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Am 24. April »»tcruahmc» dic Frauzoscn um -1 Uhr Movgciic' cmc Beschießung der preußischen i^rte ^"l Kespcrslcigc, dic durch die Redouten Nr. 2, 3 und 4 vermehrt worden waren, mit leichten Oescbühen, doch wurden diese nach eiuer dreistündigen «anonaoc vollständig zum Schweige» gebracht und gleichzeitig ein gegen deu Bergwall unternommener Ausfall zurückgewiesen. Bon der 6pfundigen Fuß-Batterie Nr. 18 nahmen an diesem Gefecht zwei in der Nedoute Nr. 2 aufgestellte Kanonen und die Haubitze thcil, welche zusammen 58 Kugelschüsse uud 40 Granatwürfe abgaben. Der Verlust betrug ein Unteroffizier bleicht verwundet) nnd ein Pferd.

Als am 29. April der Versuch gemacht wurde, die Zollhausbrücke durch Brander. bei deren Anfertigung der Lieutenant Thiele mitgewirkt hatte, zu zerstören, beschoß der Fcind die Befestigung am Kespersteige. Zu deren Unterstützung wurde eine >tano»c und eine Haubitze der Batterie herangezogen, »reiche hier 10 Hinget schüfst und 9 Granatwürfe verfeuerten.

Dem Lieutenant Sannow war in dieser ,'jeit die ganze Ar tillerie vor Damm unterstellt- Lieutenant Thiele scheint nach wie vor das Feuer in der Nedoutc Nr. 1 geleitet zu haben.

Am 4. Mai Morgens 3'/« Uhr begann der Feind wieder eine Beschießung der preußischen Befestigungsarbeiten am >tespersteigc aus vierzehn schweren Kanonen und Haubitzen, welche mit sechs schweren 12 Pfündern erwidert werden tonnte.

Diese Beschießung dauerte zwölf Stunden und bei ihr sollen di« Kranzofen 1200, die preußischen Geschütze nur 400 Tchüsse abgegeben haben. Das ganze Ergcbniß war, daß dic Einschließung^ truppm drei Verwundete hatten, daß ein 12pfündigcs Rohr am Kopfe gestreift wurde, bei einem andern ein Sckuß in die Mündung ging, und daß ein Laffetenrad unwesentlich beschädigt wurde.

Von der 6pfündigen Fuß-Battcric Nr. 18 war durck de» Lieutenant v. Clausewitz neben der Rcdoute Nr, 1 eine Haubitze vorgcfübrt worden, wobei diese zwei Pferde verlor. Ob sie sich an dem Feuern betheiligte, ist nickt bekannt. Die übrigen Gefckütze der Batterie standen mit einem Tbcilc der Ei»scklicßung5lr»ppc» gc.M einen etwaigen Ausfall des Feindes in Bereitschaft.

In dem Berichte des trafen Tauentzicn über dies Gefecht beißt es: „Unfere Artillerie schoß so wirksam, daß die feindliche trotz der Mehrzabl und des starten Kalibers zum Schweige» ge bracht wurde.

Die Artillerie fährt fort sich auszuzeichnen, die Lieutenants Sannow und Thiele und der Feuerwerter Jan icke verdienen stets das größte Lob."

Am 7. Mai übernahm der Hauptmann v. Schorlemmer den Befehl über die Artillerie der Einschließungstruppen vor Damm; bis zum Beginn des Waffenstillstandes, von dem die Nachricht am 8. Juni vor Stettin eintraf, siel nichs Bemertenswerthes vor.

