Abbildungen der Seite
PDF

^iebenwerda: Als in der Schlacht bei Vionville die 2. leichte Batterie noch einmal von feindlicher Artillerie und Infanterie angegriffen wurde, waren es namentlich die vom Kanonier Zenker ausgehenden Scherze und Wortspiele, welche die durch zehnstündiges, anhaltendes Gefecht abgespannten Mannschaften zu neuen Anstrengungen ermunterten, so daß unter dachen das Feuer aufgenommen und bis zur Dunkelheit in erfolgreicher Weise fortgesetzt wurde. In dem Gefecht bei Mazange wurde Zenker durch eine Chassepotkugel getroffen, die ihm durch den Unterleib schlug. Nichtsdestoweniger meinte Zenter, er wolle sich nur verbinden lassen, dann käme er gleich wieder. Er wollte vom Verbandplatz zurückkehren, brach jedoch nach einigen Schritten zusammen und ist zwei Tage darauf in Bcndüme seiner Wunde erlegen. «Siehe S. 357.»

<>. Der 7. Januar.

(Ztizzc 50. 2. 449.)

Die übrigen Korps der Zweiten Armee waren angewiesen worden, an diesem Tage auf den ihnen zugetheilten Straßen gegen Vc Mans weiter zu marschiren. General v. Alvensleben erhielt Befehl, die Angriffsbewegung gegen den Braye-Bach energisch fort zusetzen. Von der 6. Division war die 12. Brigade in die Avantgarde genommen worden. Bor» marschirte Infanterie-Regimen! Nr. 64, hinter diesem die 6. leichte Batterie, Premierlieutenanl Noemer, auf der großen Straße Bendümc—Le Mans. Es war so neblig, daß auf zwanzig Zchritt nichts zu crtennen war. infolgedessen ein Eingreifen der Batterie in das sich bald entspinnende Gefecht bei Epuisau zur Unmöglichkeit wurde. Nach der Einnahme oon Epuisau, um 1'/» Uhr Nachmittags, wurde der Abschnitt des Braue Baches vom Gegner so energisch gehalten, daß um A'/' Uhr die 6. leichte Batterie durch General v. Stülpuagel den Befehl erhielt, vorzugehen. Der Nebel war jedoch noch so dicht und das von Hecken und Gräben durchschnittene, zu beiden Seiten der Chaussee belegene Gelände für Artillerie so wenig gangbar, daß nur ein Zug. Lieutenant Haas, auf der Chaussee vorgezogen wurde. Er protzte in der Höhe der vordersten Schützenlinie ad, stestch! !>ti In diesem Augenblick zerthcilte sich der Nebel etwas, so daß auf "^' 5>!)0 Schritt einzelne Fcriueu erlannt werde» konnten. die vom feinde besetzt waren und beschossen wurden. Der Zug erhielt sehr heftiges Chassepotfeuer. Da die Zcküsse aber dauerud zu belli

gingen, sc» wurde nur ein Mann des Zuges verwundet. Das Pferd des Batterieführers, der sich bei dem Zuge defand, wurde durch ein (rrrlosionsgeschoß am Halse schwer verwundet. Der Zug verfeuerte 5-l Granaten. Nachdem SargF und der Brave Abschnitt genommen waren, ging die 6. leichte Batterie nach Sargs in Quartier.

Die lO. und II. Brigade, welche der 12. auf Cpuisay gefolgt waren, tamen an diesem Tage nicht zur Tätigkeit; sie erreichten in breiter Front ebenfalls de» Ostrand des Braye-Baches zwischen Sarg«? und Savigny.

Die tt. Brigade hatte mit der Fuß-Abtheilung der Korps Artillerie bei Mazange gestanden und rückte, ohne einen folchen Widerstand zu finden, der eine Tbätiglcit der Batterien erfordert hätte, am Abend in Savignv ein.

Während des Vormarsches durch Bcndüme ging der Korps Artillerie ein Befehl des Generals v. Alvcnslebcn zu. nach welchem die I I. Fuß Abtheiluug der 5., die reitende Abteilung der 6, Division ^ugctheilt wurde. Oberst v. Dreslu sollte das Kommando der czesammten Artillerie der 5. Division übernehmen. Keine dieser sldlhcilungen lam zum S6n>ß. Die 11. Fuß Abtheiluug lam in »>nd »i» Fortan ins Quartier, die reitende Abteilung biwalirtc bei <ipnisan.

