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ist daher auch gar nicht nachzuweisen, wo die Mannschaften der Batterie während der Dauer der Belagerung an jedem Tage verwendet worden sind: man weiß nur, daß ihr Dienst ein sehr schwerer war, da sie fast täglich zu den Arbeiten in den Depots bei Avollensdorf und Rothemart, zum Batteriebau oder als Geschützbedienung herangezogen wurden. Die Perwendung der Offiziere läßt sich leichter nachweifen.

Der förmliche Angriff auf Wittenberg isiehe Ttizze 12. Seite 69> erfolgte von der Westseite, vor welcher vor dem Bastion Scharfeneck ein das zweistöckige Krankenhaus umschließendes, vorgeschobenes Erdwert lag. In der Nacht zum 29. Dezember 1813 wurde die erste Parallele in so großer Nähe der Festung ausgehoben, daß sie gleich als die zweite dienen tonnte. Es war dies dadurch gelungen, daß man den Feind in den vorhergehenden Nächten oft alarmirt und dadurch sorglos gemacht batte, so daß er den Bau der Parallele, als er wirtlich vorgenommen wurde, gar nicht bemerkte.

In der folgenden Zeit wurden gebaut, angelegt oder ausgeführt:

In der Nacht zum lEnfilier-Batterie auf dem linken Elb

30.Dezbr. 1813, Batterie Nr. 1 > Ufer,eine10-u.eine«vfdge Haubitze.

lDemontier-Batterie,vier12pfdgeKan. ^ ^ auf d. rechten Flügel der Parallele. lWurf-Batteric. vier lOpfdgeMörser '^ > in der Mitte der Parallele.

! Demontier Batterie,vier! 2pfdgeKan. i 4 ^ auf d. linken Flügel der Parallele, ^ rechts der Kommunitatiou. «Enfilier-Batterie auf dem äußersten 5< linken Flügel der Parallele, drei ! l2pfdge Kanonen. In der Nacht zum »Wurf-Batterie, vier Idpfdgc Mörser

1Ianuar1814. Batterie Nr. 6 j zwischen Batterie Nr. 2 u. 3.

^ Wurf Batterie, zwei 24 pfdge Mörser 3- ^! links unweit Batterie Nr. 4.

tWurf Batterie, zwei lUpfdge Mörser ^ > auf d. rechten Flügel der Parallele.

!drei 12pfdge Kanonen zwischen Nat6 9 ^ tenz Nr. 3 u. 6.

8. wurde das i^lacis gekrönt.

In der Nacht zum lWurf-Batterie. zwei Idpfdge Mörser

I0.IanuarI814. BatterieNr.10^ aus Batterie Nr. 3, die einging. W. - - II desgl. aus Batterie Nr. 8.

« lBresch-Batterie, drei 12pfdge Kan.. ! angefangen.

12. - - 12 fertig gestellt.

13. - Sturm.

Die Offiziere der Lpfündigen Fuß-Batterie Nr. 18 waren in folgender Weise bei dem Bau und der Befetzuug der Batterien tbätig:

Den Bau der Batterie Nr. 4 leitete der Lieutenant Thiele. Die Arbeit begann am 29. Dezember 6 Uhr Abends unter an dauerndem beftigen Kartätschfeuer des Gegners, doch gingen die Schüsse sämmtlich zu hoch. Am folgenden Morgen war die Batterie zum feuern bereit, obgleich die Munition nur unter Schwierigkeiten battc herangebracht werden können.

Die Batterie Nr. 3 wurde unter Leitung des Lieutenants vohmann in derselben Nacht, aber unbehelligt vom Feinde, fertig gestellt: beide Batterien eröffneten mit der ebenfalls fertig gewordenen Batterie Nr. 1 am 30. Dezember Morgens ihr Feuer. Der Feind wandte sich gegen alle drei Batterien, vorzugsweise aber gegen Batterie Nr. 4; diese litt auch ganz besonders dnrch das feindliche Feuer, da sowohl die Zahl, wie auch das iialiber der auf sie ge richteten Geschütze überlegen war. Am Abend, als, wie immer wabrcnd dieser Belagerung, die Ablösung erfolgte, tonnten nur nock drei Geschütze das Feuer fortsetze».

In der Nacht zum 1. Januar 1814 wurde die Batterie Nr. 6 unter Leitung des Lieutenants Thiele gebaut, der gleichzeitig die Batterie Nr. 2 befehligte. Der Lieutenant Vohmann war in der Nacht zum 1. Januar in den Batterien Nr. 2 uud 3, am folgenden Tage in den Batterien Nr. 3 und 4 lhätig. Der Bau der Batterie Nr. 6 wurde vom Feinde lebhaft beschossen, so daß von de» Arbeitern ein Mann getödtet, vier schwer und zwei leickt verwundet wurden. Die Batterie Nr. 6 begann am Morgen ein lebhaftes Feuer, welches nun mit dem der andere» Batterien zusammen dem feindlichen über legen wurde. Auch an diesem Tage wurde die Batterie Nr. 4 heftig beschossen uud bis zum Abend stark beschädigt. Sic zerstörte aber, mit zwei 12 Pfündern einer anderen Batterie zusammen, die Pallisaden in der Äehle der Befestigung beim Ärantcnbai^s nnd beschoß auch im Berein mit Batterie Nr. 3 dieses selbst. Vom 1. zum 2. Ianuar 1814 leitete der Lieutenant Sanuow das Feuer der Batterie« Nr. 3 und 4 und traf in der Nacht Vorbereitungen, um aus der Batterie Nr. 4 gleichzeitig die rechte Face des Schloßbastions und die linte des Bastions Scharfeneck zu demoutircn. In derselben Nacht wurde das Krankenhaus genommen. Am 2. Januar begann das feindliche Feuer schwächer zu werden.

