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IV

Das andere Capitel, von der Quantität des Wassers. nach diesen Fall und Wasser Stand würde man, wenn das Gerinne 21 Elle weit gemachet, und 11 Elle Tieffe bekäme, eine gute Staber: Mühle erbauen können. Dannenhero wollen wir reßen, die nach vorhergehender Rechnung §. 9. und 10. gefundene. 1760 Zoll Wasser, würden von dem Fluite a d Fig. 1. Tab. 11. in einer Minute geschüttet; Damit man nun erfahre, ob diese Quantitåt Wafier, auf die Deffnung von 2] Elle breit und 11 Elle tieff, zus långlich, und der Zweck, eine Staber: Mühle anzulegen, zu erhalten rey, so wird nach obbeFahriebener Art gerechnet, wie folget.

Erempel:
2} Elle oder 60 Zoll, Breite des Gerinnes.

mit 87: zu Pariser Quarten.

5220 Långe des Gerinnes nach Pariser Quarten. 1. Elle oder 30 Zoll, Dieffe des Gerinnes.

mit 87 zu Pariser Quarten.

2610 Tieffe des Gerinnes nach Pariser Quarten. Diese zwey Producta multipliciret man in einander, so giebet das Facit den superficiellen Inhalt des Gerinnes in Pariser Quarten. als vor die Breite' 5220. Tieffe

52200 31320.. 10440...

13624200 Quarten vor den Flächen-Inhalt des Gerinnes. $. 14. Diesen Inhalt dividiret man durch 78501, welches der Quadrat: Inhalt einer Circular Deffnung, To über den Diametrum einen Pariser

Zoll hält, und in einer Minute 14 Kannen schüttet, so gieber das Facit die verlangte Wasser:Zolle, welche durch die Deffnung, so zu untersuchen gewesen, gehen können.

Erempel:
Deffnung des Gerinnes, 13*6*24208 1 1736 Zoti.
Inhalt einer Circular: Deffnung,

785.. so über den Diameter einen

57*7'4. Pariser Zoll hålt.

5.495::

2792,
2355 :

4'370
3925
44 5

2010.IV

78.5.. Reft.

kommt 1736 Zoll 7 und 144 Theil einer Kanne. Diesem nach gåbeunser Fluß a d Fig. 1. Tab. II. 24 Zoll u Kannen mehr, als die Deffnung depensiren kan, und könte man also gang ficher eine Staber Mühle bauen, ivelche Fehr gute Dienste thun würde. Wåre aber die Quantitåt doppelt, nemlich 3470 Zoll

, würde das Wasser auf ein Panster: Gerinne, lo s Ellen weit, und 1. Elle tieff, zulänglich reyn; und kan man also, wenn ein Fluß dergleichen schůttet, gar füglich Panster: Zeug anlegen: Gåbe aber ein Fluß nur 624 Zoll, måste man Strauber :Zeug erbauen; Denn ein Strauber: Gerinne nad, der kleinesten Weite, ist 1; Elle, und die Tieffe i Elle, da denn durch eine solche Deffnung just so viel Wasser gehen kan.

$. 15. Des Mariottens Experiment gehet zwar nur die Circular Deffnungen an, wenn er spricht: ,,Eine Circular - Deffnung, To im Diametro einen Pariser Zoli hält, und das Centrum 7 Linien unter Wasser hat, das ist, eine Linie über den Loche stehet, Tchüttet in , einer Minute 14 Kannen oder einen Zol;,,, also wäre die Application auch nur auf grote Circul zu machen, da denn das Centrum folcherCircular Deffiugen, nach Proportion ihres Diametri so tieff unter Wasser stehen můste, als das Centrum einer Deffnung von einen Zout unter Wasser stehet

. Diesem nach würde es bey unfern Deffnungen derer Staber: Straubers und Panster: Gerinne, welche Parallelogramma seyn, nicht statt finden. Allein Bener hat bey Teiner Praxi an unterschiedenen Mühlen wahrgenommen, daß die Quantität des Wassers, so

nach

$. 1.

Das dritte Capitel, von den ans Wafer gebaueten Miabl:xjühleri. t3 nach des Mariottens Methode, in den Mühl-Øráben gemeiten, und zu Zollen gerechnet worden, mit den Deffnungen derer Gerinne, welche man nad) obbeschriebener

det reducirét, bely nahe erinerley gewesen ist, und dieses hat ihm Anlaß gegeben, gegentvårtiges Capitel nach gemeldeter Erfahrung abzuhandeln.

