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5. l. Battr.: Hptm. Müller I.: Pr. Lt. r, Garßen. Set.

Lt. Dierie.

6. l. Battr.: Pr. Lt. Römer; Sek. Lt. Mühlmann.

Reitende Abtheilung: Hptm. v. Schlicht: Adj.: Pr. Lt.
Massalsty.

1. reit. Battr.: Hptm. Scheringer; Pr. Lt. Gerber. Set.

Lt. Wolter. Port. Fähnr. Sander. 3. reit. Battr.: Hptm. Fromme; Pr.Lt. Wener. Set. Lts. Ahlers, Brause.

2. reit. Battr.: Hptm. Wittstock; Pr. Lt. v. Gizycki. Sel.

Lts. Müller-Wiehr. Hederich.

23. llir ßiilklllllrsch.

(Skizze 41, S. 393.)

». Bis hinter die Seine.

In dem Präliminar-Frieden mar bestimmt worden, daß sogleich nach Festwerden des Vertrages die Departements westlich der Seine von den deutschen Truppen geräumt würden. Die sranzösischen Streitkräfte sollten lunter die Loire zurückgehen. Der Austausch der Ratifikationen fand am Nachmittag des 2. März statt; am 6. März trat das III. Korps den Rückmarsch hinter die Seine an.

Als Marschstraßen waren zugewiesen:

Der 5. Division die Richtung Chartres —Etampes—Provins.

Der 6. Division die über Brou - Fontainebleau auf Nogent sur Seine.

Die Batterien der Korpsartillerie marschirten hinter der 5. Division, die Munitioustolonncn hinter der 6. Division.

Zur Bedeckung waren der Korpsartilleric zwei Bataillone 12. Grcnadier-Negimcnts zugcwiescu. Innerhalb der Division blieben die Batterien ihren Brigaden zugethcilt, nur die 6. leichte trat zur l l. Infanterie-Brigade über. Sie marschirten einzeln, hatten jedoch die Verpflichtung, sich auf dem Marfch einem InfanterieTruppentheilc anzuschließen. Der Marsch verlief ohne besondere Ereignisse. Die 6. Division marschirte von Malesherbes, nordöstlich Pithiviers <18. März) in zwei Kolonnen, die 12. InfanterieBrigade mit den beiden schweren Batterien über Fontainebleau

Aogent sur Seine auf Troyes, die II. Infanterie-Brigade mit den beiden leichten Batterien über Sens.

Die Verpflegung erfolgte während des Rückmarsches bis auf Kleiich. Heu und Stroh hauptsächlich aus Magazinen, zuweilen durch die Ouartiergeber. Da viequisitionen verboten waren, mußten die nicht von der Intendantur gelieferten Lebensmittel von der Truppe baar bezahlt werden. Welche Preise hierbei gesordert wurden und bezahlt werden mußten, geht daraus hervor, daß z. B. die 4. schwere Batterie für zehn Pfund Heu einen Franc bezahlte. Hur besseren Verpflegung erhielten die Offiziere ilne Zulage von l5 Francs bis zum I. April weiter und die Unteroffiziere einen ^ldzuschnß in Höhe ihrer Löhnung. Den Mannschaften wurde» läßlich 2'/, Silberglosckeu gewährt.

Der Bcrlchr mit den Eimvodner» muß in dieser Zeit nicht angenehm gewesen sein, Sie wurden dreist; Diebstähle a» Pferde«. Waffe» und Ausrüstungsstücke!! wurden von ihnen begangen, ohne daß die Truppe während der Marsckzcit in der Vage gewesen wäre. Mittel dagegen zu ergreifen. Wie weit fanatischer Haß, welcher sich blind sein Opfer sucht, gehen lann. zeigt nachstehendes traurige Ereigniß: Der Unteroffizier Iaura der A, reitenden Batterie wurde am 2><. März 9'/, Uhr Abends, als er über den Hof seines Quartiers ging, durch einen Gewehrschuß in de» Arm schwer ver wundet. Zwar wurde der Mairc des Ortes als Geisel mit geschleppt, man mußte il,n aber nach einige» Tagen laufen lassen, da eine dirette Einwirlung auf die Ortschaft nicht mcdr möglich erschien.

