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Die bei und um Nemmesweiler liegenden Batterien der I. Fuß Abtheilung hatten den Marsch um 4 bezw. 4'/« Uhr angetretene die 1, leichte Batterie erreichte um 9, die übrigen drei Batterien um 11 Uhr de» Nordausgaug von St. Johann. Sie tonnten jedoch erst Morgens um 3 Uhr auf dem Biwaksplah der KorpZartilleric eintreffe», da die Straßen Saarbrückens vollständig verfahren waren Ein anschauliches Bild dieser Verhältnisse giebt das Kriegstagebuch der I. Fuß-slbtheiluug: „Es war mittlerweile durch den Zuzug rri' Bagagcwagen, von iioloune» und Battcriefahrzeugen, von Hanl Pferden auf dem Wege zum Ererzirplatz von Saarbrücken, wo d« Biwatspläkc der Batterien fei» follten, ein solches Gedränge cni standen, das; längere Zeit bereits vergeblich auf das Einrücken dn Batterien gewartet wurde. Schließlich entschied sich der Abtheilung« tommandcur, persönlich in der energischsten Weise einzuschreiten, ^e war hierbei notbwendig, in der rücksichtslosesten Weise vorzugeben Die Deichsel eines Muuitiouswagcus. welcher sich vollständig um den Gespannen der nächsten Fahrzeuge verwickelt nnd quer vorgelegt hatte, mußte durchgehauen werden, die Fuhrleute unter Anwendung der nachdrücklichsten Mittel zum schnellen Gclwrsam gezwungen werden. Um 3', 2 Ubr war die letzte Batterie oben angetommen, es hatte also bei anstrengendster Arbeit vier Stunden getostet, um einen Weg von wenigen bnndert Schritten zurückzulegen."

Eine Zusammenstellung der vo» der ziorpsartillcric und der III. Fuß-Abtheilung zurückgelegten Wege ergiebt in Berücksichtigung des schon am Morgen zurückgelegten Marsches folgende ganz nervrr ragende Marschleistungen:

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Namentliches Verzeichnis; der Offiziere und Offizier
Diensttliucnden:
Todt und infolge der Verwundung gestorben:
3. schwere Batterie: Prcmierlicutcnant Hildedrandt.

Verwundet: 2tab der II. Fust-Aothciluug: Major v. Vyncker (schwer). 3. leichte Batterie: Tetondlieuteuant Ahrens. 3. schwere Batterie: Setondlieutcnants «laeocr, Wcichdrod, Dortepeefähnrick M n d I in a n n,

M u »itio n s v c r d r a n cl':

3. I. Batterie 164 Granaten. 3. sckw. Batterie 172 Granaten.

4, - 52 4. -. 8?

Zusammen 47ö Granaten. Ein ^ied, welches in der Biwatonacht auf dem Tchlachtfeldc ren Zpickcren unter dem Cindruclc der ersten Scklacktcrlednifse vom Unteroffizier Lucius der 3. reitenden Batterie gcdicl'tct und tomponirt unt von den Renten später viel und gern gesungen wurde, soll hier eingeschaltet werden. Vi«ot auf dem Schlachtfclde von Epichcicn <l. und 7. August 1870.

I. Prc» f,en>z !>i pjie äi,'!> ne ,^o gen in den Xrieg,

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2, Und in wenig Tagen
Zieh'n sie nach dem Rhein
Auch, weil sie es müssen.
Selbst in Frankreich ein,

:,: Auf den Epich'rer Höhen,
Als die Schlacht begann,
Konnte! ihr es sehen,
Was der Preuße kann, :/

3, Keine Kugelsvriye
Hemmte seinen Lauf,
Als er in der Hitze
Stieg den Nerg hinauf,

:,: Turtos und Zunoen
Gehen ihn nichts an,
Denn sie sind nur Sklaven,
Vr ein freier Mann, :,-

4, Diese wilden Horden,
Fälschlich Mensch genannt,
Kennen nur ein Morden.
Das der Welt zur Schand',

:,l Doch der Preuße streitet
Für sein Paterland,
Und sein König leitet
Alle insgesammt, -,i

5, Und der ^eind muß weichen Vor der Preußen Muth,

Ob auch tausend Leichen

Liegen in dem Blut.

