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d« Batterien durch Arbeitsdienst im Belagerungspart bei Nübelfeld, durib das Abrüsten der Belagerungs-Batterien und das Fortführen der genommenen Geschütze stark in Anspruch genommen, so daß die Biwaks bei den Borposten je nach der Witterung als eine mebr cdti weniger angenehme Abwechselung der Truppe erschienen, lanedenher gingen häufige Revisionen des Materials und der Neülitung. auch wurde, wenn angängig, exerzirt und auf diese Weise eil Tchlagfcrtigleit der Truppe in jeder Weise zu steigern gesucht. Der Königliche Kriegsherr hatte schon am Abend des 18. April de» Prinzen Friedrich Karl durch folgende Depesche gedankt:

..Nächst dem Herrn der Heerschaaren verdante Ich Meiner berrlicken Armee und Deiner Führung den glorreichen Sieg des beutigen Tages. Sprich den Truppen Meine höchste Anerkennung aus und Meinen Königlichen Dank für ihre Leistungen.

Nilhelm."

Am 2l. April traf Seine Majestät auf dem Kriegsschauplatz »eldfl ein und nabm noch an demselben Tage die Parade über die .Düppelftürmer" ab. zu denen auch die Batterie» der Hauptreserve, die 3. l2pn>udige. die 2. Haubitz- und die 3. (i pfundige Batterie, gehörten.

Diese Batterien hatten Morgens den telcgraphischen Befehl ereilen. Nachmittags 1'/, Uhr im Sturmanzug, Mütze, Mantel über der Schulter, auf der Chaussee zwischen Atzbüll und Gravenstein zu neben. Dort wurden die Batterien in rechts abmarsckirter Zuglelonne aufgestellt und zunächst zwischen 2 und 3 Mir durch Seine Rajestäl besichtigt. Der Besichtigung folgte ein Parademarsch in .jigen. Nack der Parade wurden sämmtliche mit Orden und Ehrenzeichen für den Feldzug fchon ausgezeichneten Offiziere und Mann'üHttm zu Seiner Majestät befoblen, welcher in huldvollster Weise 'dnen seine Freude und Anerkennung aussprach.

Am 22. April hatten die übrigen noch auf dem Sundewitt '«benden Truppen, unter ihnen die 2. 12pfundige, die 3. Haubitzund die 2. 6pfü»dige Batterie, die Ebrc, vor Seiner Majestät n Parade zu stehen. Auch bier befahl der König die Detorirten v sich-, zu Hauptmann v. Uunlenstjerna äußerte sich Seine Hajeftäl scbr gnädig: „Sie haben sich ganz außerordentlich vcrditot gemacht, viel Ehre und Deputation erworben."

Am 24. April fand ein Dankgottesdienst bei Schanze Nr. 4 «an. Am 29. April stand die 2. I2pfündigc Batterie in tHravenstein in der Trauerparade für den General v. Naven, welcher seiner beim Sturm erhaltenen schweren Verwundung erlegen war. Sein König hat ihn noch besucht und ihm den Orden pour 1e m^rit« auf sein Sterbelager gelegt.

Infolge des Abmarsches der Garde-Division nach Iütland tonnten den Truppen des I. Korps weitere Quartiere zu Anfang Mai angewiesen werden. Es bezogen:

2. 12pfiindige Batterie am 1. Mai Nübel,

3. - - - I. - Gravenstein,

2. Haubilö- - - 3. - Möllmart.

3. - blieb in Schottsbüll,

2. 6 pfundige - am 1. Mai Eckensund,

3. - - blieb in Broacker,

4. - am 5. Mai Dünth.

Am 11. Mai Morgens ging dem Prinzen Friedrich Kar! vom Oberkommando die Nachricht vom Abschluß einer vierwöckent lickcn Waffenruhe zu, welche am 12. Mai beginnen sollte.

Vor Weiterführung der Ereignisse möge »och erwähnt werden, daß die bei Düppel eroberten dänischen Geschütze im feierlichen Zuge nach Berlin gebracht wurden. Zur Führung des aus Abordnungen aller am Sturm betheiligt gewesenen Truppen zusammengesetzten Begleittommandos wurde Premicrlieutenant Ttöphasius befohlen: Feldwebeldicnstc that Feldwebel Pinto der 2. (j pfundigen Batterie. Premierlieutcnant Ttöphasius hatte sich freiwillig zur Führung der aus Garde-Festungsartilleristen gebildeten Artillerie-Abtheilung der 4. Sturmtoloime gemeldet. Ibm war es vergönnt, sich in den Feldzügen in hervorragendem Maße auszuzeichnen: fein Name wird noch häusig genannt werden. Die Geschütze wurden am 2 Mai von Flensburg in drei Eisenbahnzügen nach Hamburg befördert. Von hier aus erreichten sie am 3. Mai Nachmittags 5 Uhr Berlin. Auf dem Hamburger Bahnhof wurde der Zug von Vertretern der Stadt empfangen und das Beglcittommando in dem festlich geschmückten Güterschuppen bewirthet.

