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wände, an einem anderen die Achse und die Räder zerschossen", sc» das; zeitweise überhaupt nur zwei (beschütze feuern tonnten. Die drei in der Fcnerlinic gebliebene», aber zum Schweigen gebrachten (Geschütze wurden durch die Thätigteit und die Umsicht des Lieutenants Dollen, der Unteroffiziere Arnim, >tutz und Wcndorf und der Bedienungsmannschaften bald wieder schuftfähig gemacht. Da der Feind niedrere ncne Batterien ins Feuer brachte, zogdcrOberstlieiitenant v.Holtzendorff auch die russische 12 pfundige Baticrie Nr. 2l vor und ließ sie zwischen den beiden linken Flügel Batterien einrücken. Auf dem rechten Flügel lieft er neben der »i pfundigen Fuft-Batterie Nr. 5 die reitende Batterie Nr. 5 vorgeben, um den Feind in seiner linken Seite zu bcsckieftc». Doch erlitt diese Batterie so bedeutende Verluste, daft sie ibrc Aufgabe nickt bätte erfüllen tonnen, wenn nickt eine sckwcdische Batterie reckts oon ihr aufgefahren wäre und das fciudlicke Feuer auf sich gezogen hätte.

Nachdem in dieser Stellung wieder eine halbe Tlundc gefeuert <var. gingen die Batterien auf WO schritt an den Gegner heran und beschossen ihn, jetzt auck unterstützt durch die bei der Brigade Borstell eingetheilte Artillerie < 6 pfundige Fuft-Batterie Nr. 10 und balbe reitende Batterie Nr. 11». welche links vom Vilo Kraben auf <Hroß Beeren vorgingen. Als das feindliche Feuer schwächer wurde, ging die Infanterie, die bisher der Artillerie auf 400 schritt gc folgt war, vor und vollendete den Sieg mit dem Bajonett, da des Regens wegen lein l^ewebr mcbr abgefeuert werde» tonnte.

Die wenigen ^cschützabthcilungc», welche gleichzeitig mit der Infanterie in die feindliche Stellung gelangten, feuerten mit «ar lälscken gegen den sich zurüclzicbcudcn Gegner, Die 6 pfundige Futz-Batterie Nr. 5 hatte schon aus der letzten Stellung zurückgeben müssen, um die erlittenen Schäden wieder auszubessern. Der Feind räumte das Tcklacktfeld vollständig. Die Brigaden Hessen Homburg und «rafft nebst der Rescrveartillerie und Reserve lavallerie bezogen die alten Biwats bei Heincrsdorf.

Die Resultate des Tages waren etwas anders, als sie der Oberst v. Holtzcndorff angegeben bat. Es wurden nur vierzehn Kanonen erbeutet, die aber sehr willkommen waren, da es den Preuftcn an «anone» mangelte. Die ,'jahl der erbeuteten Wagen betrug 60 und unter diesen befanden sich 5,2 gefüllte Munitions wagen, 2 Feldfchmicdcn und 6 Trainwagen,

Von der »'»psüudigcn Fuß Batterie Nr. 5» fielen drei Kanoniere: Gröning, Spictcrmauu und Hiibcncr; sckwcr verwundet wurden zwei Bombardiere: Panzlaf und Maaß, und vier Kanoniere: Parlow. Gurgel, Südschlag und Herbon. Von letzteren starben Maaß, Parlow und Kurgcl an ibren Verletzungen, Panzlaf und Herbon wurden Invalide; von diesen warHcrbon später als Wächter des Denkmals ans dem Krcuzbergc angestellt, deicht verwundet waren 1 Bombardier und 7 Kanoniere; von den Pferden waren 1? getödtct, 1 verwundet.

An Munition hatte die Batterie 210 Kugelschuß. 48 Granaten. 486 Scklagröhre» und 107 Züudlichtc verbraucht.

