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Aackdem die Batterien am 2. März noch einen Quartier wecksel in der Ml,e von Oran zum Zivcckc besserer Unterbringung ansgefübrl Kalten, traten sie am ?. März de» Rückmarick in die liegend nördlich Besoul an. Hier in Eontcvon l'Ttizzc ti3> ging schon am «. März der Befehl ein, das, der Verband des XIV, Armee lorps mit dem ?. Mär,', aufgelöst sei. Die Abtdcilung des Majors Ulrick wurde für den Rückmarsch der l, Ncservc Division zngctbcilt. Sic marschirlc über Eolmar <1li. März). Mundelsheim < 20. März,, H.Nlc» 2t',. März» nack )lcckarstiauscn, wo am 1, April der tele graphische Befehl einging, daß die Batterien am 2, April ans Vinic <' von Mannheim nach Jüterbog befördert werden sollten, Dao Ber laden verlief ohne Zwischenfälle, und am 4, April trafen die Batterien in Jüterbog ein. In ihren i» der llmgegeud von Jüterbog liegenden Quartieren begannen sie sofort mit der Dcmobilmackung. Zn nächst wurden die ältesten Jahrgänge der Mannschaften entlassen und die zur Abgabe an die Ersah Abtbcilung geeigneten Picrde durck eine zu diesem Zwecke zusammengetretene Kommission, bestellend aus dem Hauptmann Ncimcr, vicnlcnant Wicsitc und dem Krcisthierarzt Münckow, ausgesucht. Die übrigen Pferde wurden verlauft.

Das gesammte Material der Batterien ivnrdc dem Artilleriedcpot Wittenberg übergeben, die Waffen. Trenfcn. Wonlacks, Deckengurte u. s. >v, gingen an das Artilleriedcpot Zpandau, die Belleidungs und Ausrüsningsstücke der Mannschaften übernadm die Ersatz Abtbcilung.

Am lü. April war die Demobilmackung der beiden Batterie» beendet.

Neunter Abschnitt.
Hon l>?l bis l8W.

l. Ver>i»itt>ngell im M«terial nnt) in der ß)lz«nis>li».

Die im Heldzuge l^?<»?! berrorgclretcnc Mindcnvertbigleil unser« Zündnadelgewebres gegenüber dem französischen Ebassepot gcwebr machte die Einführung einer verbesserten Infanterie bcwaffnuug bei uns notlnvcndig. Dies stellte aber auck die deutsche ^ldarlilleric vor die Hrage der eigenen Wirlungssteigernng Bei den maßgebenden Stellen war man sich darüber einig, daß diese Steigerung durch Vermehrung der schweren Batterien anzustreben sei. Doch tonnte die Beibehaltung der reitenden Artillerie hierbei keiner Erörterung mehr unterliegen, da sie im Feldzugc 1870 71 bei verschiedenen Gelegenheiten durch ihre große Beweglichkeit ganz hervorragende Dienste geleistet hatte. Es sei hier nur daran erinnert, daß die reitende Abtheilung bei Spicheren bereits um 6'/« Uhr Abends auf dem Gefechtsfelde, die etwa '/4 Stunde später alarmirte uud '/4 Meile weiter zurückliegenden Batterien der I. T^chAbtheilung aber erst um 9 bezw. um I I Uhr Abends den Nordausgang von St. Johann bei Saarbrücken erreichten, und daß bei Pionville die reitende Abteilung über eine halbe Stunde früher als die III. Abtheilung in den stampf eingreifen tonnte.

Durch Erlaß vom 3. Dezember 1873 wurde das 8,3 cm Gc schütz für sämmtliche Fuß-Batterien, das 7,85 cm Gesckiw für die reitenden Batterien eingeführt.

Schon am 24. Januar 1870 hatte General v. H indcrnn in einer Denkschrift die Zwcckmaßigtcit und Nottnvendigteit der Trennung der Feld- und Festungsartillerie, auch im Offiziertorps. hervorgehoben. Sein Nachfolger, General v. Podbielsti, hatte »ick diefer Ansicht mit dem weiteren Zusatz angeschlossen, daß er die Unterstellung der Feldartillerie unter die Generalkommandos für sehr vortheilbaft halte. Wahrend man an maßgebender Stelle von der Erfüllung des letzteren Wunsches Abstand nahm, billigte man die Dringlichkeit der erwähnten Trennung, und unter dem 18, Juli 1872 wurde dieselbe versuchsweise, unter dem 7. Mai 1874 endgültig eingeführt.

Bereits am 8. Juni 1871 war infolge einer Al!crl'?chslcn iiabinets - Ordre vom 31. Mai 1871 unsere 6. leichte Batterie an das neu errichtete Fcldartilleric-Ncgimcnt Nr. 15 abgegeben worden.*. An ihrer Stelle wurde eine neue Batterie errichtet, die am I. März 1872 im Barackenlager bei Jüterbog zusammentrat. Unteroffiziere und Mannschaften wurden von den anderen Batterien des Regiments und von den >lolonncu abgegeben, 44 Pferde aus den beim Regiment noch überzählig vorhandenen ausgewählt. Geschütze und Fahrzeuge empfing die neue Batterie in Wittenberg, wo sie am 5. April eintraf uud verblieb. Ihr erster Ebef war

») 2. Seile 513.

