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K. Regierungs-buchdruckerei, 1824
 

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Beliebte Passagen

Seite 14 - Heiligtum der Schönheit und der Musen, Ein götterreicher Himmel blüht! Nur Geistesarmut kann der Winter morden, Kraft fügt zu Kraft und Glanz zu Glanz der Norden, Nord oder Süd, Wenn nur die Seele glüht! Stadt oder Land! Nur nicht zu eng die Räume! Ein wenig Himmel, etwas Grün der Bäume, Zum Schatten vor dem Sonnenbrand. Nicht an das Wo ward Seligkeit gebunden; Wer hat das Glück schon außer sich gefunden?
Seite 15 - Wir blechen ungleich von dem Lebensbaume; Dir zollt der Ast, mir nur der Zweig. Mein leichtes Mahl wiegt darum nicht geringe; Lust am Genuß bestimmt den Werth der Dinge. Arm oder reich! Die Glücklichen sind gleich. Blaß oder roth! Nur auf den bleichen Wangen Zorn, Liebe, Sehnsucht, Hoffen und Erbangen, Gefühl und Trost für fremde Noth.
Seite 130 - Wann seh' ich wieder holdes Grün, Den kranken Blick zu weiden, Den braunen Ast umkleiden? Will nie des Kirschbaums Silber blühn^ Soll ich verschmachten und verglühn In heißer Sehnsucht Leiden? Wann seh' ich Schnee Und Winterweh Scheiden, scheiden!
Seite 16 - Es strahlt der Geist nicht aus des Blutes Welle, Ein andrer Spiegel brennt in Sonnenhelle. Blaß oder roth! Nur nicht das Auge todt! Jung oder alt! Was kümmern uns die Jahre! Der Geist ist frisch, doch Schelme sind die Haare, Auch mir ergraut das Haupt zu bald. Doch eilt nur, Locken, glänzend euch zu färben. Es ist nicht Schade, Silber zu erwerben. Jung oder Alt! Doch erst im Grabe kalt! Schlaf oder Tod! Willkommen, Zwillingsbrüder! Der Tag ist hin, ihr zieht die Wimper nieder. Traum ist der...
Seite 24 - Welt, Vater, wenn sie golden strahlet! Wenn dein Glanz herniederfällt, Und den Staub mit Schimmer malet; Wenn das Roth, das in der Wolke blinkt, In mein stilles Fenster sinkt ! Könnt' ich klagen, könnt' ich zagen? Irre sein an dir und mir? Nein, ich will im Busen tragen Deinen Himmel schon dahier. Und dies Herz, eh' es zusammenbricht, Trinkt noch Gluth und schlürft noch Licht, l«»,c'< poet Weile.
Seite 17 - Jung oder alt! Was kümmern uns die Jahre! Der Geist ist frisch, doch Schelme sind die Haare, Auch mir ergraut das Haupt zu bald. Doch eilt nur, Locken, glänzend euch zu färben, Es ist nicht schade, Silber zu erwerben. Jung oder alt! Doch erst im Grabe kalt. Schlaf oder Tod! Willkommen, Zwillingsbrüder! Der Tag ist hin, ihr zieht die Wimper nieder. Traum ist der Erde Glück und Not. Zu kurzer Tag, zu schnell verrauschtes Leben! Warum so schön und doch so rasch verschweben? Schlaf oder Tod!
Seite 61 - ... ein blindes Toben! Kluger Anschlag muß von oben Durch die wilde Masse gehn. In erhabner Herrscherseele Wägt er still des Volkes Glück. Daß er frei das Beste wähle, Winkt er Warnung, ruft Befehle; Und die Ordnung kehrt zurück. Welch Gewimmel dort im Laube! Welch ein Drängen, welche Hast! Bien' an Biene, Schraub' an Schraube, Hängt die schwarzbehaarte Traube Wunderbar herab am Ast.

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