Schon ans der großen Zahl der Tchlagröhrcn und Zündlichte sind die Schwierigkeiten ersichtlich, welche der Artillerie bei GroßBeeren aus dem fast unaufhörlich herabströmenden Regen erwuchsen. Derselbe löschte alle Lunten aus, so daß nur mit Zündlicktcn gc feuert werden tonnte. Der Boden war grundlos, das Vorbringen der Geschütze daher für die von dem Marsch ermüdeten Mann sckaftcn und Pferde äußerst schwierig. Das dickten wurde infolge der durch dcu biegen getrübten Luft erschwert, stellenweise wurde es ganz unmöglich, da bei der herrschenden Windstille der Pulverdampf sick in dicken Massen vor den Geschützen lagerte. Die Wirkung der Artillerie wurde dadurch crbeblick gemindert, daß die kugeln nicht weit genug rollte», sondern in dem tiefen Boden stecken blieben, und daß die Zünder vieler Granaten der Nässe wegen versagten. Trotz dieser großen Schwierigkeiten gebührt der Artillerie dock wohl der Hanptantbcil an dem Nuhmc des Sieges von Groß-Beeren.

Von dem Oberstlieutcnaut v. Holtzcndorff bcricktctc t^cucral v. Bülow an Seine Majestät den König: „Der >iampf war vorzugsweise ein Artillcricgefecht, in welchem sick unsere Artillerie, unter dem Kommando des Oberlicuteuants v. Holhendorff. sehr ausgezeichnet hat. Er führte die Artillerie mit einer Umsicht, Ent scklossenheit und Kühnheit, die Bewunderung verdient und würde ick ihn Eurer königlichen Majestät zur weiteren Beförderung unter thänigst vorschlagen, wenn derselbe nickt erst vor Kurzem durch dao Avancement zum Oberstlieutenant begnadigt worden wäre." Wie hoch Seine Majestät der König die Verdienste des Oberstlieutcnants v. Holtzendorff um den Ausgang der Schlacht von Groß-Beeren schätzte, geht daraus hervor, daß er ihn trotz der entgcgenslebenden Bedenken bald zum Oberst beförderte und ihm am 6. September die I. Klasse des Eisernen Kreuzes verlieh.

Holtzendorff selbst empfahl von der Batterie der besonderen Königlichen Gnade:

den Kapitän v. Glasenapp.

den Selondlieutenant Dollen,

die Feuerwerter Westpbal und Lcicroir,

die Unteroffiziere Arnim, Kuh und Wendorf,

die Bombardiere Steinborn und Buchwald,

die Kanoniere Winter, Duste, Golz und Kolberg und

den Chirurgus Ruhland.

Von den angeführten Personen wurde der Kapitän v. Glasenapp öffentlich belobt; das Eiserne Kreuz 2. Klasse erhielten durch Allerhöchste Kabinets-Ordre vom 13. September: Setondlieutenant Dollen. Feuerwerter Westphal, Unteroffizier Arnim und Kano nie« Golz und Kolberg. Als Beweis von dem vortrefflichen Geiste der Mannschaft sind folgende Beispiele hier anzuführen: Der Kanonier Rosch, welcher verwundet wurde, tebrte, nachdem er verbunden war, zu seinem Geschütz zurück, bei dem sich nur noch drei Mann in Thätigteit befanden, und unterstützte diese in der Bedienung. Als der Kanonier Südscklag, ein ebenso durch seine körperliche Starte als durch seine Besonnenheit und Pflichttreue sich auszeichnender Mann, nack seiner Verwundung zurückging, sab er, daß ein Infanterist, welcher einen anderen Verwundeten führte, ebenfalls verwundet wurde! er nahm sich sogleich der beiden Kameraden an und unterstützte sie, soweit es sein eigener Instand gestattete, bis sie aus dem Schußbereich waren.

Der Kanonier Herbon. welcher Stangenrciter war, verlor durck eine Kanonentugel, die auch sein Pferd tödtete, einen Ann: unter dem zusammengestürzten Thierc bervorgczogcu, bedauerte er. die eigene schwere Verwundung nickt achtend, nur den Verlust des schönen Pferdes, welches er immer besonders geliebt batte.

