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hobe Steine, fumpfige Stellen, schadhafte Brücken, steile Hänge nedjelten ab, wurden aber dank der Dauerhaftigkeit des Materials und der Ausdauer der Mannschaften und Pferde überwunden.

Die Rube, welche der 6. Division am 13. und 14., der 5. Dirision am 14. in Brünn gewährt war, wurde von den Batterien zu jdleumigen Instandsetzungen, zum Theil unter Zuhülsenahme von Civilhandwerkern, benutzt. Die Mannschaften wurden gut verpflegt, doch hatten die Pferde wenig Heu und Stroh. Am 14. fand (bottesdienst für Abordnungen in der St. Thomas-Kirche, am 15. ein Feldgottesdienst für die ganze 5. Division im Beijein Seiner Majestät des Königs statt.

In Brünn trennten sich die Wege der beiden Divisionen. Während die 6. Division der Avantgarde der Ersten Armee auf Wien folgte, wurde die 5. Division zur Verwendung gegen die von Clmük im March-Thale zurückgehenden österreichischen Korps angesett.

Die 6. Division und mit ihr die III. Fuß-Abtheilung hatte am Norgen des 15. Juli Brünn verlassen und erreichte am 16. die Thara bei Muschau, wo auch sie bis zur Fertigstellung der Brücke curd die Pioniere warten mußte. Sie erreichte an diesem Tage Nitolsburg. Am 17. ging die 6. Division nach Poisdori, am 18. nad Zijtersdorf, am 19. nach Prottes und Ollersdorf, wo sie am 20. und 21. Kuhe hatte. Am 22. Juli hatte General v. Manstein das Gros seiner Division bei Auersthal verjammelt, wo er den um ibn versammelten Offizieren den Abichluß der Waffenrube mittheilte. Ein Feldgottesdienst folgte, dann bezog die Division in den um Bedfließ liegenden Ortichaften Interkunft.

Die 5. Division war infolge des Befehls des Großen Hauptquartiers, welcher die Erste Armee auf Lundenburg verwies, um cort den von Olmüş zurückgehenden österreichischen Korps entgegen: zutreten, 110c) am Spätnachmittag des 15. Juli von Brünn auf:

noch gebrochen und bis Tellnitz gelangt. Am 17. Juli erreichte fie Goding, wo die 1. Fuß-Abtheilung bei einer großartigen österreichijden Feldbäckerei Biwak bezog. Diejer Umstand gewährte den Hatterien die Möglidyfeit, sich mit dem so lange entbehrten Brot zul rerjeben; auch fand sich ein Ueberfluß an sonstigen Lebensbedürinissen und an Hafer, so dass die Batterien ihre eijernen Portionen und Rationen ergänzen konnten. Am 18. wurde die Mard zwischen (Höding und Volitich überschritten, am 20. (Groß-Schüten erreidit. Da jedod außer der 8. Division, welde vor der 5. bereits am 20.

bis Stampfen vorgeschoben war, auch die 7. Division auf das linte March-Ufer gezogen wurde, so ging die 5. Division am 21. Juli aui einer bei Dürnfrut durch Pioniere erbauten Bodbrücke auf das westliche March-Ufer zurück und bezog am 22. um Schönfirden Orts: unterkunft.

