme auf ein Stück Tuch, welches nach der Grösse des Bogens eingerichtet, und ein Filz genennet wird, gedrucket, auf welchen alsdenn der Bogen fleben bleibet, und sich von der Form ablóset; inzwischen da dieses geschiehet, machet der eine mit der andern Forme wiederum einen Bogen fertig, da denn der andere auf den abgeldseten Bogen wiederum so ein Tuch oder Filz leger, und darauf ebenfalls die Forme fammt den Bogen drůcket, damit continuitet man so lange, bis eine Parthie von etlichen Büchern auf einander fertig, welches, wenn es so auf einen Håuffgen beysammen stehet, cine Bust genennet, alsdenn unter die Presse E. geseßet, und vermittelst derselben so scharff gepresset wird, daß man es alsdann etwas trucken von dem Filz abnehmen, und Bogen: weise auf einander legen kan. Dieses wird alsdenn in Blåttern von etlichen Bogen boysammen an die Lufft auf hårne Stricke

gehånget und getrucknet. Soll es zum Bucherdrucken employret werden, so schålet man diese Bogen, die in Blåtten bensammen kleben, einen von den andern auf, und leget felbige ordentlich in einander; Alsdenn wird

es in Büchern zu 25 Bogen gezehlet, derer 20 ein Rieß ausmachen, und welcher wiederum zehen auf einen Ballen gerechnet werden; Diese

werden zusammen gepreßt, und in einen Bund gebunden, alsdenn denen Buchdruckern oder Buchhändlern überlassen. Soll es aber zum Schreiben zubereitet werden, so verfertiget man einen Leim, der aus Schaafs: Klauen, Kalbs-Kopffen, und andern Dingen mehr gekocht werden muß. Wiewohl auch vieler in Schwaben, Bayern, Desterreich und andern Drten aus Kåsen zubereitet wird, in welchen man denn die trucenen Blåtter tuncket, und solchos, nachdem es wieder ein wenig gepresset, einen Bogen von den andern wirfft, oder aufldset, auch nach eins ander an hårnen Stricken an die Lufftauf hånget. Weil solches aber gemeiniglich von einmahl Leimen nicht tüchtig genug wird, die Dinte zu halten, als nimmt man nochmahls etwas Leim, verdünnet solchen mit reinen Wasser, und klåret denselben mit zerlassener Alaun. Nachdem nun das geleimte Papier getrocknet, von den Stricken herab gezogen, und fein gleich in einander gestoffen, ziehet man es nochmahls durch gemeldetes Alaun Wasser, und To es wieder ein wenig gepreffet, wird es wiederum etliche Bogen in einander an die Lufft auf hårne Stricke gchånget, da es denn im Trocknen ein wenig zusammen båcket, wiewohl es jezuweilen durch Versehen, wenn das Alaun: Wasser auzu leimicht gewesen, allzu sehr zusammen klebet, so gar, daß man keinen ganßen Bogen von den andern bringen kan, nachdem es aber getrocknet, und von

den Stricken abgezogen, so hat man wahrzunehmen, ob es etwa nach Beschaffenheit des Wetters an der Lufft nicht hart genug worden, dahero solches in der Stuben auf denen dißfalls aufgezogenen Stricken abgerðschet werden muß, nach diesen wird es wieder Bogens weise von einander geldset, und eine Parthie mit einander gepresset, so dann wieder ein jeder Bogen in dessen Mitte zusammen gebrochen, und folglich entweder auf einer Platte, mit einen Marmor-Steine geglättet, oder auch mit einen grossen von Wasser getriebenen Planir: Hammer, oder Schlag: Stampf glatt geschlagen. Alsdan wird solches fleißig durchsehen, das

Maculeuse

maculeuse ausgeschossen, in den Feinen aber das Unreine mit Messern ausgetraßet, und dann wiederum ein Bogen in den andern geleget, gezehlet, und in Büchern von 24 Bogen gebrochen und abgetheilet, derer ebenfalls 20 wie bey dem Druck Papier ein Rieß ausmachen. Diese Bücher und Rieße werden nochmahls gepreßt, und an beyden Enden mit einer grossen Raspel oder Reib: Eisen verglichen, so dann Kieß : weise in Umschläge mit Bindfaden gebunden, und nachdem dessen Güte, nachdem wird es auch zum Unterscheid des andern, entweder mit schwarzen oder illuminirten Zeichen bemercket; Als zum Erempel, auf dem Frang: Papier die Stadt Lion, oder andere;, auf dein Auerbachischen das Chur: Sachß. Wapenx. Dieses wäre die Erzehlung von den nöthigsten Arbeiten bey Verfertigung des Papiers, der annoch allerhand kleinen Arbeit, so dabey vorkommt zu geschweigen. Hierbey will noch mit wenigen anführen, in wie vielerley Gattung etwa ießiger Zeit das Papier eingetheilet, und nach des Zeuges Güte und Klarheit, ingleichen nach dem Format genennet wird.