$. 16. Mit wenigen ist noch zu erinnern, daß dergleichen Untersuchungen, ben kleinen oder zum wenigsten Mittel: Waffern vorzunehmen find; allermaßen man die Mühlen mehr nach kleinen als großen Wasser anlegen muß, damit bey trucknen Zeiten solde nicht so leicht an Wasser Mangel leiden, oder gar unbrauchbar werden.

Das III. Capitel,
Von derer an flieffende Wasser gebaueten Korn- oder
Mahl - Mühlen, mit unterschlächtigen Rädern, ihren

Srund Mera.
D As Grund: Werot ist das vor einer Mühle im Fluß quer über gelegte Wahr.

Gebäude, wodurch dasanlauffende Waffer zu einer solchen Höhegebracht wird,

daß die Mühle ein genugsames Gefälle bekomme, und das Wasser durch seinen gewaltsamen Fatt, in den Mühl: Gerinnen die Wasser : Råder umtreibe.

§. 2. Solches bestehet nun aus dem Heerd, Grieß. Wercke, Lehr Wändent, mahtund Wüsten: Gerinne.

$. 3. Der Heerd oder Ober: Theil des Grund Wercks ist folgender gestalt zu erbauen: Erstlich werden zu legung des Fach Baums, vier Ellen weit von einander, 12 Zoll starke Pfåhle doppelt nach der Linie, wie man den Fach-Baum legen will, eingefossen, wie ber a Tab. IV. Fig.1. zu ersehen, an diese Pfähle werden alsdann Zapffen geschnitten, welche just so eingerichtet seyn müssen, daß der Fach. Baum mit seiner Über: Fläche auf erwehnte Pfahle accurat einen Zou höher, als die Höhe des Mehl: Pfahls b Fig. 2. bezeiget, zu liegen kommt; Diese zotlige Erhöhung des Fach-Baums « über den Mahl: Pfahl b, wird ber aten Mühlen (unsers Landes) wo ORahl: Pfähle befindlich, verstattet; Die Müller nennen es den Erbs ober Zehr:Zoll; Der Nahme ist vermuthlich daher zu hohlen, weil das Holz, wenn es eine Zeitlang im Wasser lieget, von demselben nach und nach abgezehret wird. Ferner werden zwischen folche doppelt eingeschlagene Pfähle a vier andere d Fig. 1. und zwar so, daß sie mit den erstern a rechte Winckel machen, eingestossen, auf diesen werden die Joch Stücke e, welche 12 bis 16 Zoll ftarot seyn seyn können, folchergestalt eingezapffet, daß sie mit ihrer Unter: Flache 6 oder 8 Zoll tieifer, als die Hechsel derer erstern doppelt gestoffenen Pfåhle a zu liegen konimen, und dieses geschiehet deswegen, daß man ben f einen 6 oder & Zoll tieffen Einschnitt, nach der Breite des Fach Baums, wie die beyden punctirten Linien gausiveisen, machen kan, unten aber dennoch 8 Zoll Holk: Stárcke übrig bleibe h, wie aus dem Profil Fig. 2. beym Joch Stúde e zu ersehen, durch diese 6 oder 8 Zollige Hols:Stårcke oder Platte, wie es die Werck Leute nennen, gehet der Zapffen bey i 6 Zoll durch, damit er so gleich in den Fach:

Baum mit eingelochct werden kan. Werin dieses nun aties, wie beschrieben, verrichtet, so kan man die Weite der Pfähle just und accurat abmessen, und auf der untern Fläche des Fach Baums K die Löcher nach der Breite und Stårce derer Zapffen einschlagen, dann solchen Fach Baum in die Einschnitte f derer Joch Stüce e legen, in welchen er den Druck des Baffers Widerstand zu thun vermogend genug seyn mirð. Ferner müssen vier Reihen Pfahle vor den Fach-Baum C Fig. 3. gestossen werden, jeder Pfahl lol sowohl der Långe als Breite nac) 2 Elen von dent andern stehen, wie auf benden Sdwelten 1 und m durch die punctirten Linien gezeiget wirð; es miffen auch gedachte Rrihen der Pfåhle also verschnitten und geschselt werden, daß die zu nächst am Fach Baum befindliche Schwelle n Fig. 2. 9 Zoti niedriger, als der Fach: Baum zu liegen komme, die andere o wieder 9 Zoll tieffer, als die erstere n, dann die dritte i gleichs falls um 9 Zoll tieffer, als die andere o, daß also die 'vierdte m oder äusserste Keerd: Schwelle, trenn selbige auc, um 9 Zoll tieffer, als die dritte l, just 1. Elle gesencter als besagter Facts Baum c zu liegen komme; und dieses deswegen, daß der Heerd desto besser mit Sande vere schüttet oder verschlammet werden könne, damit man sich des Unterwaschens und Durchbrechens destoweniger zu befahren habe.

