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vor. Das erste Treffen bildeten sechs, das zweite drei Bataillone, Ein Bataillon und eine halbe 6pfündige Batterie bewachten die Brücke und blieben dabei stehen. Eine preußische ßpfündige und zwei russische Batterien aus der Neserveartillerie, desgleichen die Brigadereilerci folgten der vorschreitenden Infanterie. Die Divisionen der Generale Borstcll und Krafft trafen gegen Mittag bei Taucha ein und durchschritte» diese Stadt i» straßenbreiter Front, ohne irgendwo Widerstand seitens der Franzosen zu finden."

Zu diesem Bericht ist zu bewerten, daft es die 6pfündige Fuß Batterie Nr. 5 war, die beim Vorgehen gegen „Heitere Blick" der 3. Brigade mit den beiden russischen Batterien folgte, (itwa um Z ttbr wandte sich diese Brigade von „Heitere Blick' ans gegen Paunsdorf, wo gerade um diese Zeit die Sächsische Division zu den Verbündeten übertrat und wo nun der Anschluß der Böhmischen Armee an die Nord-Armee stattfand, der bisber nur durcl, Reiterei vermittelt war.

Die 3. preußische Brigade vertrieb mit zwei Bataillonen den Feind aus Paunsdorf und verfolgte ihn gegen Tellerbansen. Die s'pfündige Fuß-Batterie Nr. 5 fuhr auf, um an dieser Verfolgung teilzunehmen, tonnte aber nur zwei Schuß abgeben, da die eigene vorgebende Infanterie sie verdeckte. Sie stellte sich daher südlich von Paunsdorf auf. betam aber bald den Befehl, ihrer Brigade zu folgen, die sicb nacb dem Berichte des Hauptmanns v. ^lasenapp nördlich des Dorfes aufgestellt hatte. Ncchts von der Brigade standen die reitenden Batterien des Winzingerodesckcn Xorps und rechts von diesen die des lll. preußischen Armeetorps in deftigem Feuer gegen feindliche Artillerie.

Jetzt wurde zunächst die russische 12pfundige Batterie Nr. ?. dann die ttpfündigc Fuß Batterie Nr. 5 um den rechten Flüge! der Brigade vorgezogen, während ein preußisches Bataillon den Fran zosen nach Tellerbausen folgte, mit ibncn dort eindrang, dann aber zurückgeworfen wurde und rasch auf Paunsdorf zurückgehen mußte. Die nachdringenden feindlichen ?iraillcurs und Kürassiere wurde» von der 6 pfundigen Fuß-Batterie Nr. 5 und der ruffiscken Batterie mit Kartätschen zurückgewiesen und dadurch gehindert, über den Rand der vorliegenden Dörfer vorzugeben.

Gegen 4 Uhr waren auch die anderen Brigaden des «orps nach Paunsdorf bcrangelommen und hatten ibre Batterien in der Vinie der bereits im Feuer stehende» auffahren lassen.

Kurz nach der Eroberung von Paunsdurf sah man starte feindliche Massen zwischen Meltau und Stünz vorgehen, welche wahr scheinlich die durch den Uebertritt der Sachsen in den französischen Reihen entstandene Lücke schließen sollten, Biilow ließ sofort die 3, Brigade gegen den Windmühlen-Berg von Stünz antreten und

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diesen von ihr besetzen. Vor dem ersten Treffen wurden 76 beschütze aufgefahren, unter denen sicti cmck, die der 6 pfundigen FußBatterie Nr. 5 befanden. Wahrscheinlich standen diese aber schon während des Porgehens der Brigade dem Dorfe Sellerhausen auf Kartcitschsckußweite gegenüber und behielten mit der russischen Batterie zusammen diesen Platz bei.

Der Bericht des Hauptmanns v. Glasenapp sagt nur, daß die Batterie von feindlicher Reiterei bedroht wurde, diese aber durck einige «artätschschüsse abwies, und daß sie auf feindliche Artillerie und Tirailleurs, die auf dem Wege von Hellerhausen vorgingen, feuerte. Auf welchen Augenblick der Schlacht sich dies bezieht, ist nicht genau ersichtlich. Später blieb die Batterie, als die russische, neben der sie also wobl stand, aus Munitionsmangel zurückging, sieben und feuerte weiter.

