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um 1 Uhr Nachts nach verschiedenen Frrfahrten Lubno bei Nedianita erreicht hatten, befahl Major v. Held, dort Ortsbiwat zu beziehen, um am anderen Tage das Biwak der Reserveartillerie aufzusuchen. Nur die 6. 4pfündige Batterie, welche der reitenden Abtheilung 4. Regiments gefolgt war, erreichte um 12 Uhr Nachts das Birrat der Reserveartillerie bei Kleniß, wo auch die reitende Abtheilung unseres Regiments um dieselbe Zeit eintraf. So endete der Tay von Königgräß. An einem einzigen Sommertage, der für die preußischen Truppen Marich- und Schlachttag zugleich gewejen war, wurde die Widerstandskraft eines großen Staates gebrochen. Mit vollem Recht fonnte daber der rönig in dem Armeebefehl vom 4. Juli seinen tapferen Truppen den Dank für ihre Leistungen in den schönen Worten aussprechen:

„Der Tag von Königgrät hat schwere Opfer gekostet, aber er ist ein Ehrentag für die ganze Armee, auf welche das Bater land mit Stolz und Bewunderung blickt."

Verluste.

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Namentliches Verzeichniß der Offiziere und

Offizierdienstthuenden.
Regimentsstab: Oberstlt. v. kamm.
1. Fuß Abtheilung: Maj. Rüstow. Starb am 25. Juli zu vorit.
1. 4pfündige Batterie: Øptm. Grieß, Sef. St. Bodentein.
4. 4

Sef. St. Pichtenfels.
Munitionsverbrauch.

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283

88

Buiammen 2481

16 Bufolge der Verwundungen führten nummehr:

yptm. Vüber die I. Fuß- Abtheilung.
Pr. Ct. Krause die 1. 4pfündige Batterie.

Cet. Ot. Hengstenberg die 4. 12 pjündige Batterie.
Set. Lt. Renauff wurde zur Dienstleistung bei der 1. 6pfündigen
Batterie fommandirt.

5.

Von der Shlacht bei königgräß bis zur Waffenruhe.

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a. Der 1. Juli. Am Tage nach der Schlacht wurde den preuzijden Truppen Ruhe gewährt. Am Morgen des 1. Juli verblieben diejenigen Batterien, welche bereits am Abend des 3. ihre Verbände wieder gefunden hatten, in ihren Biwaks, die übrigen, so die II. F1Abtheilung und die 3. 12pfündige Batterie, bewirkten ihre Per einigung mit den Verbänden in den Frühstunden. Die kube des Vormittags wurde zu den nöthigen Ergänzungen und Wieder herstellungen benutzt, Sefeditsberichte, Verlust- und Ordens-Eingaben

wurden angefertigt und eingereicht, die zweiten Staffeln trafen ein, es gab auch endlich wieder etwas zu essen.

Diese furze Ruhe war nach der alle Kräfte bis zur Erschöpfung anspannenden Schlacht eine große Wohlthat.

Nachmittags um 5 Uhr brach die Erste Armee wieder auf, um näher an die Elbe heranzugehen. Die I. Fuß-Abtheilung erreidte bei strömendem Regen Techlowig, etwa 1 Meile westlich Königgraß. die III. Fuß-Abtheilung rüdte um 11 Uhr Abends in ein Bimaf bei Wosnik,*) die Reserveartillerie, welche erst um 7 Uhr abmaridirt war, traf um 2 Uhr Nachts bei Kadifowitz, westlich Tech lowig, ein, wo auch sie biwatirte. 3hr Marsch war durch die schlechten grundlojen Wege außerordentlich verzögert worden.

b. Der 5. Juli.

(Skizze 29, S. 283.) Nach nur furzer Nachtruhe rückte die Erste Armee an die Elbe. Die 5. Division gelangte bis Melip **) und schob ihre Avantgarde, zu der die 1. 6pfündige Batterie gehörte, über den Fluß. Bei der 6. Division hatte die Avantgarde mit der 3. 12pfündigen Batterie bei Prelautsch die Elbe überschritten. Von der Reserveartillerie, bei der während des weiteren Vormarsches das 4. Reserveartillerie Regiment vor dem 3. maridiren sollte, bezog die II. Fuß-Abtheilung in Vavrinowig, die reitende Abtheilung in Wijchnowit *** Ortsbimat.

C. Vom 6. bis 22. Juli. Die Truppen hatten am 6. Juli Ruhe bis auf eine Avant garde, welche die Erste Armee an diesem Tage noch weiter nach Süden bis Choltitz jüdlich Prelautich vorschob. Diese, unter dem Befehl des Herzogs Wilhelm von Mecklenburg-Schwerin, bestand aus dem Infanterie-Regiment Nr. 60, den Füsilier-Bataillonen der Regimenter Nr. 18 ud 48 mnd dem 4. Jäger-Bataillon, sowie aus der 2. leichten Kavallerie-Brigade (2. Garde-Dragoner, Hujaren Nr. 3, Illanen Nr. 6) und drei Batterien (1. reit. Battr./2. Kegts.. 2. 6 piège und 6. 4pidge 3. Regts.). Dieje Batterien hatten daher an diesem Tage einen sehr anstrengenden Marich. Nach einer längeren Mittagspause trafen sie erst am Abend über Prelantic in Choltig ein.

Es hatte sich herausgestellt, daß die Hauptmasse des öfter reidlichen Veeres auf Olmütz zlırückgewidhen war, und es wurde beschlossen, ner mit der linken Flügel-Armce dorthin zu folgen, die

*) Südlich Techlowiß. **) Zwischen Prelautsch und Pardubiß. ***, Nördlich Prelautic).

beiden anderen Armeen hingegen direkt nach Wien zu führen, um jo den Feldzug in fürzester Frist zu entscheiden.