§. 4.

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$. 4. Wann nun der Fach Baum benebst den Heerd - Schwellen in richtige Lage gebracht, so werden vor denselben die gespündeten Pfåhte p Fig. 3. welche man Heerd Pfåhle nennet, bis eine Strecke in beyde Ufer hinein geschlagen, damit die Erde fest zu halten, daß fie nicht durchbrechen könne, und dieses geschiehet auch bey m vor der aufsersten Heerds Schwelle, wo der Druct des Wassers am ståroften ist; Befagte Heerd: Pfåhle können 4 bis 6 Zoll starck, 12 bis 14 Zoll breit seyn, die Långe ist so genau nidhi zu beschreiben, und wird ein jeder selbige nach Beschaffenheit des Grundes einzurichten wijjen; man hålt auch vor dienlich, die Heerd oder Spund Pfåhle p nach einer Seite anzuspigen, und sollen sie fich auf diese Art im Stossen besser an einander treiben lassen, wie bey 9 Fig. 4. Zu ersehen.

§. 5. Øuf dem Fach · Baum c Fig. 3. kommt das Grieß: Werck ri, Fig. 4. zu stehen, die Grieß Såulen r find nach Proportion des Werks und des Fach: Baums 16 bis 20 Zoli start, fie stehen vor denen Weyde Båncken -, und haben die Weite derer Gerinne, find oben mit dem Spann-Råhmen i bedeckt, und unten mit Falken versehen, daß die Schuß-Breter u darzwischen eingeseßt werden können; Wo die Grieß: Såulen zu weit von einander stehen, daß die Schuß: Breter zu lang und ungangbar würden, pfleget man darzwischen Säulen v zu regen, und solche mit den Grieß : Såulen durch die Spann: Riegel w zu verbinden; Diese Säulen werden 6 bis 8 Zou starc, und Ser: Pfosten genennet. Die Schuß Breter u, fo. zwischen den Grieß: Såulen - und Ser: Pfosten v stehen, und vermoge der Mühl Drdnung in geivisser und accurater Höhe gehalten werden müssen, sind nur mit schlechten Schuss Schenckel x versehen, und können also leicht aus den Fälgen gerůcket, und heraus genommen werden.

§. 6. Vor die äussersten zwer Grieß · Såulen werden nach den Linien yr Fig. III. zü jeder Seite des Ufers fünf, 10, bis 11 Zou starcke Pfåhle ? Fig. 2. eingeschlagen, über welche nachgehends die Platt: Stücke A hingeleget, und bey , in die Grieß: Såulen eingczapffet werden, die Wände des Heerde oder die sogenannten Lehr: Wände B zu formiren. Endlich nvird der ganze Heerd mit guter fettiger Erde beschůtret, und den Schwellen gleich eben, wohl ausgestoffen, auch mit starken wohlgefügten kiefernen Pfosten C beleget; Die Lehr:Winde B werden ebenfalls an den in- und auswendigen Seiten derer Pfåhle, mit solchen Pfosten beschlagen, zwischen denselben aber annoch mit Lettig oder Thon ausgerammelt, so ist der Heerd oder obere Theil des Grund: Wercks fertig.