als da hat man erstlich das Elephantens Papier, welches sonderlich zu Gråiz im Herzogs thum Steyermarck, Augspurg, Caffel, Prag, auch theils Orten in Sachsen gemacht wird. Die Långe und Breite dieses Papiers kan kaum ein Mann ausklafftern, das Feine wird zu Tabellen, Kupffern und dergleichen gebrauchet, das Geringere abei zum Einpacken unterschiedlicher Waaren.

2. Regal-Papier, so etwas kleiner als das vorige; Das meiste hiervon wird in Sachsen gemachet, welches nach Beschaffenheit der Güte, zu Land: Charten, Geburths- und Lehrs Briefen, das Geringere aber, so bråunlicht oder duncfel blau zum Einpacken der Wagren.

3. Median-Papier ist gleichsam das Mittlere zwischen den Regal- und ordentlichen Papier, es wird vieles zu Handels: Büchern, theils auch feine Bücher in Median-Octav darauf zu drucken gebraucht.

4. Register - Papier, so etwas grösser und stårcker als das ordentliche Schreib : Papier, und wird meistentheils zu Registern und kleinen Kupffer: Stücken gebraucht.

5. Post: Papier hat mit vorigen eine Grösse oder Format, nur daß es weit zårter und dünner, wird meistens auf Posten gebraucht.

6. Cangley : oder Herren Papier hat seinen Nahmen von Canßleven, darinnen es meistens gebraucher wirò, hat mit dem Schreibe: Papier einerlev Formar, nur daß es etwas zårter.

7. Schreibe Papier ist das ordentliche, fo zum gemeinen Schreiben gebraucht wird.

8. Concept Papier hat gleichfalls mit dem Schreibe: Papier einerlev Format, nur daß es von geringen Zeug, und wird dahero meistens nur zum concipiren gebraucht.

9. Chevalier- und Damen-Papier ist das kleineste unter allen, aber von der besten Materie, wird deßwegen so genannt, weil es von vornehmen Leuten zu bequemen Hands Briefgen gebraucht wird.

10. Druck: Papier, ist ungeleimt Papier , welches nach Verlangen der Buchhåndler, so wohl in unterschiedener Größe als Güte, und zwar sonderlich im Winter gemacht wird; da es denn durch das Gefrieren nicht allein um ein merckliches grosser bleibet, als dasjenige, To ohne Frost trocknet, fondern es wird auch um ein gut Theil weisser.

11. Maculatur ist das geringste. To von wollenen und groben Zeug gemacht wird, welches von denen leinewandenen Lappen abgesondert worden; es wird Tolches meistentheils in Material: Gewölben zum Einpacken gebraucht.

12. Hat man auch eine Art, so Pappen genennet wird, da bey derselben Verfertigung viele Bogen auf einander geklebet werden, so, daß man sie nicht

wieder von einander bringen kan. Die stårcfften und grösten Pappen brauchen die Tuch Bereiter, die mittlern und stywachern aber die Schönfärber, die Zeuge darinnen zu pressen. Man hat auch sonst noch eine dergleichen Art Pappen, da die Bogen vermittelst eines Kleisters von Mehl und Wasser zusammen geklebet, und so dann zu Kleppel - Mustern gebraucht werden.

Nebft diesen hat man auch Gold: Papier, welches zweverley Art, und folgender Gestalt verfertiget wird; die erste Art wird mit Gold Firniß auf einen gefärbten Boden, vermittelfi in Holz geschnittener Formen, gedrucket, also daß erstlich das Papier gefårbet, hernach die Derter, wo die bunten Blumen kommen sollen, durch Patronen illuminiret, und endlich mit Gold abgedrucket, und wenn der Firniß trocken, das Papier über und über geglättet werde. Bei der andern Art gebraucht man eine meßingene Forme, worein die

Blumen mit dem Grabes Stichel gegraben, und das übrige hohl ausgehauen, von welchen die Figuren mit Blåtlein Goldes auf gefärbtes Papier abgedrucket werden.

