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er Oberstlieutenant, Oberst und Generalmajor; 1842 schied er aus dem Dienste.

Sein Nachfolger als Brigadier war der Major v. Schorndorf!, unter dem 1832 die I. Abtheilung von Erfurt nach Magdeburg, die II. von Torgau nach Wittenberg tam.

1833 taufchten die 2. und I. reitende Kompagnie ihre Nummern und erstere lam als 1. reitende Kompagnie nach Jüterbog, die andere als 2. nach Wittenberg, die 3. reitende Kompagnie tam nack Burg bei Magdeburg.

1836 wurde der Major v. Scharnhorst in das Kriegsministerium lommandirt, und Kommandeur der 3. Artillerie-Brigade wurde der Major v. Strotha. der schon 1821 bis 1828 eine »- str«lh«. reitende Kompagnie der Brigade gehabt hatte und in dem 2inne seines verehrten Lehrers weiter Wirten tonnte. 1840 ^berstlientenant, 1842 Oberst geworden, wurde er 184? zum Brigadier der 7. Artillerie-Brigade, 1848 zum Generalmajor und Kommandanten von Saarlouis ernannt. 1849 bis 1850 stand er an der Spitze des Kricgsministeriums, von 1851 an war er Inspetteur der 2. Ar tillerie-Inspettion, als welcher er 1854 den Abschied nahm. Mit welcker Liebe der General v. Strotha an seincr 3. Artillerie Brigade hing, zeigt sein Buch „Zur Geschickte der Königlich Preußisch«« 3. Artillerie-Brigade", zu welckcm er, wie er in der Borrede sagt, erst »ach 1841 angefangen hat das Material zu sammeln. Vagen zwischen den großen Kriegsjabren und jenem Zeitpunkte fast vier ganze Iahrzelnite. so ist es dem Verfasser dock gelungen, ein treffliches Bild von der Borgeschickte der einzelnen Xompagnicn der Brigade und von den zwölf ersten Zähren des Bestehens dieser selbst zu geben, welches in allen seinen Theilen Anspruch auf unbedingte Zuverlässigleit hat. Er hat dies nur dadurck ermöglichen tonnen, daß er immer wieder auf die so oft nnterbrockene Arbeit zurückkam und daß er seiner Brigade ein treues Herz bewabrt hat, bis an sein Lebensende. Mit innigem Dante werden aber stets die Regimenter, die aus der 3. Artillerie Brigade hervorgegangen sind, sick gerade dieses Kommandeurs der alten Brigade erinnern, und solange diese Regimenter bestehen, wird der Name „v. Strotba" in ihnen nicht vergessen werden.*)

') Hein Zübtl befinde! sich nl« lhcur« Vermächtnis! im ^ffi,i»rl«si»o d« Aegimem« in Vlondenbuig.

184? übernalnn Oberstlieutenant du Vignau die Mbrung der Brigade. Derselbe wurde 1848 äderst und Brigadier. 1849 aber zur Wahrnehmung der Stelle eines General-Telegrapben direttors tommcmdirt. Sein Stellvertreter wurde Major vom Berge und Herrendorf, der schon als Lieutenaut eiumal in der Brigade gestanden hatte, zuletzt aber Abtheilungstommandenr in der <i. Bri gade geivesen war. Unter diesem sollte es einem tleinen Tbeil der Brigade vergönnt sein, nach den langen Friedensjahren wieder einmal blutigen Lorbeer zu pflücken, der ganzen Brigade aber, den Morgen einer neuen Zeit für unsere Waffe anbrechen zu sehen.

Noch nachzuholen ist. daß bereits 1838 die Berathungen über Aenderungen im Material begannen, welche 1842 mit dem Besebl zur Einführung desselben in die Feldartillerie ihren Abschluß fanden. Die Einstellung des neuen Materials erfolgte jedoch erst einige Jahre später.

1842 waren auch sebr wesentliche Aendernngen in der Uniform eingetreten. Die iiollets und die Tschakos fiele» fort und an ihre Stelle traten der Waffenrock und der im Anfange fehr hohe Helm mit Spitze, welck letztere erst 1844 in eine Ringel umgewandelt wurde.

Ana' die Geschirre und Zaumzenge wurden in diesem Jahre geändert und neue eingeführt, wie sie im Wesentlichen noch deute besteben.

