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Garde oder Halt mache» bczw. nmtclncn sollte». Als diese letztere Bewegung ausgeführt und auf preußischer Teile bcmcrlt wurde, glaubte man, daß sie der Beginn eines allgemeinen Rückzuges sei. In der Bcrmnthnng, das; nun ein allgemeiner Borstoß von Lignn aus gemacht werden würde, erbat sicb der Kommandeur der 6piündigcn ^»ß-Balterie Nr. 5, Hauptmann Schradcr, oon seinem Brigadetommandeur die Erlanbniß mit seiner Batterie, die noch immer bei der Mütile von Bnffv bielt, diese» Borsloß zu unterstützen. Als er diese Erlaubuiß erkalten hatte nnd gegen Vignv vorgebend, auf etwa 6(X» schritt an das Dorf herangekommen war. sah er. das; ein allgemeiner Vorstoß nicht gemacht wurde, sondern daß die prenßischen Truppen rnbig in ilncn 3tel!nngcn standen. Er wollte nun zu seiner Brigade zurücklebren. wurde aber vom (General o. Holtzcndorff angehalten, da er bald in Vignv Bcrwendnng finden würde. Hier war nämlich inzwischen Folgendes vor sich gegangen. Es war allerdings ein Vorstoß gc macht worden: die drei Bataillone des 7. Imanteric-Ncgiment^ (3, Brigade) waren nach Vignv herangezogen, hatte» den ^eind aus dem Dorfe hinausgeioorfe» »nd ibn über die Umfassung hinaus verfolgt. Dann waren sie ans sriscke feindliche >iolonnen gestos;cn. durch loelchc sie zur Nnitcbr gezionnge» »oaren. Der ,>ei»d >oar nnn seinerseits »vieder in das Dorf nachgedrungen, wo sick ein sehr blutiges »Gefecht mit nicht sehr günsligcn Anssichlc» für die Preußen entspoinie» hatte. Hierdurch sab sich Blücher genöthigt. einzusetzen was er noch zur Hand hatte, nämlich die Bataillone der 6. Brigade die noch nicht zur Verwendung gekommen waren, »nd die nun nach Vigim herangezogen wurden.

Nock che diese Bataillone hcrantamen. fuhr der Hauptmau» Tchradcr mit seiner Batterie an dein Tlcinbrnchc von Vignv, wahrscheinlich nebe» der 6pfundige» ,>uß-Batteric Nr. 3 in sehr heftigem feindliche» Artillcricfeuer ans nnd ocrlov hierbei sein Pferd unter dem Vcibe. Wahrend des Abprotzeiis wurden die ^assclcnacksc nnd der Protztastcndcckc! vom l. beschütz zerschösse» und bei diesem beschütz vier, bei», 2. nnd 3. beschütz je zwei Pferde getodlet. Das l. »nd 3. beschütz mußten zurückgebracht iverden. Bei diesen (beschützen bliebe» nur zwei Pferde' mit den übrigen lonrdc die Bespannung des 2. Geschützes wieder vollzählig gemacht. Die in der Stellung bleibenden beschütze fanden gute Deckung im Gelände.