In die Tage des Mückmarsches fielen die Geburtstage des llaisers und Uönigs Wilhelm und des Prinz-Feld »arschalls. Am 20. März wurde dem hochverdiente» und geliebten Führer der Zweiten Armee beim Abrücken aus dem Quartier ein dreimaliges Hurrah gebracht; der 22. März war leider ein Hlarschtag, aber auch er ging nicht ohne Feier vorüber. Offiziere une Unleroimiere vereinte» sich im Abend, um mit begeistertem Hurrah die Bläser in lihrfurckt uud Liebe au einander llingcn z» lasten; den Mannschaften wurde, da gemeinsame Feiern nicht statt finden lonnten, Zulagen in t^cld für diese» Tag gewährt. Die ltorpsartillerie beging den 22. März besonders festlich Der Stab log in Fontainebleau. «Am Al'cod des 2l. ließ ich zur Borscicr ecn Kaisers (Geburtstag dura' mcioe Troinrcler vo» der große» «Freitreppe des Cour des Adieuf. wo einst der erste Napoleon von seiner Garde Abschied genommen hatte, die »Retraite«. den -Nbend«segen« und »Heil Dir im Siegertranz> blasen. Es tlang wunder voll auf dem weiten Schloßhofe.

i , Am 22. März hatte die II. Fuß-Abtheilung Befehl, bei ihrem .Durchmarsch durch Fontaiueblcau Salut zu schießen, und am Nack'mittag wurde derGeburtstag Seiner Majestät des Kaisers inMontereau im »Hotel du grand Monarque« mit einem Diner festlich begangen. Beim Hoch wurde» dreimal drei Kanonenschüsse von der 3. reitenden Batterie abgefeuert: das zahlreich anwesende Publikum 'begnügte sich, die Hochs mit Pfeifen zu begleiten".

General v. Dresty giebt noch einige interessante Einzelheiten über den Rückmarsch:

„Die Bevölkerung von Le Maus zeigte sich bei unserem Ab.marsch recht feindlich, da wir ihnen nichts mehr anhaben tonnten. Der Maire von Le Mans hatte General v. Alvensleben bitten .lasset!, doch alle Kranken mitzunehmen, denn er tonne nicht verhindern, daß der Pöbel in die Lazarethe eindringe und die Kranken Niedermache. Die armen Kranken und Verwundeten mußten nun ohne Rücksicht auf ihren Zustand nach dem ziemlich eittfernten Bahnhof transportirt und zurückbefördert werden.

Ein sehr großer Uebelstand war eingetreten, daß nicht mehr requirirt werden durfte, sondern Alles baar bezahlt werden mußte. Wir bekamen zwar täglich 15» Francs Tagegelder. Die reichten aber nicht aus. denn es wurden uns überall Preise abgefordert, daß einem die Augen überginge». In Chartres mußte ich z> B. für einen Teller Suppe, ein Fleischgericht mit ein paar Kartoffeln und eine halbe Flasche ganz mäßigen Rothwein 14 Francs bezahlen. Preußisches Geld wurde gar »icht oder nur zu einem sehr viel geringereu Werthe genommen.

Die Franzosen hatten uns immer des Stehlens angeklagt, aber jetzt, wo von uns kein Druck mehr auf sie ausgeübt werden tonnte, stahlen sie wie die Rabe». Es verging kein Tag, wo mir nicht gemeldet wurde, es wäre »ns etwas entwendet worden. Sie raubten Pferde, Geschirre, Waffen, Lebensmittel u. f. w. Auch mir wurden aus einem Stalle, wo ein Trainsoldat schlief, die beiden Pferde nebst Geschirren von meinem Packwagen gestohlen, so daß ich in große Verlegenheit kam. Von einer Wiedererlangung der Gegenstände war bei dem Verbot der Anwenduug von Repressalien «^Üirlich leine Rede. Dazu traten auch die Franzosen jetzt mit der «ncrhörteften Frechheit gegen uns auf, nicht nur die niederen »lassen, sondern auch die besseren Schichten der Vevölterung und namentlich die Beamten."

Am ZU. März bezogen die Batterien Standquartiere in der »«legend von Troyes, östlich der Seine.

Stab der Korps-Artillerie in Vendeuvre.

I. Fuß-Abtheilung: Rogent sur Aubc, Chaudrey. Avant.

11. Fuß-Nbtheilung: Lusigny, Courteranges, Montierameu,
Montreuil.

III. Fuß-Abtheilung: Bar sur Aube, Vongchamps. Bligni,.
Troyes. Landreville.

Reitende Abthcilung: Villeneuve aux <Ll,üues. Mesnil
St. Pore.

