Abbildungen der Seite
PDF

Granatwürse gegen den sich in die Stadt zurückziehenden Feind. Im Ganzen gab die Batterie vor Namnr ad: 110 Kugelschüsse. 21 «Granat- und 2 Kartätsckwürfe. Verwundet wurde» hierbei durch eine Gewehrkugel am Kopfe der Führer der Haubitze, der Feuerwerker ^a Üroir. der sich in diesem Gefechte durch feine Tlxiligteit und Tapferkeit auszeichnete. Im weiteren Verlaufe des F«ldzuges marsckirte das III. preußische Armeekorps znfammen mit dem 1. und IV. auf Paris, wahrend das II. mit anderen Truppen zur Belagerung der Festungen an und südlich der 3ambre bc stimmt wurde.

Die 6. Brigade mit der ttpfündigeu Fuß - Batterie Nr. 5 fand t«,,>llc!e,. zuerst Verwendung vor der französischen Festung Vcmdrecics < Ztizze 8, S. 46 > au der oberen 3ambre, wohin schon am 2^. Inni eine Avant' gardc mit zwei »beschützen der Batterie unter Lieutenant Kübnc vorangegangen war. Die Brigade traf hier am 25. Inni ein, die Festung wurde eingeschlossen und förmlich belagert.

Am 27. wurde eiu Detachement von zwei Bataillonen, zwei Esladrons »nd einer Kanone der Batterie nach der Festung Nocrov > Slizze 8» eutjendet und da gleichzeitig eiue Haubitze nach der Festung Maubeuge ian der Sambre) abging — der ,-jwcck dieser Detachirnngen bat nicht ermittelt werden tonnen — so blieben bis Anfang Juli, zu welcher Zeit die nack Mastricbt geschickten Geschütze zurückgetebrt waren, nur drei Kanonen der Batterie vor Landrecies. In dieser .Zeit übernabm der Kapitän Michaelis für den versehten Kapitän Slbrader das Kommando der Batterie.

In den Nächten zum 26. Iuui und zum 3. und !>. Juli bc unrunigte die Batterie die Besatzung des in gutem Zustande befind licken Platzes durck Granatwürfe. Erst in der Nackt zum 20. Juli wurde eiue Parallele auf 200 bis 280 Tckritt Entfernung von den feindlichen Werten ausgehoben und in derselben Nackt wurden fünf Batterien erbaut, wobei 5 Unteroffiziere und 22 Kanouiere der Batterie mit thätig waren. Die Belagerungs Batterie Nr. 1 stand unter Lieutenant Valette, die vier anderen unter Kapitän Michaelis.

lim ? Uhr Morgens begann das Feuer aus diese» Batterien und überraschte deu Feind so vollständig, daß er dasselbe erst nach längerer Zeit erwidern tonnte nnd daß nack zweistündiger Bescbicmmg die Uebergabc des Platzes erfolgte.

Kapitän Mickaelis crbiclt hierfür das Eiserne Kreuz 2. Klasse.

Wlippemlle, Mch erfolgter llebergabe marsckirtc die Lpfündige Fuß-Batterie

Nr. 5 mit vier Bataillone» der 6. Brigade uack Philippeville südlich Eharleroi. Am 27. Juli kam sie vor dieser Festung an und am 7. August begann die vom General v. Pirch I. geleitete Belagerung. In der Nacht zum 8. August wurde 200 bis 300 Schritt vom Glacis eine Parallele ausgehoben, gleichzeitig wurden sechs Batterien gebaut. Den Vau der Batterie Nr. 4, die für drei 50pfündige und zwei 25pfundige Mörser bestimmt war, leitete der Lieutenant Valette, au dem Bau der Batterie Nr. 6, welche die gleiche Art und Zahl von Geschützen enthielt, nahm der Vicutenam >iühne theil. Die Fertigstellung der Batterie erfolgte bier jedoch nicht so unbemerkt vom Feinde. Durch das Geräusch einiger zurück fahrender Wageu aufmerksam gemacht, begann die Festuug gegen 4'/« Uhr Morgens ein lebhaftes Feuer, welches sofort von drei Batterien erwidert wurde. Die Batterie Nr. 4 tonnte erst zwei Stunden später ihr Feuer eröffnen, da sie mit mehrfachen Schwierigkeiten zu kämpfen gehabt hatte. Zuerst touuten die Wagen, die die für sie bestimmte Munition heranfahren follten und sich verirrt hatten, erst nach längcrem Tuchen gefunden werden. Dann hatte fich das zum Einlegen der Nohre uöthige Hebezeug verbogen und konnte längere Zeit nickt gebrauckt werden: und endlick flüchteten sich mehrere Munitionswagen in die Vertiefung, in der die Batterie lag und legten hier die Geschosse, die sie mitfübrten im Freien nieder. Ein feindliches Gefchoß schlug in diese Munition ein, trepirle und entzündete mehrere Bomben, ohne aber die Mannschaften der Batterie, die sick platt auf die Erde geworfen hatten, zu verletze». Auch hier zeichnete sich der Feuerwerker Westpbal wieder durck seine Nnerschroctenbeit ans, indem er zur Erkundung der Sack läge bis dicht an die Bomben berantrock.

