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wurden, gelang es, an ungefähr 20 Stellen der Stadt Brände zu erregen. Munitionsverbrauch: 211 Granaten. Verluste hatte die Batterie nicht, obgleich sie zeitweise durch Nombentanonen und zuletzt durch Mörser beschossen wurde.

Am 2l. März wurden die Geschütze, welche in der Nacht nach der Ortsuntertunft zurückgegangen wareu, wieder zur Batterie vorgebracht. Es zeigte sich jedoch, daß bei dem flüchtigen Bau der Batterie dieselbe über Nacht unbrauchbar geworden war. Da an ei» Ausbessern nicht zu denten war, so suchten und fanden die zwölf Geschütze eine andere geeignete Stellung auf 4l<X) Schritt von der Festung. Es sollte lebhafter gefeuert werden als gestern. Die beiden Batterien lösten sich zur Schonung der Leute stundenweise ab, so daß immer nur eine Batterie schoß. Auch heute brannte die Stadt an verschiedenen Stellen. Gegen Mittag wurde ein Unterhändler nach der Stadt geschickt, indessen nicht angenommen. Infolgedessen wurde um 3 Uhr das Bombardement mit gesteigerter Heftigkeit wieder aufgenommen und bis Abends ? Uhr fortgesetzt. Es brannte überall in der Stadt. Munitionsverbrauch: 244 Granaten. Auch heute keine Verluste, da das Feuer fast gar nickt erwidert wurde.

Bei der 4, 12 pfundigen Batterie war der Batteriebau um 5 Uhr beendet. Um 5'/4 Uhr begann hier das Feuer gegen die Schanzen Nr. I, II und lll des verschanzten Lagers. Die Batterie hatte kaum in kurzen Feuerpausen zweimal durchgefeuert, als die Bomdenwache „Bombe!" rief. Theils 24pfündige Äugeln, theils 25 pfundige Bomben, oft zwei zugleich, fielen nun von Schanze Nr. II Ker zahlreich hinter und vor die Batterie. Eine Granate platzte dicht über der Batterie, die Stücke flogen in die 6. Scharte, von da prallte ein Stück von der Faschine ab und streifte den Fuß des Geschützführers, ein anderes flog dicht an dem Ohr des Lieutenants Niesen vorbei. Wunderbarerweise wurde Niemand verwundet. Gegen ?'/4 llhr hörte das Feuer des Feindes auf, nachdem es vorher schon schwächer geworden war. Auch die Batterie setzte ihr Feuer nur nock langsam fort, bis sie am Abend mit den Geschützen nach Traelle zurückging! Munitionsverbrauch: 124 Schüsse. Keine Verluste.

Am 21. März um 5V< Uhr stand die 4. I2pfü»dige wieder auf ihren Bettungen. Es wurde der Versuck gemacht, mit unentzündlich gemackten Zündern gegen die Scharten und Geschütze in den Schanzen Nr. I, II und III zu wirken. Dies gelang mit 25 Treffern. In der durch das Porsenden des Unterhändlers herbeigeführten Pause lochte die Batterie ab und setzte um 3 Uhr ihr Feuer bis zum Sonnenuntergang fort. Munitionsverbrauch: 220 Schüsse.

Die Beschießung von Fredericia hatte nur geringen Erfolg gehabt: sie hatte jedenfalls nicht ausgereicht, den Kommandanten zur Uebergabe zu veranlassen. Es wurde daher beschlossen, daß das II. Korps allein die Einschließung von Fredericia, das III. Korps den Schutz gegen Norden bei Beile übernehmen sollte.

Mit der Gardegrenadier-Brigade rückte am 22. März die 4. I2pfündige Batterie zunächst nach Store Belling, am 23. nach Beile. Die 1. 6pfundige Batterie erreichte mit der GardeinfanterieBrigade am 22. Höien südlich Beile, am 23. Hedenstedt auf der Straße nach Horsens. Beide Batterien hatten hier Nuhe.