1843 traf die gesammte preußische Artillerie ein herber und schmerzlicher Verlust durch den Tod Seiner Königlichen Hoheit des Prinzen August von Prenften. Unermüdlich thätig im Dienst seiner Waffe, die er mit geschaffen und in der er hauptsächlich den Grund zu ibrcm späteren Wachsen und Gedeihen gelegt hatte, starb der Prinz am 19. Juli am Zungenschlag auf einer Besichtigung^ reise in Bromberg. Seine Veiche wurde nach Berlin überführt und hier am 28. Juli feierlichst beigesetzt. Beigefügt sei hier die Charakteristik, die General v. Müller in der „Entwickelung der Feldartillcrie" über den Prinzen August abgicbt:

„Zahlreiche Erlasse uud Verfügungen bezeugen die nie rastende Thätigteit des Prinzen auf allen Gebieten der Artillerie. Ucbcrall regte er die geistige Bewegung au, biclt sie im Flnh und förderte sie. Seine Anordnungen geben Zcugniß vou groher Marbeit und Schärfe des Verstandes in der Erkenntnis; aller bedeutenden Vor gänge, von einem feinen Verständnis; für theoretisch wissenschaftliche Probleme, von einem weiten Gesichtstreise beim Anschauen und Leunheilen der wichtigsten Zeitfragen. Der Prinz distutirte nreitige Punkte stets mit ruhiger Objektivität, mit jener Wahrung dn äußeren Form, welche in keiner Weise etwa den verletzten iobtlen Borgesetzten erkennen laßt, sondern den fein gebildeten Mim kennzeichnet, der den Gegner als gleich anerkennt."

sm 22. Juli 1843 wurde Seine Königliche Hoheit der Prinz prini.Xialbeil 5ealdert von Preußen zum ersten Generalinspetteur der Artillerie "'" Preußen, miännl. und ihm wurde der General v. Diest als zweiter General msptlleur zur Seite gestellt.

2ckon 1832 war der Prinz als Kapitän zur 2. reitenden Kompagnie der Gardeartillerie-Brigade kommandirt gewesen; als Vlojor wurde er später dieser Brigade aggregirt. Zum Oberst befördert, wurde er 1839 mit der Führung der Brigade beauftragt. 6in Iabr darauf war er zur zweite» Artillerieinspettion kommandirt, fe daß er seht als Generalinspetteur mit der Waffe wohl verlraul war.

Im Laufe der nächsten Iabre erlebte die 1. reitende Kompagnie MübMnachnn, Machst eine gewisse Enttäuschung, aber doch auch eine Abwechselung ^^ ^urck. daß sie am ?. März 1848 den Befehl erhielt, sich mit den .«iedcnsgeschützen in Kriegsbereitschaft zu fetzen. Nachdem sie dies » Wittenberg gethan, wurde sie am 10. März zur Unterdrückung ron Unruhen nach Halle geschickt. Sie trat dort unter den Befehl des Generals v. Werder, fand jedoch leine ernstliche Verwendung »nd lehrte am 4. April wieder nach Jüterbog zurück.

Im November desfelben Jahres wurde» zur Dämpfung von Unruhen in Vübben zwei Geschütze der Batterie nnter dem PrcmierKnitenanl v. Nockhausen dem in Vübben tommandireudcn Major : fallen stein zur Perfügung gestellt. Auch diese Geschütze lehrte», ebne zur Verwendung gekommen zu sein, im Januar 1U49 nach .^lerdog zurück.

lim besseres Voos war zwei anderen Kompagnien der Brigade 'tichitden. der 3. reitenden und der I I. Fuß Kompagnie, von denen ''t erste« als reitende Batterie Nr. 7. die andere als ßpfündige ^«ch Batterie Nr. 1 l an dem Kriege gegen Dänemark im Jahre 1848 <ll!c« «e,« lbnlnebmen durften. "',"«?«'"

Die aus diesen Kompagnien hervorgegangenen Iruppentheile ifüörm jetzt leider nicht mehr dem Regiment an; ihre Erlebnisse, le interessant sie auch sind, können dabcr hier nur ganz lurz Er

wähnung finden. Die Kanonen der reitenden Batterie Nr.? unter Hauptmann Kühne waren zuerst der Brigade Mollendorf (Garde,, später der Brigade Vonin, die Kanonen der 6 pfundigen Kuft Batterie Nr. 11 unter Hauptmann v. Decker sowie die zu einer halben Haubitz-Batterie unter Lieutenant Petzel 1. zusammengezogenen Haubitzen beider Batterien der Brigade Bonin zugetheilt. Die Batterien detheiligten sich mit Auszeichnung an dem Gefecht bei Schleswig am 23. April, bei Fredericia am 3. Mai, bei Düppel am 5. Juni, die reitende Batterie außerdem noch an den Bombardements von ^rcdericia und Middelfart am 8. bezw. 10. Mai.

Die Verluste der 6 pfundigen Huß-Batterie, ihr Munitionsverbrauch sowie die Auszeichnungen, die sie erhielt, sind nicht zu ermitteln gewesen.

Die reitende Batterie verfeuerte 141 >iugelschüsse, 29 Granaten. 22 Schrapnels, zusammen 192 Schüsse. Ihr Verlust betrug: 4 Mann. 11 Pferde todt. 4 Mann. 5 Pferde verwundet, 1 Mann, 1 Pferd gefangen.

