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Grouckv mit annäbcrnd drei Armeekorps mit der Verfolgung und
Festhaltung der preußischen Armee beauftragt hatte.

Mit den ihm verbliebenen Truppen marschirte er ans Quatre Bras, um sich mit Nen zu vereinigen. Grouchn brach erst um 12 Uhr Mittags auf, folgte zunächst dem General Pajol, den er mit der Kavallerie vorausgeschickt hatte, auf der Straße von Namur bis Mazy und erst als sich hier zeigte, daß die Preußen nach Gem bloui abgezogen waren, gab er seiner Infanterie diesen Ort als Marschrichtung.

So war es gekommen, daß die Preußen am 17. Iuui ibre» Rückzug ganz unbehindert vom Feinde hatten fortsehen können, und daß erst am 18. Mittags die Spitze Hrouchys an dem Gehöft I'Auzel (Skizze 13, S. ??) etwa 3V, Km südlich Wavre wieder Fühlung mit der preußischen Nachhut gewann, als schon der Kanonendonner von ^<!a Belle-Alliauce herüberschallte.

Es war Blücher am 17. Juni nicht möglich gewesen, eine Ver einigung mit Wellington herbeizuführen. Als diefer ihm aber ge schrieben hatte, er beabsichtigte am 18. eine Schlacht in der Stellung von Mont-St. Jean anzunehmen hatte er geantwortet: „Ich werde nickt allein mit zwei >iorps, sondern mit der ganzen Armee, jedoch nur unter der Bedingung kommen, daß, wenn die Franzosen man den 18. angreifen, wir sie den 19. selbst angreifen".

Er setzte daher schon am frühe» Morgen des 18. Juni da?

I. Armeekorps von Bierges über Fromont auf Obai», das IV. und

II. Armeekorps über Wavre. Neuf, Eabaret auf St. Lambert in
Marsch und beauftragte den General v. Tlnelemann mit dem

III. Armeekorps im Falle eines Angriffs die Stellung von Wavre
und die Uebergäuge über die Dule zu vertheidige», im anderen Falle
aber auf St. Lambert zu folgen «Skizze 13». Als daher die Spiee
(Bronchus um 11'/» Ubr bei l'Auzel ankam und die ersten Kanonen
schüsse von Westen her herüberschallten, hatten die drei preußischen
Korps sckon die Höhe von St. Vambert erreicht, ohne daß Groucbv
ihren Abmarsch ahnte. Thielemann dagegen vermuthete, daß
Gronckv in der Richtung auf Mont St. Jean links abmarsckin
sei, und deshalb wollte er sckon unter Zurücklassung eines Thciles
seines Vtorps zur Deckung des Marsches den anderen Korps folgen,
als er sich überzeugte, daß Grouchv sich noch ibm gegenüber befinde

raffln l>l> und die Absicht habe, anzugreifen. Er stellte daber die 12. Brigade w«»". auf der Höbe ron Bierges. die 10. weiter lints hinter Wavre, von

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der 12. d»rll> ein t^ebolz getrennt und die II, noch weiter lints zu beiden Zeilen der Brüsseler Ztrahe auf. Die Reservetaoallcrie stand weiter zurück westlich dieser Straße (Stizze 15, Teile 89). Die 9 Brigade mit der 6 pfundigen Batterie Nr, 18 war »in diese Zeit noch auf dem rechten Ufer der Dnle, bewerlstelligte aber dann unter dem Tchuye der Batterie den liebergang über den ,^lnß. Die Batterie batte vor dem nachdringenden feinde eine Aufstellung auf der vorliegenden Höbe nehmen muffen, obne aber zum Tchnß zu

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lommen. 2ie verlor aber zwei Pferde durcl, da»? ^-cucr einer «bweren scindlichen Batterie, die fic felbst mil ibrcn Tclmsscn nicbl erreilben lonnte. Sie wurde dcsbalb zurückgenommen, nbersäwill ebenfalls den Kinn, blieb am anderen Ufer nochmals ballen nnd ielzle ihrer Brigade, »ackdcm fie ein l^csclmtz. welches zur Bcrlbci di.rung der Brücke anfgeflclll geivesen >var, »oicder an sick gezogen balle. Der i>. Brigade war vom (General v. Tbielcmann, als dieser d»e ^lbsickl gcbabl balle, den anderen prenniilben «orro zn folgen.

der Befehl zugegangen, sich dieser Bewegung anzuschließen; dann aber, als Thieleman» seinen Entschluß geändert hatte, der Befehl, sich hinter Wavre auf der Chaussee aufzustellen. Ihr Kommandeur, der General v. Borcke, ließ daher nur kleinere Abthcilungen zur ^esthaltung der Uebergänge über die Dvle zurück uud setzte sich mit der Brigade in der befohlenen Marschrichtung in Bewegung. Als er bei La Bavette die Brüsseler Straße erreicht und sein Eintreffen gemeldet hatte, erhielt er den jedenfalls irrthümlichen Befehl im Marsch zu bleiben, uud er führte diesen Befehl aus, indem er über ^-romont und St. Lambert auf Eouture marschirte.