In der Nacht vom 25. zum 26. jedoch wurde dem III. Korps der Befehl des Oberkommandos, in beschleunigten Märschen nach Äpenrade zu marschiren und unter den Befehl des I. Korps zu treten. Ausgenommen hiervon wurde die gesammte Kavallerie, ein Infanterieregiment (die drei bei der Avantgarde befindlichen Füsilier-Bataillone) und die glatten Batterien. Es traf dies die 4. ILpfündige Batterie, welche nun bis auf Weiteres in Beile ver blieb und die ihr zu Gebote stehende Zeit durch Vorbereitungen gegen einen feindlichen Angriff, Erkundungen und dergleichen bis Mitte April ausfüllte. Nachdem bei der 1. 6pfündigcn Batterie die Nacht vom 25. zum 26. dazu verwendet war, die nothigen Borbereitungen für den Abmarsch zu treffen, marsckirtc der >iapitändarmes mit den Berpflegungsfahrzcugen »nd sämmtlickcn Reserven um 4 Ulir aus Hedenstedt ad. Da heute sechs Meilen zurückzulegen waren, marschirte die Batterie um 6 Uhr sofort in der Eilmarsch sormation ab; es schien besser, die Pferde auf dem Marsche etwas mehr anzustrengen und früher ins Quartier zu kommen, als spät und bei einbrechender Dunkelheit. I» dieser Formalion erreichte die Batterie gleich nach 8 Uhr Beile — zwei Meilen — und ruhte hier bis 9 Ubr: dann ging es weiter durch Beile bis Biuf, wo die Batterie gegen I1'/< Uhr ankam. Hier wurde bis 2 Ubr gcrubt, abgelocht und gefuttert. Um 4'/' Ubr traf die Batterie i» Sees« bei Kolding ein. Die Pferde hatte« sich auf dem Marsche, auf dem heute nicht getrabt wurde, gut gehalten, keines war gedrückt oder durchgezogen.

Am 27. März marschirten die Reservemannschaften schon um 2 Uhr ab. Um 5 Uhr folgte die Batterie in der Eilmarfchformation bis Vonsild im Schritt, dann im Trab und Schritt abwechselnd bis Hoptrup, wo drei Stunden geruht, abgelocht und gefuttert wurde, um den Rest des Marsches in derselben Weife fortzusetzen. Die Batterie traf in Röllum. drei Viertelmeilen südlich Apenrade, bei Enstedt, um 5 Uhr Nachmittag ein, Entfernung ?'/» Meile: zwei Pferde waren gedrückt. Nachdem am 28. März ein Ruhetag gewährt war, marschirte die Batterie am 29. nur wenige Meilen nach Neuund Alt-Schobüll, südöstlich Apenrade, und trat aus dem bisherigen Brigadeverbande unter die Befehle des Oberstlieutenants Scherbening lStizze 18, S. 145).

Am 30. und 31. März hatte die Batterie Ruhe und sehte ibr Material in Stand.

<>. Die 1. 12 pfundige und 1. Haubitz-Batterie bis zum l. April.

Wie schon erwähnt, hatten diese beiden Batterien gleichzeitig mit den anderen der 1. Fuß-Abtheil»ng am 16. Januar den Befehl erhalten, sich auf Kriegsstärke zu fetzen. Am 5. März endlich wurden sie auf den Kriegsschauplatz berufen. Behufs verstärkter Besetzung Holsteins hatten sich Preußen und Oesterreich verpflichtet, je eine „erste Reserve" von 50(X) Mann zu stellen. Auf Ansuchen Oesterreichs stellte dann Preußen beide „erste Reserven" allein und hatte deshalb außer der schon entsendeten 10. Infanterie Brigade noch die 9. Brigade und die beiden letzten Batterien der I. FußAbtheilung am 29. Februar mobil gemacht.

Ueber alle diese Truppen sollte der Kommandeur der 5. Division, v. Tümpling, den Befehl übernehmen.

Beide Batterien wurden am 5. März, Abends, in Wittenberg nach Hamburg verladen, wo sie am 6. früh eintrafen und Quartiere bezogen. Da während der Fahrt auf verschiedenen Stationen mehrere Male fünfzehn Minuten angehalten worden war, fo kamen die Mannschaften vollständig frisch an. Am ?. März war Rübe: an diesem Tage ging der Befehl ein, daß die eine Hälfte der 1. Haubih Batterie ^Hauptmann Grieß) mit dem Grenadier Regiment Nr. 8 nach >tiel, die andere Lieutenant Riemer) mit der 1. 12pfündigen und dem Infanterie Regiment Nr. 48 über Ploen, unter itommando des Generals v. Schlegel!, nach Heiligendafen an den Fchmarn-Sund marschiren solle. Zic Truppen in Heiligenhafen sollten die dortige Medc, welche außer Kiel als Notbbafen für die Flotte bestimmt war, schützen.