So

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So hat man auch eine Art, fo Türckisch Papier genennet, und folgender Gestalt

gemacht wird: Man nimmt Regen- oder Fluß:Wasser, thut darein einen guten Theil Gummi Tragant, rühret es unterweilen um, und gieffet immer Wasser 311, bis das Gummi zergangen, alsdenn klopffet man es wohl, und geußt es offt aus einem Geschirr in das andere, läßt es durch ein grobes Tuch gehen, und wenn es 2 bis 3 Stunden gestanden, so schůttet man es in den darzu bereiteten Kasten, welcher die Ordsse eines Bogens Papiers hat, und von Holge, gepicht, oder gar von Bleche oder Bley, 2 bis 3 Finger hoch ist; alsdann sprißt man die Farben darauf mit einen langharigen Pürst: Pinsel,

welche Farben aber wohl müssen gerieben seyn, und im Reiben 2. 3. Tropffen achttågiger Dchsen-Gade, die schön grün, darein gethan werden. Im Einsprigen muß man Achtung geben, daß die Tropffen nicht grösser werden, oder zu sehr von einander fallen. Die Wellen oder Striemen zu geben, geschicht vermittelst eines Kammes.

Alle diese erzehlte Papier Sorten nun haben, wie im Eingange gemeldet, ihre Substank aus Hadern; Nebst diesen aber kan man auch Arbestisches Papier verfertigen, denn es ist bekannt der Lapis Amianthus, oder Arbeftus -Stein, ivoraus vor diesen die Römer und einige Drientalische Völcker eine unverbrennliche Leinwand gemachet, in welcher vornehmer Leute ihre Leiber verbrennet worden, damit darinnen die Asche unvermengt mit der Arche des Holg: Hauffens möchte conserviret werden; Diesen Arbestischen Stein zerstößt man ebenfaus wie Hadern oder Lumpen, woraus man eine fasigte Materie bekommt, mit welcher man ebenfalls wie mit andern Papier:Zeug umgehen, und ein Papier daraus bereiten kan; wenn man solches Papier ins Feuer wirfft, so reiniget es sich von der darauf geschriebenen Schrifft, felbst aber verbrennet es keinesweges. Es ist dergleichen Art Papier vor einiger Zeit aus Curiositat auf der Olivischen Papier Mühle zu Conrads: Hammer bei Dankig gemacht worden. Der befie Lapis Amianthus oder Arbeftus, so fich zu dergleichen Papier schicket, kommt aus Asien; denn der aus Italien gebracht wird, ist so kurß und zerbrechlich), daß nicht allein grosse Mühe erfordert wird, wenn man Papier daraus machen will, sondern es kan dasselbe auch nach und nach vom Feuer verzehret werden. So findet sich auch in Japan ein sehr dicker Baum, Canfchus genannt, daraus die Japaner ebenfaus ein Papier auf folgende Art bereiten: Sie hauen nemlich diesen Baum gang auf der Erden ab, und wenn hernach die jungen Aus: földflinge aus den Stamme Finger dick find, schneiden sie solche ab, und kochen sie so lange in einen Refsel mit Wasser, bis sid) die Rinde abscheelet, diese wird alsdenn getrocknet, wieder zweis mahl gekocht und wohl umgerühret, bis gleichsam ein weisser Brey daraus wird; diesen stoffen fie hernachmahls in hölzernen Mörsern mit hölgernen Stempeln, thun solchen in viereckichte Råstlein, pressen das Wasser mit grossen Steinen daraus, tragen die Materien auf kupfferne Formen, daß es endlich eine ziemliche Gleichheit mit unserm

Papier bekšmmt. vid. Joh. Hübner. Lex. Natur. sub voce Cansohus.