An die Stelle des zum Kommandeur des IV. Armeekorps ernannten Generals Grafen Tauen tzien, dem die Truppen unterstellt blieben, trat jetzt der Generallieutenant v. Plötz. und von den Einschließuugstruppen wurde der größte Theil der Infanterie, die Linienkavallerie, die Kosaken, die 6pfündige Fuß-Batterie Nr. 1? und die reitende Batterie Nr. II zur Bildung der Reserve des IV. Armeekorps abgezogen. An ihre Stelle kam das 8. Reserveund das 1,, 2. und 3. pommersche Landwehr-Infanterie-Regimcnt. vier Estadrons des l. westpreußischeu Landwehr-Kavallerie-Regiments und die 6 pfundige Fuß-Batterie Nr. 25.

Zur Verstärkung der Artillerie bildete der Major v. Neander aus sechs englischen Lpfündigen Kanonen, zwei englischen 7pfundigen Haubitzen und drei Munitionswagen eine provisorifche Batterie, zu der die ßpfündigc Fuß-Batterie Nr. 18 ihre Reservenummern, sowie ihre Porraths- und Leiterwagenpferde abgab.

Während des Waffenstillstandes war der Dienst für die Ein sckließnngstruppen lein leichter, da die Absperrung der Franzosen noch schärfer gehandhabt werden nuchte und außerdem zahlreiche Alarmirungen stattfanden. In dieser Zeit wurde die Batterie neu eingekleidet. Lieutenant Dähnert wurde von der Batterie versetzt und an seine Stelle kam der Setondlieutenant Schulz, der jedoch beim Munitionsdcpot in Neuendorf kommandirt blieb.

Als am II. August die Nachricht von der Beendigung des Waffenstillstandes bekannt wurde, befanden sich von der 6pfündigen Fuß-Batterie Nr. 18 4 Kanonen unter dem Lieutenant Sannow bei Podjuch, 1 Kanone und 1 Haubitze unter dem Lieutenant Thiele bei Höckcndorf; die beiden andern Geschütze nordöstlich von Damm: diese wurden aber bald mit denen bei Höckendorf vereinigt.

Bis zur Uebcrgabe der Festung batte die Batterie noch einmal Gelegenheit mit allen Geschützen, häufiger aber noch mit einzelnen «anonen oder Haubitzen zu feuern. So that am 24. August eine

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Kanone zehn Kiigclschüsse in einem bei Rosenthal und nördlich davon stattfindenden Vorpostengefecht; am 29. August 1 Haubitze 10 Granatwürfe gegen Damm, am 24, September 1 Kanone und 1 Haubitze 3 Kugelschüsse und 3 Granatwürfe, und am 3. Ottober 1 Haubitze 3 Granatwürfe in Porpostengefechten nördlich Rosenthal. Am 11. Ottober wurde Damm aus allen Geschützen, aus denen es erreicht werden tonnte, von Tagesanbruch an zwei Stunden laug beschossen, wobei die Geschütze des Lieutenants Thiele sich in einer dem Gollnower Thor gegenüber gebauten Batterie befanden, wahrscheinlich bei 5.

Wo die anderen Geschütze der Batterie gestanden haben, ist unbetannt. Der Munitionsverbrauch der ganzen Batterie belief sich an diesem Tage auf 261 Kugelschüsse und 91 Granatwürfe.

Die letzten drei Granatwürfe der Batterie bei dieser Belagerung that am 24. Ottober eine Haubitze gegen Damm, als nach dem Eintreffen der Nachricht voll dem Siege bei Leipzig von den Einschließungstruppen Vittoria geschossen und dies von der Festung scharf erwidert wurde.

Nachdem am 22. November die Kapitulation abgeschlossen war, fand am 5. Dezember die Uebergabe der Festung statt. Die Truppen, die in Damm gestanden hatten, verließen die Stadt, um auf dem Glacis. wo sie von den Einschließungstruppen in Empfang genommen wurden, das Gewehr zu strecken. Die 6pfündige Batterie Nr. 18 stand hierbei abgeprotzt, zum Schießen mit Kartatschen bereit, vor dem Gollnower Thor.