Vom 2. zum 3. Januar tommandirte der Lieutenant Lohmann in den Batterien Nr. 3 und 4; in dieser Nacht wurde auch die Batterie Nr. 7 gebaut, in welcher vom 3. zum 4. Januar der Vieutenant Tbielc tommandirte.

An allen diesen Tagen, sowie vom 5. zum 6. und vom 8. zum 9. Januar, an welchen der Lieutenant Loh mann in den Batterien Nr. 3 und 6, bezw. Nr. 6 und 9 die Leitung batte, ereignete sick nichts Besonderes. Die Kanonen beschossen bei Tage jede Scharte mit einer Anzahl von Kugeln und stellten in der Nacht ihr Feuer ein, während die Mörser das ihrige fortsetzten.

Die Beschießung hatte sichtbaren Erfolg, denn in der Nacht zum 9. Januar brannte es in der Stadt acht Stunden lang.

Trotz heftigen feindlichen Feuers wurde in der folgenden Nacbi unter dem Lieutenant Thiele die Batterie Nr. 10 erbaut, wobei drei Arbeiter getödtet und fünf verwundet wurden. Die Bettungen dieser Batterie lagen gerade über Gräbern von Franzosen, welcbe hier so wenig tief beerdigt waren, daß das Strecken der Bettungen erschwert und der Aufenthalt in der Batterie durch den schrecklichen Genick fast unerträglich gemacht wurde. Iu dieser Batterie und in der Batterie Nr. 11 tommandirte vom 10. zum 11. Januar der Vieutenant Vohmann.

Die Krönung des Olacis war sckon in der Nacht zum 8. Januar geglückt, und in der Nacht zum ll. wurde zum Bau der Brescb oder Pallisaden Batterie Nr. 12 geschritten. Da der Boden starl gefroren war, mußte diese Batterie erhöht gebaut und der 3ant dazu aus Lockern von den benachbarten Feldern herbeigeschafft werde»

Sie wurde daber nickt in der ersten Nackt, sondern in dcl darauf folgende» vollendet mid zwar »»ter Kommando des Lieule iiauts Tdiele, welckcr gleichzeitig das Feuer in der Batterie Nr.il leitete.

Am 12. Januar war das feindliche Feuer nur nock sckwacd. während der Belagerer aus sämmtlickcn mit Geschütze» besetzten Batterien bis Nackts 1 Uhr ununterbrochen ein sebr lebhaftes Feuer unterhielt, um dem Gegner den Aufenthalt auf dem Walle unmöglich ;u machen. Dann erfolgte der Sturm in vier Kolonnen. Um 3 Uhr war die Stadt in den Händen der Sieger.

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Die Verluste der ttpfüudige» ,>uft Batterie Ar. l« während der Belagerung von Wittenderg waren nickt sclir dedeuteud: sie bestanden

nur in zwei Mann, welche in der Nacht zum 2. Januar beim Aus bessern einer Belagerungs-Batterie verwundet, und zwei Pferden, welche beim Heranfahren der Munition getödtet waren.

Das Eiserne Kreuz 2, Klasse erhielten durch Allerhöchste Kabinets ^rdre vom 26. Januar 1814 der Premierlieutenant Sannow, die Setondlicuteuants Tbielc und Vohmann, ein Unteroffizier und ein Bombardier, «aisch nach Die Batterie blieb noch bis zum 18. Januar in Rahnsdorf.

Mllüdelmlgn»» dalui marschirte sie nach Parchau, 6 Km nördlich vou Burg bei «'»Meß,!», W^elmsZ, und trat hier in den Verband der Brigade von Ieannerct. mit welcher sie an der Einschließung Magdeburgs auf dem rechten Ufer der Elbe theilnahm.

Zum Feuer» kam die Batterie hier nicht, dock war der Dienst, da abwechselnd immer zwei (beschütze bei den Borposten in Woltersdorf, zwei bei den Soutiens in Wörmlitz") nnd vier beim Gros der Brigade in Burg waren, für Mannschaften und Pferde ein sebr anstrengender «Skizze 3). Maisch n«ch Im März erhielt die Brigade Ieauueret Befehl zu dem Reserve

WtMtn u»z ^^, ^ stoßen, welches an der Weser gebildet wurde: am 16. rückte ''«. anl» sie daher und mit ibr die 6 pfundige Fuß-Batterie Nr. 18 aus ihren Stellungen vor Magdeburg ab. Sie ging nach Paderborn (Skizze 8) nnd demnächst ncick Minden. Infolge des Friedensschlusses trat die Batterie am 26. Juni den Rückmarsch nach der Mark an. Sie ging in kleinen Märschen auf Magdeburg und von da über Burg, Rathenow, Neu-Ruppiu nach Gransee «Skizze 2), wo sie am 17. Juli autcim und wieder uuter den Befehl des Oderstlientcnants v. Neander trat.

Der Gesundheitszustaud bei der Batterie war im Ganzen ein guter und die Zahl der Kranken eine geringe gewesen. Nur im Juni war diese auf ein Zehntel der Gesammtstärte gestiegen.

In Gransec wurde die Zeit eifrigst zur Instandsetzung und Ausbildung der Batterie benutzt. Die Munition wurde ergänzt, die Fahrzeuge wurden gründlich ausgebessert uud die Deckel der Protzcu und Wagenkasten mit einem Blechbelage versehen. Für die Bekleidung konnte allerdings mir wenig geschehen. Es wurde fleißig cxerzirt, besonders auch mit bespannten Geschützen, und der Unter richt der Mannschaften und Unteroffiziere namentlich im Winter sorgsam betrieben.

', Notterydorf «. Wöimlitz 13 ll»! nordllstüch Woqdcbulg.

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