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Bäumen n. Fig. 1. 2. und 3. fortschiebet; Wenn nun der auf solchen Wagen fest getiammerte
Bret: Kloß einmahl durchschnitten, wird der Wagen E. durch hinterwerts drehen des Schiebe:
Zeuges D. von dem Mütler zurücke gebracht, und der Klok loß gemachet, nach Stårdfe der
Breter oder Pfosten forne und hinten gestellet, und zum neuen Schnitt angeseket.

. 3. Es ist aber das gesammte Rade:Werck, so den Umtrieb dieser Schneide: Mühle befördert, wie folget, beschaffen: Das Wasser : Rad A. Tab. XXXVIII. Fig. 4. ilt 8 Ellen hoch über den Diameter; die Weite desselben betråget 2 Ellen, und die Zahl Schauffeln ist 32. Es hat ferner dieses Wasser's Rad zu seiner Krafft 10 Zoll lebendiges Gefåtte, und ein Gerinne To 21 Elle weit, in welches auch das Wasser 21 Ede hoch einlauffen muß, wann anders die Maschine passable Dienste verrichten soll

. Das Stirn-Rad C. bekommt 70 Kämme mit 41 ZollTheilung, und daher wird es übers Creuß 3 Ellen 21 Zoll hoch. Das Kumpt E. hat? Siecken. Das Schwung-Rad F. wird 2 Elle hoch, und die Krópifung der Kurbe D. hålt 9 Zoll. Dieses also angelegte Rade: Werck hebet und ziehet die Såge č. Fig. 1 'Tab. XXXIX. zehe mahl a:f und nieder, indem das Wasser-Rad F. einen Umlauf vollendet.

$. 4. Ueber obbeschriebenes Rade: Werck hat man bey einer Såge Mühle, zu dem Schiebe: Zeuge, welches auf dem Wagen den Bret Klok an die Såge schiebrt, wie ällbereit in dem 2. 9. Meldung geschehen, annoch folgendes nöthig, als: das eifetne Zaln: Rad

d. Fig. 2. ist 1 Elle über den Diameter; Die Zähne daraufstehen 1 Zoll weitaus einander. Das Getriebe e. so mit dem Zahn-Rade an einer Welle befestiget ist, hat 6 Steffen, dieses greifft unteriverts in ein Stirn Rad fi fo an der Höhe 2 Ellen 2Zoủ betråget, und 48 Kämme hat; An der Welle g. Fig. 3. daran besagtes Stirn- Rad hanget, siget ein Getriebe i: von 9 Stecken, welches den QBagen E. oder K. Fig. 2. und 3. nach der Såge h. zufiihret

. 9. 5. Die Schiebe: Stange b. so dem Schiebe: Zcuge feine Beiscgiing gicbet, hat forne eine eiserne Klaue 1. Fig. 2. (oder Reite, mit welcher sie in das Zahn Rad d. eingreiffet. Es wird aber diese Stange in dem, an der Welle p. Fig. 1. befindlichen Arin 9. Fig. 2. mit einen eisernen Bolgen dergestalt eingehånget, daß sie beweglich bleibet; auch kau man besagte Stange, vermittelst des eisernen Bolgens höher stellen, auf daß sie, wenn nemlich ein sehr starcker Klog zum schneiden aufgebracht worden, nicht allzu viel zuschiebet,

und den Klos stårcfer an die Såge anzwånget, als selbige durchzuschneiden vermogend ist. Die Wellep. Fig. 1. erhålt ihre Bewegung von der Stange o. Fig. 2. denn diese reichet von erivehnter Welle biß auf das Gatter a. wann nun dieses aufs und nieder gehet, so wird auch die Stange o. also berpeget, und dadurch die Welle p. nebst dem Arme q. ein wenig umgetrieben, daš daher die Stoß:Stange b. so in dem Urine 9. angemachet, bald zurücke gehie, bald aber irieder auf das Zahn-Rad zuftöffet, und solches fortschiebet. Damit aber auch das Zahn: Rad d. wann die Stok Stange zurücke weichet, nicht mit hinter fich růcket, so wird unten eine Klinde oder Sperr - Eisen r. angebracht, welches folches verhindert, indem es sich an den Zähnen eina stemmet.