Nachdem am folgenden Tage die beschütze durch Mannschaften der Gardeartillerie Brigade fahrbar gemacht worden waren, erfolgte am 5. Mai Mittags 1 Uhr der festliche Einzug durch das Branden burger Thor.

Die «Norddeutsche Allgemeine Zeitung" vom 6. Mai 18<i4 berichtet bierüber:

„Gegen 1 Uhr begann sich der Festzug auf dem zwischen dem Atuen !bor und dem Hamburger Bahnhof belegenen Theile zu rll>nen. Voran das Musittorps der reitenden Abtheilung der Gardentillerie-Brigade, dann der Premierlieutenant Stöphasius von l>er Prandenburgischen Artillerie-Brigade als Führer des Zuges,

eine scköne kräftige Kriegergestalt, mit vollem Bart und

5«ltrzebiäuntem Antlitz. Hinter diesem, an der Spitze des Zuges, lenttanonen der bei dem Sturme auf die Düppeler Schanzen 7clbti!iglen 3 türm Kompagnien , , . . Jeder Einzelne dieser Manu 'duften war mit Kränzen und Vaubgewiuden vou Dameuhändeu ^lbmückt. Die Helme, die Säbel und Bajonette waren mit Llumenguirlanden umwunden.

Durck !ruppentheile der Berliner Garnison passirend, traf der ,'lug gegen 2'/« Uhr vor dem Brandenburger Thor ein; bald ^iaui erschien auck Seine Majestät der König zu Pferde von Kr r'nms-Straße kommend. Ein enthusiastisches Hurrah begrüßte rcn allen Seiten de» Monarchen, welcher freundlich grüßend die ,^cnl der in Parade aufgestellten Truppen entlang z» den Siegern ?en Düppel ritt und diese auf das Herzlichste bewilllommuctc, Alnnierlieutenant Stöphasius überreichte demnächst Seiner Vl^jestät den namentlichen Rapport der anwesenden Mannschaften, >>«b Regimentern geordnet. Dann sehte sich der ^ug unter den Xaniaren der Musit in Bewegung

Mlt Seiner Majestät, den >!ö»lglickc» Prinzen, den Hlmiflern v. Roon, v, Vismarcl ». A, au der Spitze passirte der .'»-lg das Palais Seiner Majestät, auf dessen Ballon Ihre Najeslät die Königin-Wittwe und Ihre Königlichen Holllilen die Prinzessinnen des Königlichen Hauses sich ciu ^»llden hatten, vor welchen die Truppen mit angefaßtem Gcwebr lMrlen. Seine Majestät der König nabm vor dem Standbild Blüchers sodann die Parade der Truppen in Zügen ab. Zuerst Wirten die Deputationen der Düppel« Sturmlolonuen und. nack >A diele na» dem Vorbeimarsch sofort rechts abgescbwcnlt und zur Richten Seiner Majestät des Königs Aufstellung genommen, rci diesen sodann die Mannschaften der übrigen !ruppe»tbci!e, sl« der Zug seinen Weg zum Vustgarte« genommen hatte, bcgabcu '2t Eeine Majestät der König in Begleitung der Königlichen Prinzen und der Suite zu den Deputationen der Tlurmtolonucn -:nd ftlUten sich diesen gegenüber aus. Nack einer turzcu Ausprackc Seiner Majestät cm die Mannschaften verlas der Flügeladsutanl. Prinz zu Hoheulohe Ingelfingen, etwa acht Namen. Dic detreffenden Leute, Feldwebel, Unteroffiziere und Gemeine, traten vor die Front und zu Seiner Majestät dem Könige heran. Höchstwelchcr einem Jeden unter buldvollen Worten kräftig die Haut schüttelte und im rotben Etui die Auszeichnung erster «lasse ni: Tapferkeit, ein silbernes Kreuz am schwarzweißen Bande, überreicdle Sodann ritt Seine Majestät die Front der übrigen Tnippen entlang und überreichte dabei jedem Manne derselben in einem schwarzen Eiudie Tapferteitsmedaille am schwarzweißen Bande. Zuletzt wirtti Premierlieutenant Stöphasius zu Seiner Majestät befobler. an welchen der König ebenfalls eine längere Ansprache liielt und dem er dann eine Dekoration im rothen Etui unter kräftigem Händcdi^ überreichte. Wie wir hören ist dem Offizier der Rothe Adler Orte:: III, Klaffe mit den Schwertern verliehen worden. Sichtlich ne^ bewegt entließ Seine Majestät der König gegen 3'/« Ubr r« Mannschaften. Alle Generale und das Offizierkorps beglückwünschte? den tapferen Offizier, während das Publikum ihn wie jeden Delc rirten mit lautem Hurrah begrüßte".