-,: ^coer dieser Braven
Starb als tovs'rer Held,
<5r kann ruhig schlafen:
Sein gedenkt die Welt. :,:

6, Seht, der Mond bcjchcinct
Prcußcno Waffcnthat,
Mancher Freund beweine!
Seinen Kamerad,

:,i Doch in seinem Herzen

Lebt ein Frcudenstrahl.

Ruhm still! alle Schmerzen:

Sieg heil! alle Qual, :,i

Untel»!sszici der 3. «üenben Naoelil.

Am 6. August Ivar es auch der nicht im Korpsverband stehenden 2. reitenden Batterie vergönnt, die ersten ehernen Grüße dem Feinde zuzusenden. Die 6, Kavallerie Division war südöstlich Saarbrücken in der Linie Bischmisheim—Bebelsheim zur Beobachtung aufgestellt. Die Batterie stand am südlichen Ausgang von Enshcim. Front gegen Tilden in einer Ausnahmestellung. Mittags 2 Uhr erhielt die Batterie Befehl, mit der 14. «avallerie Brigade über Frauenber., auf Saargemünd zu erkunden. Die Avantgarde der Brigade ging bei Frauenberg über die Blies und stich hier auf überlegene Cbasseurs,

»oelche von der Batterie beschösse» wurden. Ein weiteres Vorgehen 'and nicht statt; die Batterie erreichte um 8 Uhr Abends ihr Quartier Bebelsheim lTtizze 30, S. 297>.

3. Per D«r«arsch bis zum l5. August.

^Stizze 32. S. 31«).

Das III. Armcetorps blieb nach der Schlacht bei Spichcrc» bei Saarbrücken stehen: die Batterien blieben zum größten Thcil in ihren Biwaks, nur die I. Abthciluug quartierte mit drei Batterien nach Saarbrücken hinein. Wie es immer oor und nach eiucr Schlackt infolge der engen Konzentrirung großer Truppciimassc» >cin wird, stieß die Verpflegung von Mann und Pferd auf erhebliche 3ckwicrigteiten, so daß nicht nur am 7. und 8. August bei Saarbrücken, soudcru auch noch in de» nächste» Tage» die Verpflegung ;um große» Tbeil aus der eisernen Portion bezw. Ration erfolgen muhte. Der Nuhetag am 8. August wurde allgemein zur Herstellung und zu Pferdcbesichtiguugcu benutzt. Zufolge der Anstrengungen des (i. Augnst waren mehrere Pferde, besonders solckc der Augmentation, an Lungenentzündung ertrankt, doch gingen nur wenige ein.

Am 9. August überschritten die Divisionen mit de» ihnen zuqethcillen Abtheilungen (die ursprüngliche Vcrtheilung ^ I, Abteilung zur 5. Divisio« — war am ?. August eingetreten» unter allgemeinem Hurrah die kreuze. General o. Stülpuagcl »ahm hierbei Gelegenheit, sich den Offizieren der I. Fuß-Abtheilung gegen über fehr auerleunend über die Leistungen der ihm unterstellt gewesenen ll. Fuß-Abthcilung auszusprechen.

An den folgenden Tagen wurde der Vormarsch auf der großen Ttrahe über Faulauemont aus Ha» s»r Ried fortgesetzt. Das Wetter war sehr schlecht, infolge der vielen Regengüsse war das Gelände nur auf den Straßen »nd auch diese selbst n»r schwer zu befahren und trotz der mehrfachen, durch die Kriegslage bedingten Ruhetage waren diese Marsche für die Truppen fehr anstrengend. Einen solchen Ruhetag, den 10. August, benutzte die «orpsartillerie, nm in Haut Hombourg, nordöstlich von St. Avold, trotz des Widerspruches des katholischen Pfarrers, in der Dorftircke einen Gottesdienst mit ^eier des heilige» Abendmahles abzuhalten. Die Betheiliguug war durchaus freiwillig, aber es fehlte lein Mann. Ein schönes Zeugnis für den religiösen Sinn unserer Brandenburger,

AmA. August war die 6, >iavallerie-Division dem III. Armceler? unterstellt worden, Tic hatte, wie schon mitgctheilt wurde, am v. iluW um Ensheim gestanden und gegen Saargemünd deodacktet und traf iu anstrengendem Marfche am 7. August auf dem Eierzirplatz l Saaroriicken ein, woscldst sie Biwak oczog, Au der 3vlhi

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