<I. Per 8. Januar.

»Slizz« 41, ->, 3i»! Ht>«e 5U. E. 44!» u. Slizze K2, L. 472.,

^n der Frühe dieses Tages war das X. Korps von Montoirc. südwestlich Bcndümc. am Voir, aufgebrochen, das XIII. war in zwei Kolonnen auf Va Fcrt6 Bernard. nordwestlich Vcndüme. an d« l'Hnisn«, in Marsch geseht: das IX. folgte dem III., welches mit der 6. Division über 2t. Calais, mit der 5. Division in gleicher Höbe südlich der großen Straße vorging. Die 6. Di Vision hatte auch an diesem Tage die 12. Infanterie Brigade in der Avantgarde.

St. Calais wurde ungehindert durchschritte», aber jenseits des «cl«ch> w Anille-Baches versuchte« einzelne feindliche Abthcilungen die zahl reichen Unterbrechungen der Straße ;>i vcrlheidigen. Es stellte sich bald heraus, daß man es hier nur mit einem Bataillon zu tlnin hatte. Es seylc sich hinter Hecken fest, dielt sich dort eine Weile und ging dann auf Wagen bis zur nächsten Stellung zurück. In

folgedessc» >vurde befohlen, das, zwei Estadrous und zwei Gc schütze vor der Spitze der Infanterie vorgehen sollte». Der l.Zu^ der 6, leichten Batterie, Setondlieutcnant Haas, ging mit zwei Cstadrons Kürassieren im Trade vor; unter dein Schutze der >ta vallerie ging der Zug in Stellung und beschoß auf 2500 Schritt die Wagenkolonne, welche darauf schleunigst mit der feindlichen In fanterie abzog. Dieses Verfahren wurde dreimal wiederholt, so das? in goitz turzer Zeit eine Meile uach vorwärts gclvonnen war. welche die Infanterie »n» ungehindert zurücklegen tonnte.

Der 'jug hatte keine Verluste und verfeuerte im Ganzen 1»', Granaten.

Die 5, Division traf mit dem Feinde nicht znsammc».

Die Artillerie der 6, Division bezog Ortsbiwaks in uud mu Moutaillc, die der 5>. Division bei Ccorpai», die Korpsartillcrie versammelt in St. Calais. Die 5. leichte Batterie bezog beute wieder, wie in den beiden vorhergehenden Nächten, Biwak.

Bon dem Marsch der II. Fiiß-Abthcilu»g von Fortan uack St. Calais erzählt General v. Dres tu: „Cs war für den 8. Januar befohlen worden, daß ich mich mit den Batterien um 8 Uhr früh an der Chaussee einfinde» und mich dort der l<». Infanterie-Brigade anschließe» sollte. Während »ock am 7. die Straßen fast grundlos gewesen wäre», so daß wieder die schon er wähnte» Streichbretter a» den Protze» imd Wage» «»gebracht werden »nißtc», war in der Nacht vom 7. zum 8. ei» sehr starker Frost eingetreten. Als nun Morgens die Gespanne auf dem Part platze ankamen, fanden sie die tief eingesunkenen Räder fo fest ein gefroren, daß sie losgebaucn werden mußten. Dies »ahm fo viel ^eit i» Anspruch, daß icl, erst kurz vor 8 Ubr abmarschireu lonntc und. als ick an der Chaussee aiitaui, die 10. Brigade nicht medr vorfand. Was »u» i» einem von Knicks durchschnittenen und in snrgirtcn Lande anfangen? Ich befand mich in ei»cr elternlose!! Vage. Hinter jedem Knick konnten Franktireurs stcheu, die mich beschießen tonnten, ohne daß an eine Abwehr durch Kanone» z» dc»tc» war. In dieser Lage macktc» sich nun die Zündnadc! Gewehre bezahlt, die ich mir vor Metz hatte gebe» lassen. Ich hatte bei de» Batterie» 80 mit ^iindnadelgeioebren bcwasfnclc Kanoniere. Ans dicfen bildete ick eine Bor nnd Nachhut fowie Heiteudeckuugcu. So tonnte ich mich wenigstens gegen einen plötzlichen Uebcrfall für gesichert halte», de»n meine strammen 80 Kanoniere hallen ihre beschütze sick nicht so leicht nehmen lassen, ^lbcr ein Ucbclstand war noch vorhanden n»d der war recht sichtbar. Die «arten waren nns ausgegaugcu, nnd ich marschirtc nnr nach cineni Taschentompaft. ^>ch wußte, ick sollte nach St. Calais mar schireu. und- der "ilrt lag etwa westlich von fortan; ich folgte demnach der Magnetnadel und erreichte auch glücklich St. Calais ohne Unfall."