f. Das 3. Reserveartillerie-Regiment. Die der Avantgarde der Ersten Armee zugetheilten beiden Batterien der II. Fuß-Abtheilung haben wir bereits auf ihrem Marsche gegen Wien begleitet. Das Reserveartillerie - Regiment selbst folgte im Verbande der Reserveartillerie der Ersten Armee den Divisionen und erreichte am 13. Juli die Gegend nördlich von Brünn. Auch hier finden sich wieder die klagen über , dauderhafte, über alle Maßen schlechte, furchtbar steile und mit Fels trümmern übersäete Wege". Nach einem Ruhetage am 14. ging die Reserveartillerie am 15. bis Groß-Raigern und wendete sid von hier über Auspit, Kostel auf Lundenburg, dessen Umgegend sie am 18. Juli erreichte. Am 19. marschirte das Reserve- Regiment nad Spannberg, mußte aber am Nachmittag dieses Dorf für die 6. Division wieder räumen und nach 'oidesthal umquartieren. Um 5 Uhr wurde der Marich dorthin angetreten Entfernung 1/2 Meile. Kaum hatte sich das Regiment in Bewegung gejekt, als ein wolfenbruchartiger Regen mit Hagel vermischt losbrach.in ganz kurzer Zeit war der Weg, schwerer Lehmboden, völlig durdgeweicht, so daß die Pferde, außerdem erschreckt durd Blig und Hagel, nicht mehr vorwärts wollten. Eine bedeutende Anhöbe, welche überschritten werden mußte, überwand nur das erste (vorderste) Geschütz, schon das zweite fam nidit weiter, es mußten 10 Pferde vorgespannt werden. Der gebahnte Weg war nicht mehr zu gebrauchen. Jedes Geschüt suchte für sich einen Weg durch das Feld den Berg hinauf. Troudem blieben von den nachfolgenden Batterien viele Munitionswagen und besonders Feldschmieden und Vorraths wagen stecken. Erst um 8 Uhr langte die Spite des Regiments in Loidesthal an, der letzte Wagen folgte um 10 Uhr. Am 20. Juli ging das Regiment nach Goebendorf, wojelbst am 21. kube war und Gottesdienst durch den Pfarrer Sauberzweig gehalten wurde. Am 22. wurde auch hier die Waffenruhe befannt. Alle Batterien des Regiments hatten während diejer Märide durch die Ungunst der Weländeverhältnisse und durch die geringe Zahl der Rubetage,

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die ihren Grund in dem dnellen Vorsdreiten der Armee fanden, sehr zu leiden. Zu diesen Anstrengungen traten noch Entbehrungen, da die Verpflegung, wie bei einem jolden Zusammendrängen großer Truppenmassen auf kleinem Raum nur natürlich ist, auf große Schwierigkeiten stieß. Die Truppen waren auf das von Natur arme Land angewiesen, welches sich faum selbst ernähren konnte, aber ganz außer Stande war, für die vielen auseinander folgenden starfen Einquartierungen das Nöthige herbeizuschaffen. Aeußerst fühlbar wurde der Mangel an Brot, welches nur in sehr ungenügender Menge, meistens schlecht und verschimmelt, empfangen murde. Fleisch gab es zwar reichlich, wurde aber gewöhnlich so ipät geliefert, daß die vom Marich ermüdeten Mannschaften faum noch ust zum Rochen hatten. Als eine große Erleichterung wurde es empfunden, daß die Batterien, mit Ausnahme der der Avantgarde, mit Quartiermachern marjdiren fonnten. Dadurch wurde der Uebergang zur Ruhe bedeutend beschleunigt.

Auch Futter für die durch die starten bedwerlichen Märide jebr mitgenommenen Pferde fonnte nur in sehr geringer Menge beschafft werden, so daß Grün- und Garbenfutter zu Hülfe genommen werden mußte, um den Pferden, welche häufig auf halbe bajerration gejekt waren, genügend Futter geben zu fönnen. Da durch ging natürlich der Futter- und (Hesundheitszustand der Thiere sehr zurüd, und die Batterien hatten verhältnismäßig starte Abgänge.

Veränderungen im Offizierforps während dieser Zeit:

Am 6. Juli übernahm Hauptmann v. Spangenberg die 3. 12 pfündige Batterie vom Hauptmann (Gülle.

Am 7. Juli meldete sidi Hauptmann Grieß gesund und übernabm die Führung der seit der Verwundung des Majors Rüstow vom Vauptmann yübner geführten I. F11B-Abtheilung.