Zur Ucbernahme der Kriegsvorrcithe in Stettin war schon vorher eine Kommission, bestehend aus dem Hauptmann v. Schor lemmer und den Lieutenants Thiele und Post zusammengesetzt. Es war dies jedenfalls der Sohn des alten Lieutenants Post von der Kolberger Garnisonartillerie-Kompagnie.

In der letzten Zeit der Einschließung von Stettin, die volle acht Monate dauerte, waren trotz der andauernd geregelten Verpflegung der Truppen die Gefundheitsvcrhältnisse infolge der Wittcrungseinflüfse und des beschwerlichen Dienstes leine so günstigen mehr wie vorher. Die Krantheiten mehrten sich, und wenn auch versucht wurde durch Vergrößerung der Branntwein- und Brennholzportionen diesem llebel möglichst zu steuern, fo gelang es doch nicht vollständig.

Aus den Berichten des Generals Grafen Tauenhien geht hervor, daß die 6 pfundige Fuß-Batterie Nr. 18 vor Damm in ausreichendem Maße ihre Schuldigkeit gethan hat, und dieser Ruhm bleibt ihr, »venn auch nicht bekannt ist, ob sie besondere Belohnungen für ihr gutes Verhalten während der Einschließung erhalten hat. Nur das weiß man, daß ein Tambour, welcher sich in der 2. Klasse des Soldatenstandes befand, wegen seines guten Benehmens in einem Porpostengefechte vor Damm durch Allerhöchste Kabinetsi7rdre vom 29. Juli rehabilitirt wurde.

Der Munitionsverbrauch der Batterie betrug während der ganze» Einschließung: 415 Kugel. 3 Kartätschschüsse, 13!) Granatund 15 Kartätschwürfe.

Nach der Uebergabe von Stettin wurden die dort verwendeten preußischen Truppen für andere Zwecke frei uud die 6pfundige Fuß-Batterie Nr. 18 erhielt Befehl zum IV. Armeekorps, zu welchem sie gehörte, und welches vor Wittenberg und Torgau stand, zu stoßen. Sie marschirte, nachdem in dieser Zeit der Sekondlieutenaul Marsch »ach ^'ohmann zu ihr versetzt war. am 10. Dezember über Königsberg i. R., Viürndel» Freieuwalde, Berlin. Trebbin und Jüterbog nach Rahnsdorf bei Wittenberg und kam hier gegen den 20. Dezember an. Sie hatte im Winter auf zum Tbeil reckt schlechten Wegen in zehn aufein ander folgenden Tage» über 30 Meilen zurückgelegt, eine Marsch leistung, die unter de» obwaltende» Verhältnissen als recht gut bezeichnet werden muß.

Tckou Mitte des Monats, als die baldige Uebergabe der Festung ü«!«»»«»» >,mi Torgau gesickert erschien, hatte sich der General Graf Tauentzien w«!e»!>lln. zur förmlichen Belagerung Wittenbergs entschlossen. Dieser Platz war kurz nach der Schlacht bei Leipzig durch Truppen des IV. Armee lorvs unter dem General v. Dobschütz eingeschlossen. Da aber bekannt war, daß sich die Festungswerke in gutem Zustande befanden, die Besatzung sich auf 4051 Mann mit 101 Geschütze» bclief, und daß die Festung mit allen Bedürfnissen wohl versehen sei, war so lange nickts gegen dieselbe uuternommen worden, bis das vor Torga» verwendete Belagerungsmaterial frei wurde. Die Uebergabe Torgaus erfolgte zwar erst am 26. Dezember, aber scko» am 25. tonnte» Transporte mit Belagerungsbedüifnisscn nach Wittenberg abgehen.

Bei der Belagerung dieser Festung wurde die Lpfündige Fuß Batterie Nr. 18 «icht geschlossen als Feld-Batterie verwendet, sondern die Thätigleit der Offiziere und Mannschaften wurde »ach Art der htutige» Fußartillerie verwerthet, nur mit dem Unterschiede, daß auf die Truppenverbände gar leine Rücksicht genommen wurde. Es

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