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bis zum Knie, die mir zum ersten Male lästig wurden. Das ging auch noch lange nicht so glatt ab, denn bald wurde das Terrain nun auch noch bergig, so daß die Fahrzeuge einmal bergauf, dann wieder bergab sollten; das Erstere ging noch einigermaßen. Da aber ein Vemmen durch die Stangenpferde geradezu unmöglich war, so ließ ich bei jedem Hange ein Fahrzeug nach dem andern hinabschaffen und konnte das nur, indem ich abprogen und die Proßen allein hinabschaffen ließ (es waren ziemlich starke Neigungen von 150 bis 200 Schritt länge), denen dann die Geschüte bezw. Hinterwagen folgten, Laffetenschwanz u. s. w. vorangleitend, einen Mann rittlings auf demselben, der, die Spiphace im Progloche, für das vemmen zu sorgen hatte und hierbei natürlich von der Bedienung unterstüßt wurde, von der zwei Mann in die Speichen faßten und mit gespreizten Beinen, ohne sich zu rühren, nur rutschend und mit steifen Armen in dieser Weise von der Höhe mit dem Geschüte bezw. Hinterwagen an den Fuß derselben gelangten.

Du wirst es kaum glauben, nicht wahr, aber Du weißt, ich erzähle feine Schnurren, und General Colomier, der an einer Stelle hielt und dies mit anjah, iprad mir und den Peuten seine Anerkennung aus.

So kam es aber auch, daß ich mit diesen Fahrzeugen erst um 10/2 Uhr auf dem Parkplage in Sterup anlangte, wo mich der Hauptmann, troß seines Belzpaletots zähneklappernd, seit 7 Uhr bereits erwartete. llnd dennoch war nun noch nicht die ganze Batterie versammelt!

Als nun aber dhließlich doch das Abrücken in die Quartiere befohlen wurde, ging der Trödel wieder an. Alles war voller Jäger, Infanterie, pujaren und Artillerie, wir famen zulegt und fanden faum noch für Pferde und Leute ein nothdürftiges Unter kommen in Scheunen und Ställen. Der Vauptmann war trostlos, denn jein Quartier war bereits mehrjad) besetzt, das meine des: gleichen und so voll, daß an ein Unterfriechen gar nicht mehr zu denten war. So stelzte ich denn das Dorf auf und ab, fand überal die Väuser knüppeldid gefüllt, in den Straßen fnietiefer Shnee, glüdlicherweije aber prächtigster Mondichein, und dieser zeigte mir denn endlich ein kleines, undeinbares Däuschen, in dem noch ein Jenster erhellt und das augenscheinlich unbelegt war.

Ein freundlides > Romm in« antwortete meinem Klopfen, und ich fand in dem warmen Stübchen ein altes Ehepaar, einen penjionirten dänischen Posterpedienten mit seiner Frau, die sich in freundlichter Weije erboten, auf mein bescheidenes, freundliches Betteln natürlid, den Vauptmann und mich zu beherbergen, und mir auch nirgend etwas Warmes, und wenn es auch Wajser sei«, um das ich bat, zujagten."

Am 7. Februar erreichte das I. Korps folgende Stellungen:
Avantgarde: Glüdsburg. Batterien in den nächsten Dörfern.

11. Brigade zwischen Glüdsburg und Neufirchen - 2. 12pfün dige Batterie putzhöved,

12. Brigade zwischen Flensburg und Glüdsburg - 3. 12 pjündige Batterie Nielseng.

Rejerve Artillerie:

2. Þaubig - Batterie Burg, etwa 15 km östlich Flensburg und Svenby, unweit Burg,

2. 6pfündige Batterie Sörup,

4. 6pfündige Batterie, die am 10. wieder zum Korps trat, in Flensburg.

Die Batterien batten also an diesem Tage verhältnismäßig mur furze Därsche, die aber bei heftigem Winde und starfem Schnee treiben um so anstrengender waren, als die stumpf gewordenen Cijen der Pferde aus Mangel an Zeit nicht hatten geschärft werden fonnen. Verlegungen durch Sturz mit dem Pjerde famen daher in erbeblider Anzahl vor.