$. 6. Die Såge C. muß zwischen dem Gatter a. a. perpendicular oder Loth recht anges spannet werden. Auch müssen die Säulen s. s. Fig. 1. worinnen das Såge: Gafter auf- und nieder gehet, wohl im Lothe stehen. Fig. 1. Tab. XL. ist besagtes Oatter - nebst der Såge apart zu sehen; die Weite desselben kan 21 Ellen im Lichten, und die Länge von einein Riegel . biß zu dem andern 31 Ellen betragen. Die Straß: Båume n. Fig. 3. Tab. XXXIX. müfen so wohl nach der Långe, als quer über recht horizontal liegen, und wohl abgerichtet seyn, auchy gleid, weit aus einander liegen, und mit den Gatter: Såulen so rechte Winckel machen. Auf den Straß: Båumen gehet der Wagen auf hölgernen Rollen, wie oben erinnert worden. Damit er nun nicht seitwerts ablauffen möge, so wird er an dem einen Straf:Baume von dem Ranım Baume K. und an dem andern durch eingeschlagenen Tiebel v. Fig. 1. auf besagten Straß: Båumen n. hingeleitet. Oben hat der Wagen zwey Schemmel u. undw. Fig. 3. der eine w. lieget feste, der andere u. aber ist beweglich, auf daß man ihn, nachdem das Holz, lo da Toll geschnitten werden, kurz oder lang ist, hinter oder vorwerts rucken könne, und daher nennet man diesen den Ruck Schemmel. An diesen benden Schemmeln werden mun die Brets

, Kldşer mit Klammern, ivie die Punctirung Fig. 2. zeiget, befestiget. Fig. 2. Tab. XL. sind die Ringe 4. so an die Riegel P. des Såge: Gatters Fig. 1. kommen, durch welche man die Såge felt feilet, besonders vorgestellet. Man bedienet sich auch zu Befestigung derer Sågen ein paar Schrauben 7. Fig. 2. welche mit dem Eisen f. durch den obersten Såge-ħing h. gesteckt werden, To, daß zu benden Seiten derselben eine Schraube kommt, daß man hernach dich umdrehen Teibiger, die Såge nach Belieben anspannen kan, wie man will; Es lassen sich die Sågen mit

dergleichen

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Von Såge: oder Schneide: Mühlen.

II3 dergleichen Surauben ohnstreitig besser, als durch blonte Keile befestigen. t. t. sind Straß Bäume, auf welchen die Bret: Kidber vermittelst der Zieh: Scheibe x. auf die Mühlen gebracht werden.

$. 7. Die Proportion, so das Stirn-Rad C. Fig. 4. Tab. XXXVIII. dieser Schneide: Mühle, gegen das Wasser:

Rad A. hat, gründet sich auf die Erfahrung, maßen die meisten Sågés ŠMühlen, so mit 8 Ellen hohen Wasser: Rådern erbauet, und von obbeschriebener Krafft des Wassers und Gefälles getrieben werden, also angeleget und beschaffen find. Man kan dannens hero nach dieser Verhältniß, (wie meist bey allen in diesen Werck beschriebenen Maschinen erinnert worden,) rechnen und finden, wie die Stirn Råder zu hdhern und niedrigern Wassers Rådern, wann sie gleiches Gefälle und Krafft des Wassers haben, beschaffen seyn müssen, auf daß die Sågen nach Proportion der Sdhe eines jeden Rades nicht zu wenig, und auch nicht zu viel mahl hin und wieder gehen.

Die erste Anmerdung. $. 8. Wir haben in diesen Mühlen Schau: Plak alle befindliche improprie so genannten Mühlen, mit unterschlächtigen Wasser - Råde:'n vorgestellet, oder auf unterschlächtig Zeug angeleget; weil man aber auch, wann genugsames Gefälle vorhanden, selbige mit ober: fohlichtigen Wasser-Rädern zu erbauen pfleget; als wollen wir annoch mit wenigen erinnern, wie so dann das Rade:Werck gegen einander proportioniret feyn můffe, auf daß die Maschinen ihre Dienste ordentlich und ungezwungen verrichten können. Wir wollen den Fall seben: Ex soll diese Såge - Mühle von einen 6 Eden hohen oberschlächtigen Wasser:Rade, ihre Bewegung erhalten. Bev so gestalten Sachen fållet nun die Frage vor: Wie viel mahl muß die Säge ben dem Umlauff besagten oberschlächtigen Wasser: Rades auf- und nieder gehen? Dieses zu beantworten oder zu erfahren, procediret man also: Z. E. wann gegenwärtige Såge Mühle eine Mahl - Mühle våre, so můste der Mühl Stein nach dem 13. S. Cap. V. zwölf mahl herum lauffen, biß das Wasser - Rad einmahl umgehet. Da es aber eine Såge: Mühle ift, so wird die Såge nur zehn mahl aufgehoben. Und also verhalten sich bey denen Mahl und Schneide: Mühlen, die Umgånge derer Mühl: Steine, zu dem auf:und niedergehen derer Sågen wie 12. ZU 10. Idann NB. benderseits die Mahl: und Schneide: Mühlen 8 Ellen hohe Waiter: Råder, und einerley Kraft an Wasser und Gefälle haben. Ferner ber einen 6 Elligent oberschlächtigen Wasser: Ráde gehet der Mühl: Stein, (o man das Kamm-Rad nach der Proportion. S. 12. Cap. VIII. eingerichtet,) 10 mahl herum, indem das Wasser- Rad ein mahl seinen Umgang vollendet. Weil nun bey denen Staber: Rädern, zwischen den Umgången der Mühl Steine, und den hin und wiedergehen derer Sågen eine gewisse Proportion ist, so muß bey denen ober: schlächtigen Rädern ja dergleichen reyn. Man machet és demnach per Regulam de Tri

