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Teichel oder Röhr:Bohr Mühlen, Glasschleiff und Polier Mühlen,
Såge oder Holz Schneide-Mühlen, Dresch Mühlen,
Stein Schneide Mühlen,

Hederlings-Mühlen,
Hammer-Mühlen,

Holland. Modder-Mühlen, oder ro genannte
Drat: Mühlen,

Baggerte x. Und von kleinen Sorten, die
Puch: Wercke,

Caffée - Mühlen und
Blau-Farb: Mühlen,

Pfeffer : Mühlen.
Und da solchergestalt nach der Krafft: Eintheilung die Wasser:

Mühlen oben an stehen, so müssen wir von selbigen dem geneigten Leser im gegenwärtigen Vorbericht annoch folgendes melden.

Die Wasser:Mzühlen, so entweder mit Panster - oder Staber oder Straube : Zeug gebauet seyn, werden von Flüssen oder Bächen getrieben, und find theils Pfahl-Mühlen, theils Schiff: Mühlen. Jene werden an Teiche, Bäche und Flüffe gebauet, und stehen mit ihrem Grund: Wercke unbeweglich und auf Festen Boden. Nach dem unterschiedenen Faldes Wassers, da nemlich dieses bald oben auf die Mühlen-Råder fällt, bald

unten an dieselben

mit Gewalt antreibet, werden sie wieder in Oberschlächtige und Unterschlachtige eingetheilet. Eine ober oder übersihlachtige Mühle heisset, wenn das Waffer von oben herab auf das Mühl: Rad fållet, und solches vorwärts umtreibet. Dergleichen Mühlen iverden an kleinen Bächen, an bergigten Orten, wo das Wasser einen ftarcken

Fall hat, angelegcs, und das Wasser ober's halb der Mühle in ein enges Gerinne gefaffet. Je höher das Rad ist, darauf das Wasser fället, mit desto wenigern Wasser kan man auch mahlen. Eine unterschlächtige Mühle wird genennet, wenn das Wasser unten an das in dem Müll Gerinne hångende Mühle Rad fållet, und dasselbe durch seinen immerwährenden Stoß rückwärts umtreibet.

In den Maht: Korn oder Getrande: Můhlen werden allerley, Körner und Getrande zu Schroth und Mehl gemahlen. Hierzu werden die Wasser:Mühlen, die ein stetsfliessendes Walser, so niemand ableiten oder hindern kan, und ein starckes Gefåtte haben, und unter denenselben die Panster-Mühlen in der Haushaltung vor die besten gehalten, und allen andern vorgezogen. Das Vornehmste, was an einer solchen Mahl und Wasser: Mühle zu betrachten ist, bestehet in folgenden: Der Mah! Můhl Eich oder Sicher: Pfahl, welcher die Höhe des Wasser: Standes anzeigt; Der Fach: Grund- oder Spund Baum, welcher unmittelbar vor denen Gerinnen der Mühle liegt; Das Grief: Wer mit Grieß: Såulen, Docken oder Seks Pfosten und Spann - Råhmen; Die Schügen oder Schus: Breter; Die Lehr : Wånde; Das wüfte Gerinne, wodurch das überflüßige Wasser wegfält; Das Wasser oder

Nahi Gerinne, darinnen die Mühl oder Wasser:Råder hången; Das Wasser : Rad mit seiner Wellé, Armen und Schauffeln; Das Stirn · Rad; Der Dreyling oder Drehling; Das Kamm: Rad; Das Getriebe, darinnen die Scheiben und Ståbe oder Triebe: Stecken; Das Mühl Eisen in der Pfanne; Der Bocks; Der Låuffer, in welchem die eiserne Haube; Der Boden oder untere Mühl: Stein; Der Rühr: Nagel; Der Schuh; Der Rump oder Rumpf, darinnen

