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am neue» Laboratorium in Moabit aufgestellt. Den Mannschaften war freier Zutritt zu deu königlichen Theatern bewilligt, die Stadt Berlin gewährte Unteroffiziere» und Mannschaften denfelben Ber pflegungszufchuß, wie früher erwähnt.

Am 22. wurde» die Batterien auf der Anhalter Balm oer laden und um 4 Uhr Nachmittags desselben Tages hielten sie ibre» Einzug i» die festlich geschmückte Stadt Wittenberg. —

Eine wesentliche Acnderung iu der Formation der Artillerie Brigaden war durch Allerhöchste Kabinets Ordre vom 16. Juni 1664 dahin getroffen, daß diese »ach fortlaufender Nnmmci, glcichlaulcnc mit den bezüglichen Ärmcetorps benannt werden sollten. Die FeldBattcrieu und Fcstungs iiompagnicu wurde» in Feld- bezw. F-cstuugs artilleric-Negimcutern vereinigt, welche die provinziellen Bezeichnungen trugen. Hiernach hieß die Brandeubl»gische Artillerie Brigade Ar. 3 z.Hlt.sltgnül. von diesem Tage an „3. Artillerie Brigade" und sie bestand Sla»»en!>»l<,. nunmehr aus dem Brandenburgischcn Feldartillcric Negimcnl Nr. 3 «e«!mn,!«l.^. "'^ ^kin Brandenbnrgischcn Fesningsartilleric Negiment Nr. 3.

An dem Tage, an welchem die IN. Fnß-Abtheilnng in Berlin cinziebc» durfte, am 7. Dezember, erliest Seine Majestät eine Vabinets Ordre, welche de» brandeubnrgisckcn Artillerie-Regimentern diejenige höbe Auszeichnung gewährte, welche unser Regiment beute »och i» scinem Namen trägt. Kos Ntgimtü! Die «abinets Ordre lautet:

^rrnimmtn. „Ick, habe, um das Andeuten der ruhmvollen Dienste zu

ebren, welckc die Artillerie in dem diesjährigen Fcldzngc geleistet bat, an dem heutigen Tage, an welchem ich eine Abtbcilnng derselben unter den vom Kriegsschauplätze zurückgetcbrten siegreichen Truppentbcilen bier in Meiner Haupt- »nd Residenzstadt einrücken ließ, Folgendes bestimmt:

1. Der Oeneral-Feldzeugmcistcr. Prinz iiarl von Preußen, Königliche Hoheit, crbält die Auszeichnung, daß den beiden Regimentern der 3. Artillerie-Brigade der Beiname General-Feldzcugmcister verlieben wird, wonach das Braudenbnrgischc Feldartillcric Regiment Nr. 3 die Bezeichnung Brandenburgisckcs Feldanillerie-Regimenl Nr. 3 (General Feldzeugmeifter»» und das Äraudcnburgischc Fcslnugsartillerie-Regimcnt )ir. 3 die Benennung Brandenburgisckes Festnngsartilleric Negimenl Nr. 3 «GeneralFcldzengmeisler > crballcn.

2. Der General Colomier wird in den Adelsland erhoben.

Ferner habe Ich dem General der Infanterie v. Hahn in

desenderer Anerkennung seiner woblerworbenen Verdienste an den

erfolgreichen Thaten der Artillerie während des Feldzugcs Mein

Lildniß zum Geschenk gemacht.

Verlin, den ?. Dezember 1864.

Wilhelm."

6me weitere, bleibende Auszeichnung erhielt das Regiment durch t',< zllerböcbstc Kabincts-Ordrc oom 18. April 1865, welche lautet

. ^>ch verleihe hierdurch dem Braudcnburgische» Feldartillerie- verleihm,, iti Regiment Rr. 3 (Geueral-Feldzeugmeister j als ehrende Eriuncrung 6» een oorjährigen dänischen F-eldzug und als Auszeichnung für die rübmlichc Theilnahme des Regiments an den stattgehabten Deckten, sowie a« der Eroberung der Düppel-Stellung am !" April und der Insel Älsen am 2i). ^uni vorigen Jahres, das Sand der für diesen Feldzug gestifteten Äriegsdenlmimzc mit Zckwerlern, des Düppelev Tturmtreuzes uud des Alscn:>lrcu,',es « dessen Kahne.

Ich weif;, daß das Regiment in dieser ihm zu Tbcil gewordenen Auszeichnung einen neuen Antrieb zu treuer Erfüllung 'einer Pflichten im Frieden uud im Kriege fiude» wird, und spreche Kmielben dies hierdurch gern aus.