, und spricht: Wie sich ben Mahl und Såge: Mühlen, so 8 Ellen hohe Basser - Råder haben, die Umgånge derer Mühl Steine zu dem auf: und niedergehen der Sågen verhalten, gleich also verhalten fie fich auch bey den oberschlächtigen Wasser:Rådern; gesagte Rechnung fiehet also, wie aus folgenden Erempel zu ersehen.

Erempel: Umgånge des Mühl Steins Bewegung der Såge von Umgånge des Mühl Steins bey einen 8 Elligen Staber- einen

8 Elligen Staber: ber einen 6 Euigen obers Rade.

Rade.

schlächtigen Waffer: Rade.

101? 3

· 3

12

10.

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32.

Kommt 8, maht vor das Auf- und Niedergehen der Såge, ben einen 6 Eden hohen obers schlächtigen Wasser- Rade. Diese zahi multipliciret man mit 7 so viel nemlich das Kumpt (Kumpff) E. Stecken bekommen soll, so zeiget das Facit die Zahl derer Kämme, sodas Stirns Rad C. haben muß.

Sf

Erempel:

99

Erempel:
8 X 7 = $. X 7 = 360

2 (2

3 65% 6zš Kommt 62. Hiervor nimmt man gerade 62. maßen dieser Bruch noch nicht ein Drittheileines Kammes betråget, so folglich, wann er weggelassen wird, keinen mercklichen Fehler ver: ursachen kan; und also bekäme das Stirn Rad just 62 Råmme. Wenn man nun bey denen Dehl-Papier- und Walck Mühlen x. das Heben und Fallen derer Stampffen mit den Umgången der Mühl-Steine: compariret, so kan man auf gleiche Art finden, wenn eine oder die andere mit einen oberschlächtigen Rade erbauet werden soll, wie das Rade: Werck angeleget werden muß, auf daß die Stampffen, oder was sie sonsten zu bewegen haben, nach Proportion der Höhe des Rades gleiche Dienste verrichten können.

Die andere Anmerkung. Es haben sid, einige seit vielen Jahren her (aber umsonst) bemühet, die SägeMühlen mit so viel neben einander gestellten Sågen anzulegen, daß dadurch ein ganger Block in so viel Breter, als feine Stårce austråget, auf eininahl geschnitten werden könne. Weil es nun unsers Wissens noch keinen gelungen, so wollen wir kürzlic), pie nemlich die Sache anzufangen, einige Vorschläge thun. Erstlich muß man der Maschine mehr Kraft geben: d. i. das Wafer Rad muß doppelt weit, und auch zwey mahl jo viel Wasser, als eine einfache Såge: Můhle haben. Vors andere muß man die Säge Blåtter schwächer machen lassen, damit sie nicht einen allzu grossen Schnitt verursachen. Drittens müssen die Sågen bey einen Umlauff des Wasser: Rades, nicht so viel mahl