Feldwebel Pinto wurde an demselben Nachmittag beim ,;» fälligen Vorübergehen vor dem Kronprinzlichen Palais zu Ibrel Königlichen Hobeit der Kronprinzessin befohlen und banc die Ehre, Höckstderselbeii einen 1'/« stündigen Vortrag üb« t,.Feldzugserlebnisse halten zu dürfen.

Am 5. Mai wurde das Kommando im Offizier Speisesaal.dn Gardes du Eorps-5taserue von Seiner Majestät festlich bewinr<i Die Mitglieder der 5«dingliche» Familie, welche während der Taie! anwesend waren, unterhielten sich huldvollst mit den Mannschaften Am Abend fand Galavorstellung im Opernhausc statt. 120 Parten platze für die Ehren-Estorte waren mit Guirlanden bekränzt und jeder Platz mit einem Lorbeerkranz geziert. Tags darauf gab das Offizier torps der immobilen 3. Artillerie Brigade den tommandirtenArtillerifter ein Mittagessen imSpeisesaal der vereinigten Artillerie-und Ingenieur schule Unter den Linden. Schließlich wurde das Kommando auf Aller höchsten Befehl unter Bewilligung freier Fahrten auf Posten un? Eisenbahnen bis zum 20. Mai beurlaubt und gleichzeitig durck? Gnade Seiner Majestät den Feldwebeln und Unteroffizieren c Doppel-Louisdor, den Mannschaften ein Louisdor als Ehrengeschc?,! bewilligt und aus der Sckatulle Seiner Majestät gezahlt.

Am 2l. Nachmittags nach beendetem Urlaub wurde die Ehren Estorte Seiner Majestät dem Könige auf dem Hofe seines Palais wieder vorgestellt, uud geruhten Seine Majestät huldvolle Abschiedsworle an jeden Einzelnen zu richten und Sich nach den Erlebnissen während des Urlaubs zu erkundigen, Am 22. Mai «vurdcu die Mannschaften nochmals von de» Prinzen Karl uud Aldrecbl festlich bewirthet, wobei Feldwebel Pinto die Ehre hatte, zwischen beiden hohen Herren zu sitzen. Am 24. Mai trafen Alle wieder bei ibren Batterien auf dem Kriegsschauplätze ein.

l». Besetzung des nördlichen Iütlands und Vorgänge auf der Insel Fchmarn.

,öli„e 2l. ö. l«!7 und 2ti„c -24. 2.215.^

Das II. sösterreickischc) >torps schloß Fredericia ein. Mit der Deckung desselben gegen Norde» beauftragt, stand bei Beile die Ab lbcilung des Generals Grafen Münster, welcber die 4. 12pfundige Batterie angehörte.

Um die schon Anfang März beschlossene Besetzung Iütlands vollständig durckfübren zu tonnen, war Anfang April die Hcrauziebung neuer Berstärtuugen «der 21. Infanterie Brigade) angeordnet worden. Diese Brigade nut der bisherigen Abtbcilnug des Generals trafen Munster bildete vom 20. April ab die lombiuirtc Division Ptünfter. Die aus dem Sundewitt herangezogenen Truppen sollten als lombinirtes III. Korps wieder unter den Befehl des Generals o. oer Mülbe treten: zu ihnen geborte die 1. 6pfii»dige Batterie. Am 1. Mai wurden beide Divifioueu als III. >!orps dem Oberbeiebl des Generals Bogel v. Faltcnsteiu untcrstellt, die Ge schäfte des Ehefs des Geueralstabcs dieses Korps übernabm der ^bcf des Generalstabes der prcuftiscbc» Armee. Gcncrallieutenant Freiherr v. Moltle. Die Besetzung Iütlands bis zum ^im-Fjord geschah ohne Zusammenflösse mit dem Feinde: es dürfte genügen, die Märscbc unserer Batterien bis zur Waffenruhe zu verfolgen.

Die 4. 12pfnndigc Batterie hatte die Zeil in Beile dazu benutzt, ihre Schlagfcrtiglcit durch die verschiedenartigsten Uebungcn. ?urck Einstellen besserer Pferde und durch Instandsetzungen an Material und Bellcidung zu erhöhen.

Am 22 April trat sie im Gros der Division Münster, unter Kommando des Generals v. Bornslcdt. den Marsck über Horsens — Slanderborg — Vinäa, Blwal bei Kjellerup aus Biborg an. wo sie am

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