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Namen „1. Brandenburgisches Feldartillerie-Regiment Nr. 3 (GeneralFeldzeugmeister)" führte. Am 27. Januar 1889, an welchem Tage zahlreichen Regimentern der preußischen Armee Ehrennamen beigelegt wurden, änderte sich auch der Name unseres Regiments in „Feldartilleric-Regiment General-Feldzeugmeister (1. Brandenburgisches) Nr. 3". Bei der zweiten Theilung waren dem Stammregiment von den im Jahre 1816 erhaltenen Stammtompagnien nur noch die vormalige 2. und 3. reitende Kompagnie und die 1,, 4., 6. und 7. Fuß Kompagnie verblieben und von diesen sechs sind später noch die vormalige 2. und 3. reitende und 1. Fuß-Kompagnie ausgeschieden, so daß sich augenblicklich im Regiment nur noch drei Batterien befinden, welche bei dem Zusammentritt der Brigade im Februar 1816 schon vorhanden gewesen waren. Es sind dies die ehemalige 4., 6. und 7. Fuß-Kompagnie, die heutige 1., 3. und 6. fahrende Batterie. Neu errichtet aus Abgaben wurde im Jahre 1816 die 2. reitende Kompagnie, welche jetzt die l. reitende Batterie des Regiments ist. Von den übrigen Batterien des jetzigen Regimentsbestandes sind errichtet: im Jahre 1859 die 4. fahrende, 1863 die 5. fahrende, 1866 die 2. reitende, 1872 die 2. und 7. fahrende Batterie (letztere 1890 vom 2. Westfälischen Feldartillerie-Regiment Nr. 22 übergetreten). 1890 die 8. und 9. fahrende, 1893 die 10. und 11. fahrende Batterie.*) Nach der Entstehungszeit der einzelnen Batterien, ihrer Theilnahme an kriegerischen Ereignissen, sowie nach ihrem Zutritt zum Regiment bezw. der Brigade theilt sich daher die Regimentsgcschichte in folgende Abschnitte.

I. Geschichte der Stammtruppen theile, der 6., I.und 3. fahrenden Batterie, bis zur Beendigung der Befreiungskriege;

II. Geschichte der 3. tBrandenburgischen) Artillerie-Brigade bezw. des 3. Artillerie-Regiments und der Brandenburgischen ArtillerieBrigade Nr. 3 bis zum Eintritt ihrer Theile in den Feldzug 1864, soweit dies die »och heute dem Regiment angehörenden Batterien betrifft.

III. Geschichte der Feld Batterien der Brandenburgischen ArtillerieBrigade Nr. 3 bis zu ihrer Theilung im Jahre 1864:

IV. Geschichte des Brandenburgischen Feldartillerie-Regiments Nr. 3 General-Fcldzeugmeistcr von 1864 bis 1872:

V. Geschichte des Regiments in den jeweiligen Bezeichnungen von 1872 bis auf den heutigen Tag.

«) Am I. Oktober 1899 ist die 2, fahrende Vattcrie zum Regiment Nr. 75, die ?., 8., 9,, 10, u. 11, fahrende Batterie zum Regiment Nr, 39 übergetreten. Gleichzeitig wurde in unserem Regimen! eine neue 2, fahrende Notterie aufgestellt.

Erster Abschnitt.

Vorgeschichte.

l. Geschichte dlü 5l«mm!lllppenlhtils der 6. fahrenden öollme.

». Die Kolberger Garnisonartillerie-llompagnie.

Bei der Trennung der Feld- und Garuiionarlillcric i»i Jahre !?Il> N'urde von beiden (Gattungen je ein Bataillon gebildet. Das Fcldarlillerie Bataillon, zu fünf Kompagnien, würde dem Oberst v. Ringer unterstellt: das Garnijonartillcric Bataillon hatte vier Konipagnicn: die Wcsclsckc, die Hiagdcburgschc. die Ttettinsche «welche zugleich Kolbcrg nnd «iislrin mit besetzte» und die Pillanscbc Kom pagnie. Im Jahre l?48 wurde die Garnisonartillerie->tompagnie Nr. 5 in Neiße, 1750 die Kompagnien Nr. 6 und ? in Glatz und Sclm'cidnitz, 1753 die Kompagnie Nr. 8 in Koscl errichtet. Im Jahre l77l fand am I. Dezember die Forminmg der Garnisonartillcric >lompagnien Nr. U, 10 und ll in ttolberg, Breslau und Slogan statt, von denen die Kompagnie Nr. 9 oder die «olbcrger (<'arniso»arlilleric-Kompagnie diejenige ist, aus welcher die jetzige «i, fahrende Batterie unseres Regiments hervorging. Der erste libcf dieser Uompagnie war der Premierlapitän Johann Christian Arndt, welcher die Kompagnie bis l?8l> behielt, demnächst als Major ver abschiedet wurde. Die ersten Lieutenants der «ompagnie sind nicht bekannt.