, als bei einer gemeinen Såge: Mühle geschiehet, auf und nieder gehen. Das erste belangend: Sowird wohl niemand låugnen können, daß die Holländischen Sågé: Můhlen, in welchen eigentlich viel Sågen befindlich, von der in Holland beståndigen See Lufft weit mchr Krafft bekommen, als unsere gemeine Såge Mühlen von dem Wasser haben." Das andere betreffend: so ist bekannt und Offenbahr, daß wenn man zwer Såge: Blåtter nur so starck machete, als sonsten eines ist, bende hernach auch zwey Schnitte machen

würden, ideiche zusammen genommen, nur so starce find, als ausser dem einer ist. Und drittens: So betrachte man doch eine Holländische Säge: Mühle, mit viel Sågen, wie man denn zu Berlin eine dergleichen gesehen zu haben sich crinnert, so wird man wahrnehmen, daß die Sågen weit langsamer, als bey unsern gemeinen Såge: Můhlen gehen, und hålt man davor, daß mit dergleichen rrt, wie wir hier im Rifle vorgestellet haben, einer würde vier mahl durchschneiden können, bevor besagte Holländische es einmahl verrichtete. Weswegen denn auch unsere Såge-Mühlen vor andern dieses voraus haben, daß fie weit geschwinder gehen, ob selbige gleich nur einen Schnitt auf einmahl machen. Hier wollen wir noch mit wenigen zur Bestätigung des dritten Sakes berfügen, was bei einer Såge Mühle mit zwey Sågen observiret worden: Vor wenig Jahren wurde von einen gewissen Baumeifter eine Såge-Mühle mit zwey Sågen erbauet, dieser legte nun das Rades Werck also an, daß die Sågen bei einen Umlauff des Wasser - Rades eben To viel mahl aufund nieder gienge, als wenn es eine gemeine Såge Mühle gewesen wäre; Ob nun-wohl dås Waffer : Rað doppelte Krafft hatte, To erfolgete doch der Effect nicht also, wie man den vor: nehmen Bau Herrn, der das Werck erbauen ließ, persuadiret

hatte

. Und hielte man dieses vor den grdsten Fehler, so dabey begangen worden: daß gedachter Baumeister die Bewegung derer Sågen allzu schnelle haben wolte; Daher es denn geschahe, weil das Wasser- Rad sehr langsain gehen muste, daß das Wasser über die Schauffeln

wegsprunge, und die neue Mafdhine nid)t allzu gute Dienste verrichtete. Dieses wåren nun fürßlich die Haupt-Requisita, worauf es bei SageMühlen mit viel Sågen, wann mananders den vorgefesten Zweck glücklich erhalten will, gröffen: theils ankommt, welche man so dann den Kunst verståndigen Leser zu fernern Nachfinnen überlassen will, maßen vor dieses mahl deutlicher zu erpliciren, und des ersten Autoris Tert mit allzu langen Anmerckungen, aus eigener Erfahrung zu vermehren nicht nöthig ist.

4

Das

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$ ist das Schneiden der Quader: Steine und Marmor Blocke zu Schalen und Tafeln, wenn es durch Menschen: Hände geschehen soll, eine so raure, als langsame und wenig fördernde Arbeit, daß man nicht unbillig auf die Erfindung einer solchen Maschine

bedacht gewesen, welche dasjenige mit wenigern Kosten und in fürßerer Zeit aus. richten möchte, was sonst erstgedachter maßen höchli beschwehrlicher Weise durch menschliche Kråffte geschehen můsten.

Ob man nun wohl dergleichen Invention zu Stande gebracht, welche in groffer Herren Residenzien, vornehmen Städten, und andern Orten, wo viele und prachtige Gebäude auf: geführet werden, eine überaus eintrågliche Sache ist; To findet man ihrer doch noch sehr wenig, sondern man ist mit der alten Weise zu schneiden, weiß nicht aus was Ursachen oder Absichten, einen Weg wie den andern zufrieden, dem Bau: Wesen mag es darben ergehen, wie es will. Die vornehmsten Requisita nun einer solchen Steinschneide - Mühle find:

1) Daß die Såge continuirlich in dem Hins und Wiedergehen einschneide.
2) Daß der Schnitt einmahl so starck wie das andere mahl geschehe.
3) Daß fie nicht schivehr gehe, sondern ohne Knarren und Poltern fein stille fort arbeite.
4) Daß ohne Menschen Zuthun, der Sand vor sich in den gangen Sdinitt lauffe.

5) Das Wasser aber nicht nur an einer Stelle, sondern stets auch hin und wieder über den ganzen Schnitt zutropffe, weil sonsten, wo die Såge an einem Orte trocken, an dem andern aber naß schneidet, die Arbeit viel zu schwer gehet.