Die Batterien der Divisionsartillerie blieben ibren Brigaden >ugetheilt.

Die 2. reitende Batterie war über Chateau Renauld, OuzoUer >c Marchs. Neuville auf Bois. Egreville, Pont sur Joune. Trones ,n das Standquartier Bricnne lc Lhatcan ohne Zwischenfälle marfchirl. Die Verhältnisse waren hier dieselben wie die oben gc schilderten, leider war aber unter den Pferde» der Batterie der Rotz ausgebrochen.

Auch sie hatte Kaisers Geburtstag, gemeinschaftlich mit der 14. Kavallerie-Brigade, durch Paradcaufslclluiig und Vorbeimarsch » Zügen gefeiert und den Kaisersalut von INI Sckuß abgegeben.

Die Batterien wandten sich in den Standquartieren mii großem Eifer der Instandsetzung der gesammten Ausrüstung zu. ».weit dies mit den vorbandcneu Mitteln überhaupt möglich war, doch wurden ihnen wiederholt größere Beihilfen gezahlt. Die Bef lleidungsslücke befanden sich zum Theil in arger Verfassung; es befanden sich noch Waffenröcke und Reithosen in den Batterien, welche ;u Beginn der Mobilmachung verausgabt »rare» und jetzt einen toftlofcn Anblick gewährten. Alle Ausbildung?zweige wurdcn friedcno. maßig betrieben, die junqcn Fahrer und Reiter rillen in Rclladtheilungen. Mannschaslcn des Ersatzes exevzirtcn zu Fuß uud am l^eschütz. l^ffizierrcilslundc wurde abgclialle». daneben auch wiederl l'll zu Uebungsmärscbcn und lallischcn Ilcbnngcn ans^erückl.

Die Verpflegung erfolgte zum Theil aus Magazine«, zum Theil durch Selbstankauf. Das letztere Verfahren wurde für vortheilhafter erachtet. Nnr die Beschaffung von Stroh stieß auf Schwierigkeit, da in der ganzen Gegend großer Mangel daran herrschte. Die wenigen Vorräthe waren mit Geld kaum zu er schwingen. Im Verlauf des weiteren Aufenthaltes fand sich aber schließlich Alles, um so mehr, als bekannt gegeben worden war. daß haar bezahlt würde.

Am 9. Mai war eine Aendcrung in der Unterbringung besohlen worden. Dem III. Korps wurde das Departement der Marne statt des Departements Anbc zugewiesen, derart, daß die 5. Division de» nordwestlichen Theil mit Chälons, die ll. Infanterie Division den südwestlichen Theil, nördlich begrenzt durch die Marnc bis ChiUons. östlich durch eine Linie ChlUons —Sommepuis. die Korpsartillerie die Ortschaften um Chälons erhielt. Die l>. Kavallerie Division ging »ach dem südlichen Theil des Departements inil Vitrv. le Francis.

Bis zum 18. Mai hatten die Stäbe und Batterien ihre neuen Standquartiere erreicht.

Stab der Korpsartillerie: Chälons. I. Fuß-Abtheilung: Snippes. Auberive sur Suippe. St. Hilaire

le Grand. B6thanu. II. Fnß-Abtheilnng: Invigny. dann CHKlons. Vraux. Aignu,

Chülons, (5ond6 f»r Marne.
III. Fuß-Abtheilung: Arizc. Ialons. Athis, Vertus. Oger.

Reitende Abtheilung: Fagnisrcs, Matongues.

8. reitende Batterie: Vitry le Francis.

In der nun folgenden Zeit bis zum Nüclmarfch ist bei dem Regiment nichts Besonderes vorgefallen. Noch einmal richteten sich die Batterien in ihren Quartieren häuslich ein; die älteste« Jahrgänge der Mannschaften wurde» i» die Hcimath entlassen. Am 27. Mai würde die 6. Kavallerie - Division aufgelöst, die 2. reitende Batterie trat zur 6. Kavallerie-Brigade über und hatte mit dieser am 29. Mai Parade vor dem Prinzen Friedrich Karl. Roßarzt Uteschcr erlag am ?. Mai einer Blutvergiftung, die er sich bei der Sektion eines rotzkrante» Pferdes zugezogen hatte Hauptmann Knobbe ging auf Befehl des Regiments zum Antau' der Gräber der gefallenen Offiziere nach Metz.

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