§. 7. Hierbey nun ist auch dieses sonderlich in Acht zu nehinen, daß nicht allemahl die Fach Bäume und Heerde obangezeigter maßen also geivaltig mit grossen Unkosten zu befestigen nöthig ist, weil das Erdreich, dahin man bauet, an einen Orte viel hårter und fester, als am andern befunden wird; Begåbe fichs nun also, daß an einen Drte guter fester Grund, auf welchen gebauet werden soll, befindlich wäre, da man nicht so leicht sich eines Durchbruche zu befahren, auf solchen Fati könnte man den Fach: Baum ohne alles Bedencken, nur auf etliche Pfáhle legen, und mit schwachen Heerd : Pfählen, so nur glatt gefåget, verstossen, und den Heerd mit Mooß und Steinen auspfattern. An kleinen Bächen, wo Strauber's Mühlen befindlich, pfleget man vor die Fach: Bäume derselbigen, nur 3 oder 4 gefügete und gespündete Pfoften guer auf einander zu Teßen, und an den Pfåhlen derer Fach: Bäume anzunageln e Tab. V. welche denn mit lettiger Erde oder Thon verrammelt, und die Heerde davor mit Steinen ausgepflastert werden, so ist es an solchen kleinen Båchen schon genugsam verrøahret und befestiget.

Nun folgen die Gerinne oder untern Theile des Grund-Wercks. S. 8. Man hat der Gerinne vornemlich zweyerley, als mahl- und Wüste: Gerinne. Die Mahl: Berinne bekommen ihren Nahmen von der Art des Zeuges, darauf die Mühle erbauet ist, oder derer Mühl: Råder, so darinnen ihren Umlauff haben, und daher hat man die Staber Berinne, die Straubers

: Gerinne, und Panster: Gerinne. §. 9. In unserm Rifle Tab. IV. stellen wir vornemlich ein Panster - und Wüstes Gerinne vor: So weit nun ein solches Berinne seyn foll, werden auch die davor zu ftehen kommenden Grieß Säulen r aus einander geseßet; Hinter diesen werden 10 bis 11 Zoll ftarcke Pfåhle D Fig. 2. in der Weite van 2 Ellen 16 Zoll nach den Linien s Fig. 3. eingestoffen; auf diere Pfåhle D werden hernach die Platt: Stucken E F oder sogenannte Weyde: Báncke aufgeleget, und in die andern Seiten derer Grieß:Säulen, gleich wie die Lehr: Wånde A auf den erstern derselben, eingezapffet und verbunden. Die Boden-Sowellen können durch gehends auf zwey Pfåhle, (wie bey G Fig. 3. anpunctiret) geleget werden; Ihre Eintheilung

betreffend,

Von den ans Wasser gebaueten Mahlsmühlen.

15 betreffend, so ist hauptsächlich auf die Treuz Sowelle Hund Kropff-Schwelle J Fig. 2. zu mer&en: wie in einem aparten Riffe von der Kropffung oder Inclination der unterschlachtigen Gerinne, abgehandelt werden foll: Die übrigen Sdywellen L können, wenn die Ereukt und Kropff-Schwellen J H richtig geleget worden, in der Weite von 2 Ellen nach einander folgen, und endlich werden Pfähle und Schwellen mit Pfosten M'beschlagen, so ist das Gerinne fertig.

§. 1o. Ferner werden vor die Eren - Schwetten H an die Seite der andern Wendes Bancf Fig. 3. drey oder vier Pfahle, wie in Profil Fig. 2. ber N anpunctiret ist, eingestossen, und zwar so, daßwenn die Schwellen

Pauifdiese geleget
worden, zwischen denselben

und der Wer: de: Banc s # biß Å Elle Spatium bleibe; auf besagte Schwellen feget man die Zieb Ercker oder Gatter Scheidene, damit die Panster Wellen samt ihren Wasser : Rädern, durch Hülffe, der Ausziehe: Gatter R, und dem darzu bereiteten Zieh Zeuge, aufgezogen werden kons nen, welches an seinen Drt deutlicher zu erklären ift. Hinter die übrigen zwey Grieß Säulen soll man ferner nach den Linien ST in der Weite von zidey Ellen 16 Zol, Pfåhle D Fig. 2 einstoffen, auf diese kommen die Weyde: Bånce ST oder É F,Fig. 2. und 3. wie bey den Pans ster: Gerinne aufzuliegen, welche dann das wüste Gerinne einschliessen; die zum Boden dieses Gerinnes bendthigten Schwellen werden durchgehends auf zwen Pfåhle G aufgeleget, da denn in Ansehung des Fach: Baums immer einer tieffer als der andere zu liegen kommet, daß also die leßte Schwelle dem Todten Waag gleich komme; der Weite nach können sie, wie im Pansters Gerinne, 2 Ellen von einander geleget werden.

$. 11. Dergleichen Gerinne dienen darzu, daß man ber Eiffahrten und grossen Waffern die davor stehende Schuß: Bretter ziehen, und dem Eiß und Wasser Lufft machen kan, daß es dadurch seinen behörigen Lauff nehmen könne.

