Abbildungen der Seite
PDF

4 Fuß breiter und 2 Fuß tiefer Graben, so daß der Laffetenfchwanz des Geschützes, wenn die Räder des Letzteren in diesem Graben standen, so Koch stand, daß an ein Feuern nicht zu denken war, und zog ich das Geschütz zurück und stellte die Rader auf den gewachsenen Boden, so tonnte es bei der Stärke des Dammes, da das Terrain nach dem Sunde zu sehr steil abfällt, nickt über denselben fort nach dem Ziele gerichtet werden. Uni nur die Leute möglichst scknell zur Thatigteit und Ruhe bringen zu tonnen, — das wirklich furcht bare Prasseln und Krachen der über, vor und hinter uns trepirenden Geschosse machte sie unruhig — blieb mir nur übrig, das Gefcküt? an den Damm vorschieben und ein tiefes Loch für den Laffetenfchwanz eingraben zu lassen, um es wenigstens bedienen zu können: half während dessen mein 6. Geschütz, das nach dem Abprotzen beim Vorbringen in ein tiefes Loch gefallen war, felbst mit in die Stellung bringen und tountc nun endlich mit meinem Zuge (das 2. und 3. Geschütz standen gut, wurden aber nickt bedient, weil die Mann schaften beim 4. Geschütz hülfreiche Hand leisteten) das Feuer aufnehmen.

Das war eine Hülfe, der erste Schuß! Nach einiger Zeit rückte auch die 2. 6pfündige Batterie, die in der Paralle gestanden und erst die Pferde hatte holen lassen, auf unfern linken Flügel, dann folgte die 2. Haubitz-, die 3. 12pfündige und endlich auch noch die zweite halbe 4pfundige Batterie, und nun bekamen wir denn doch etwas Erleichterung, weuu auch die 84-Pfünder konsequent die Richtnng auf unsere Batterie beibehielten, bei der dann auch das 2. und 3 Geschütz das Feuer aufgenommen hatten.

Daß wir trotzdem, außer den beim 4. Geschütz eingetretenen Verlusten, deren neunenswcrtbe nicht mehr hatten, liegt an unserer insofern günstigen Stellung, als unmittelbar vor wie hinter derselben das Terrain ziemlich steil abfällt, so daß alle zu kurz gehenden Ge schösse tief vor uns, die zu weit gebenden tief hinter uus in die Erde schlugen. Aus dem Brückenkopf feuerten ein 84<Pfünder. ein bd-Pfünoer »nd zwei 12-Pfünder: aus der Alseucr Batterie bei Sonderburg zwei X4-Pfünder, vier l2-Pfünder «gezogene),- aus einer Stellung nördlich von Sonderburg zwei 4-Pfünder «gezogene»: ebenso aus einer verdeckten Aufstellung in der Stadt selbst zwei gezogene 4 Pfündcr und südlich von derselben zwei gezogene 18 Pfünder, so daß wir also bei unserem Äufmarsckircn und Einrücken aus nicht weniger als 16, meistens schweren Geschützen, Feuer erhielten. Aach ungefähr 1'/« Stunden schwieg der Brückenkopf. Mit großer 3cknelligleit drang unsere Infanterie i General v, Raven fiel) bis ;n demselben vor, nahm ihn und hielt ihn auch, als die dänischen Xolonnen. welche aus der Sladt über die Brücke drangen, unter unserem Feuer Kehrt machen mußten, fest im Besitz. Das Abbrechen der Brücken bewies, daß die Dänen den Tundcwitt endgültig aufgaben; die Alsener Batterien feuerten zwar noch bis gegen Abend, weshalb Mick wir langsam weiter schössen. Ungefähr um 6'/« Uhr fiel aber lein Schuß mehr, — der Sieg war »nfer!

Daß unser Vorrücken in die Position schon an Gefallenen, Preußen wie Dänen, und zerschossenen Fahrzeugen u. s. w. vorüberfubrcn mußte, war natürlich. Welches Bild bot sich mir aber, als ick hernach in die Schanze Nr. IV trat, die uns zunächst lag! Die Bruftwebr, das Blockhaus, ein Theil der Geschütze und Lasteten. Alles war zerschmettert uud zerstört, in einem Grade, wie wir Artilleristen selbst es nicht gemuthmaßt hatten. Hier an seinem Geschütz ein dänischer Artillerieoffizier mit drei Mann, sämmtlich tobt, dort zwei Preußen mit gefallenen Dänen, dem einen steckte das abgebrochene Bajonett nock in der Brust, friedlich jetzt nebeneinander. Waffen, Uniformstücke, l^esckützzubehör überall verstreut — wie brav war vcrtbeidigt und erobert worden!

Um 7'/2 Uhr Abends wurde» wir vo» einer Batterie abgelöst, deren Geschütze als Bclageruugs Batterie verwandt waren und die nun aus der Parallele dieselben zurückgezogen batte. und erhielte» gleichzeitig Bcfebl, unsererseits die Ablösung am Abende des folgenden Tages wieder zu bewirken.