das Getråyde aufgeschüttet wird, und aus demselben durch den Låuffer auf den Boden: Stein läufft, auf welchem es von dem sich umdrehenden Läuffer zerknit schet, oder zerrieben und klein gemahlen wird, heisset auch an etlichen Drten das Rähr; Die Kump: Leiter; Der Laufft oder die Zarg, darinnen die Mühl Steine stehen ; Der Beutel Kasten, in welchen

vermittelft des Beutels das schöne Mehl von den Kleyen gesondert wird; Das Schiebe : Bret; Das Beutel Tuch; Die Krücke; Der Mehl: Rasten; Mes · Kasten; Schroth: Kasten; Die Anschlag oder Se: Welle; Die Kloben: Sáule; Die Beutel Weile mit den zwey Armen, so man insgemein die Råde: Welle und Råde: Arme nennet ; Der Steg; Die Trag: Banck; Die Hohl Docke; Die Hebe:

Schiene, daran oben der Arm;
Die Launen; Die
Keile ; Das Zieh : Werck; die zich

Scheibe; Das Getriebe; Das Zieh:
Stirn, Rad; Die Panster: Ketten; Die Weiffe oder Batter; Die Gatter Scheiden ; Die
Stamm Scheere; Die Zapffen - Lager; Die Růck Scheere; Der Rück: Baum; Die
Stelge; Der Zieh-Boden, der Mehl oder der Staub-Boden.

Wer eine solche Wasser - und Mahl-Mühle kauffen will, hat insonderheit auf folgende
Stücke sein Absehen zu machen;
I) Db die Mühle mit beståndigs und genugsamen Wasser versehen sey, und das Mahlen

Sommers und Winters ungehindert seinen Fortgang haben könne?
2) Soll man in Acht nehmen: Wie viel Gånge die Mühle habe?",

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und ihren Eintheilungen überhaupt.

3 Db eine Del: und Schneide - Mühle daben?

Db auch Stampffen, und wie viel vorhanden, Grüße zu machen, Hiersen zu Hampffen? 3) Muß man nachfragen:

Ob es eine Zwang oder Bann · Mühle fey, wo die Leute zit mahlen genöthiget find 7
Dder, ob sonsten viele Mahl Odste dahin zu mahlen kommen? Ingleichen
Db man gute Gelegenheit habe, das Mehl, Grüße, Graupen, Kleven, Del. u. d. g.

in Städte oder andere volckreiche Orte zu verführen und zu verkauffen? Oder
Db man solches auf der Stelle gegen baare Bezahlung an - und loß werden könne?
4) Db zu der Mühle auch Feld - Gúter, als Aecker, Wiesen und Wende gehören, damit

der Müller, in übgang und Mangel des Wafers, etwan mit dem Feld-Bau

und der Vich Zucht sich helffen könne ?
5) Was vor Herrschaftliche Onera auf der Mühle liegen und

Was der Müller, wenn die Mühle nicht fein Eigenthum, jährlichen Pacht gebe?
Dder aber , ob er einen gewissen Theil der

Db er aud Schweine von der Herrschafft in die Mástung zu nehmen schuldig?
6) Db es Fisch Basler bey der Mühle gebe,

oder der Müller doch zum wenigsten in den Gråben, Wehr-Wasser und Mühl. Waag Macht zu firchen habe? 7) Db das Mühl und Wasser: Gebäude, Dämme, Wehre, und anderes Zugehör in

giitem Stande und baulichen Befen?
Ob sie leichtlich Schaden nehmen; und was fie ohngefähr zu erhalten kosten?
8) Ob die Mühlen auch von Ueberschwemmungen und Wasser-Güssen Noth haben ?
9) Muß man sehen:
Was vor Zeug, Geschirre, Schirr: Holß, und an ander'n Sachen, to zu einer

Mühle gehören, vorhanden? Und endlicy
Was die Mühle vor Nachbarn und Angránßer oder Anstoffer habe, ohne deren

Freundschafft und guten Willen , in deberlassung des Wassers, der Müller in

(dietten Stand sich befinden wird.
Der Wasser:Mühlen, so auf festen Lande erbauet find, und welche man, wie obgedacht,
zum Unterschied der Sdiff Mühlen aud) Pfahl-Mühlen nennet, giebt es in Ansehung derce
Wasser -Rider zivcyerley Haupt: Sorten, als:
1) Unterschlachtige, da das Wasser unten in die Räder fält, und solche gleichsam růckwärts

treibet, und
2) Oberschlichtige, da das Wasser oben auf die Råder fått, und folche umtreibet.