Von Papier-Mühlen. §. 5. Wenn im dritten Paragrapho dieses Capitels die ersten Sake richtig wären, daß nemlich die Kunst Papier zu machen, zu Basel in der Schweiß oder zu Costniß in Schwaben erfunden, so könte man schliessen, daß auch an felbigen Orten die ersten Papier · Mühlen erbauet worden waren; nachdem aber solches sehr dubieus, als können wir auch eigentlich den Ort nicht anzeigen, an welchen solches zuerst geschehen: Es ist wohl an dem, daß man hier und da aus Documentis abnimmt, welches etwa uhrálté Papier: Mühlen seyn mogen, worunter sonderlich die zu Schul Pforta, Königstein, Freybergx. deßwegen aber fulget nicht, daj eben von diesen eine die allererste feyn müsse. Sonsten ift leicht zu erachten, daß bald nach der Erfindung solches durch sonderbahre Liebhaber je mehr und mehr fortgepflanket worden, indem ja unterschiedene Potentaten dergleichen selbst anlegen lassen; Wie denn im Königreiche Böhmen die zu Partuwiß vor wenig Jahren noch zur Kayserlichen Cammer, und die zu Copenhagen in Dänemarck ehemahls zum Königlichen Witthum gehöret; nichts weniger in der Marck Brandenburg die zu Neuendamm, deßgleichen die Hannoverische zu Ucker, und die Fürstl. zu Cassela. als welche alle gewisse Districte zu Sammlung der Hadern

haben. So haben auch Ihro Czaar. Majestát, als sie sich 1712 zu Dreßden befunden, und unter andern die Schuchartische Papier: Můhle besahen, auch in selbiger aus Curiositåt in hoher Person selbsten Papier gemacht, etliche Papier-Macher nach Moscau geschickt, allda Papier : Mühlen zu bauen, da denn auch einer von denen Papier: Machern, Nahmens Pfeiffer, mit Hülffe eines Zimmermanns von Commothau, eine Papier : Mühle auf Ihro Majeståt Kosten zu Stande gebracht, welche dieser grosse Monarche auch mit sehr herrlichen Privilegien versehen. Mit

dergleichen,

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Von den Papier-Mühlen.

95 dergleichen denn auch in unsern und andern Landen die meisten Papier - Mühlen versehen sind, als welche zum Theil einen gewissen District von zehen und mehr Meilen zu Sammlung der Hadern haben, worunter sonderlich die zu Clippen in Schonen, Breßlau, Liegniß, Schweidniß in Schlesien, und die bey der freyen Reichs-Stadt Regenfpurg, die zu Gråiß im Herßogthume Steyermarck, als welche beyden legten, nemlich die zu Regenspurg ein Regale des daligen Magistrars, und die zu Gråiß zum dafigen Jesuiter Collegio gehörig, werden auch bende von ihren Eigenthums Herren administriret, und die dabey arbeitenden Gesellen von ihnen in Kost und Lohn erhalten. Es haben aber auch einige Papier-Mühlen ein gemeinschafftliches Privilegium mit einander, als die zu Freyberg, Schneeberg und Zwóniş über den Meißnischen Crens im Chur-Fürstenthum Sachsen, welchen aber gleichwohl einiger Eintrag durch Erbauung etlicher neuer Papier Mühlen geschehen; Eines bessern aber hat sich die zu Gråifs im Voigtlande zu rühmen, als welche sich vermoge des Graf. und von Kayserl. Majestát confirmirten Privilegii zu unterschiedenen mahlen erwehret, daß in gangen Reußischen Landen keine neue Papier Mühle erbauet werden können. Diejenigen aber, so über gemeldete Freys heiten noch das Monopolium haben, vermoge dessen von keinem andern Drt fremdes Papier in das Land gebracht werden darff, es wåre denn, daß fie foldes selbst erfahremdes Papier in

ໂ verhandelten, ftud. sonderlich die zu Inspruck und die zu Flensburg in Schlesien, ingleichen zu Zittaux. Im Gegentheil aber sind sie an vielen Drten desto dicker und überflüßig beysammen, als wie zu Kempten in Schwaben, da ihrer allein 9 beysammenstehen; it. bey der Stadt Nürnberg, auf den Harß zu Wernigerode, in Schlesien zum Schwarkbüschel, Sachsen zu geschweigen. Unter die sonsten in Teutschland aber wird sonderlid, die zu Birniß oder Beschewischlervis in Mihren, die zu Pdlß in Steuermarck und Schweidniß in Schlesien, die grójten aber, wo am nieisten Papier fabriciret wird, sind die zu Salßburg und die zu Bensen in Böhmen. Es ist aber bei einer Papier Mühle insonderheit folgendes zu observiren, und zwar erstlich bey den untersten Theile der Mühle, wo die Geschirr innen gehen, die Wohnung låsset man hierber, an Feinem Ort gestellet seyn; andern theils die Werck Stube, in welcher das Papier Fabriciret, und zu einiger Perfection gebracht wird. Es haben die Alten sonderlich darauf gesehen, wie sie ben Bauung einer Papier: Můhle nicht allein die Geschirre an ein beståndig flicitendes Wasser bringen, sondern auch in dieselben schon reines Brunnen: Wasser zum Ausivaschen der Lumpen haben können; nachdem es nun des Drts Gelegenheit hat leiden wollen, haben sie auch viel Ges schirre angeleget, und solcher gestalt findet man in mancher Papier : Mühle nur eines, in andern aber zier, drey, vier, auch wohl fünfe. Derer Geschirre aber giebts sonderlich drenerlei Gattung, wie unten bey Erbauung derselben in mehrern gewiesen werden sou; als Teutsche, Franßdfische und Hollandische. Ein Teutsches Geschirre A. Tab. XXXII