Bei St. Lambert beim Einbruch der Dunkelheit angekommen, meldete der General v. Borcke dem ^eldmarschall Blücher seine Ankunft und erhielt von diesem die Weisung, bis auf Weiteres stehen zu bleiben. Dementsprechend brachte die Brigade da, wo sie sich befand, die Nackt zum 19. Juni zu. So war es gekommen, das; die 9. Brigade und mit ihr die Lpfündige Hnß Batterie Nr. 18 nicht mit ihrem >torps an dem Gefecht von Wavre in dem Maße hatten theilneluncii tonnen, wie sie es selbst gewünscht hatte.

Erst am frühe» Morgen des 19. Juni erfuhr General v. Borcke von einer dem 1.Armeekorps angehörenden und zu diesem zurückkehrenden Trnppenabtheilung, daß Grouchv bei Linal die Dvle überschritten habe.

Sogleich lehrte er mit seiner Brigade um und erreichte den Wald von Nixansart, als Gronchv, dem die Nachricht von den Ereignissen bei Belle Alliance erst um 11 Uhr Vormittags zuging, seinen Angriff auf das III. preußische >torps erneuerte. Als die Brigade ankam, zog gerade französische Kavallerie in den Wald von Nixansart in der Richtung auf (ihambre uud gegen diese ließ die 6pfiindige ,^-uß Batterie Nr. 18*! erst zwei, bald aber noch zwei weitere Geschütze auffahren.

Sie that hier im Ganzen 42 «ngelschüsse und 3 Granatwürfc. der I-eiud ließ sie aber nur durch drei Kavallerie Negimenter beobachte» und setzte seine Bewegung fort. Das Erscheinen der 9. Bri gade wurde aber dock von dem gerade in heftigem nnd nickt ganz günstigem Gefecht stehenden preußischen reckten Flügel als Erlcicktcrnng empfunden.

Erst am Abend stellte die 9. Brigade die Verbindung mit ihrem ilorps wieder her und.vercinigtc sich mit ihm am folgenden Tage über Viual auf dem Wege von Wavre nach Gcmbloux.

*! Wohncheinlich c»,ö einer 2>ell»»>, nidösuich Fiomom.

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Die Artillerie mußte oft halten und zum Theil abspannen, um die Geschütze mit doppelter Bespannung durch die zahlreichen Hohlwege durchschleppen zu können. Etwa um ll Ubr Vormittags, kurz ehe Napoleon seine Angriffe auf die verbündeten Truppen in der Stellung von Mont-St. Jean begann, erschien die preußische Avant garde auf den Höhen von St. Lambert, aber erst um 3 Uhr war liier das ganze IV. >iorps vereinigt.

Der Marsch des dem IV. Korps folgenden II. Armeekorps wurde »och mehr verzögert, so daß von ihm überhaupt nur nock die an der Spitze marschirende 5. Brigade bei Planchenoit in das Gefecht eingreifen tonnte. Von der 6. Brigade, die hinter der 5. marschirte. führte zwar der Generalmajor v. Krafft selbst die 6 pfundige Fuß-Batterie Nr. 5 im Trabe mit aufgefessener Bedienung vor, die Batterie kam aber erst bei Planckenoil an, als das Dorf schon genommen war und fand leine Gelegenheit mebr zum Feuern.

M«rsch «»f Nach der Schlacht bei Belle-Alliancc folgte das I. und IV.

«>,«llt«i «nl Armeekorps dem Feinde auf Eharleroi, wahrend das II., mit Aus«ümül. nalime der 5. Brigade, die ebenfalls auf Eharleroi ging, den Auftrag erhielt, Grouchv von der Sambrc abzuschneiden. Das III. Korps folgte dem Marschall Grouckn und die Avantgarden des II. und III. Xorps erreichten ihn am 20. Inni bei Namur. Es kam hier zu einem Gefecht, in welchem vom III. «orps die reitende Batterie Nr. 18 tbä'tig war. Die 6. Brigade «II. Korps), die um 4 Hin

«estch! bei Nachmittags vor Namur eintraf, griff sogleich den vor der Stadt ««mnr. stehenden Feind in drei Kolonnen an. Die vier Kanonen der 6pfündigen Fuß Batterie Nr. 5 wäre» rechts von der Straße vorgegangen und hatten den H-eiud zuerst auf 1600. da»« auf 1100 Schritt sehr wirtsam beschossen, worauf dieser sich in die Vorstadt zurückzog. Die Batterie hatte dabei uur Feuer aus einer ans dem Walle der Stadt aufgestellten Haubitze erhalten, durch welches das Pferd des Lieutenants Valette verwundet wurde.

Eine Haubitze der Batterie — die andere war mit den beiden fehlenden >!anone» noch nicht wieder von Mastrichi zurück — war unter dem Lieutenant Kühne links der Ebanfscc aufgestellt und bewarf zuerst auf 1600 Schritt die fciudlichcu Kolouneu mit Granaten: dann ging sie auf 1100 Schritt vor und folgte, als der ,^-eind zurückging, bis auf ^00 Schritt. Von hier tbat sie noch zwei >ianätsch>vürfc mit gute», Erfolge und später nock einige

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