Die unterschlächtigen Mühlen sind wiederum in dreperley Sorten unterschie
nemlich in

I) Staber-Mühlen, und
2) Straube - Mühlen, deren Wasser - Råder immer in gleichen Stande unverändert

liegen bleiben, das Wasser steige oder falle, und
3) Panster Mühlen, deren Baffer: Råder nach dem wachsenden oder abnehmenden

Wasser gestellet werden können.
Hierzu kommt annoch die 4te, jedoch in hiesigen Landen unbekannte Art, mit Horizontal

liegenden Mufürel Rädern, und stehenden Wellen.
Damit wir nun, so viel möglich ist, ordentlich gehen, wollen wir in dent

?

Ersten Capitel; Von Untersuchung des Gefälles in den Bächen und Ströhmen, und wie selbige in aparten Gräben, nach denen Mühlen, oder andern Maschinen, so von Wasser getrieben werden, abzuleiten, und das Wasser abzuwägen sey,

ausführlich handeln. Eil das Wasser in den Flüffen und Bächen von Natur selten einen folchen starcken Fall, die Mühlen umzutreiben, hat; so muß man vors erste unter: suchen, wie viel der Fluß oder Bady, an welchen die Mühlegebauet werden soll, ข 2

auf

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auf eine gewisse Distang Gefälle habe? Vors andere, ob solcher unbeschadet, des daran liegenden Landes entweder aufgedämmet, oder in einen aparten Graben abgeleitet werden könne? damit er an einem gewiffen Orte, wo nemlich die Mühle oder Maschine, am füglichsten anzubringen ift, ein gehlinges Gefälle bekomme, und die Wasser: Råder umzutreiben vermogend wird.

§. 2. Diese Untersuchung geschiehet durch Hülffe eines gewissen Instruments, welches man die Wasser-oder Schrod-Baage nennet.

9. 3. Die Construction dieses Instruments bestehet aus zwer Ståben A, einem Waages Scheid B, und einer Seß oder Bley:Waage C, vid. Tab. 1. Fig. 1. Die Ståbe A müssen von guten harten eichenen Holß, 3 Ellen lang, und ins Gevierdte iz Zou starck, wohl gearbeitet feyn, unten ben D ståhlerne Spigen haben, oben aber mit eisernen Ringen E gebunden seyn. An jeden Stab A kommt eine Hülse F, welche man auf und nieder schieben, und mit einer Stell

: Schraube G befestigen kan: diese Hülsen sollen 3 Zoll lang, 3 Zott starck seyn. Oben an diesen Hülsen gehen Arme H heraus, so nach rechten Winckeln angelöthet, 3 Zou lang, und 1 Zoll starck reynd, auch am Ende einen Schenckel I haben, daß das Waage Scheid nicht abschammet, wie aus der 1 Fig. zu ersehen. Das Waage Scheid B muß wohl und accurat 6 Zoli gleich breit abgefüget, I Zoll starck und 16 Fuß lang Teyn. Die Blen: Wage C wird ii Elle lang, und i Šlle und 3 bis 6 Zoll hoch gemachet, auch vfleget man sie, wo die Perpendicular:Linie K aufgerissen wird, mit Elephanten Bein, so wohl poliret ist, auszulegen, damit das Pendulum L leicht und ungehindert in gedachter Perpendicular Linie K einspiele: erwehntes Pendulum wird auch vor dem Winde mit einer hellen Glas: Tafel verdecket.