Vom 7. bis 10. Februar blieben die Batterien in guten Cuar tieren, so daß sid) die Mannschaften und Pferde in den folgenden drei Kuhetagen zujebends erholten. Der vujbejdlag wurde in Ordnung gebracht und das Material, wo nöthig, in Stand gejett. Die beim Uebergange zurückgebliebenen Lebensmittel- und Futterwageni es waren hierzu den Batterien seit dem Vormarsch von Riel je adit Bauernwagen dauernd überwiesen -- trajen am 3. Tage

acht bei der Truppe ein; die Verpflegung war dadurch wieder vollständig geregelt. In dem Armeebefehl vom 6. Februar war dem I. Korps der Bau einer Batterie ziim Sdit des vajens von Flensburg aufgetragen worden. Vierzii wurde die in Nielseng liegende 3. 12 pfündige Batterie bestimmt; am 9. wurde im Verein mit der 3. Hompagnie 3. Pionier - Bataillons der Bau am Strande bei siiclieng begonnen und bis zum 10., Nadımittags 4 lihr, beinahe vollendet.

Am 10. wurde beim Appell der oben jdon erwähnte sorpš: befehl des Brinzen Friedrich Marl verlesen. Aller Derzen dlugen

höher bei dieser glänzenden Anerkennung von so hoher Stelle, alle
Anstrengungen waren vergessen, bei allen Artilleristen herrschte nur
ein Wunsd), recht bald durch neue Thaten den errungenen Ruhm
befestigen und vergrößern zu können.

Dieser Wunsch ging schon am folgenden Tage insofern in Er
füllung, als das I. Korps am 11. Februar seinen Marsch nach dem
Sundewitt antrat.

3. Einschließung von Däppel durch das I. korps 11. februar

bis 7. März.

(Skizze 18, S. 145.)
Während der Ruhetage des I. Rorps um Glücksburg hatten
die anderen Korps ihren Vormarsch fortgeseßt. Die Avantgarde des
III. Sorps hatte Gravenstein auf dem Sundewitt gegen die Stellung
von Düppel besett. Am 11. wurden das II. und III. Korps zum
ferneren Vormarsch gegen die jütische Grenze angesett, dem 1. Korps
wurde der Auftrag zu Theil, die Einschließung der Düppelstellung
311 übernehmen.

Am 12. Februar zog Prinz Friedrich Karl das ganze
I. Rorps in das Sundervitt.

Es standen nun:
tinterbringung. Die 12. Brigade mit ihren Vorposten von Holbeck bis Ulderup,

3. 12pfündige Batterie in Gravenstein und Fischbed, die Avantgarde
von Ulderup bis Blans, 3. Daubig Batterie in Beuschau, 3. 6 pfündige
in Pieding,

die 26. Brigade bei Ballegaard, nordöstlich Blans.
in zweiter Linie waren untergebracht:

Die 11. Brigade bei Kinfenis; 2. 12 pfündige Batterie in Ober-
intenis :

die 25. Brigade bei Grüngrijt, nordwestlich Gravenstein;

die Weserveartillerie mit der 2. Haubit - Batterie in Krelstrupphof, Holbukrug und Ostergeil, die 2. 6pfündige Batterie in Voderup, die 4. 6pfiindige vom 13. ab in Kollund, östlich der Linie Flensburg - Apenrade. (Nielstrupp 2 km südlid Holebüll, volby frug unmittelbar südlich volebüll, Strelstrupphof 1 km südöstlich Nielstrupp.)

Am 15. Februar befahl das Oberfommando für das I. Norps:

,,Das I. Morps sett selbständig seine Operationen gegen Düppel fort imd dehnt vom 17. ab jeine Quartiere nach Flensburg, Apen

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rade und westlich der Chaussee bis Tingleff aus.“ (Tingleff 11 km westlich Kliplefi, das in der Linie Apenrade-Flensburg liegt.)

Infolgedessen fanden einige Verschiebungen in der Unterbringung statt, welche die Batterien insofern betrafen, als die 3. 6pfündige nach Stübbeck (*/• Meile südlich Apenrade), die 2. 6pfündige nach Vonidnap (jüdlich Holebüll) quartierten.

Diese neue Unterbringung war für die Batterien sehr vortheilbaft; die Mannschaften lagen nun in geheizten Stuben auf Stroh, die Pferde hatten warme Ställe.

Prinz Friedrich Karl war von vornherein der Meinung gewesen, daß durch eine Besdießung mit Feldgeschüren gegen die Tippelstellung nichts auszurichten sei, und hatte dieses auch in einem Bericht ausgesprochen.