Damit trat unser Regiment den Vormarsch auf Wien an.

d. Die beiden Batterien der Avantgarde der Ersten Armee: 2. 6pfündige Batterie (Beneđe), 6. 4pfündige Batterie

(Müller). Die Batterien marichirten über Hermanmesteß, Ølinsko, Nemetidin, Neustadtl, Rojchinka, Tijdonowiß nach Brünn, wo die Avantgarde am 12. Juli eintraf. Die Batterien braden in der Hegel um 5 Uhr Morgens auf und erreichten ihre Ortsunterkunft um 2 Uhr Nachmittags. Während sonst auf guten Chausseen und gebejjerten Wegen marsdirt wurde, war der Marsch von Ýlinsfo nad Nemeticfy ganz besonders anstrengend. Der Weg führte über teile Berge, welche die Wagen meist nur einzeln durch Vorlegen von Pferden und mit Hülfe der Mannschaften überwinden fonnten. (Hanz enge, ausgefahrene Waldwege stellten an die Pferde hohe Anforderungen, so daß am Abend dieses Tages viele sich durchgezogen oder am Widerrist gescheuert hatten.

Por Tischnowig hatte am 11. Juli ein furzes Keitergefedit stattgefunden, bei dem jedoch die Batterien nicht zum Eingreifen famen. In Brünn rücte die Avantgarde um 10'2 Uhr ein. Die Batterien bezogen ein Biwat ohne veu und Stroh auf dem großen Marfte in der Vorstadt, neben der protestantijden Hirde. Nad mittags 3 Uhr wurden rohes Fleisch, Reis, Salz und Kaffee vertheilt und Dolz beigetrieben; Hen und Stroh, sowie vajer konnten nicht bejdrafft werden. Die gehoffte Erholung der Mannschaften und Pierde wurde auf die Zufunft verschoben. Von Zeit zu Zeit wurden die Mannschaften der Batterien von den gutmüthigen Einwohnern eingeladen, in die vollständig vorbereiteten, in den Daujern dicht beim Biwatsplat gelegenen Cuartiere 311 femmen. Ties fonnte aber infolge des Hefehls zum Biwatiren nicht geitattet werden, und jo blieben die Batterien im idhattenlejen Biwat itehen. Abends um 919 lbr fam zwar der Vefehl, daß die Hjerde in einem alten Sduppen untergestellt und die Mandaften dort Alarmquartiere beziehen tönnten; die Batterien zegen es aber vor auf dem Plate zu bleiben, da am frühen Morgen der Weitermarid erfolgen sollte und sich das (erücht verbreitet batte, dass in diesem Struppen rosige Pferde der Oesterreicher gestanden bätten.

Am 13. Juli verließ die Avantgarde Brünn und ging in jüdlid der Stadt gelegene Dörfer, um Platz für die 5. Division zu maden. Am 14. Juli war Ruhetag, am 15. wurde der Marsch gegen die Thaya fortgesett. Da jedoch die Brücke bei Muschau von den Oesterreichern verbrannt und eine neben derselben belegene Furt wegen der großen Wassertiefe und wegen des schlammigen Unter grundes für Artillerie nicht durchsdireitbar war, biwafirten die Batterien nördlich des Ortes bis zum 16. Juli 10 Uhr Vormittags. Sie gingen dann auf einer von den Pionieren hergestellten Bed brücke über den Fluß und erreichten Abends 6 Uhr Eisgrub. Pen hier marschirten sie über Wilfersdorf, Spannberg nach Gänserndorf, wo sie am 19. Juli eintrafeu. Hier erhielt die 6. 4pfündige Bat terie den Auftrag, mit dem Füsilier-Bataillon 18. Kegiments bis zu dem Gabelpunkt der Cijenbahnlinien Wien - Preßburg und Wien-Olmüt vorzugehen und dort eine Aufstellung zu nehmen, bis die wichtige Bahnstrecke zerstört jei. Nachdem eine kleine feinda liche Postirung vertrieben war, fehrte die Batterie nach Gänserndorf zurück. Am 20. und 21. Juli hatten die Batterien Ruhe in der Ortsunterkunft, am 22. marshirte die Avantgarde gegen DeutschWagram, um eine größere Erkundung gegen Wien auszuführen. Auf dem Marsdhe traf sie die Nachricht von der Waffenruhe, und die Batterien febrten nach Gänserndorf zurück.

e. Die I. und III. Fuß-Abtheilung bei ihren Divisionen.

Zwar hatte die Erste Armee am 6. Juli Ruhetag, doch war dies der 1. 6pfündigen Batterie bei der Avantgarde der 5. Division nicht angejagt worden, weshalb sie sich während des ganzes Tages in ihrem Binaf maridbereit hielt. In den nächsten Tagen wurde der Marsch auf Brünn fortgesetzt, wobei die 6. Division dicht hinter der Avantgarde des Herzogs Wilhelm und hinter ihr die 5. Division in zweiter Linie folgte. Daher rückte auch die 6. Di. vision, an ihrer Spitze Prinz Friedrich Carl, jchon am 12. Juli, die 5. erst am 13. in Brünn ein. Während der Marschtage batte fich nichts von Bedeutung ereignet, nur stellten einzelne Märíde hohe Anforderungen an Material, Peute und Pferde. So hatte die 5. Division am 10. Juli in der Gegend von Swradfa*) ganz be jondere Sdwierigkeiten 311 überwinden. Der Marsch währte von 6 lhr früh bis 6 libr Abends. Wege, die fast unpassirbar jdienen,

*; Zwischen Hlinsko und Nemetschty.

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