Die der Schlacht folgende Aackt verbrachten die preußischen Truppen ans dem nassen Felde obne Strob und H0I5. und auch ohne ausreichende Verpflegung. Am andern Morgen wurden sie einigermaßen durck reichliche Sendungen von Lebensmitteln aller Art entschädigt, welche die von ihrer Besorgniß vor den anrückenden Franzosen erlöste Berliner Einwohnerschaft ihnen zu lommen ließ,

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Oudinot ging langsam nach Wittenberg zurück und bezog in dessen Nähe am 3. September ein verschanztes Lager. Am 4. übergab er auf Befehl Napoleons den Oberbefehl an den am Tage vorher eingetroffenen Marschall Ney, behielt aber unter demselben das Kommando über das 12. Korps bei.

Die Nord-Armee folgte ebenso langsam den wechselnden Bewegungen des Gegners durch den gänzlich ausgesogenen Landstrich. Die Hitze wurde außerordentlich drückend, wodurch der eingetretene Wassermangel um so empfindlicher wurde. Sch>»chl bei Die Verbündeten umgaben am 3. September Wittenberg und

vcnnewch. h^ vor der Stadt liegende französische Armee in einem weiten Bogen. Der Marschall Ney wollte denselben durchbrechen und drängte den bei Zahna stehenden General v. Dobschütz nach Jüterbog, um sein Marschziel Berlin wieder aufzunehmen. Da bei Jüterbog das ganze preußische IV. Korps versammelt war, so ging Ney vorläufig nicht über die Linie Naundorf—Mellnitz—Seyda vor.

Der General v. Bülow rückte auf die Meldung von dem Pormarsch des Generals Ney mit seinem Korps nach Kurzlipsdorf und besetzte am folgenden Morgen eine Stellung bei Eckmannsdorf, in welcher er von den Franzosen angegriffen zu werden erwartete. «Skizze 3.) Hier wurden Brot und Branntwein au die Leute vertheilt; besonders belebend wirkte aber die mit einem Courier ein treffende und sich rasch von Mund zu Mund verbreitende Nachricht von dem Siege Blüchers an der Katzbach (26. August.) Als der General v. Bülow von den Eckmannsdorfer Höhen aus erkannte, daß sich der feindliche Augriff nicht gegen ihn, sondern das IV. Korps bei Jüterbog richte, gab er seiuem Korps um 11 Uhr den Befehl zum Porrückeu gegen die linke Flanke des Gegners. Dieses Vorrücken wurde staffelweise in Brigaden vom linken Flügel ausgeführt, jede Brigade iu sick zu zwei Treffen mit geringen Abständen, die Bataillone nach der Mitte in Kolonne formirt. Die Brigade Thümen bildete die erste, Krafft die zweite Staffel, die Brigade Hessen und bei ihr die 6 pfundige Fuß-Batterie Nr. 5 folgte mit der Neserveartillcrie rückwärts der Mitte beider als Reserve. Den rechten Flügel deckte die Reservetavallerie, die sich zunächst mit dem linken Flügel hinter Wölm?dorf, rechts von der Brigade Krafft aufstellte. (Skizze 6, Seite 35.»

Der Augriff der Brigade Thümen richtete sich auf NiederGörsdorf, wo das Gefecht augenblicklick günstig für das IV. Armeelorps stand. Dessen Kommandeur, General Graf Tauentzien, äußerte sogar zum General v. T binnen, dem er cntgegengcritten war, daß der ,^-cind sckon geschlagen sei und man nur noch zu verfolgen brauche. Die Brigade wurde aber von ciuem scbr deftigen ,^euer von der Denlmalsböbc östlich Nieder Görsdorf aus

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cinpfangen und mußte Anfangs zurückgeben, fand aber bald einen Halt an den nördlich von Nieder-Görsdorf aufgefahrene» einund cinbalv 12pfimdigen preußische» Batterien, wclckc durch das ^euer der an der Züdn'esteckc des genannten Dorfes aufgefahrenen Geschütze der Brigade «rafft lebbaft unterstützt worden.

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