. bestehet erstlich aus einem grossen Baum F. F. in welchen nach dessen Grösse 2. 3. 4. 5. 6. oder auch wohl 7 Löder oder Tröge fich befinden, in deren Böden starcke eiserne Platten liegen; in diese Löcher oder Troge koininen grosse hšíßerne Stampffen a. welche unten ebenfaus mit Eisen beschlagen sind, und

vermittelst einer herum lauffenden Welle G. aufgehoben werden, von selbsten aber wieder niederschlagen, und also zivischen denen Platten und Stampffen die Lappen zermalmet werden. Es sind aber ordinair vier dergleichen Stampffen in einen Loche, wiewohl auch aus Curiositåt an unters sdhiedenen Orten, als wie zu Schwargbach fünf in einem Loche sind; da denn in diesem der mittlere, in jenein aber der andere oder dritte der Wasch. Stampff genennet wird, weil er vermittelst einer an des Lochs Seiten eingemachter Scheiben, so einen hårnen Siebe gleichet, das hineinlauffende und zum Hadern reinigende Wasser wieder durchschläget, und als durch solche Stampffen in einer gewissen Zeit von 24 oder 36 Stunden die Hadern zum ersten mahl in einen Zeug verfeßet

werden. Die Franßdfischen Geschirre anlangende, und wie solche in Frances reich bräuchlich, so haben solche mit den Deutschen gleiche Beschaffenheit, nur daß unten in denen Stampffen an ftatt der glatten Keulen lauter kleine verståhlte Någel fich befinden, und ver: meynen sonderlich die Franzosen, daß sie hierdurch die Hadern viel geschwinder als die Teutschen zerinalmen können, wie es dergleichen auch welche in Deutschland giebet, sonderlich ben Lübeck zu Bolendorff und Schulendorff. Die Holländischen H. aber bestehen aus einem grossen Kasten, in welchen eine Walke mit metallenen eingeseßten Schienen in Wasser herum getrieben

wird,
welche die Hadern zwischen eben dergleichen Metall, fo an den Boden des Kaftens angemacht,
zerreissen und zermalmen. Dergleichen eine hat Fridericus, König in Preuffen, ehedem zu

Prenzlau in der Uckermarc anlegen lassen. Bey einer Papier : Mühlen untersten Theile ist
ferner zu betrachten, wie schon oben gedacht, die Werck Stube Ķ; darinnen befindet fich nun
fürnehmlich eine Butte C. woraus der Zeug geschöpffet, und vermittelft der Formen in Bogen

A à 2

gemachet

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gemachet wird; nebst dieser ein Trog oder Faß B. darinnen der Zeug, bevor er in die Butte gethan wird, durch einen Rechen oder Querl L. zerrühret, mit Wasser verdünnet und

fliefiend gemacht wird; hiernächst ist die Presle E. mit welcher das gemachte Papier gepresset wird, daß man mit solchen einiger maßen umgehen kan. Es ist aber bei einer Papier - Mühle ordinair nur eine Butte, nebst dem zugehörigen Rechen und Preise, wo aber durch die Menge der Geschirre allzu viel Zeug gestampffet wird, so find deren zwey), als wie zu Hohen: Elbe in Böhmen, zu Bortehude im Stifft Bremen, zu Bomlig im Lüneburgischenxc. Wiewohl auch an schon angeführten Drten, nemlich zu Salßburg und Bensen, drey in einer Wercks Stuben sind. Das mittlere Stockwerck A. A. Tab. XXIII. Fig. I. einer Papier: Můhlen ist zu gelegenen Rammern angelegt, darinnen die Kaderr. gewogen und sortiret werden, auf den Ober: Böden B. aber sind der Drdnung nach einander hårene Stricke aufgezogen, oder in Ermangelung derselben dünne Stånglein, auf welche das Papier gehånget, und solcher gestalt durch die gebrochenen Dächer an der Lufft fan getrocknet werden. Auf einer wohlÞesielten Papier-Mühle aber, da tåglich bey der Butte gearbeitet wird, kan jährlich über 300 Ballen oder 3000 Rieß Papier gemacht werden. Nun befinden sich derselben in Deutschland alleine über 400, da auf vielen wohl 6000 Rieß gemachet wird; wenn man nun einer der andern zu Hülffe 300 Ballen rechnet, fo belåufft fidis auf 220000 Ballen.

