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Befehls im preußischen Hauptquartier in der Nacht vom 14. zum 15. Juni wurde die engere Zusammenziehung der preußischen Armeekorps befohlen. Das I. Armeekorps sollte sich am 15. südlich Fleurus, das II. zwischen Onoz und Mazy (siehe Skizze 13, Seite ??), das III. bei Namur auf dem linken Maaß-Ufer, das IV. bei Hanut sammeln, und jedes Korps in sich möglichst eng aneinander schließen. Das I. Korps sollte den Angriff des Feindes in seiner Stellung an der Sambre abwarten, im Falle aber, daß es durch zu starte Kräfte gedrängt würde, sich so langsam als möglich nach Fleurus zurückziehen, um hierdurch Zeit zur Vereinigung der übrigen drei Armeekorps in der Stellung von Sombref zu erhalten.

Am frühen Morgen des 15. Juni brach die französische Armee auf, griff das I. preußische Armeekorps an und warf es zurück. Am Abend diefes Tages stand das 2. französische Korps zwischen Frasnes und Gosselies, das 1. zwischen Gosselies und Marchiennes, das 3. bei Gilly. das 4. bei Chatelet, die Garde und das 6. Korps bei Charlcroi und die Reservetavallerie zwischen Gilly und Charleroi.

Die preußischen Armeekorps hatten die Zusammenziehung ausgeführt und standen, wie es befohlen war, nämlich: Das I. Korps um Fleurus, St. Amand, Ligny, das II. Korps zwischen Mazy und Onoz, das III. Korps bei Namur.

Nur das IV. Korps hatte nicht, wie befohlen war, Hanut erreicht, sondern befand sich noch zwischen diesem Orte und Lüttich, da ein Befehl Blüchers den General Bülow nicht rechtzeitig erreicht hatte.

Wellington befahl am 15. Juni eine Zusammenziehung seiner Divisionen in sich und für den 16. ein Aneinanderschließen derselben derart, daß drei bei Nivelles, zwei mit der Reservetavallerie bei Enghien (22 Km nordwestlich Nivelles, Skizze 9) bereit ständen und die Reserve von Brüssel vormarschirte. Diese Märsche wurde» ausgeführt und am 16. Juni Mittags 1 Uhr traf Wellington mit Blücher auf der Windmühlenhöhe von Brve zusammen, nachdem die preußischen Korps folgende Stellungen eingenommen hatten. «Siehe Skizze 14.)

Das I. Armeekorps war hinter den Ligny-Bach gerückt und hatte die Orte Tt. Amand. Ägny und Brye besetzt.

Vom II. Armeekorps stand die 5. Brigade an dem Schnittpunkt der Römerstraße mit der Straße von Namur nach Brüssel zu beiden Seiten der letzteren, die 6. Brigade und bei ihr die 6pfündige FußBatterie Nr. 5 östlich von der 5., nördlich von Brye; in gleicher Höhe mit it>r. südwestlich Sombref die 8. Brigade; zwischen der 6. und 8., ober weiter zurück, die ?. und hinter dieser die Reservelavallerie und östlich von dieser die Reserveartilleric.

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Vom 111. Armeelorps stand die 9. Brigade mit der 6 pfundigen ,>uf,-Batterie Nr. 18 hinter Grand Chazelle östlich Somdref: die 1l. hinter idr, bei Point du jour die l2, und weiter östlich bei longrinne die 10. Brigade, der die 6 pfundige Fuft Batterie Nr. 35 zugetheilt war- noch weiter lints rückwärts stand die Reservetavallerie und bei ihr die reitende Batterie Nr. 18.