Die rorbezeichneten Fahnenbäudcr lasse ich dem Regiment beifolgend zugehen. In Betreff des ^rtes der Befestigung dieser i^nder an der Fahne wird dem Regiment das Erforderliche durch das Generalkommando des III. Arineetorps eröffnet werden. Berlin, den 18. April 1865.

Wilbclm."

Vierter Abschnitt.

Die Jett von l><»1 bis i>M».

lieber die kurze Friedeuszeit, welche dem Fcldzugc von 1864 'clzle, ist in Bezug au» unser Regiment wenig zu sage».

Die Bewaffnung der Feldartillerie mit gezogenen Geschützen 'uide weiter durchgcfübrt. Bereits am 16. Juni ltt»'<4 war der

Ersatz der Haubitzen durch die gezogenen 8 em-Kanone» befohlen worden: es währte aber bis zum Oktober 1865. daß diese Um formung im Regiment zur Ausführung tam.

Aus den bisherigen drei Haubitz Batterien mit im Ganzen 24 Geschützen wurden vier 4 pfundige , gezogene 8 om-) Batterien zu je sechs Geschützen gebildet. Das Regiment erhielt damit die 1. bis 4, 4pfündige Batterie: die 4. 4pfündige wurde mit der 3, der III. Huß-Abtheilung in Jüterbog unterstellt. Ihre Bildung wurde im Vaufc der ersten Halste des Oktober 1865 beendet. Die den Batterien überwiesenen Geschützrohre waren Gußstahl-4-Pfündcr 0/64 mit safteten 0/64. Zum Chef der Batterie wurde Hauptmann Hirschbcrg ernannt. Ihre Offiziere waren der Premierlieutenant Stumpf und der am 13. Ottober zu diesem Dienstgrad beförderte Setondlieutenant Steuer.

Diese Batterie ist heute die 8. Batterie Regiments Nr. 18.

Es bestand also das Regiment am Cnde des Jahres 1865, aus:

der I. Huß-Abthciluug «Wittenberg, mit der 1. und 4 I2pfdgen.

der 1. 6pfdgcn und der 1. 4pfdgen Batterie:

- II. <Torgau> mit der 2. 12pfdgen. 2. und 4.

6 pfdgen und 2. 4 pfdgen Batterie:

- III. - »Jüterbog» mit der 3. 12pfdgen. 3. 6pfdge».

und der 3. und 4. 4pfdgen Batterie. Am 27. ^uli 1^65 wurde ein Denkmal auf dem Schießplatz bei Jüterbog zum Andeuten an die im ,^-eldznge 1864 Gefallenen feierlichst eingeweiht.

Fünfter Abschnitt.

Per Jeldzug lttM» in Pöhmen.

Der Streit um die Führerschaft in Deutschland zwischen Preußen und Ocstcrreich war durch den Krieg von 1564 und die,^-rage der Verwaltung der Herzogtluimer Schleswig und Holstein »och verschärst worden. Die infolgedessen von ^eftcrreick getroffenen Kriegsvorbercituugen und die für Preußeu wenig wohlwollenden Gesinnungen der meisten deutschen Bundesstaaten nöthigten auch Preußen, mit kriegerischen Anordnungen vorzugchen, um bei dein Ausbruch eines Krieges von seinen Gegnern nickt überrascht zu »Verden. Diese Vorbereitungen bestanden zunächst in der Ergänzung der in den bedrohten Provinzen stehenden Truppentheile und führten endlich zur Mobilmachung der ganzen Armee,

l. Mobilmachnnz.

Am 31. März 1866 traf bei den Abtheilungen des Regiment-? die Allerhöchste >tabinets Ordre vom 29. desselben Monats ein. nach der das Regiment fich auf Kriegsstärtc setzen sollte.

Am 1. April begannen die Mobilmacknngsarbciten für diejenigen Batterien, welche in ihren Standorten mobil wurden, nämlich die Batterien der II. Fuß Äblheilung in uud bei Torgau und die I. 4pfdge und 1. 6pfdge in Wittenberg: die übrigen Batterien natcn an diesem Tage den Marsch ncick ihren Mobilmachuugsorteu an. nachdem sie »och am 31. März die für die Mobilmachung nöthigen Betlcidungs und Ausrüstungsstücke dorthin verladen hatten.