§. 4. Ehe man die Arbeit antritt, muß die Waage rectificiret werden: das ist, man muß untersuchen, ob sie eine Horizontal oder Wasser gleiche Linie zeiget; dieses wird auf eine gar leichte Art folgendergestalt gefunden: Man seße die Waage č auf das Waage: Scheid B; und låfset die eine Hülse F so lange auf oder unterwårts rucken, bis der Faden des Penduli L in die Perpendicular Linie K einspielet: so bald dieses geschehen, muß man die Hülse F fest ansdirauben, und die Waage umwenden. Zeiget sich nun in verwendeten Stande ein Unter: schied, daß der Faden des Bicy: Gewichts nicht wie zuvor einspielet, so ist sie unrichtig. Diese nun völlig in Richtigkeit zıt bringen, muß man mercken, nach welcher Seite das Pendulum ausschlåget : zum Erempel, in unserer Figur wiche es nach der Seite M, so folget, daß die Waage bey N zu hoch sen, derohalben stoffet man unten nach N hinaus einen zarten Spahn loß, und dieses wird so lange continuiret, bis endlich der Faden des Penduli in allen Wendungen (To auf einer Horizontal:Fläche mit der Waage gemacht werden können, die Perpendicular: Linie decet.

Ş: 5. Nachdem nun die Waage zur Richtigkeit gebracht, so probiret man ferner , ob auch ben Verwendung des Waage:

Scheids B die Faden des Bley: Gewichts oder Penduli L, die Perpendicular-Linie K auf der Waage decke? Denn zeiget sich da ein neuer Unterschied, Tó kan er feines weges von der Waage, die zuvor ridytig befunden ipar, herrühren, sondern die Ursache muß lediglich am Waage: Scheide liegen; dannenhero suchet man auch diesen Fehler vollends abzuhelffen, und das Waage:Scheid durchgehends, nach geraden Linien gleich breit zu machen. Wenn nun alles seine Richtigkeit erlanget, und die Waage sammt dem Waage Scheid, auf alle Fälle und Verwechselungen, so damit vorgenommen werden können, richtig befunden wird, so kan man die Arbeit vor fich nehmen.

§. 6. Bey Antretung der würcklichen Operation nimmt man nebst obbeschriebener Wasser: Waage annoch folgendes Werckzeug mit sich. Als, erstlich einen Maaß Stab T Fig. 3.fo in Schuh und Zolle eingetheilet, 6 Ellen lang und 1 Zou starck ist: an diesem Maaßs Stabe ist eine Hülse 0, von welcher ein Schenckel P 1 300 lang, recht wincklich heraus gehet und vermittelft der Schraubé (nach besagten Zotten fest gestellet werden kan; 2) ein Beil das in Weg kommende Gesträuche abzubauen; 3) einen Hammer zu Einschlagung der Waage: Ståbe; 4) einen Bogen Papier Fig. 4. auf welchen währender Operation das Steigen und Fallen aufgeschrieben wird.

S. 7. Wenn nun alles beschriebener maßen vorhanden, nimmt man zien Personen zu fich, und gehet mit obberührten Instrumenten an den Drt, wo man zu wågen anfangen mill: zuvor aber probiret man die Waage nochmahls; ift fie richtig? so wird ber R Fig. 5. wo der Anfang gemacht werden soll, ein Pfahl S just dem Wasser gleich eingeschlagen, auf diesen Pfahl S låffet man den Maaß: Stab T recht perpendicular aufregen, und von einem Gehilffen fest halten, zuvor aber die daran befindliche Hülfe O so weit in die Höhe schieben, und fest stellen, daß sie ein Stück über das Ufer des Wallers, vorrage, dann schlåget man den

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erstern

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Von Untersuchung des Gefälles.