Da nun die mehresten von diesen Requisitis an einigen erbaueten Steinschneide: Mühlen ermangeln: maßen fie nicht nur in der Arbeit sehr schwehr gehen, poltern und knarren, sondern auch die Säge nicht beståndig fortschneiden folle, wenn sie nicht von einem Manne durch eine Schraube gegen den Stein getrieben wird, der auch zugleich immerfort den Sand in den Schnitt einstreichen, und also continuirlich bey dem Schneiden gegenwärtig seyn muß, Folt anders die Såge nicht vergebens hin und wieder gehen; Als hat Hr. Sturm dahero Anlaß genommen, auf eine bessere Anordnung zu gedencken, die an dergleichen Steinschneide: Mühle befindlichen Mångel

, durch eine bessere Invention zu erseßen, und ben solcher alle obenbeschriebene Requisita gesdrickt anzubringen, wovon wir, weil uns keine bessere Invention zu Handen gekommen, feine eigene Beschreibung, nebst dem darzu gehörigen und Tab. XL. befindlichen Horizontal und Stand: Riß unverändert mittheilen wollen.

„In dieser Maschine nun schneidet die Såge, welche aber keine Zähne hat, und wird hins „und vieder getrieben vermittelst eines Rahmens A. B. C. D. der auf Rollen über den Hölzern L. M. und N.O. hin und wieder gehet, welche nach Erforderung der Umstånde können herunter „gelassen, und auch aufwerts geschoben werden. Der Stein wird auf ein Gerüste von Böcken ma. b. so hoch geleget, daß er eben mit seiner obern Helffte über dem Såge:

Rahmen erhoben ift. In diesen Såge Rahm sind zwey perpendicular aufgerichtete Holger E. F. und G. H. eingefeßt, die mit Falken verli hen sind, darinnen die Såge T. K. willig aufs und nieder kan geschoben werden. Es wird aber diefe Såge bey E. und G. mit zwei Zentnern so beschwehret,

daß fie neben mit solcher Krafft unter sich drůcket, als nicht geschehen würde, wenn zwey starcke Männer

fie zogen, daher leicht zu schliessen ist, wenn sie auf dem Stein hin und wieder gezogen wird, daß sie eben so fråffrig ja noch stärcker einschneiden werde, als wenn sie von Männern gezogen trůrde, und das fic von selbsten immer unter sich drücken werde, biß sie den Steingang durch geschnitten hat. Diesen Rahmen mit der Såge nun hin und wieder zu treiben, find in dems felben an einem Ende solche långlichte Locher zu gekrdpfften Hacken oder Kurbel Zapffen

gemachet, wie oben bei den Såge: Můhlen im vorigen Capitel zu sehen. Die darein verfekte m Hacken Ú. aber werden durch das Getriebe S: T. von 16 Ståben, und dieses durch ein an der ,,Wellé des Wasser: Rades P. sigendes Kamın:Rad Q. R. von 48 Kämmen getrieben. Auf

dem Stein liegen zwer Gabeln X. die sich am Gewinde. Y. drehen, darüber aber mit ihren ,,Stielen, und zwar die eine zwischen zweyen auf dem Såge: Rahmen stehenden Zapffen Z. die andere biß b. b. fortgehen, durch eine Schnur aber, die von des einen Ende bey Z. um eine

Rolle biß an des andern Ende b. b. gehet, zusammen gehånget sind. Wenn nun der Rahmen fortgehet, schiebet er vermittelst der beyden Zapffen, die den Stiel der einen Gabel zwischen

Ff 2

fich

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vifich halten, dieselbe Gabel mit sich hin und wieder, und diese ziehet durch vorbeschriebene

Schnur auch die andere Gabel hin und wieder, bende aber schieben den auf den Stein geschůt= ,,teten Sand immer in den Schnitt, welches das vornehmste Hülffs-Mittel zu dem Schneiden wift. Die Gewinde gu den Gabeln find Stangen, die von der Erde an in die Hdhe stehen, und „mit Löchern so zugerichtet sind, daß man die Gabeln nach der Höhe des Steins hoch und niedrig richten fan; Wiewohl man auch die Steine to legen fonte, daß fie mit ihrer Obers