Die 1. und 4. I2pfündige Batterie bezogen Ortsuntertunft in Euysch bezw. Pratau (4 bezw. 2 Km südlich Wittenberg). Die Batterien der III. Fuß-Abtheilung marschirten am 1. April aus Jüterbog aus und erreichten folgende Orte: 3. 12pfundige Batterie ZahuallOKm nordöstlich Wittenberg). 3. 6pfündigc Batterie Hohndorf. Prühlih und Gallien (5 bis 7.5 Km östlich), 3. 4pfündige NbeinSdorf. Braunsdorf, Dobbin l5 Km nordwestlich) nnd 4. 4pfündige Batterie Trasuhn und Teuckeln »3 Km nördlich Wittenberg). Die reitende Abthnlung ging mit der 1. reitenden Batterie in die legend von 3cra.au nach Audendavn l 12 Km südwestlich«, mit der 2. reitenden Batterie nach Wildenhann , 14 Km westlich Torgan,: die 3. reitende Batterie bezog in Nelgern (a. d. Elbe, etwa 12 Km südöstlich Torgau» ortsuntertunft, nachdem sie in Torgau ihre Bcrsuchs 4 Pfündcr wieder mit ihren alten glatten turzen 12-Pfündern vertauscht hatte.

Die Batterien waren zu diesen Märschen gezwungen, weil ihre .Fahrzeuge und Hricgsbeständc in Wittenberg bezw, Torgau lagerte».

Gleichzeitig mit dem Mobilmachungsbefehl war bestimmt worden, kaft die 1. 12pfü»digc und 2. l2pfündige i» 4pfündige Batterien umgewandelt werden und die Bezeichnung 5>. bezw 6. 4pfundige Batterie führen sollten.

Die reitende Äbthcilung hatte zufolge derfelbcu Allerhöchsten «tlrichl«, >iabi»cls Ordre eine 4. reitende Batterie zu errichten: es ist dies "A,,ett"" die heutige 2. reitende Batterie des Regiments, deren Geburtstag

demnach der 29. März 1866 ist. Die alte 2. reitende Batterie gehört seit dem 2. Ottober 1866 dem Hessischen Feldartillerie Regiment Nr. 11 als 1. reitende Batterie an.

Die 4. reitende Batterie wurde durck den Hauptmann Tterzel aus Abgaben der anderen reitenden Batterien am 31. März am gestellt, ihre erste» Offiziere waren der Premierlieutenant Krause, die Tetondlicntenants Steinbardt und v. Gizucti.

lis gaben an die neue Batterie ab: die 1. reit. Battr.: I Serg.. 3 Unteroffz.. 2 Obergefr., 2 Herr..

? Kanoniere, 4 Zugpf., 8 Neitpf. - 2. - - I Serg., 2 Unteroffz.. 2 Obergefr.. 2 s5«n. 7 Kanoniere. 4 Zugpf., 8 Neitpf. 3. - I 2erg., 3 Unteroffz.. 2 Obergefr.. 2 («en

6 Kanoniere, 4 Zugpf.. 8 Neitpf.. den Wachtmeister stellte die 2. reitende Batterie.

Die so zusammengestellte Batterie marschirtc am 1. April na4 Belgern.

Die Batterien waren in ihren Mobilmachnngsortcn gut unter gebracht. Futter und Brot wurden aus Wittenberg bezw. Toraan empfangen, für die übrige Verpflegung wurde den Wirtbcn für den Mann 1 Sgr. 6 Pfg. <^tt,I'> M.) vergütet.

^n den Tagen vom 4. bis 8. April trafen die Augmentation^ Mannschaften, vom 7. bis 12. April die Pferde ein. Die Vandwcb7 Bataillone hatten eine derartig große Anzahl von Bedienung? lanonicren gesendet, daß die älteren Jahrgänge bis zum Januar 1863 entlassen werden tonnten! dock herrsckte an Fahrern Mangel so daß ältere Vcute bei den Batterien verbleiben mußten.

Neckt erschwert war die Mobilmachung der neuen 4pfundig« Batterien, wclcke jcbt am Vorabend eines Krieges außer den Modi^ machungsgeschäflen noch das Geschiihererziren eifrigst betreiben mußten. Dennoch schritten die Arbeiten der Batterien regelmäßig fort, so daf der Regimentskommandeur, Oberst v. Kräwel, die Batterien um Wittenberg bereits am I I., 12. nnd 13. April, die um Torgau au» 14. und 15». besichtigen tonnte.

Die 1. Fnß-Ablbeilimg bezog am 14. April folgende Ouarticrr Stab und 5. 4pfimdige Batterie in Wittenberg, 4. I2pfündlgt ni Zahna, I. 6pfündige in Teyda «17 !<m östlich!, 1. 4pfündige in Krevftädt (13 Km nordöstlich Wittenberg». Am 14. April verließen auch die Batterien der III. FußAbtbcililng ibrc Mobilmachungsorrc

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