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Der Bericht des Kapitäns Schröder über den weiteren Vcr lauf des Gefechts lautet: „Die Ueberlegenheit der feindliche» Geschütze an Zahl und Kaliber war bedeutend und diese waren in einer Entfernung von IlXX» Schritt so gut placirt, das; nur der Rauch ihren Standort oerrieth. Zwar sckwiegen für kurze Zeit einige von diesen Geschützen, allein der Feind brachte auf seinem linken Flügel andere, vorzüglich Haubitzen, heran, welche nackber der Batterie den größten Verlust, namentlich an Pferden verursachten. Die Batterie blieb in derselben Position und setzte, dem Anschein nach, ihr Feuer oft nicht ohne Wirkung fort. Zwei Ge schütze untel dem Lieutenant «ühne gingen zu den binter der Batterie befindliche» Munitionswagen zurück, um sick zu lom plcttire«; kurz darauf folgten ihnen unter Lienteuant Valette zwei andere, die sich ebenfalls verschossen hatten, und von denen das eine einen zerschossenen Protztasten hatte. Ich hatte jetzt nur die beiden Haubitzen. An der einen wurde ein Nad zerschossen, ick brachte sie zurück uud lieft die andere, welche nnr »och ei»en Schuß hatte, vorangehen. Währenddem begegnete mir Lieutenant ttühne mit seineu schnell tomplettirten Geschützen, und ick ging mit ihm wieder auf die Anhöhe. Da ich »ach einige» Scküsse» sah, daß wir allein standen, die Truppen den Rückzug antraten, und ick keine Bedeckung hatte, ging ich zurück, um mich auf der rückwärts gelegenen Höhe zu placircn. erhielt aber den Befehl, init zwei Geschützen der Batterie Huet < 6 pfundige Fuß-Batterie Nr. 1 vom I. Armeekorps» wieder in die alte Stellung zu gehen. Indem ich damit beschäftigt war, die Bespannung des eineu Geschützes, welches nur »och drei Mann Bedienung hatte, wieder zu ordnen, wurde ich durch eiu Stück Grauate am Arm verwundet. Nack dem einige Schüsse abgegeben waren, drängte der Feind mit Tirailleurs u»d Kavallerie vor, das Dorf wurde verlassen, und ick ging ebenfalls von der Höbe berunter. An meinem Granatwagen wurde die Dcicksel zerschossen uud ein Pferd getödtet: die übrigen Pferde wurden de» beschützen überwiesen und der Wage» blieb stehen."

Wann die Batterie den Rückzug angetreten hat. ist nicht an gegeben, sie hat jedenfalls ausgcbalteu, bis nack ibrer Ansicht das Gefecht bei Viguy vorbei war.

In Betreff dieses Gefcckts ist Folgendes nachzuholen i So bald Napoleon über de» Irrtbum bezüglick der von Les Quarre Bras sich nähernden Truppen aufgeklart war. befahl er deu schon langer als eine Stunde beabsichtigten Angriff auf Lignn mit der alten Garde auszuführen, Als dieser Angriff am Dorfc ankam,

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begann es bereits dunkel zu werden: außerdem hatte» fick dickte Wolken zusammengezogen und es fing an zu regnen, Blücker Kalte Alles, was er nock an Truppen zur Hand batte. wie wir faden. bei Vigim vereinigt: aber nickt nur, nm de» fcindlickcn Angriff cid zu>vchreu, sondern nm, sobald der Rückzug der Franzosen beginne, dem Feinde auf den Leid und nack Fleurus zu gebe«. Es war also tciuc Reserve mehr vorbanden, und desbalb gelang es Ra poleon bei Liguy durchzustoßeu und mit acht Kürassier-Regimenter» ieuen Angriff zn machen, welchem Blücher an der Spitze von drei preußischen Reiter-Regimentern entgegentrat und bei dem er mir seinem verwundeten Pferde zu Sturze kam. Da er vermiß! wurde, gab Cöneisenau den Befehl zum Rückzuge über Tillv nack Wavre,

Auf dem linken preußischen Flügel beim III. Armeekorps war der itampf verliältnißmäßig »nr unbedeutend gewesen und daher die Thätigteit der dort verwendeten Batterien nur gering. Ueber die der 6pfündigen Fuß Batterie Rr. 18 nach Beendigung des oben erzählten Gefchütztampfes berichtet ibr Kommandeur: „Spat gegen Abend crsckieu auf der Höbe vor der Batterie eine bedeutende feindliche Infanteriekolonne, welche hockst wahrscheinlich die Absicht Halle, das Dorf Sombref zu uehmcn. Dicfe Kolonne wurde aber um w uackdrücklicker besckossen. als sie von keiner Artillerie unterstützt war: sie mußte sich bald nach bedeutendem Verluste, der sebr gut bemerk! »verde» touutc, vou der Anhöhe wieder hernutcrzichen, .-Zum öfteren crsckieu die >lolouue wieder, es gelang ihr aber nicht, auch nur einen Fuß breit Terrain zn gewinnen, und als endlich unser linker Flügel mcbr nnd mehr vordrang, verschwand sie gänzlich. Jetzt fing es au finster zu werden, ein bedeutender Regen ergoß sich, und da kein Ricktungspuutt mehr zu nehmen war, erhielt die Batterie, nackdem ucucrdiugs cm feindlicher Kavallcricangriff die Truppen unseres liutcu Flügels zurückgeworfen hatte, den Befehl, ihre Stellung zn verlassen und sich hinter Sombref aufzustellen."

