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3. Das Feldartillerie-Regiment General-Feldzeugmeister

(1. Brandenburgisdes) Nr. 3. Am 27. Januar 1889 erhielt unser Regiment seinen jevigen men. Am 1. April desjelben Jahres wurden die (veneralprettion und die Inspektionen der Feldartillerie aufgehoben und Te Feldartillerie Brigaden den Generalkommandos unmittelbar mieritellt.

Kleid zeitig trat eine Neugestaltung der Feldartillerie ein. Die und fabrende Batterie dienen aus ibren bisherigen Ab Filungsverbänden aus und traten zi1 einer neu gebildeten III. Abtelung in Brandenburg zusammen.

Die Batterien der 1. und II. Abtheilung wurden auf mittleren, in der reitenden Abtheilung die 3. reitende Batterie auf beben ** gelebt. Im Mär; desselben Jahres waren die Bezeidung

trende Batterie“ im Gegensatz zur „reitenden“ und „Wadit: Bezter" und „Cuartiermeister“ and bei der fabrenden Artillerie I die betreffenden Dienstgrade eingefibrt worden.

Cberstlieutenant Christiani bernabm das Mommande des Peziments in diejem Jabre.

Am 1. Mai wurde die II. Abtheilung nad Membery rerlegt, I th Juterbog Platz für die je artillerie Idiesituule zu maden.

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Die 3. reitende Batterie trat im Oktober 1890 als 2. reitende Batterie zum 2. Garde-Feldartillerie-Regiment nach Potsdam über. Sie trug, wie wenige Batterien des Regiments, die Ueberlieferungen desselben. Von 1813 bis 1871 war sie überall da gewesen, wo freußische Truppen für ihren König fechten durften.

Die 1. und 2. reitende Batterie famen auf hohen Etat durch Abgaben der bisherigen 3. reitenden Batterie und einer reitenden Batterie des 4. Feldartillerie-Regiments.

Es standen demnach Ende 1890 von unserem Regiment:
die I. Abtheilung, 1., 2., 3. fahr. Battr. in Perleberg,
• II. . 4., 5., 6.

Brandenburg,
• Ill. = 7., 8., 9. - - - Perleberg,
- reit.

1., 2. reit. = - Brandenburg. Am 28. Februar 1891 wurden für die gesammte Feldartillerie tie Schwedischen Aufidläge eingeführt.

Am 28. Februar 1891 feierte das Regiment das Fest seines fimfundzwanzigjährigen Bestehens. Wenngleich Theile unseres Reziments auf eine viel längere Vergangenheit zurückbliden fönnen, is war doch durch Allerhöchste Kabinets-Ordre der 29. februar 1816, in welchem die 3. (Sächsische bezw. Brandenburgische) ArtillerieSrigade zusammengestellt worden war, als Stiftungstag unseres Regiments festgelegt.

Bereits am Abend vor dem Festtage fand in Brandenburg die Begrüßung der Gäste durch das Difizierkorps, das sich nach Möglichkeit durch die Berleberger Kameraden vervollständigt hatte, im reid) geidmüdten Saal des Stadtparks statt. Viele frühere Angehörige les Regiments waren herbeigeeilt, um den Ehrentag der Branden: Furgischen Artillerie mit zu begehen. Am gemüthlichen Biertisch entwicelte sich das heiterste (Hespräch, es verband Jung und Alt und etwedte in Jedem das Gefühl kameradschaftlicher Zusammengebörigkeit.

Am nächsten Morgen war zunädit (Wettesdienst, dann Parade der II. und reitenden Abtheilung auf der Musterwiese. Die in Berleberg stehenden Abtheilungen hatten außer fast jämmtlichen Offizieren Abordnungen von Unteroffizieren und Mannsdaften

entienbet.

Nach dem Eintrefien der direkten Vorgcieuten des Regiments, benen Fid viele Cifiziere der Garnison angeldlosjen hatten, bielt der furz zuvor mit der Führung des Regiments beauftragte Oberstlieutenant Breithaupt eine fraftvolle Ansprache, die mit einem er. **14. feldart. Kogte en sneldjeng neiiter 1 Mrindenb ) + 1

neuten Gelöbniß der Treue und einem dreifachen Hurrah auf den Allerhöchsten Kriegsherrn schloß.

Nach der Parade fand für Unteroffiziere und Mannsdaften ir den Kasernen, die zur Feier des Tages reich mit Guirlanden geschmückt waren, ein festliches Mittagsessen statt, ebenso um 3 Uhr im großen Saale des Kasinos ein Festessen, an dem sich außer den Vorgesetten und den Angehörigen des Regiments aud Atordnungen der Offizierforps des Füsilier- und Kürassier-Regiments betheiligten.