An Auszeichnungen erhielt fie zwei Nothe Adler-Orden 4. Klasse mit Schwertern und vier Militär Ehrenzeichen 2. Klasse.

Die reitende Batterie lehrte am 3. Oktober 1848 wieder in ihre Garnison zurück, blieb aber auf Kriegsstärke bis zum 19. September 1849. «tfcchlc in Die ßpfündige Fuß-Batterie Nr. II (jetzt im I-ußartillerie

^""" Regiment. Nfz.. Nr. 3) war im Jahre 1849 nach Baden abtommandirt und trat hier am 13. Juni im Gefecht bei Homburg auf. Am 21. Juni beschoß sie einen Eisenbahnzug bei Stetcfeld. und am 29. Juni war sie im Gefecht bei Kuppenheim vor Rastatt thätig. Wann sie wieder in ihre Garnison zurückkehrte, ist nickt festzustellen. 3. zliilltlit Am 19. April 1850 erhielt die Brigade den Name»: „3. Ar

Bei der allgemeinen Mobilmachung des

l»5«. Jahres 1850 wurden die Kompagnien als die in Spalte 12 der

beigefügten Zusammenstellung < siehe Anhang) angegebenen mobil

und änderten am 27. April 1851 ihre Namen, wie aus Spalte 13

erwähnter Zusammenstellung ersichtlich.

Hat die Mobilmackiing des Jahres 1850 auch nicht zu triegc rischen Thaten geführt, so war sie doch für die ganze Arme«, in hervorragender Weise aber für die Artillerie, von außerordentlichen, Nutzen. Sie zeigte klar die Schäden der Organisation und vcranlaßte dadurch die hochbedeutsame Allerhöchste Kabinets-Ordre vom tltnnun, 20. November 1851. durch welche die Trennung zwischen Feld- und U"A,"«. Festungs- aber auch zwischen Fuß-und reitender Artillerie befohlen»,zwischen Fuß wurde. ^,„u„,,.

Tckou 1849 hatte der damalige «riegsminister, der General r. Strotlia, angeordnet, daß die reitenden Kompagnien einem Stabsoffizier, von den Fuß-Kompagnien gesondert, unterstellt werden sollten. Anfang 1851 wurde der bisherige Wechsel zwischen Fuß und Fesnings-Xompagnien vorläufig aufgehoben, und am 27. März war verfügt, daß bei der F-eldartillerie die Bezeichnung „Kompagnie" fortfallen und die bisherigen Kompagnien auck im Frieden unter dem Ramen „Batterien" taliberweise unter sich im Regiment fortlaufend nach Nummern bezeichnet werden sollten.

Die Allerhöchste Kabinets-Ordre vom 20. November 1851 führte nun die so heiß ersehnte Trennung endgültig ein und de stimmte, daß jedes Artillerie-Regiment aus einer reitenden Ab tbeilnng zu drei Batterie», zwei Fuß-Abtheiluugen zu je vier Batterien, einer Festungs-Abtbeilung zu vier «ompagnien bestehen sollte, wozu noch die Handwcrts Kompagnie als 16. Kompagnie trat. Beim 3. Artillerie-Regiment kam die reitende Abtbeilung. deren erster Kommandeur der Major v. Arendt war, nach Düben, süd lick Wittenberg, wo die 1. reitende Batterie jedoch erst am 17. Ol tober >5<52 eintraf.

Aus den acht Fuß-Batterien des Regiments wurden zwei Ab theilungen gebildet, und zwar tamen von der I. Abtheilung die 1. 6 pfundige und die I. 12pfiindige Batterie »ach Magdeburg, die 2. 6pfündige und die 2. 12pfündigc nach Wittenbergs ro» der II. Ab tbeilung lam die 4. «>pfü»dige. die 3. 12pfündigc und die Haubit» Batterie nack Magdeburg, die 3. 6 pfundige nach Wittenberg.

Bon der Festungs-Abtheilung kam der Ztab, die 1., A und 4. Kompagnie »ack Magdeburg, die 2. Kompagnie »ach Wittenberg. Gleichzeitig wurde dem Regiment die 2. Festungsreserve-Kom vagnie i» Mainz zugctbeilt, die aber bei der aus fünf Kompagnien bestehenden tombinirten Fcstungsartillerie-Ablbcilimg blieb.

Das Ofsiziertorps wurde nickt getreu» t: bei ihm blieb viel mehr der Wechsel zwischen Feld- und Fcstungsartillerie bis zur völligen Scheidung dieser beiden Waffen bestehen.

Die Allerböckste «abinets-Ordre hatte nämlick betont: „daß die durch die neue Organisation angeordnete forinelle Trennung der

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