Am 19. Juli wurde durch Allerhödste Kabinets-Ordre Oberstlieutenant v. Lilienthal zum Fibrer des 2. hejerve Feldartillerie Hegiments ernannt.

6. Waffenruhe und Rückmarsd.

(Slijje 25, S. 243 und Stizie 29, S. 283.) Die Truppentheile der Ersten Armee bezogen am 23. inner halb der ihnen angewiesenen Bezirte Crtsuntertimit. Vierdurch wurden zwar geringe Verichiebungen in den Quartieren der ein zelnen Batterien berbeigeführt, im Allgemeinen blieben aber die Divisionen und die Rejerveartillerie in den von ihnen am 22. erreichten Ortschaften. Trotzdem zur Sicherstellung der Verpflegung die Beitreibungen über die Unterkunftsbereiche hinaus ausgedehnt wurden, blieb dieselbe doch sehr mangelhaft. Das Kriegstagebud der 4. 12pfündigen Batterie berichtet unter dem 24. Juli: ,Bei dem späten und unsichern Eintreffen der Lebensmittel hindert der effektive Hunger der Leute des Nachmittags dienstliche Anordnungen.“

Der Dienst der Batterien bestand in zahlreichen Appells mit Bekleidungs- und Ausrüstungsgegenständen, Untersuchungen des Ma terials und der Munition und in der Pflege der in ihrem Futter: zustand sehr zurückgekommenen Pferde. Bei den ungünstigen Futter verhältnissen konnte denselben allerdings nicht viel geholfen werden.

Am 26. Juli wurden die Friedenspräliminarien unterzeichnet und die Fatifikationen am 28. ausgetauscht. Noc an demjelben Tage erhielten die Truppen Befehl, die engen Quartiere vor Wien zil verlassen und in die durch die Waffenstillstandskonvention eingeräumten Unterkunftsbezirfe in Böhmen und Mähren einzurüden. Das Oberfommando der Ersten Armee wurde nach Brag verlegt, die 5. Division erhielt Iglau, die 6. Division Kuttenberg angewiejen, die Rejerveartillerie, III. Armeeforps, wurde beiden Divisionen zugetheilt.

Bevor die Truppen ihren Rückmarsch antraten, hatten am 31. Juli das III. und IV. Armeetorps sowie das Ravallerietorps Seiner Möniglichen Hoheit des Prinzen Albrecht von Preußen die Ehre, auf dem Marchfelde bei Gänserndorf vor Seiner Mas jestät dem Rönige in Parade 311 stehen. Die Paradeausstellung wurde derart eingenommen, das im ersten Treffen das III. Armee forps, im zweiten das IV. Armeeforps, im dritten das Ravallerieforps und die Reserveartillerie standen, die Divisionsartillerie auj dem linfen Flügel ihrer Division. Seine Majestät erschien nad 9 Uhr und wurde durch ein dreimaliges vurrah begrüßt, welches sich bei jeder einzelnen Truppe wiederholte, als der König an der Front derselben entlang ritt. Der Vorbeimarsch gedah in balben Abtheilungsfronten; die Staffeln waren in den Quartieren ver blieben.

Am 1. August traten die Batterien den Rüdmarsch bis nörd lid der Tbava an. Die Märidhe jollten als Friedensmäríde an gesehen werden, doch sollten die Batterien stets unter Vedeckung von infanterie oder Navallerie marschiren.

Die I. Fuß-Abtheilung marschirte mit zwei Ruhetagen über Yaa, Unaim nach glau. Sie traf hier und in den umliegenden Ortid aften am 12. und 13. August ein. Bei der 4. 12pfündigen

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Batterie war am Tage der Barade der Sefondlieutenant Hengsten berg mit dem Pferde gestürzt und hatte sich eine derartige dwere Verlegung des Anies – Zerrung der Bänder

zugezogen, dat er þeilung in der Heimath juden mußte.

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