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mit den Tataren herum. Um die Mitte Octobers rückte Romanzoff mit der Hauptmacht in das Gebieth der pohlnischen Republik, und bezog dort die Winterquartiere.

Der Kaiser war durch das Bündniß verpflichtet, Rußland mit einem Hülfs - Corps beyzustehen. Schon im September wurde ein Cordon längs der türkischen Gränze aufgestellt, und in allen Ländern recrutirt; Magazine wurden errichtet, das Heer auf den Kriegsfuß geseßt, im Uebrigen aber die Haltung der Neutralität der Pforte zugesichert. Joseph suchte, durch seine Vermittelung einen Vergleich herbeyzuführen, und da dieser von den Türken mit Uebermuth abgelehnet wurde, ließ er am 9. Februar 1788 dem Sultane, durch den Internuntius Baron Herbert, den Krieg erklären. - Das östreichische Heer hatte sich im Winter an den türkischen Gränzen versammelt. Eine Linie von Posten begann zu Triest, und lief längs der adriatischen Seeküste herab, dann durch Croatien, Slavonien, Siebenbürgen, bis an den Dniester in Galizien. Fünf besondere Corps bewachten den Cordon. Feldmarschall Lieutenant Baron Devins befehligte eines in Croatien, Feldmarschall- Lieutenant Graf Mitrovsky in Slavonien, Feldmarschall Lieutenant Graf Warz tensleben im Banat, Feldzeugmeister Fabris in Siebenbürgen, und der General der Cavallerie Prinz von Sachsen-Coburg in Galizien und in der Buko

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wina. Die Haupt- Urmee sammelte sich bey Futak an

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der Donau, wo im März der Erzherzog Franz, und der Feldmarschall Graf Lacy eintrafen. Joseph hatte den Cordon von Triest bis an die Donau bereiset, langte gegen Ende März zu Futak an, und übernahm die Oberleitung seines Heeres. Der Großvezier Jussuf Bassa sammelte die Hauptmacht bey Adrianopel, der Seraskier

ein Corps ben Sophia.

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Um 9. Februar wurde auch bey allen Corps des kaiserli= Hen Heeres die Kriegserklärung publicirt, und die Feindseligs

keiten wurden auf dem rechten Flügel sogleich begonnen. Feldmarschall-Lieutenant Devins nahm das Schloß Dreßnik; aber die Angriffe auf die Festungen Novi und Dubißa, und das Schloß Sturlich mißlangen. Als im Aprill der General der Cavallerie Fürst Carl Liechtenstein das Commando des croatischen Corps übernommen hatte, belagerte er vom 21. bis 25. Aprill Dubiga ohne günstigen Erfolg, und zog sich in der Nacht auf den 26. Aprill über die Unna zurück. Feldmarschall Lieutenant Mitrovsky ließ am 9. Februar Berbir, ohne weiteren Erfolg, beschießen. Des Feldmarschall - Lieutenants Wartensleben Truppen beseßten Alt-Orsowa.

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Siebenbürgens Eingänge, der Ottoscher, Bozaer, Tömöscher, Terzburger, Rothenthurm- und Vulkan - Paß, wurden von den Türken, seit Anfang des Märzes bis gegen Ende Octobers, durch oft wiederhohlte Angriffe und Einfälle beunruhiget. Die Feinde wurden aber auf allen diesen Puncten zurückgeschlagen, und tief in die Wallachey verfolgt. Dort beseßten nun die Oestreicher große Landstrecken. Es fielen hierben zahlreiche Gefechte vor, in welchen die Türken bedeutenden Berlust erlitten. Auf dem linken Flügel rückte Prinz Koburg im März nach der Moldau vor. Am 19. Aprill zog der Oberst Fabry, nach mehreren glücklichen Gefechten, in der Hauptstadt Jassy ein, und nahm den Fürsten Ypsilanti gefangen. Die nächsten zwey Monathe vergingen unter häufigen Scharmüßeln mit der türkischen Besaßung von Choczim. Um 11. May begann der Prinz die Umzingelung dieser Festung, und am 16ten ließ er dieselbe beschießen. Die kleineren Gefechte währten in den nächsten Wochen fort.

Die Haupt- Armee war von Futak, nach der Mitte des Aprills, in das Lager bey Semlin marschirt, und be, drohte Belgrad. Feldmarschall - Lieutenant Mitrovsky eroberte am 24. Aprill, im Beyseyn des Kaisers, Sabacz. - Von einer kräftigen offensiven Bewegung in das türkische

Gebieth, wurde die Hauptmacht vorzüglich durch die dort zu erwartenden Schwierigkeiten der Verpflegung abgehalten.

Im Junius trafen der Großvezier mit der Hauptmacht bey Sophia, der Seraskier mit seinem Corps bey Widdin und Gladova, der Bassa von Rumelien bey Belgrad, -andere türkische Corps bey Semendria, Rama und Kroska ein.