^u Ansführnng dieses Befehls vereinigte sich die Batterie hinter Tombrcf mit ihrer Brigade, die den Auftrag hatte, den Rückzug zu decken, »ud der hierzu anck die reitende Batterie Rr. 18 zugethcill war. Die Brigade blieb in dieser Stellung bis zum folgenden Morgen und trat dann den Rückzug gegen die Dvle an.

Die (ipfündige Fnß-Batterie Nr. 5 ging noch während der Nacht zurück, sammelte bei Tillv ihre auseinander gekommenen Thcile, hielt hier zwei Stunden, futterte, ergänzte die Protzmnnition. ordnete die l^cfckirrc und marsckirtc dann unter dem Vicutc uaul Valette bis St, Anne anf dem reckten Ufer der Dvle.

Diese Batterie hatte in der Schlacht bei Vigim verfeuert: 138 Kugclscküssc »nd 19 Kartätschschüssc. Der Verlust der Batterie bestand in: 1 Uuterosfizier, 2 Kanonieren, 17 Pferde» todt und 1 Offizier. 1 Bombardier. 4 Ka»o»iere», 6 Pferden verwundet.

Das Eiserne Kreuz 2. Masse erhielten: der Kapitän Tchrader, der vieutenant Kühne, 1 Feuerwerker uud 2 Unteroffiziere, Vorgeschlagen ivare» außerdem »och: 1 Bombardier nnd 2 Kanoniere,

Später erhielt der Kapitän Tckrader für diese Schlacht noch den St. Wladimir-Orden 4, Klasse.

Der Munitionsverbrauch der 6 pfundigen ^uh-Batterie Nr. 18 betrug: 439 Kugelschüsse uud 21 »'ranatwürfe. Ihr Verlust bestand in: 1 Unteroffizier. 1 Kanonier, 8 Pferden todt. 1 leicht verwundete» Bombardier und 3 schwerverwuudeten Kanonieren nnd au Verminten: 1 Unteroffizier, 2 (Gemeinen und 2 Pferden, Das Eiserne Kreuz 2. Klaffe erhielte»: 2 Unteroffiziere und I Bombardier, Vorgeschlagen wäre» »ock 2 Unteroffiziere, 1 Bombardier und 2 Kaiiomere.

Vo» diesen erhielt ein Bombardier de» russische» 2t, (George» Orden durch Wahl.

Die preußische Armee hatte vom Abend des 16. Juni an ihren «ulk!«« ««f Nüclz»g derart bewerkstelligt, das; das 1. Armeekorps vora»gi»g. am ^"" 17. die Dvlc überschritt und bei Bierges lagerte. Ihm war das II. Armeekorps gefolgt und hatte am 17. bei 3t. Anne auf dem rechte» Ufer der Dvlc Biwat bezöge», bei ibm die «»pfundige ,>uftBatterie Nr. 5. die am 17. von hier den O verfeuerwerter West phal mit einer Haubil»e und zwei Kanonen, die durch feindliches ,^-euer stark beschädigt wäre», nach Mastricht , Skizze 8, schickte, um die e>'cschül<c wieder herstellen zu lasse». Das III. Armeekorps war erst am Morgen des 17. von Sombref abmarsckirt. hatte am 18. früt» 5 Uhr die Dyle «Skizze 16> erreicht nnd sich ebenfalls auf dem rechten Ufer gelagert. Das IV. Korps, welches am 16. ^nni spät in »icmblouf eingetroffen und am 17, auf Vowcn marschirt war. befand sich am Morgen des 18. am Schnittpunkt der Straften von ^embloux nach Wavrc und vöwcn (Skizze 13).

Der Hemd hatte die Fühlung mit der vreuftisckcn Armee gauzliä' verlöre» und glaubte, ihr Niickzug fiudc auf Namnv statt Erst am 17. Mittags erfuhr Napoleon, daft Blücher auf Wavrc ,urückgegaugcu war, nachdem er schon um 9 Uln den Marschall

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