Ein plötzlick eingetretener Nebel binderte die feindlicke Artillerie weiter zu feuern, so daß die Munition geborgen und die Wagen fortgefallen werden tonnte». Dann nahmen sämmtliche BelagerungsBatterien das Fener anf und batten den Erfolg, daß gegen Mittag ein Brand in der Festnug entstand, der immer weiter nm sich grifs und zur Folge hatte, daß, nachdem die Festungsartillerie zum Schweige» gebrackt war, die Festuug am 8. August tapitulirte. Die Batterie Nr. 4 hatte im Ganzen 223 50pfündige und 1s>0 Npfüudige Bomben verbraucht, ciusckließlick der durck das feindlicke Feuer vernichteten.

Nachdem die Besatzung von Philippcvillc am 10. August die swti. Waffen gestreckt hatte, zogen die Belagcruugstrupvcu i„ Parade durch die Stadt, die 6pfündigc ^us;-Batterie Nr. 5 brack dann aber sogleich nach Givet, südöstlich von Pbilippeville. auf, um au der Belagerung dieser ,^-estung lheilzunehmen. Sie tan» hier jedoch nicht mehr zur Tl'ätigteit, Der Kommandant ivartetc den Angriff nickt ad. sondern sckloh, als dieser beginnen sollte, einen Waffenstillstand mit 24 stündiger Kündigungsfrist ad, während dessen Dauer am 20. September die Nachricht eintraf, daß die ,^-ciudseligkeiteu eingestellt seien. Am 24. September wurde diese Nachricht durck den Würste» Blückcr bestätigt.

,>nr die Teilnahme an den erwähnten Belagerungen erhielt die Batterie nock einen russifcken St. Georgen Orden l>. blasse, den nack Wahl der Mannschaften der Unteroffizier Angreft erhielt.

Bis zur Auflösung des II. Armeclorps am 3. November blieb die Batterie in der Gegend von Nocrov. Hier lieft sich leider bei einer Besichtigung ein Theil der Maunschafleu der Batterie zu einer schweren Gehorsamsverweigerung dem Kapitän Michaelis gegen über verleiten. Die Ursache dieses betlagensiverthen Vorfalls, der erst durck das am 22. Iuui 1816 abgehaltene Kriegsgericht seinen Abschluß fand, muß wohl in der dnrck mangelhafte Beaufsichtigung wäbreud der Märscke gelockerten Disziplin, sowie in einem das Ehrgefühl der seilte verletzenden Benehmen des >lapitans Michaelis gcsuckl werden. Theilweisc sehr harte Strafen wurde» hierbei üb« die fahreudcn Artilleristen verhängt nnd werfen leider einen trüben Schatten ans den in vier Feldzügen erworbenen Nubm der Batterie. lTiebe beschichte der 3. Artillerie-Brigade vou v. Strotda, 3eite 365.!

Nachdem bei Auflösung des N. Armeekorps die s»pfundige «ückmarlchnach Fuß-Batterie Nr. 5 ihre besten Pferde an die der Ottnpations- Kl«»>t>>»i<>. Armee zugetdeilteu Batterien hatte abgeben müssen, marsckirtc sie über Avesnes. «Lharleroi. Namur, Vütlick, Aackcn, Düsseldorf. Elber feld. Dortmund. Hamm. Minden »nd Brannsckwcig in die legend von Magdeburg, wo sie Ende Dezember 1814 eintraf. Nack der Demobilmackung rückte sie am 6. Mai 1815 als 6. Fnft »tompagnie der 3. Artillerie Brigade in Magdeburg ein.

Die 6p fündige ,>uft Batterie Nr. 18 war unterdeft mit Marsch >» ihrem »orps überSombrcf. Beaunnmt.Avcs^ Guiscard, (5ompiegne nnd Dammartin anf Paris marsckivl ««s par!» Während der ersten Märsche bis zum 29. Juni verlor sie durch das Füttern von grünem Getreide etwa dreißig Pferde, für die sich ein wenig guter Ersatz in Bauernpferden fand. Auch die Vcr pfleguug der Leute war bei den anhaltenden Märschen leine gute und die Tnippen hatten mit vielen Entbehrungen zu kämpfen.

Von Dammarti» ging der Marsch des III. Armeetorps über St. Germain, westlich um Paris herum nack Ehätillon, Kart südlich Paris, wo die Batterie am 2. Juli Gelegenheit hatte, durch achtzehn Granatwürfe feindliche Infanterie- und Kavallerieabtheilungen zum Rückzüge nach Paris zu nöthigen. <li»)«, in Am 8. Juli nahm die ßpfündige Fuß-Batterie Nr. 18 zwischen

pari,. ^,n i ,,„d 2. Bataillon des Leibregiments marschirend. am Einmarsch in Paris Theil und biwatirte l,icr auf einem der Boulevards.