Wclck ein Gcwübl trat aber an den folgenden Tagen ein, als die Rübe, welche auf dem Kampfplätze eingetreten war «denn es fiel lein Schuß mehr», bekannt wurde. Alles lam. was nur kommen konnte, und aus aller Herren Länder! Und wie viele liebe Bekannte tonnte ich dort begrüßen!

.... Wie brav war unsere Infanterie und wie fchwärutt Alles jetzt bicr für die Artillerie, nun man die kolossalen Erfolge siebt, die wir in den Schanzen gehabt haben. Die Infanterie ist uns so dankbar! Sobald man es ausspricht, daß man stolz auf ibre Nravour, heißt es immer gleich: »Ja, aber die Artillerie! Wie baben sie auch vorbereitet und es uns leicht gemacht!« — lühne daß sie es wußten, daß ich sie hörte, unterhielten sich heute zwei In fanteristen mit einem Kanonier unserer Batterie, und ich hörte, wie sie äußerten: »Da kriegten wir ein furchtbares Feuer« lsie hatten. nachdem Schanzen Nr, I bis VI nnd dann VII genommen, Nr. VIII stürmen sollen und mußten unter starten» Artilleriefeuer derselbe:» sehr leiden, bis wir es durch unser Feuer aus der Stellung beim Dorfe Düppel auf uns zogen und von ihnen ablenkten > »und wurden schon ganz ängstlich, weil wir nun nicht weiter tonnten und halten mußten, aber mit einmal hörten wir Euch knallen, und da schrieen wir Alle auf vor Freude, daß unsere Artillerie da wäre, Ibr badl uns schmählich geholfen!«" . . , .

„Möllmark. den W.April 1864. .... Gestern Pormittag waren sämmtlichc dienstfreie Artillerie Offiziere nach Gravenstein befohlen, wo uns der Generallicutenant Hindersin, unser neuer Inspekteur, den der Xönig hier unter Verleihung des Ordens paur 1e msrite zum zlveiten Genera! inspekteur ernannt hat, vor seiner Abreise Adieu sagen wollte: auü

[table][ocr errors]
[graphic][table]

6. Vom Falle von Düppel bis zum Ablauf der eisten Waffenruhe.

». Ereignisse beim I. Korps bis zum Eintritt der Waffenruhe.

Nach dem ,^-all von Düppel hatte im Sundcwitt das I. Korps die Aufgabe, die auf Alsen befindlichen Streitkräfte des (Gegners möglichst festzuhalten und einen späteren Nebergang dorthin vorzubereiten. Das II. Korps sollte Fredcricia belagern, während zum Schuhe desselben das wieder vereinigte III. Korps bei Beile Aufstellung uehmeu sollte.

Schon in der Nackt vom 18. zum 19. April waren zwei Batterien des Regiments, die 2. 6 pfundige bei Düppclmühle. die 1. 6pfündige bei Schanze Nr. 10, auf Borposten geblieben; am 19. beschränkten sich diese Batterien darauf, Arbeiterabtheilnugcn. die fich in den Strandbefestigungen zeigten, zu beschießen. Da jedoch die Dänen nicht antworteten und Befehl ergangen war, nur dann zn schießen, wenn der (Gegner dazu zwänge, so verlief dieser Tag im Allgemeine» ebenso ruhig wie die folgenden.

Nur die 4. tipfnndige Batterie hatte Gelegenheit, am 19. April die wiederhergestellten Scharten der von ihr sckon häufig beschofscncn Batterie auf Alsen durch acht Granaten zu demontiren, während vier Schrapncls gegen die sich zeigende Infanterie an der ^oblenloppel verfeuert wurdeu. Am 20, April früh 5 Uhr wurde ein in die Augustcuburger Föbrde einlaufender Dampfer mit 22 Granaten, darunter anscheinend zwölf Treffer, beschossen, dann gegen Arbeiterabthcilungcn einige Tckrapnels abgegeben.

Am Abend des 19. April wurde die 2. 6 pfundige von der 3. ftpfündigen Batterie, die 1. (ipfündige von der 4pfündigen GardeBatterie auf Borposten abgelöst. Bei der I. 6pfüudigcn ereignete sich der traurige Fall, daß bei dieser Gelegenheit, beim Entladen des 4. Geschützes, Kanonier Nr. (> die Granate fallen ließ. Diese platzte, verwundete den Geschützführer, Unteroffizier Tarum. am rechten Knie, den 3>crgefreiten Secring schwer am rechten Oberschenkel, den «aiwnicr Stürmer II. (Nr. 6) schwer am rechten Unterschenkel und den Kanonier >l ob sock leicht.

Für die fernere Zeit wurde der Dicust in den Borposlcn derart geregelt, daß die einzelnen Batterien, sich täglich ablösend, jeden 4. und 5. Tag die Geschühstände bei der Düppclmühle und Schanze Nr. 10 besetzten und biwatirten. ^m Ucbrigen wurden

« ZurückWeiter »