5 erstern Waage Stab bey U am Ufer des Wassers ein, und leget das Waage: Speid B an der Hülse X auf den Arm F des Waage Stabes U, und an der Hülfe O auf den Schenckel P des saab: Stabes T auf, alsdann feßet man die Wadge Cauf besagtes Waage Scheid B, und befiehlet dem andern Gebülffen, die Hülle X am Stabe U so lange auf: und nieder zu schieben, bis der Faden des Penduli an der Waage C die Perpendicular Linie Decket, fo bald solches ges schiehet, låsset man die Hülse X fest anschrauben, und den andern Waage Stab W von den erstern U nach der Långe des Waage:Scheids B am Ufer des Wassers, oder in der Linie, nach welcher die Operation gesdiehen foll, einschlagen, und das Waage: Scheid gleichfalls auf die an den Hülsen

X und Y befindlichen Arme F# auflegen, auch durch Hülfe der Hülse Y (wie beym erstern Waage Stabe durch die Hülse X geschehen.) To lange echdhen oder nieder schie: ben, bis der Faden des Penduli ebenfalls die perpendicular Linie, auf der Waage C decket, und das Waage Scheid die wahre Horizontal: Linie zeiget; nach diesen ziehet man den ers stern eingeschlagenen Stab U heraus, und schlåget ihn von den legtern W wieder nach der Weis te des Waage Sdreids ben Z ein, auch wird in allen, wie vermahls verfahren, und die Ars beit bis zu Ende der Messung continuiret.

§. 8. Das Steigen und Falten wird bey der Operation jedes apart, auf einen Bogen Papier (wie Fig. 4. und hier im Tert zu sehen) anfnotiret

. Als zum Erempel ben r Fig. 6. und 5. ivo man zu wågen angefangen, ist am Maaß: Stabe o die Hülfe O mit ihren Schenckel P, 6 F16 8 Zoll 'von Wasser s bis in p erhöhet worden, diese 6 Fuß 8 Zout sthreibet man auf den bey fich habenden Bogen Fig. 4. iind reßet das Wort, Stcigen darüber; von p ist die Linie bio a gerade fort gezogen, ben a aber ist das Land etwas erhaben, und sind mir aida wieder um 2 Fuß 4 Zoll in b gestiegen, von b gehet die Linie wieder Waage recht bis C, bey c find

wir, weil daselbst das Erdreid, niedrig, um 3 Fuß 8 301 Steigen, Fallen, bis in d gefallen: diese 3 Fuß 8 Zoll schreibet man bey Fig. 4. 6 Fuß 8 Zoll 3 Fuß 8 Zoll unter das Wort Fallen, vond gehet die linic ferner gerade

bis e, bey e hat der Schenckel am Maaß-Stabe, von der Flis 3

che des Wassers f bis im Punct e 4 Fuß 3 Zou abgeschnitten, 9 Fuß 2 200 8 FUB I

oder wir find uin so viel gefallen; dieses wird alles so, wie 8

gegenwärtiges Táplein zeiger, auf den Bogen Fig. 4. Tab. I. 1 Fuß 1 Zoll wahres Gefälle. arifgesdorieben; alsdenn die Summa des Fallens, von der

Summa des Steigens abgezogen, so ist der Ueberrest das wahre Gefütle des Flusses, so zu untersuchen gewesen.