Diese Aufstellung war schon Morgens 9 Uhr beendet, aber erst um 1 Uhr begann die französische Armee ihr gegenüber aus dem Walde von Fleurus hervorzutreten. Von ihr hatte Napoleon das 1. und 2. Armeekorps, sowie das Garde- und 3. Kavallerietorps unter dem Marschall Nen nach Les Qnatre Bras (Stizze 13 > geschickt mit dem Auftrage, in Richtung auf Brüssel möglichst weit vorzudringen; mit allen übrigen Korps erschien er selbst jetzt in zwei Kolonnen vor der preußischen Stellung; die eine Kolonne, das 4. Korps mit dem 1. und 2. Kavallerietorps, ging zunächst auf der großen Straße von Fleurus vor, schwentte dann lints ein und wandte sich mit dem 4. Korps gegen Liguy. In einem Haten zu diesem Korps stellte sich das 2. Kavallerietorps gegenüber von Tongrinelle und Boign6e auf, rechts an dasselbe anschließend das 1. Kavallerietorps unter Pasol gegenüber Balatre. Die andere Kolonne wandte sich von Fleurus ans lints und schwenkte mit dem 3. Korps (Vandammej St. Amand gegenüber rechts ein. Lints von diesem Korps stand die 7. Division vom 2. Armeekorps und auf deren linkem Flügel die zum 3.Armeekorps gehörige Kavallerie-Division Dämon. Die Garde blieb nordwestlich, das 6. Korps und die Rescrvetavallerie westlich Fleurus in Reserve.

Die eigentliche Schlacht begann erst gegen 3 Uhr mit einem Angriffe der Division Laloi vom 3. Armeetorps gegen St. Amand; aber schon vorher müssen die preußischen Batterien eifrig gefeuert baben. Oberst Monhaupt sagt in seinem Bericht: „Die Batterien der Position wurden bald nach ihrer Aufstellung, nach 2 Uhr, in ein sehr lebhaftes Gefecht verwickelt."

In dieser Aufstellung standen vom III. preußischen Armeekorps die 6pfundige Fuß-Batterie Nr. 18 südlich Moni Potriaur, südlich der Kirche, gedeckt durch das Füsilier Bataillon 8. Regiments, welches nördlich der Kirche Aufstellung genommen hatte: die 12pfundige Batterie Nr. 7 auf der großen Straße vor der 11, Brigade, die 6pfundige Fuß-Batterie Nr. 35 und die reitende Batterie Nr. 18 bei Tongrinnc, vor bezw. lints seitwärts der 1(1. Brigade.

Die Stellung der 6pfündigen Batterie Nr. 18 war eine sehr günstige; man tonnte von ihr aus den ganzen vorliegenden Bergabbang bestreichen und die nach Fleurus führenden Chausseen bis auf 1500 bis 1600 Schritt beschießen. Dann legten sich allerdings kleine Höhen vor, die nachher vom Gegner sehr vortheilhaft zu Artillerie aufslellungen benutzt wurden.

Als sick die Portruppen der 9. preußischen Brigade auf die Hauptftellung zurückzogen, drängte die französische Reiterei scharf nach, wurde aber durch das Feuer der 6pfundigen Fuß-Batterie Nr. 18 und das der 12 pfundigen Batterie Nr. ? zurückgewiesen, liegen 4 Uhr trat auf einer der den Batterien gegenüberliegenden Höhen eine feindliche 6pfündige Batterie auf und eröffnete ihr Feuer, wurde aber in kurzer Zeit von den preußischen Batterien gezwungen, sick wieder zurückzuziehen. Jetzt erschien an einer andern Stelle mehr rcckts von dem Puutte. an welchem die erste Batterie aufgefahren war. eine neue und zwar eine 12pfundige Batterie, welche bald durch die zuerst aufgefahrene wieder unterstützt wurde. Beide Batterien zusammen richteten ein so wirksames Feuer gegen die 6pfündige Fuß-Batterie Nr. 18, daß diese in kurzer Zeit sccks Mann und fünf Pferde verlor und sich genöthigt sah, zuuäckst mehr Deckung zn suchen. Als nack ihrem Abfahren die französische 12vfün dige Batterie ihr Feuer gegen die 12 pfundige Batterie Nr. 7 richtete, rückte die 6 pfundige Fuß Batterie Nr. 18 sogleich wieder an ihre frühere Stelle und bekämpfte die feindliche Artillerie mit gutem Er folge. Auf dem rechten Flügel, beim I. und II. Armeekorps, batte der General v. Holtzeudorff. als man die Richtung des feindlichen Angriffs auf St. Amand und Vlgnv erkannte, die Aufstellung der Batterien befohlen, wobei, dem Bericht des Oberst v. Noehl zufolge, „die Batterien des II. Armeekorps thcilweisc mit den bereits in Linie gebrachten des I. jiorps cmfgcstcllt wurden und ins Feuer kamen". Es beziebt sick dies wabrsckcinlick darauf, daß die 5. und 6. Brigade mit ihren Batterien auf dem reckten Flügel des I. jtorps ins Gefecht traten und daß später Batterien des II. «orps an Stelle solcher vom I. >iorps rückten, die sick vcrsckossen hatten.