Fläche gleich hoch zu liegen fåmen, und es also des Rückens der Gabeln nicht brauchete. Ueber dem Stein hånget ein Kasten e. fig. h. mit Sand gefüllet, oben weit und unten enge, und daselbst mit einem blechernen und als ein Sieb durchlöcherten Boden versehen. Dieser Kasten ist, wie die Schuhe der Rümpe bey den Korn Mühlen anhångt, und wird durch

die mit punctirten Linien angezeigte Stange d. C. h. von dem Getriebe S. T. stets in einer mzitternden Bewegung erhalten, damit er immer Sand aufstreue. Daneben werden etliche „Fåßgen angehånget, die in dem Riß anzuzeigen nicht nöthig befunden habe, welche stetig

Wasser auftropffen. Solchergestalt darff niemand bey dem Schneiden beståndig seyn, wenn meinmahl der Stein aufgebracht worden, sondern die Maschine wird ohne weitere Beyhülffe „immer stille fortarbeiten, biß der ganße Stein durchgeschnitten ist; daher man durch Ab: und Zugehen allein Achtung zu geben hat, daß jemand zugegen ser, wenn der Schnitt- zu ,,Ende gehet.

Das XXI. Capitel.

1

Von Dresch Mühlen.

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§. I. iese Art von Mühlen hat vielen vor unudthig zu seyn geschicnen, alleine, nachs

dem der Ort und die Gelegenheit es etwan giebet, følte sie allerdings nicht ohne Nußen seyn. Man hat von dergleichen Maschine nur leßthin im XI. Stück des

Leipziger Zeitungs: Ertracts den 19 Mers 1735 so wohl, als in denen Hainbur: gischen gelehrten Zeitungen folgende Nachricht einfliessen lassen: Jn einer Wasser - Mühle zu Dalfeith, einer kleinen Stadt in Schottland, in der Proving Lothian am Fluß Esk, ist man unlängst mit einem Hebezeug zum Stande gekommen, vermittelst dessen man alles Korn ohne Hand Arbeit ausdresohen kan. In einer Minute geschehen 1320 Schlåge, nehmlich so viel alš 33 Mann, wenn sie aus vollem Leibe dreschen, in solcher Zeit geben können. Da nun die Drescher nothwendig zwischen 'der Arbeit ausruhen müssen, dieses Werckzeug aber nie stille hålt, so erfolgen mehr

Schlåge in einem Tage, als 40 Mann sonst zu geben vermogend. Diese Schläge geschehen durch gemeine Flegel

, und sind von gleicher Stårčke, als sie der gróiseste Bauer ertheilen mag. Die Maschine hingegen nimmt nicht einmahl so viel Kaum ein, als zwery Drescher gewöhnlich erfordern, drischet dabey 6 pro Cent mehr aus, als gebräuchlich ist. nehmlich eine Engelländische Meße mehr, aus jeder Garbe. Man kan dergleichen Hebezeug auch kleiner haben, womit eben die Arbeit, welche sonst 6 oder 8 Drescher erforderte, bestellet wird, und die Mühle kan zugleich ungehindert darbey mahlen, wie denn auch ein solches Trieb:Werd nicht nur vom Wasser, sondern ebenfalls vom Winde oder von Pferden seine Bewegung zu erhalten fähig ist.

$. 2. Ob nun gleich einige in denen Gedanden stehen möchten, als ob gesagte Maschine in Schottland erfünden, in Deutschland aber noch unbekannt sey, so ist doch hingegen andern zur Genüge wissend, wie bereits Anno 1710 in dem ersten Bande derer Miscellaneorum Berol. und zwar pag: 325. dergleichen schon in Kupffer gestochen, und gemeldet worden, daß selbige seit 1701 her, zu Erzen im Chur: Braunschweigischen mit guten Nußen gebrauchet würde. Der gelehrte Herr Sturm hat dergleichen auch in seiner so genannten Mühlen: Baus Kunst Tab. XLII. angewiesen, welches aber einigen gar schwer zu practiciren scheinen wollen. Alle Inventores haben gesagte Wercke an das Wasser gerichtet, welches, wie anderwerts erwehnet, auch die wohlfeileste Krafft ist, alleine es ist jeden Haußwirth auch bekannt, wie nöthig die Scheunen bei denen andern Hoff- Reuthen find, indem nicht allein das Feder : Vieh, als Gånse, Hüner, Tauben, Enten x. fich Winters: Zeit von selbigen guten theils nähren, sondern auch das verbróste Gestróde von dem Rind-Vieh, so das beste ebenfalls heraus suchet, zu Miste getreten, und das Dreschen besser als an einen abgelegenen Orte übersehen wird. Wer nun die Gelegenheit an einem Flusse håtte, der måste daselbst auch Plaß zum Scheunen und

Stållen,

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