Zwischen 5 und 6 Ubr befahl der Kronprinz von Schweden dem (General v. Bülow, Stünz und Sellerhausen zu nehme»; die Ausführung dieses Befehls gelang aber erst nach längerem Kampf. K-oft gleichzeitig wurde endlich von den Russen Schönfeld genommen, so daß bei Eintritt der Dunkelheit die gauze Vinic von Stünz über Sellerhausen nach Schonfeld in den Händen der Verbündelen war.

Da der Kronprinz von Schweden noch a» demselben Abend einen Angriff Napoleons erwartete, blieb die Infanterie in den genommenen Stellungen, die Artillerie wurde gegen Abend zum Tbeil zurückgenommen. Das preußische III. Armeekorps lagerte zwischen Stünz, Sellerhausen und Paunsdorf! die 6 pfundige K»ß Batterie Nr. 5 ging hinter Paunsdorf zurück, ergänzte sich mit Schießbedarf und blieb die ganze Nacht der große» Nähe des Feindes wegen in Gefechtsbereitschaft, ^cbensmittel waren fast gar nicht vorhanden,

DeS herrschende» dichte»Nebels wegen erkannte man erst am ander» Morgen das Abrücke» des Kindes, und sofort fetzte sick um ? Ubr die ganze Armee der Verbündeten wieder in Bewegung gegen Vcivzig,

Vom III. preuhifchc» Armeekorps ging die 3. Brigade mit einer Kolonne gegen Ncudnitz, mit einer anderen, die aus drei Ba laillonen und der 6pfundigen Kuß-Batterie Nr. 5 bestaub, von Stünz und Sellerbanscn gegen Anger vor. Das Dorf wurde nur schwach vertbeidigt, als aber die Infanterie von ihm aus etwa um 1t) Uhr gegen das Grimmasche Thor vorgehen wollte, belam sie ein heftiges Kcucr vo» einer bei jenem Tbore aufgestellte« feind lichen Batterie von zehn Geschützen. Die 6pfundige Kuß Batterie Nr. 5, welckc »ock bi»ler dem Dorfc geblieben war. belam den Befehl, vorzukommen. Sie ging im Trabe mit anfgesessencr Be dienung durch Anger, entwickelte sich südlich der Ourzcner Tlraßc. protzte ab und eröffnete ihr Feuer auf 900 Schritt gegen die feind Iiä>c Batterie. Bald darauf wurde fic links durch die »ipfüudigc Fuß-Batterie Nr. 10 und rechts, nördlich der Wurzener Straße, durch die russische 12pfündige Batterie Nr. 21 verstärkt. Dem Gegner wurden zwei Kanonen und eine Haubitze demontirt, die übrigen Geschütze zum Sckweigen gebracht. In dem Bericht der 3. Brigade wird ausdrücklich hervorgehoben, daß die 6pfundige Fuß-Batterie Nr. 5 und die russische Batterie Nr. 21 besonders zum Rückzüge des Feindes beitrugen.

Die 6pfündigen Batterien Nr. 5 und 10, welche nun die dem Grimmaschen Thore zunächst gelegenen Häuser beschossen und hier bei sogar Brandtugeln verwendeten, hatten von ihren Stellungen aus leinen besonderen Erfolg. Als daher die russischen Pioniere eine Bresche in die Umfassungsmauer gebrochen hatten, die Russen hier eindrangen und auch die 3. preußische Brigade sich zur Er stürmung des Grimmaschen Thores in Bewegung setzte, gingen die beiden 6pfündigen Batterien bis auf 500 Schritt an das äußere Thor heran und sehten von hier aus bis zur Ankunft der eigenen Infanterie ihr Feuer fort. Hiermit endete die Thätigkeit de» 6 pfundigen Fuß-Batterie Nr, 5 in der Schlacht bei Leipzig.

In den beiden Schlachttagen hatte sie abgegeben: 361 Kugel-, 139 Kartätschscküsse; 100 Granat-, 15 Kartätschschüsse und 3 Brand tugelwürfe.