Es wurden zuerst aufgestellt von« I. Korps zwischen Lignu und 3t. Amand — La Haue auf dem Abbangc vorwärts Moulin de Bussv die 1. Haubitz-Batterie, die 12piündige» Batterien Nr. 2 und 6 und die 6pfündigc Fuß Batterie Nr. 8. Es folgte dann die 6pfün dige Fuß-Batterie Nr. 3. Diese beiden letzte» Batterien wnrden aber später, südwestlick Lignv, au einem Steinbruche aufgestellt. Zwiscken Vignn und Sl. Amand stand die Kpfündige Fuß-Batterie Nr. ?, östlich vo» Liguv die 6pfündigc Fuß Batterie Nr. Il>. sämmt» lich Batterien vom I. «orps.

Als dann der Angriff gegen St. Amand erfolgte, wurden zunächst die 1. und 2. Brigade und die «avallerie vom I. Armeekorps, die 5. und ein Theil der 6. Brigade vom II. Korps dagegen ein gesetzt. Die 6pfundige Fuß-Batterie Nr. 5 fuhr hier aber nickt auf; sie war mit dem Rest der 6. Brigade bis hinter die Windmühle von Busfv vorgerückt und von hier griff sie in das Gefeckt bei ?igny ein.

Der Angriff auf Ligny erfolgte etwas später als der auf 2 t. Amand und zwar in drei Kolonnen. Die erste wandte sich gegen den nordöstlichen Theil des Dorfes, die zweite kurz darauf gegen die Mitte, die dritte noch etwas später gegen das Südende. Die Besetzung des Dorfes bestand aus vier Bataillonen der 4. Brigade, neben demselben standen, wie wir sahen, die 6 pfundigen Batterien Nr. 8. 3 und 15.

Der erste Angriff der Franzose» wurde blutig zurückgeschlagen, gleich darauf wurden aber auch die beiden letzten Bataillone der Brigade in das Dorf hineingezogen. Unterdessen bereitete die fran zosische Artillerie einen neuen Angriff vor; die Schützen näherten sich gedeckt in dem hohen Getreide der Umfassung des Dorfes, und es gelang ihnen, sich der Hecken mid Gärte» und auch eines Theils der Häuser von Lignv zu bemächtigen.

Es muß dies gegen 6 Uhr gewesen sein, und um diese Zeit muß Napoleon den Entschluß gefaßt haben, mit einem Theil der Garde Baudammc zu unterstützen, mit dem anderen Theil, und zwar mit der 2. Division alter Garde und der Kavallerie-Division, bei Lignv durchzustoßen. Als sich die Truppen noch nicht lange in Marsch gesetzt hatten, erhielt Napoleon von Vandammc eine Meldung, daß sich bedeutende feindliche Kräfte in der Richtung von Les Quatrc Bras auf Flcnrus näherten. Wie sich später herausstellte, waren die gemeldeten Truppen das 1. französisckc >lorps, welches durch einen Irrthnm veranlaßt war, von seiner Marschrichtung ans Quatre Bras abzulenken und sich dem rechten preußischen Flügel z» nähern. Es bekam zwar bald den bestimmten Befehl von Nev, dem 2. ,<lorps auf Quatre Bras zu folgcu, doch dauerte es über eine Stunde, cbc Napoleon über den Irrthum aufgeklärt wurde. Auf die erste Meldung vou Pandamme hin hatte er befohlen, daß die Division, die junge Garde und die Kavallerie-Division, die zur Unterstützung des linken Flügels bestimmt waren, ihren Marsch fortsetzen, die übrigen Theile der

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