§. 9. Die Operation mit einer solchen Waage ist etwas langsam, aber doch richtig, und kan man so leicht keinen Fehler, als etwa bey einer Waage mit Dioptern oder Vifiren zu geschehen pfleget, begehen: Denn bey Viftrung grosser Distanßen oder Gesichts-Linien, hat man wohi Acht zu geben auf die Refraction der Lufft, welche verursachet, daß man die Obje&ta hoher fiehet, da es denn fast nieinahls ohne Fehler abgehen kan : Hiernächst ist aud, zu inercken, daß die scheinbahre Horizontal Linie, so durch die Visir abgesehen irird, sich über die wahre erhebet, wie solches aus der flebenden Figur Tab. I. leicht zu begreiffen, da g das Centrum der Erde bedeutet, h i die scheinbahre Horizontal- Linie , ml ein Bogen aus g ges sagen, die wahre Horizontal: Linie, (welche eine Eircular Linie ist,) anzeiget, da denn klahr, daji hi die scheinbare fich über ml die rrahre Horizontal: Linie unil'i erhebet; woraus erhels let, daß bei allen Distanßen so gemessen werden, von der gefundenen Höhe etwas gewisses, die achte Horizontal - Linie zu überkommen, abzuziehen ist. Von diesen allen ist unsere Schrodt: Waage befrevet, fie zeiget so gleich die ipahre Horizontal : Linie, welche aus lauter Fleinen scheinbaren dergleichen Linien bestehet, oder nach Linien von 16 Fussen, To lang niems lich das Wauge- Scheid ist, zusamnien gelegt wird: da nun c:ach Bions Anweisung zuni Wass Fer : Wågen, Cap. X. - die Erhebung der scheinbahren Horizontal: Linie, über die wahre auf 50 Toises oder 6 Füßige Ruthen nur einer Linie betråget, so muß folgen, daß auf 16 Fuf gar kein mercklicher Untersdeid zu spühren. Dicles wird also Beweises genug seyn, daß unsere Schrodt : Wauge so gleich die wahré Horizontal : Linie zeiget, nur ist sie der einzigen Schwierigkeit unterworffen, daß die Operation etwas langsam von ftatten gehet, und fan man des Tages über ein Viertheil Weges nicht messen. Und so viel haben wir von Wasser:Mdaen hier bevzufügen vor nöthig zu sein erachtet, hoffen also, daß es bey Erbauung einer Mühle oder andern Bedürffniß zulånglich seyn werde; Wer aber mehr Nachricht von dieser Kunst verlanget, und kosibahre Instrumenta anzuschaffen vermögend, kan in Bions mathemati

: fdyer Werck Schule, item in des Herrn L. C. Sturms Tractat von Nivelliren oder Wassers

Wågen,

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Wågen, ingleichen aus vielen andern, so diese imitiret haben, ausführliche Nachricht erhalten.

§. 10. Ferner ist auch nöthig zu wissen, daß ben Untersuchung des Gefäules eines Flusses, dessen Biegungen, so er in fliessen machet, zugleich mit zu Papiere gebracht werden, damit man sehen könne, wie er am füglichsten nach der Maschine, so daran gebauer werden soti, abzuleiten: dieses wird von einem so der Geometrie kundig, mit dem Aftrolabio oder Mensula leicht gefunden werden. Hier wollen wir versuchen, ob es nicht so gleich mit unserer Waffers Waage beyláufftig ins Werck zu richten wäre, damit Leute, so der Geometrie unerfahren, fich in diesem Falle zu helffen wissen.

§. 11. Zum Erempel, es wäre ein Fluß von a bis d, Tab. II. Fig. 1. nicht allein nach der Höhe des Falles zu untersuchen gegeben, sondern man fou auch die Krümme des Flusses zu Papiere bringen, und dieses würde, wie folget, zu bewerckstelligen feyn.

9. 12. Das Waag Scheidt ist an statt einer Met-Ruthe folgender Gestalt zu gebrauchen; Man giebet selbigen demnach, über die oben angenommene Långe der 16 Fuß annoch 4 Zoll 31, welche aber in Messen nicht mitgerechnet werden, massen sie nur deswegen angenommen sind, daß dem Waag: Scheidt von seiner ordentlichen Långe der 16 Fuß nichts abgehe, son: dern hinter sich eine freye Äuflage bekomme; dannenhero auch daselbst ein Arm oder Abfaßn Tab. 1. Fig. 1. (wie ich es nennen will,) von Eisen oder Holt, durch ein paar Schrauben bes festiget wird, durch diesen Absaß wird die rechte Långe derer offt erwehnten 16 Fuß bestimmet; dergleichen Arm, wird aud, auf der andern Seite angebracht, wie bey O zu ersehen, damit es lincks und rechts gebraucht werden kan; und endlich theilet man an jeden Ende einen Fuß nach 10 Zolen ab, ivie bey q und u vorgestellet, so ist es zum Gebrauch fertig.