Im Vergleich zu der lebhaften Feuerthätigkeit der Batterie, welche durch die verhältnißmäßig große Zahl der Kartätsckschüsse gekennzeichnet wird, waren die Verluste nur geringe. Schwer verwundet wurde nur der bereits erwähnte Kanonier Schramm, der auch am nächsten Tage seinen Wunden im Vazareth zu Taucha erlag; leicht verwundet nur ein Bombardier und drei Kanoniere. Oesfcntlich belobt für ihre in der Schlacht bewiesene Tapferteil und Umsicht würden der Hauptmann v. Glasenapp und der Sctondlieutenant Valette, das Eiserne Kreuz 2. Klasse erhielte» durch Allerhöchste «abinets-Ordre vom 16. Januar 1814 Unteroffizier Katz und Kanonier Rasch. Außer diesen waren noch in Vorschlag gebracht worden: Die Unteroffiziere Wendorf und Staffen Hagen, die Bombardiere Weiler, Kalhow, Reseburg, Angreß, Steinborn, Schulz und Kreuz sowie die Kanoniere Dusle, Heiden. Lehn, Schüler, Kielgaß, Dittmar, Bötcher, Collewih und der Ehirurgus Ruhland, Von diesen müssen die Unter offiziere Wendorf und Staffenhagen wegen ihres wirtsamen Einflusses auf die Geschützbedienung, der Bombardier Weiler, welcher, obgleich verwundet, seinen Posten nicht verließ, und der Chirurgus Ruhland, welcher wie bei Groß-Beeren im feindlichen Heuer Verwundete verband, lobend hervorgehoben werden.

Nach der Schlacht bei Leipzig brach das III. Korps in ziemlich M«rsch noch angestrengten Märschen über Weißenfels.*) Bibra, Mühlhausen, ^'»'"'b (Höllingen. Hameln. Minden nach Münster in Westfalen auf, um »ach kurzer Ruhepause in dieser Stadt den Marsch nach Holland fortzusetzen.

Unter den Offizieren der Batterie war seit dem Abmarsch von Leipzig insofern eine Aenderung eingetreten, als Lieutenant Cambli versetzt und Lieutenant v. Putttamer an seine Stelle getreten war, der aber nur bis zum 12. Januar 1814 bei der Batterie verblieb.

Wie anstrengend für die Batterie die Märsche nach Holland waren, geht aus dem Bericht des Oberst v. Holtzendorff aus Utrecht vom 3. Dezember hervor, in welchem es heißt: „Seit der Ichlacht bei Leipzig und seit dem nachher erfolgten Aufbruch des III. Armeekorps bis hier in Holland haben die Batterien dieses Korps nur zwei Ruhetage gehabt; bei den großen Märschen, den schlechten Wegen und den kurzen Tagen kamen die Batterien erst bei der Nacht ins Quartier."

Vom 20. Dezember 1813 ab lag die 3. preußische Brigade und «twgliun,». mit ihr unsere Batterie vor ttortum «Skizze 8). einer kleinen h»l llesüiieß»»«»»« ländiscken Festung am rechten Ufer der Waal. ^wei Kanonen der ^"l""" Batterie unter dem Lieutenant Valette, die bei Artcl mit einem Bataillon auf Porposten waren, fanden hier am 8. Januar 18!4 Entlegenheit, durch acht Kugel- und sechs Karlätscksclnisse einen feindlichen Ausfall abzuweisen.

An der Beschießung von vortun, betheiligte sich die Batterie insofern, als ibr Chef beauftragt »rar, alle Vorbereitungen zu der iclben zu treffen, und als sie selbst aus ihren Haubitzen fcner» tonnlc.

Im Uebrigen mußten ihre Offiziere und Mannschaften schwere <>neschütze besetzen und in Fcuerthätigkcit bringen.

Am 22. Januar begann nach Eintreffen des schon am 8. Januar zum General ernannten Kommandeurs v. Holtzendorff die Vc sckießung von Gorlum. welche i» den Nächten vom 24. zum 25. und vom 26. zum 27. fortgesetzt wurde. Die Haubitzen der Batterie verfeuerten hierbei in der Nacht zum 22. Januar 40. in der zum

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