Von denen Papier - Machern. §. 6. Anlangende nun die Papier Macher selbsten, so haben sich dieselben, nachdem ihre Kunst in einen Horisanten Stand geseßet worden, gleich wie andere Profeßionen, in eine Innung begeben, als worinnen sie gewisse Leges aufgerichtet, die fie bis dato noch unter einander halten. Und dieses ist nicht alleine im Römischen Reich und andern Orten Teutschlands geschehen; sondern auch in Ungarn, Pohlen, Preussen und Dänemarck. Allein in Franckreich, Italien, Holl- und Engelland, und andern Europåischen Ländern tebet ein jeder vor sich selbst. Wenn einer die Kunst unter ihnen begriffen, es geschehe bald oder langsam, alsdann ist erso gut als sein Principal. Bei denen erstern aber muß einer, der die Kunst erlernen will, vermoge ihrer Ordnung, vier Jahre stehen. Bey dem Antritt seiner Lehr: Jahre wird er von dein Papier: Macher denen Gesellen des Orts vorgestellet und angesagt, nach deren Verfliessung aber, wenn er von seiner Lehre dimittiret seyn will, ist er verbunden einen Schmauß oder so genannten Lehr: Braten zu geben, worzu er nicht alleine die Gesellen feiner Werkstatt, sonden auch unterschiedliche Fremde einladen muß, welche ihn alsdenn vor einen Gesellen erklären; reiset er nun nach der Zeit von dannen, so wird ihm ein Geschencke, Po des Drts Gelegenheit nach in einer Kanne mit Bier oder Wein bestehet, zum Austrincken überreichet, und von denen wo er gelernet, oder nachmahis sonsten gearbeitet, ein Gruß an diejenigen, wo er darauf hins kommet, mitgegeben, vermittelst dessen sie auch einander gehörige Kunst Manier erweisen, und durch des Grusses Aufhaltung, diejenigen, so etwas strafbares begangen, zuo Raison bringen. Es sind aber derer Papier-Macher, die da gedachte Ordnung unter einander halten, zweyerlen; denn wie allen Künsten und Profesionen mehr und mehr nachgedacht worden, daß man die darinnen vorfallenden Arbeiten am geschwindesten und genauesten tractiren, auch To viel nur möglich, darbey menagiren moge, als ist es bey dieser Profesfion auch geschehen, und sonderlich bey Planirung oder Ölåttung des Papiers, wie bereits oben gedacht. Anfänglich ist alles Papier, To zum Schreiben gebraucht worden, von allen und jeden Papiermachern, auf einer marmorfteinern Platte, Bogen - weise, mit eben dergleichen marmornen Reibe: oder Glåttstein planiret worden, dieses nun recht zu observiren, brauchet viel Mühe und Kosten. Es haben aber nach der Zeit theils Papiermacher dieses auf andere Art vorgenonimen, und das Papirr gleichwie die Buchbinder die Bücher mit einem Hammer planiret oder

geschlagen, und diese Invention wird sonderlich der Papier: Mühle zu Iglau in Mähren zugeschrieben, denn es find allda nody Documenta vorhanden, woraus zu sehen, daß bey der Reformation Lutheri eine Buchdruckerey auf gedachter Papier: Mühle gewesen, zugleich auch die gedruckten Bücher daselbst eingebunden worden, woben die Buchbinder aus Menage ihren Planir: Hammer mit an deš Papiermachers Geschirre gerichtet, und die Bücher damit geschlagen, welches Hammers denn sich der Papiermacher, zu Planirung seines Paviers auch bedienet, dieses hat sich auf mehrern Papier-Mühlen bald ausgebreitet. Weil aber solches Papierschlagen nicht allen beliebet hat, sondern sind zum Theil bey denen üblichen Glåtten geblieben, als haben sie sich repariret, von welchen sich die ersten Glätter, die andern aber Stampffer nennen, gefchicht auch noch dann und wann, daß fich von jenen einige ber diesen einkauffen.

Im

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