$. 13. Bey dieser Messung bedienet man fich nebst der Bley:Waage c des Waage: Sdheids B der Waag: Ståbe A des Maaß:Stabs T und übrigen Gcråths Tab. 1. inglcichen annoch 6 bis 8 Abstecke: Ståbe, welche 3 Ellen lang, 1 Zou starck, und unten zugespißet fenn; auch sollen etliche dieser Ståbe oben rothe Fahnen haben, und diese wollen wir um mehrerer Deutlichkeit halber , Meß: Fahnen nennen. §. 14. Wenn man die Operation vornimmt, stecket man erstlich den Fluß mit Meß-Fals

: nen nach geraden Linien ab, wie die Buchstaben a b, bc, cd, Tab. II. Fig. I. zeigen, denn zeich: net man die Linien, wie sie durch die Meß: Fahnen auf dem Lande abgestecket werden, auf einen Bogen Papier Fig. 2. mit Bleystifft ohngefehr auf, alsdann schlåget man bei) a am Ufer des Waffers an statt der daselbst befindlichen Meß: Fahne einen Waage: Stab ein, und mißt die Höhe des ufers, wie oben gelehret, aus: Wir wollen zum Ercinpel, 8 Fuß 9 Zoll vor die gefundene Hohe segen, diese 8 Fuß 9 Zoll schreibet man nach obiger Anleitung

Fig. 4. auf, wenn dieses geschehen, irird der andere Waage Stab e von den erstern a ohngefähr nach der Långe des Waag: Scheidts bey e solcher gestalt eingeschlagen, daß er mit dem ersten a und der Meß: Fahne b in gerader Linie zu stehen kommt, welches bevy allen Stationibus, so in einer geraden Linie mit denen Waage Ståben gemacht werden können, wohl in acht zu nels: men ist

. Damit man nun erfahre, wie viel jede Linie so gemessen werden soll, an Ruthen, Schuhen und Zollen halte, so mercket man am Waag Scheidt B Tab. I. Fig. 1. wann es vor's her bey jeden Stande vermittelst der Waage C in HorizontalLage gebracht, und mit den uns terwerts gekehrten Absaß n an den Arm y des hintern Waage Stabes angerůcket worden ist: Die Zou, so der Arm xam fordern Waage Stabe auf den in Zoll eingetheilten Fuße U des Waage Scheidts B abschneidet, diese Zote schreibet man bey aŭen Stånden auf den ben sich habenden Bogen; wo die Figur so gemessen werden soll, nach den Linien ab, bc, cd, Fig. 1. ohngefähr nachgezeichnet worden, auf, wie bey Fig. 2. zu ersehen. 3. E. Ben dein ersten Stande håtte der Arm auf dem Waag Scheidt am Stabe e, Fig. 1. Tab. 2, 3 Zoll abgeschnit: ten, diese 3 Zou schreibet man am Rande der Linic a b Fig. 2. zwisden å e auf, und so vers fåhret man auch bey den übrigen Stånden oder Stationibus, da ber f Fig. 2. 4 Zoll, bey g 5 Zoll, und bey b wieder 3 Zoll, so wie sie bey denen Stationibus a e, é f,fg, gb Fig. 1. Tab. 2. gefunden worden, aufgeschrieben stehen.

S. 15. Der Station e f gegen über, nimmet man wahr, daß der Fluß die größte Biegung hat: diese genau zu überkommen, stecket man in die Krümme beyy h einen Abstecke Stab, und misset mit den bey fich habenden Maaß: Stabe die Linie e h und 'f h findet e h 1°. 2. 3". und fh, 1°. 4. 5. diese Maaße schreibet man gleichfalls auf den Bogen Fig. 2. zwischen e h und' f h auf: die Ruthen zeichnet man mit () die Schuhe mit einem einzigen Strichelgen (1) und die Zolle mit zweyen Strichelgen, (") welches einmahl vor allemahl zu mercken. Nach

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