Während der Tafel nahm der Kommandirende General, General lieutenant v. Versen, Gelegenheit, ein Hoch auf das alte stolze Regiment auszubringen. Die Nennung der Namen Misjunde und Vionvillc genügt, um jedem einzelnen die Verdienste des Regiments klar vor Augen zu führen. Möge sich das Regiment stets diejer Ruhmesthaten eingedenk halten und in treuer Pflichterfüllung das Feld bestellen, um dermaleinst ähnlichen Lorbeer zu ernten“.

Den Tag beschloß eine festliche Veranstaltung für Unteroffiiere und Mannschaften auf Ahlerts -Berg. Jn Prologen, Festipielen und Gesängen wurde dem jungen Nanonier die ruhmreide Ber gangenheit seines Regiments vor Augen geführt; die dadurch entfaltete Begeisterung ließ wohl im Herzen eines jeden den festen Vorsatz reifen, den tapferen Vorfahren nachzueifern und sich ihrer würdig zu erweisen.

Das Jahr 1890 brachte den reitenden Batterien eine ilm bewaffnung, infofern, als sie Rohre C/73/88 erhielten. Die Sprenggranaten und das rauchíd)wache Pulver wurden für die gesaminte Feldartillerie eingeführt.

Auch im folgenden Jahre 1891 traten Aenderungen in der Bewaffnung einzelner Batterien ein. Die 1. Batterie jeder Ab theilung wurde mit den Rohren C/73,91 ausgerüstet, deren kon struktion die brisante Wirkung eines Rohrfrepirers der Spreng granate ertrug. Sämmtliche Nanoniere der fahrenden Artillerie erhielten den Revolver M/1883.

Das Jahr 1892 ist durch die Herausgabe eines neuen Ererzir: Reglements und einer neuen Schießvorschrift, sowie durch die Eins führung der Seilbremse und der Richtfläche bemerkenswerth.

Am 7. Oktober 1893 starb General v. Verjen, tief betrauert von dem Armeekorps, welches in ihm den nie ermüdenden, von einer hervorragenden Vergangenheit getragenen Führer verehrte. Zbiu

folgte im Kommando am 13. Oktober 1893 Prinz Friedrich ron vohenzollern.

Am 1. Oktober desselben Jahres trat in Perleberg die IV. Abtheilung, bestehend aus der 10. und 11. fahrenden Batterie, unter Major Brause zusammen. Die Batterien erhielten niedrigen Etat, ibre Mannschaften von den übrigen Batterien des Regiments, ihre Pferde durch Abgaben beider Regimenter der Brigade.

Am 16. November 1893 wurde für die Offiziere der hellgraue Baletot eingeführt, bei Neubeschaffungen sollen auch die Mannschaften graue Mäntel erhalten.

Gleich zu Beginn des Jahres 1894 erfolgten für das Regiment einidineidende Veränderungen in seinen nächsten Vorgesegten. Oberst Breithaupt ichied am 17. Februar aus und wurde durch Oberstlieutenant Humain, bisher etatsmäßiger Stabsoffizier des Regiments Nr. 18, ersegt. Auch General (bustfe erhielt unter Erhebung in den Adelstand den von ihm nachgesuchten Abschied, Oberst vahi, der furze Zeit darauf zum Generalmajor befördert wurde, trat an ieine Stelte. In diesem Jahre erhielten sämmtliche Offiziere der Feldartillerie den blauen lleberrock, als Schießabzeichen wurden Fangidnüre, ähnlich denen bei den anderen Waffen, in acht veridiedenen Stufen eingeführt. In der Beschirrung traten einige Veränterungen ein.

Das Jahr 1895 tritt aus den übrigen Jahren dieses legten Abidnittes dadurch hervor, daß es in ihm durch Allerhöchste Gnade Fem Deere vergönnt war, die (Hedenktage der großen Zeit vor fünfundzwanzig Jahren in der würdigsten Weise zu begeben. Soon de Rabinets-Ordre, welche Seine Majestät am 27. Januar 1895 erließ, deutete darauf hin, welche Weihe Er diesem Jahre zu geben fedadite. Nach dieser sollten die Feltzeiden, welche damals dem Sieger vorangewebt und die (beschüte der Batterien, welche dem keinde gegenüber gestanden hatten, mit dem frijden (vrün der Ceutschen Eiche geidmüdt werden. Auď unsere Fahne durfte dicie Auszeichnung tragen, die 1., 3., 4, 5., 6. jabrende Batterie, die 1. und 2. reitende Batterie betranzten ihre Nobre.

Unser Regiment, weldes, wie wenige in der Armee, im beißen ingen für Senig und Paterland gefampit und geblutet batte, rüstete fid, die Erinnerung an jene Tage in erbetender Weise zu pflegen.

Zwar fonnte der Dauptebrentag des Rejiments, der 16. August, mot als Festtag gerählt werden, da an diciem Tage die Batterien des

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