Die Bildung der «olbcrgcr Garnisonartillerie Kompagnie geschah durch Abgaben des Feldartillericlorps und durch Einstellung von Kantonisten und angeworbenen Leuten. An Verbcgcld erbielt jede Kompagnie jährlich 3W Tbalcr. das gezahlte Handgeld schwanltc je nach der Größe der anzuwerbenden Leute zwischen 4 nnd 2<> Dulalcn. Der Etat der «ompagnic wari 4 Feucriverter. 8 Unteroffiziere. 20 Bombardiere, lOO Kanoniere,

Die Uniform der preußischen Artillerie bestand zur Zeit der Errichtung der Kolbergcr Garnisonarti!leric->lompaanic a»5 einem diintclblauen Nocl ohne «ragen, mit blaue», rotb cingesaßlen Aufschlägen und zwei Reihen von je zclm messingenen Xnöpfcn. slrobgclber Wcslc, ebensolcher >tnichosc und n'cis;cn Manschetten, Für Offiziere und Unteroffiziere waren gelbe Lederhandschuhe mit Stulpen vorgeschrieben; im Sommer wurden weiße, im Winter schwarze, blank gewichste Stiefeletten getragen. Die Westen der Offiziere waren mit breiten goldenen Tressen besetzt. Die Schärpe wurde über der Weste getragen und die Quasten vor dem Degen eingeschweifl.

Die Kopfbedeckung bestand aus einem kleinen, dreieckigen Hut mit Tressen, Kordon und Kuopf, letztere bei dcu Offizieren von Gold. Der äußere Unterschied zwischen Feld- und Garnisonartillcrie bestand darin, daß letztere schwarze, crstcrc rothc Halsbinden trug.

Zur Bewaffnung der Mannschaften diente ein Pallasch in Vcderscheidc, welcher an einem weißen, mit einem großen messingenen Schloß versehenen Koppel unter dem Nock über der Weste getragen wurde, lieber der Schulter hing ein breites weißes Bandolicr, welches die Pnlvcrflaschc trug.

Das jährliche Gehalt dcsPrcmicrtapitäns betrug etwa 400 Thaler, war also ziemlich gering, zumal er verpflichtet war, seinen Offizieren freien Mittagstisch nnd außerdem eine monatliche Zulage von 3 bis 5» Thalcrn zu geben. Das Einkommen des Kapitäns steigerte sich aber bedeutend durch verschiedene Ncbcncinnahmeu. Bei den GarnisonKompaguicii durften bis zu 90 Köpfe beurlaubt werden und von diesen bezog von 40 der König von 50 der Kapitän die zustehenden Einkünfte. Außerdem durfte der Kapitän eine beliebige Zahl von Frciwächtcru balteu, d. h. von Leuten, die andauernd in der Garnison anwesend sein mußten, aber vom Wacktdicnst befreit waren, bürgerliche bewerbe betreiben und sich als Arbeiter verdingen durfte». Ihre Völmung bezog der Kompaguicchcf, dem sie mitunter noch einen Thcil ihres Arbeitsverdienstes abgeben mußten. Sie erhielten dagegen, zum Unterschiede von dcu beurlaubten Mannschaften, Bekleidung und Servis.

Unter solchen Verhältnissen war der Friedcnsdicnst bei der Kompagnie nicht gerade ein anstrengender. Mr gewöhnlich war die Kompagnie nur kurze Zeit im Jahre vollzählig versammelt, um Batteriebau und Munitionsarbcitcn vorzunehmen, an den Fcstnug^geschützcn zu ererzire» uud aus diesen eine verbältnißmaßig geringe Anzahl von Schüssen abzugeben. Es war dies die sogenannte Revue, bei der an Munition für eine Kompagnie von 10 Bombardieren uud 100 Kanoniere» ausgeworfen war:

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