Braga: vollständige Sammlung klassischer und volkthümlicher deutscher Gedichte aus dem 18. und 19. Jahrhundert, Bände 3-4

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Wagner, 1828
 

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Seite 100 - In einem kühlen Grunde Da geht ein Mühlenrad, Mein Liebste ist verschwunden, Die dort gewohnet hat. Sie hat mir Treu versprochen, Gab mir ein'n Ring dabei, Sie hat die Treu gebrochen, Mein Ringlein sprang entzwei. Ich möcht als Spielmann reisen Weit in die Welt hinaus, Und singen meine Weisen, Und gehn von Haus zu Haus. Ich möcht als Reiter fliegen Wohl in die blut'ge Schlacht, Um stille Feuer liegen Im Feld bei dunkler Nacht.
Seite 184 - Dem heilt an der Hand die Wund'; Und wer einen Wachsfuß opfert, Dem wird der Fuß gesund. Nach Kevlaar ging mancher auf Krücken, Der jetzo tanzt auf dem Seil, Gar mancher spielt jetzt die Bratsche, Dem dort kein Finger war heil. Die Mutter nahm ein Wachslicht, Und bildete draus ein Herz. "Bring das der Muttergottes, Dann heilt sie deinen Schmerz.
Seite 101 - Hör ich das Mühlrad gehen, Ich weiß nicht, was ich will — Ich möcht am liebsten sterben, Da wär's auf einmal still.
Seite 179 - Ach, lebtest du noch, du schöne Maid! Ich würde dich lieben von dieser Zeit." Der zweite deckte den Schleier zu Und kehrte sich ab und weinte dazu: „Ach, daß du liegst auf der Totenbahr'! Ich Hab' dich geliebet so manches Jahr." Der dritte Hub ihn wieder sogleich Und küßte sie an den Mund so bleich: „Dich liebt' ich immer, dich lieb' ich noch heut Und werde dich lieben in Ewigkeit.
Seite 72 - Und ach! ich vertraut' euch so gerne. Da klingt es plötzlich um ihn her, Und heller wird die Nacht, Schon fühlt er nicht sein Herz so schwer, Er dünkt sich neu erwacht: O Mensch du bist uns fern und nah. Doch einsam bist du nicht, Vertrau' uns nur, dein Auge sah Oft unser stilles Licht.
Seite 72 - Im Windsgeräusch, in stiller Nacht Geht dort ein Wandersmann, Er seufzt und weint und schleicht so sacht, Und ruft die Sterne an: Mein Busen pocht, mein Herz ist schwer, In stiller Einsamkeit, Mir unbekannt, wohin, woher, Durchwand! ' ich Freud und Leid; Ihr kleinen goldnen Sterne, Ihr bleibt mir ewig ferne, Ferne, ferne, Und ach! ich vertraut euch so gerne.
Seite 72 - Ihr Brüder, was sollte das Sträußlein mir? Ich hab ja kein liebes Liebchen wie ihr. An der Sonne würd es vergehen, Der Wind, der würd es verwehen.« Und weiter, ja weiter mit Sang und mit Klang! Und das Mägdlein lauschet und horchet noch lang: »O weh! er ziehet, der Knabe, Den ich stille geliebet habe. Da steh ich, ach! mit der Liebe mein, Mit Rosen und mit Gelbveigelein; Dem ich alles gäbe so gerne, Der ist nun in der Ferne.
Seite 180 - Und als er ihr das Lebewohl gebracht, Sprengt er zurück zum Haufen der Getreuen, Er sammelt sich zu seines Kaisers Macht, Und muthig blickt er auf der Feinde Reihen. „Mich schreckt es nicht, was uns bedroht, Und wenn ich auf der Wahlstatt bliebe! Denn freudig geh ich in den Tod Für Vaterland und meine Liebe!
Seite 179 - Und als sie traten zur Kammer hinein, Da lag sie in einem schwarzen Schrein. Der erste, der schlug den Schleier zurück Und schaute sie an mit traurigem Blick: 10 „Ach, lebtest du noch, du schöne Maid! Ich würde dich lieben von dieser Zeit.
Seite 221 - Ich wandre schon seit Jahren Die Lande aus und ein, Manch Wunder zu bewahren In meines Herzens Schrein." Der jüngste von den zween Bereit der Frage war. Er sprach, das soll geschehen, So wie ich's hörte zwar. „Als noch die Burgen stunden, Lebt' da ein Ritter gut, In Trauer fest gebunden Grämt

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