Zunächst beschloß der Prinz sich der Halbinsel Broader zu bemachtigen, um Einsicht in die Stellung von Düppel und von dem boben Ufer bei Gammelmart vielleicht auch günstige Gelegenheit zur Peschießung derselben zu gewinnen. Theile der 11. InfanterieHrigade gingen am Abend des 16. auf der Fähre von Alnoer über. Tie in Atzbüll liegenden Siompagnien des 64. Regiments und zwei (beschüte der 3. 12 pfündigen Batterie hielten sich bereit, nöthigen falls das Unternehmen zu unterstüßen. Am 17. wurde bei Ecken und eine Schiffbrücke geschlagen. Der Mangel an Nadriditen über die Beschaffenheit der Düppeler Erkundung der

Düppeler Chanzen ließ den Brinzen Friedrich Karl zu dem Entdluß

Schanzen. temmeil, weitgehende Erfundungen anzuordnen. Am 18. früh ent Tandte der Prinz den Oberst Colomier und den Oberstlieutenant r. Priegs beim auf die Höhen von Dünth und Gammelmart, um die hanzen des linken feindlichen Flügels in Augensdein zii nehmen. Mit dem unmittelbaren Schutz diejer Erfundimg war die 11. Brigade betraut; gleichzeitig sollten Abtheilungen der 12. Brigade gegen die Front des Feindes vorgejendet werden.

Die 3. 12pfündige Batterie batte in der Nadit vom 17. zum 18. den Befehl erhalten, Morgens 83. libr mit 2 Bataillonen 64er und 1,, Estadron 11. Ulanen bei Albüll zu stehen. Nach dem auf dem Sammelpunfte durch Generalmajor v. Köder ausgegebenen Auf trag sollte eine Erfindung über Nübel gegen die Büffelkoppel fizze 22, 3.169)stattfinden. Als die Batterie am westlichen Ausgange von Nübel Gefecht bei

Hiibel. angefommen war, erhielt sie durch General v. Manstein den Befehl, fid jeitwärts der Straße so aufzustellen, daß sie die etwa zurück

gehende Infanterie aufnehmen könne. Eine solche Aufstellung fand sich etwa 300 Schritt südlich von der Chaussee. Es konnte von hier aus die Chaussee von Nübel gegen die Büffelkoppel hin der Vänge nach bestrichen werden. Der Führer der Batterie, Premierlieutenant Müller II., war gerade damit beschäftigt, den 1. Zug, Sefondlieutenant Voß, in Stellung zu bringen, als vom General v. Röder der Befehl einging, die Chaussee zu beschießen, da auf derselben etwa 300 Sdritt jenseits der letzten Gehöfte eine von den Dänen besette Barrikade läge. Im fladen Bogenschuß wurde auf 1000 Schritt geschossen. Zur Beobachtung der ersten Schüsse hatte sich der Führer der Batterie nach dem Kirchhof begeben, wo er der Barritade auf 250 Sdritt nahe war. Als er sich von der Wirkung überzeugt, ritt er zurück und führte den 2. und 3. Zug in eine Stellung, die etwa 300 Schritt vor der des 1. Zuges lag. Es wurden noch einige Schüsse abgegeben, bis die Nachricht einging, daß der Feind die Barrikade geräumt habe. Die Infanterie rüdte auf der Straße weiter vor, die Batterie folgte. Die Büffelkoppel und das Stenderuper Holz wurden zwar genommen, jedoch gegen Mittag den Dänen wieder überlassen. Die Batterie nahm noc eine Ausnahmestellung nördlich der Straße etwa 800 Sdritt vom westlichen Saume der Büffelkoppel entfernt und ging dann in die Cuartiere zurüc.

Munitionsverbraud: 11 Granaten. Verluste erlitt die Batterie. welche zum ersten Male im Feier stand, nicht.

Die 3. 6pfündige Batterie hatte in den Tagen vom 19. bis 21. Februar von ihrer Ortsunterkunft Stübbed aus Geschüßeinschnitte am Strande zum Schutz von Apenrade erbaut, fam in diejen jedoc nicht zur Verwendung.

Am 19. Februar in der Nacht erhielt die 2. 6pfündige Batterie Befehl, sofort nach Edenjund aufzubrechen und die Geschüße dort bei der Mühle jo einzuschneiden, dass dieselben bei Tagesanbruch im Stande wären, ihr Feuer gegen den wahrscheinlich am Morgen wiederfehrenden Dampfer Rolf Arafe", der bereits am 18. ein (Sefedit mit der Strand Batterie von Anoer gehabt hatte, zu eröffnen. Ilm 3 Uhr Morgens jollte die Batterie die Pontonbrücke von Eden imd über dritten haben. Der Befehl wurde sofort ausgeführt. Westlid der Edenjumder Mühle wurden sechs Geschübe in einer Vinie von etwa 300 Schritt auf dem 150 Fuzhohen Uferrande ein geidhnitten. Bereits Morgens 8 ihr erschien Seine Königliche

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