9. 12. Leßlich leget man noch bey I. nach den punctirten Linien die Eiß - Brücken, welche Winters:Zeit zu Abeisung der Wasser Råder höchst nöthig sind bey 2. die SdukBrücke, zu Ausziehung der Schuß Breter; und bev 3. dic Éiß: Pfåhle, so ist das gange Grund: Werd fertig.

§. 13. Nun ist noch übrig das Staber- und Strauber: Gerinne: diese benden Gerinne wers den von den Panster:Gerinne unterschieden durch die Weite, und Legung derer Wellen,

§. 14. Die Panster Gerinne werden aufs höchste 7 Ellen, und wenigstens 4 EUR weit; da im Gegentheil ein Staber:Gerinne selten über 2 Elle oder unter Is Ellen breit gemachet wird; Die Strauber - Gerinne sind gemeiniglich is Ellen, man findet zwar dann und wann auch einige, so weiter, sehr selten aber welche, die enger find; und diefes ift der allgemeine Unterscheid der Panster-Staberá und Strauber: Gerinne in Ansehung ihrer Weite.

§. 15. Zum andern werden sie durch Legung derer Wellen unterschieden: Denn ben einem Panfter: Gerinne sind die Lagen der Wetten veränderlich, maßen sie in den Batter: Scheiden Ő Fig. 2. vermittelst des zieh: Gatters R und zieh: Zeuges aufgezogen werden können; da hins gegen

selbige ber einen Staber: uno Strauber: Gerinne unveränderlich liegen bleiben, und an statt der Garter Sdjeiden l Tab. IV. nur auf ein paar über das wüste Gerinne gestreckte Holz Ber a Tab. V. Fig. 1. und das Angervåge b aufgeleget sind; welches der andere Unterschied derer Staber: und Strauber:Gerinne gegen das Panfter: Gerinne ift.

9. 16. Von denen Mühl. Gerinnen haben wir überhaupt annoch zu erinnern, daß zu benden Seiten , zwischen den Weyde: Båncken c und deni puters Rider nicht so leicht am

Ravé

. 1. 12 frieren können; uinten aber auf den Boden des Gerinnes werden diese Räume durch die soges nannten Waffer: Båncke f Fig. 1. und 2. ausgefüllet, daß nur zwischen dem Rade d und den Wasser: Båncen fii Zoi Raum g bleibe, damit das Wasser nicht vergeblich neben dem Ras de weglauffen kan.

S. 17. Bey Strauber: Gerinne, welche an und vor fich selber nicht überley weit gemacher werden, wie auch ber Staber: Gerinnen, so nur mittelmäßige Breite haben, kan man vor dergleichen Raum über 6 biß 8 Zoll nicht lassen, ivornach auch die Walser Bånche eingerichtet werden müssen; Die Höhe gedachter Wasser: Båndte frichtet sich nach der Höhe des Wassers, so hoch nemlich dasselbige in den Gerinnen feinen Lauff hålt, so hoch můsfenaud die Waffer: Båncke seyn. Nachdemi nun ein jeder durch diese Beschreibung genugsamen Un terricht hat, auch das übrige unten im 7den Cap. mit mehrern finden wird; so müssen wic vor allen Dingen auch nöthigen Unterricht von denen Wehren geben. Es folget demnach

D2

Das

1

Das IV. Capitel,
Von denen Wehren.

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$. 1. in Webr ist gleichsam ein im Wasser befestigter Damm von Steinen oder Holę, vermittelft dessen ein fliessender Strohm aufgedämmet, daß

er hdher und tieffer wird, und seinen Lauff durch einen dabey gemachten Graben, nach einer Neben Gegend nehmen muß.

9. 2. Zum Erempel: Wenn von einem grossen Strohm ein Mühl-Graben soll abgeleitet werden, so wird nicht so viel Wasser vom Strohm hinein lauffen, als mannöthig hat; dannens hero durch dergleichen Wehre Offters alles Wasser in die Gråben gebracht wird; es giebt aber derselben hauptsächlich zweyerlen Arten, nemlich Aufziehe: Wehre und Üeberfall: Wehre.