Marsch nach Am 9. trat das III. Armeetorps feinen Marsch nach der Loire «llö»«,. ^„ „„d gm 15. erreichte die 9. Brigade Orleans (Stizze9, S.8? >. Hier wurden wegen der allgemein herrschenden Aufregung über das Zurückgeben des französischen Heeres über die Loire zwei Geschütze der lipfündige» Fuß-Batterie Nr. 18 an der Loire-Brücke, zwei andere als Reserve auf einem öffentlichen Platze aufgestellt. Der Rest der Batterie wurde in einer der Vorstädte untergebracht.

»ach H»,tr«. Am 28. Juli marschirte das III. Korps weiter nach Westen: am 21. August tam die 9. Brigade »ach Angers, wohin schon am 5. August eine Kanone, eine Haubitze und ein Granatwagen der Batterie unter dem Feuerwerter Müller iu Begleitung eines Infanterietommandos vorausgeschickt war, um einen etwaigen Ausstand der Bevölkerung zu verhindern. In Angers blieb die Batterie bis zum 21. September und besorgte hier die nothwendigsten Herstellungen an den Geschützen und Fahrzeugen, wozu sie 100 Thaler Retablissementsgelder erhielt. Außerdem wurden die schlechtesten Pferde gegen bessere aus den Provianttolonncn ausgetauscht, und auf Allerhöchsten Befehl wurde oft ererzirt. p»r»>t l,tl Am 22. September marfchirte das Korps nack Paris und am

Pari,. 2. Ottober wurde es in einem Niwat bei St. Enr — westlich von Versailles — vereinigt, um am folgenden Tage Parade vor den verbündeten Monarchen auf der Ebene von Grenelle (jetzt Vorstadt von Paris, zu haben. Nach derselben kam die 6pfündige Fuß Batterie Nr. 18 nach Paris in die «aserne „Ave Marie", fand aber Kier des vielen Ungeziefers und der mangelhaften Kücken einricktung wegen einen wenig angenehmen Aufenthalt. Dabei war die Magazinverpfteguug unzureichend, so daß die Veute der Batterie »cbr gern zu den beiden Geschützen gingen, die täglich ans der benachbarten Zeine-Brücke als Pitet zu stellen waren, um so mehr, als hier der Avancirte für den Tag zwei, der Gemeine einen Franken Vergütung erhielt. Diese Geschütze blieben stets in Gefechtsbereitschaft uud waren mit Kartätschen geladen.

Vom II. Oktober ab wurde das Armeekorps iu die Gegend «ückm«rsch. l.'on Meauf verlegt, und von hier brach es am 26. nach der Marne auf. blieb bis zum Anfang November in der Gegend von Ehälons »nd marschirte dann südlich von Perdun und Metz vorbei nach Saarbrücken.

Bis St. Avold war die 6pfündige Fuß-Batterie Nr. 18 mit der 9. Brigade marschirt, hier wurde jedoch die znrücktebrendc Artillerie des >lorps uuter dem Major v. Graevenitz gesammelt und gingen die Lpfündige Fuß-Batterie Nr. 18, die 12pfundige Batterie Nr. ? und die reitende Batterie Nr. 18 vereinigt über Haarbrücken, Mainz, Hanau und Fulda nach Thüringen, wo sie am 21. Dezember ankamen uud wo die beide» ersteren Batterien in der Nabe von Erfurt blieben. Die reitende Batterie ging noch weiter über Merseburg in die Gegend von Magdeburg zurück uud macble demnächst dort, wie die andere» Batterien bei Erfurt, demobil. Aus der reitende» Batterie Nr. 18 wurde dann die 3. reitende «ompagnie, ans der 6vfüudige» Fuß-Batterie Nr. 18 die 4.. aus der I2pfüudige» Batterie Nr. 7 die 1. Fuß-Kompagnie der 3. Artillerie-Brigade gebildet.

4. Geschichte >ts 3llln«truppe>jheilz der 3. f«hrt»>tn lllltlerie.

». ll. provisorische Kompagnie der schlesischen ArtiUtrie>Vligade.

Die Bildung dieser «ompagnie erfolgte im Januar 1813 iu «l»lti. der Festuxg Eosel ganz ähnlich, wie »vir dies bei der 3. provisorischen Xompagnic der brandenburgischen Brigade gesebcn haben: nur dauerte es bei ihr viel länger, bis sie ibre volle klärte erreiän batte. Erst im Juli kam sie auf 190 Xopfe, es febllen ibr aber an dem vorgeschriebenen Ttandc noch sechs Bombardiere und vier Kanoniere. Im Februar 1813 erhielt der Stabslapitän v. Menz das Kommaudo der «ompagnic. bei welcher die ^cloud

« ZurückWeiter »