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2. Das srandenburglsche Feldorlillerie Zlegimenl Zlr. 3
(General-FeldzrnMeisttlj.

Als am 7. Mai 1874 die Trennung zwischen Feld- und Festungsartillcric endgültig eingeführt wurde, erhielten auch Feld- und Festungsartillerie ihre eigenen Inspektionen. Die Feldartillerie' Regimenter erhielten nun durchlaufende Nummern und unser Regiment den Namen:

,.Z. Brandenburgisches Feldartillerie-Regiment Nr. 3
(General > Feldzeugmeister)."

Für die Abtheilungen und Batterien traten folgende neue Bezeichnungen ein:

I, Feld Abtheilung erhielt den Namen: I, Abtheilnng— Wittenberg,

1, schwere Battr, - - 1. Battr.

1. prov, - 2,

I. leichte - 3.

II. Feld-Abtheilung - - 11. Abtheilung—Jüterbog.

3. schwere Vattr. - 4. Battr.

4. - 5. 3. leichte «.

In der Benennung der reitenden Abtheilung uud ibrcr Batterie» änderte sich nichts. Durck Verordnung vom 18. Juli 1874 erbieltcn alle Offiziere, Unteroffiziere, Trompeter und Fabrcr der Feldartillerie die Uniform der reitenden Artillerie- nur der Haarbusch, die Schwedischen Aufschläge uud bei den Offizieren der blaue Ucberrock blieben noch als besondere Abzeichen der reitenden Artillerie bestehen.

Dem Oberst v. «rcnsti war Oberst Schmidts gefolgt, diesem folgte Oberst Bloch v. Blottnitz im Regimentstommando, der das Regiment im Iadre 1876 wahrend der großen Herbstübungen zwischen Garde- und III. >torps Seiner Majestät dem «aiscr bei der Parade vorfübrtc.

Im Kommando des Regiments folgte im Jahre 1878 Oberst Burckard.

Durch Allerhöchste Kabinets - Ordre vom II. März 1681 wurden 32 neue Batterien aufgestellt, die im Mobilmachungsfall Stämme für neu aufzustellende Batterien bilden sollten. Bei unserem Regiment entstanden durch Abgaben eigener uud fremder ivitiericn die 7. und 8. Batterie; erstere, unter Hauptmann Ca innerer, trat zur I. Abtheilung nach Wittenberg, letztere, unter Hauvimann Eich mann, zur II. Abtheilung nach Jüterbog, Im Mi 1881 schied der hochverehrte Brigadetommandeur, General m^ior Stumpff, aus seiner Stellung und erhielt in General r, Hasson a. einen Nachfolger. 1882 wurde Oberst Burchard ;um Direktor der Vereinigten Artillerie- und Ingenieurschule erniiml und durck Oberstlieutenant v. Elern. bisher im Militäril^inel. ersetzt.

Der Negimcntsslab ging in diesem Jahre nach den Herbst» »düngen von Jüterbog nach Brandenburg, wohin auch die reitende ittbeilung von Dübcn verlegt wurde. Dübcu verlor nur ungcrn «eine Garnison. Trotz der Kleinheit der Stadt halte sich die leitend« Abtheilung dort scbr wobl gefühlt. Die dienstlichen Ver« ialtnifse lagen günstig, gute Exerzirplatzc und zwei bedeckte Ncile^lhnen gewährleisteten die Ausbildung der Truppe, und mit der Bürgerschaft battc mau stets im beste» Eiuvernebmcn gelebt. Wenn «icb ^der alte Voser" in dem sogenannten itasino nicht immer die ^unschenswcrlhc Bereitwilligkeit bei den klagen des Tischvorslandes zeigte, so war sein Haus an den Mittwochs- und SonnabendAbenden der Sammelpunkt der Herren aus der Umgegend ;u li«m harmlosen und fröhlichen Verkehr mit dem ^fsizicrlorvs. lanlend sei hier der Häuser gedacht, welche sich stets gastfrei de» Offizieren öffneten, besonders auch das des Freundes der ganzen sbtdnlung. des „Onkels Heise".

^n treuem Andeute» steht bei dem Ofsizierlorps der ^bcn'l lltulenant a. D. Wiesing, ein alter Ncgimenlslamerad, dessen t"e ^cbtnih stets im Regiment fortleben möge.

In Brandenburg ballen die rcilenden Batterien mit den uu Dünstigsten Verbältnissen zu lämpic». Sie mußten Stalle bcziebe». "<lcht die ziürassiere schon vor 10 Iabren alo unbrauchbar crll.irl ^llen. Die Mannschaften läge» yliiacksl i» Bürgcr.inarticrcn, !!»!> "<nn sie auch nach Fortgang der '.»l^er aus Brandenburg m die ^lofterlaierne quartiert wurden, so blieb der Dienst doch bei dem weilen Auseinanderlicgcu der Gläserne, der Stelle und Heil und ^erurplähe bis iu die ncucsic .ieil für die reilcude AlibeÜung '» bockslen Mafte erschwert. Auch die iebr »ii^iinsligc» ^!n;>er> >Alno-Vtrhällniise in Braiii^ciiburg licfteu den Vergleich zwischen D>,^c„ üntder neuen Garnison iebr ;» »^»»slen der alle» Garnison auoi.il!>,'».

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