S. 3. Was nun des Aufziehe Wehrs eigentliche Construction anlanget, so bestehet solches aus einem Heerd und Fluth: Bette. Der Heerd wird auf eben dergleichen Art, wie beym Grund Wercke Tab. IV. gezeiget worden, erbauet; hinter den Heerd kommt das Fluths Bette g Tab. V. Fig. 3. dieses wird bis 8 Eden lang, gemachet, damit das herabschiessende Waffer nicht sogleich an den Fach Baume h niederfdiet, und selbigen fammt den Heerd: Pfählen unterwäschet, sondern seinen Abschuß ben i über das Fluth Bette nehmen muß. Auf den Fach Baum kommt das Grieß: Werok w x y z Fig. 4. zu stehen, und werden die dufserften Grieß: Sáulen ? und w mit den Lehr: Wanden k w und k < ebenfalls, wie bey dem Grund Werck gelehret worden, verbunden. Ist der Fluß sehr breit, daß ein solch groß Wehr, wie unser Riß vorstellet, erfordert wird, so müssen zwischen die beyden an den Ufern gefeste Grieß Sdulen w und í Fig. 4. noch andere zu stehen kommen, und pfleget man gemeiniglich von w in der Weite nad 7 oder & Ellen die andere Grieß-Säule 1 zu seßen, dann die dritte m nach eben der Weite, neben diese die vierdten, und zivar so, daß nur ein Schuzi Bret vor beyden stehen fan, u. s. iv. zivischen w l und l m kommen zwey Sez: Pfosten zu stehen, diese werden mit dem Spann Riegel p verbunden, damit man die Schub: Breter nach Belieben einseßen, und wieder heraus nehmen fan; Ferner soll man hinter die doppelt stehenden Grieß · Såulen m und n drey Pfåhle Fig. 5. stoffen, auf solche die Joch Stücke slegen, und im Mittel der Grieß: Såülen m und n einzapffen, damit das Grieß Werck dem Drucke des Wassers widerstehen moge, und dieses thut man auch auf dem Heerd, wenn man die Grieß Såulen m und n gleichsam an die Joch Stücke mit Schwalben : geschwingten Zapffen, anhänget oder ancfert; über diese Joche : wird endlich die Schuß, Brúce geleget, To ist das Wehr fertig.

§. 4. Dergleichen Aufziehe: Wehr findet man gemeiniglich an Dertern, wo das Land niedrig, und die Flüsse wenig Gefälle haben: Denn man auf solchem Erdreich flüffende Wafer gemeiniglich so spannet oder dåmmet, daß fie bey nahe den Ufern des Landes gleich zu stehen kommen; damit nun bey anisachsenden Wassern das daran liegende Land, als Felder, Wiesen, Holger, und dergleichen, nicht so leicht überschwemmet und ersäuffet werden können, fo bauet man ein dergleichen Wehr, welches auch gar gute Dienste thur, maßen man den Fach Baum desselbigen so tieff zu legen pfleget, als des Flusses Grund oder untere Fläche ist, so hoch nun der Fluß aufgedämmet werden kan, (welches durch Hülffe der Waffer:Waage Cap. 1. gefunden wird,) To hoch müssen die Schuß: Breter gemachet, und auf den Fach: Baum geseßet seyn; diese können denn nach Proportion des anwachsenden Waffers, wenig und viel, nachdem fich der Fluß geschwinde oder langsam ergiesset, ausgezogen werden, wodurch der Fluß so lange in seinen Ufern erhalten wird, biß endlich das Waffer fich so ergieffet, daß es auch das Land überschwemmen würde, wenn gleich kein Wehr oder Mühle auda wäre.

Bon hdißernen Ueberfall-Behren. 5. . Ferner werden die Wehre auch so angeleget, daß alles übrige Wasser über dieselben hinweg schießen kan.

§. 6. Die eigentliche Erbauung und Beschaffenheit hat feine weitläufftige Erzehlung nöthig, nachdem das Aufziehe: Wehr umståndlich beschrieben worden: Dieses bestehet nun aus dem Heerd, Fach: Baum, Fluth Bette und Lehr: Wånden; wenn man demnach bey vorigen Riffe Tab. V. das Grieß : Werck w x y z Fig. 4. weg låflet, so stellet felbiger ein Ueberfali: Wehr vor, nach welchen man den Heerd, das Fluch Bette, und Lehr: Wände, wie bey dem Grund Werck

und Aufziehe:Wehr gelehret worden, befestigen kan, so ist geschehen was man verlanget.

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