?. Der !>. Iauiial.

Auf Befcbl des Prinz-^cldmarschalls sollte das Xlll. «orps ^lMars la Brnyerc, nordöstlich VcMcms, gcwuiucn. das lll.Ardenau, das IX. Bonloire nnd das X. Parign«! I'Ev,,'guc erreichen. General r. Älvenslebcn batle befohlen, das; die 6. Division und die itorpsartillcrie. deren Trennung an diesem Tage aufgehoben wnrde, über Bouloire, die 5>. lints derselbe» vorrücke, ^nr Rechten sollte eine dem Odcrstlieulcuaiit Grase» z» Vunar »»terstclltc Tr»ppe»abthcilung die Bcrbindnng mit dem X!!l. >torps anfucbmcn. Es hatte in der Nacht gsscnneit, am Tage fielen noch dicke schwere flocken, der Giebel dcschräntle anä' beute wieder die Uebersicht, so das; die Batterie der Avantgarde <»'>. leichte. Pr. Vl. Noemer» lange .jeit nicht zur Tbätiglcit laui. Als die Höbe südwestlich Ve Brcil nnd der nördlich oon 3nrfond gelegene Wald von den <>4ern genommen war, erhielt die Batterie den Auftrag, eine feindliche Batterie zum schweigen zu bri»gen. die auf der Höbe hinter l westlich! Ärdciiav in der Bcrlangcrng der (ibanssce stand. Eine Stellung seitwärts der Strafte war nickt zn finden. Der Battcrieführer ging dabcr mit dem I. ,',nge, Vicuienant Haas, gegen 3 Uhr auf der Cbansscc vor. Der ^jug crbielt bierbci ^encr von vier Geschütze», welche nördlich der Strafte bei Va Bntte standen, und von zwei Milraillcusen. die ans der Strafte selbst Stellung genommen battcn.

Der >jng bcsckoft zxnächsl, ebcnsallo auf der Cbanssce siebend. «Neftö» !>l! die beiden Mitraillcnsc» auf 1590 Sckritt und brachte sie nack einer Halden stunde zum Weichen.

Hicranf wurde das ,>cuer auf die vier Geschütze 2000 Schritt

geleutt. und bald flog beim Gegner eine Protze in die Vufl.

Mu einbrechender Duulclheil ging der ^jug zurück. Lieutenant

Haas hatte dreifacher Ucbcrlegenbeil gegenüber gestanden, daher

waren die Verluste nickt geringe. Vieuleuaul Haas selbst und fünf

[ocr errors]
[graphic]

Mann waren verwundet, drei Pferde gefallen. Der Zug battc 45 Granaten verfeuert.

Die N. schwere Batterie, Hauptmann Meinectc, gehörte eben falls zur Avantgarde. Als gegen 4 Ubr das 1. ». II. Bat. Aus. Negts. Nr. 35 auf Befehl des >lommandirenden Generals über Surfond gegen das Südcnde von Ardenay vorgingen, begleitete sie der l. Zug der 6. schweren Batterie, Vieutcnant K» Kling. Der

[ocr errors][graphic]

Zug fand jedoch in dem waldigen Gelände leine Berwendnng und gab nur einen Schuf, ab. Durch Infauteriefcucr wurde ein Pferd gctodtet. Die Batterie selbst ward um dieselbe Zeit dem rechten Seiteudetachcmcnt des Grafen Vnnar zugetbcilt. Sie erreichte das selbe über Vc Brei!. Das Dctackemcut nabm Abends 7 Uhr Va belle Inntile.*! Die Batterie biwatirte angespannt ans der Straße, »> '/< Meile südöstlich Mon^oH.

« ZurückWeiter »