Die 1. halbe Haubitz-Batterie gelangte nach dreitägigem Marsche nach Kiel, die andere halbe Batterie am 14. nach Lütgenbrode, die 1. I2pfündige nach Großenbrode.

Da Heiligenhafen durch das vorgelagerte Fehmarn, so lange Utbeig«», „»<!, dieses im feindlichen Besitz war, nur einen bedingten Werth hatte, "»>««, cntfchloft man sich, die schwache Besahung der Insel, zu deren

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Unterstützung drei dänische Xanonenbootc bereit lagen, zu vertreiben. In der Nacht vom 14. zum 15. wurde unter Leitung des Oberst lieutenants Schcrbening auf jeder Teile des Fährhauses eine Batterie, und zwar jede für drei ^-eld-12-Pfündcr und zwei Haubitzen, gebaut. Um 3 Ubr Morgens waren die Batterien fchußfertig, uud das zum Ucbcrsetzcn bestimmte Bataillon zur stelle. Der Uebergaug gelang, ohne vom Feinde gestört zu werden; erst mit Anbruch des Tages eröffnete eines der dänischen Kanonenboote ein wirlungsloses Feuer, welches ebenso erfolglos durch einige Tcküsfe aus den Batterien erwidert wurde.

Am 19. März ging die halbe Haubih Batterie nach Fehmarn. am 28. folgte auch die 1. 12pfündige. Für die Haubitz Batterie

fand sich einige Tage später Gelegenheit, wirtsam zu werden. Am 20. März. Abends 6 Uhr, erhielt sie den Befehl, mit einem Zuge nach der Küste bei Stutkamp zu rücken, um dort mehrere vor geschieh!,!,, Anker liegende Kanonenboote zu vertreiben. Dort angekommen, "dumpf»»!' waren die Schiffe der Dunkelheit wegen kaum noch erkennbar, ihre Entfernung vom Strande ließ sich nicht mehr schätzen. Der Zug schoß jedoch, seiner Anweisung gemäß, auf jeden Fall zu schießen, um dem Feinde die Anwesenheit von Artillerie auf der Insel zu zeigen, zwei Granaten auf 1800 Schritt ab und marschirte, da weder eine Wirkung sichtbar noch zu erwarten stand, nach Burg zurück.

Nach Verlauf von einigen Tagen, am 25. März, trat wieder infolge von Meldungen, daß sich während der Nacht ein Dampfboot in Kanonenschußweite am Tief vor Auter gelegt hätte, ein Zug der Batterie Morgens früh seinen Marsch dorthin an und nahm in einer von früher dort vorhandenen, schon etwas verfallenen Schanze Stellung. Das Kanonenboot lag noch auf derselbe» Stelle uud wurde bei Anbruch des Tages mit fünf Schüssen beschossen. Es schien, als ob ein Schuß getroffen bätte, denn das Schiff dampfte eilig ab und ging in die hohe See, fo daß es bald außer Schußweite war.

Der in Kiel verbliebene Theil der Hcmbitz-Batterie war am 18. März auf Befehl des Generals v. Tü mpling zur Vertreibung feindlicher Schiffe nach Eckernförde entsendet worden, kehrte jedock schon am folgenden Tage, ohne in Thätigteit gekommen zu sein, zurück. Die Batterie erbaute während ihres Aufenthaltes in Kiel die große Batterie bei Möltenort, hatte aber leine Gelegenheit, irgendwo während des Feldzuges an den Feind zu kommen.

5. Belagerung von Düppel. 8. März bis 18. April.

l2kn;c 22 u. 23. V. 169 u. 179 und Skizze 18. Z. 145.)

». Die Gammelmark-Battelicn bis zum 20. März.

Bis zun, Eintreffen der zur Belagerung von Düppel bestimmten schweren Geschütze wollte Prinz Friedrich Karl sein Korps in den bisherigen Stellungen belassen. Am 14. März wurde der vom Oberst Eolomier und Oberstlieutenant v. Kriegs beim entworfene Belagerungsentwurf in allen Punkten von dem Prinzen genehmigt, doch war schon vorder die Erbauung der

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