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Die Russen wurden damahls durch einen Angriff der Schweden, in ihrer Mitwirkung zu den Operationen der Destreicher gehindert. Es bestand ein Hülfsvertrag zwischen Schweden und der Pforte gegen Rußland, seit 20. August 1739. Obwohl nun König Gustav III. noch kürzlich seine Neutralität zugesichert hatte, rückte er doch im Junius mit einem Heere durch Finnland bis an die russische Gränze vor, und die schwedische Flotte erschien im finnischen Meerbusen. Auch hatte er damahls bereits den russischen Gesandten von Stockholm abgeschafft. Um 1. Julius ließ er in einer anmaßenden Note die Kaiserinn auffordern, den russischen Antheil von Finne land, an Schweden zurückzugeben, ihm seine Rüstungskosten zu ersehen, und seine Vermittelung bey der Pforte anzuneh men. Die nothwendige Folge dieser Note war Rußlands Kriegserklärung am 11. Julius, der am 21ften die schwedische folgte. Gustavs Plane scheiterten. Seine Flotte wurde bey der Insel Hegland am 17. Julius von den Russen ge= schlagen, und die Belagerung von Nyschlott blieb vergeblich. Dänemark erklärte am 19. August dem Könige Gustav III. Krieg, führte, zu Rußlands Gunsten, in der zweyten Hälfte des Septembers einen Einfall nach den westlichen Provinzen Schwedens aus, und nöthigte den König dadurch, zum SchuBe seines Landes dahin zu eilen. Sein Bruder, der Herzog von Südermannland, hatte den Befehl über das Heer in Finnland übernommen. Dieses versagte demselben den Gehorsam, und schloß eigenmächtig Stillstand mit den Russen.

Indeß war durch den schwedischen Einfall doch der Haupts

plan der Alliirten vereitelt worden. Ein Theil der nach der Moldau und Krimm bestimmten Truppen Rußlands, wurde zur Deckung der russisch - deutschen Provinzen zurückgehalten. Die den ganzen Sommer hindurch im finnischen Meerbusen bes schäftigte russische Flotte erschien nicht im Archipel, wo sie auf eine entscheidende Art hätte wirken sollen. England und PreuBen nöthigten dann auch Dänemark durch Drohungen zum Abzuge aus Schweden, und zur Neutralität.

Die östreichischen Corps konnten unter diesen Umständen, ebenfalls nicht zu einer allgemeinen Offensive schreiten, da sie der ausgiebigen Mitwirkung Rußlands auf ihrem linken Flügel lange entbehren mußten, und jenseits der Donau die ganze türkische Hauptmacht zu bekämpfen gehabt hätten. Erst Ende Junius vereinigte sich Soltikoff mit seinem russischen Corps, vor Choczim mit dem Prinzen von Coburg, der nun die Belagerung mit Nachdruck fortsette. Zu Ende dieses Monaths ging Potemkin über den Bug, und be drohte Oczakow. Eine russische Flotte siegte im Junius und Julius drey Mahl über die Türken, in der Mündung des Dniepers bey Oczakow. Um 14. Julius, bey Sebastopol, erfocht eine andere Abtheilung über den KapudanBassa Vortheile. Potemkin eroberte, nach einer Belage= rung von fünf Monathen, Oczakow am 17. December mit Sturm.

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Auf dem kaiserlichen linken Flügel hatte General Fabry Anfangs Julius, bey Annäherung einer großen feindlichen Macht, die Gegend von Jassy verlassen. Doch der Feldmarschall Lieutenant Spleny siegte am 31. August über ein türkisches Corps bey Belwesty, und besetzte Jassy am 3. September wieder, wo sich nun das russische Corps unter General Elmpt, mit ihm vereinigte. Prinz Coburg eroberte am 29. September Choczim.

Auf dem rechten Flügel, in Croatien, wurde im August, wegen Erkrankung des Generals der Cavallerie Für

ften Carl Liechtenstein, der Feldmarschall Baron Loudon zum Befehlshaber ernannt, und auch das flavonische' Corps seinen Befehlen untergeordnet. Noch vor dessen Unkunft, hatte Feldmarschall - Lieutenant Devins am 9. August bey Dubiga ein türkisches Corps geschlagen, und diese Festung zu beschießen begonnen, Loudon selbst eroberte Dubiga am 26. August, Novi am 3. October. Sein Versuch auf Türkisch- Gradiska (Berbir), in der zweyten Hälfte des Octobers, wurde durch eingetretenes anhaltendes Regen= wetter und strenge Kälte vereitelt.

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Nicht so günstig waren die Ereignisse im Centrum. Die zwischen der Donau und Save aufgestellte Haupt - Armee hatte bereits durch Krankheiten sehr gelitten, als Anfangs August der Großvezier über die Donau ging, in das Banat eindrang, und die Vortruppen des Feldmarschall - Lieutenants Grafen Wartensleben von Kulisch, Schuppaneck, u. s. w. zurückdrückte. Doch Feldmarschall - Lieutenant Wartensleben hielt in seiner Stellung bey Mehadia, die Türken in ihrem Bordringen bis gegen Ende des Augusts auf, wo er sich dann nach Kornia und Fenisch zurückzog. Gegen die am 10. August bey Dubowa über die Donau geschifften türkischen Scharen vertheidigte sich der Major Stein mit seinem Bataillon ruhmvoll in der veteranischen Höhle, bis zum 31. August, und erhielt dann freyen Abzug.

Unterdessen war der Kaiser mit 40,000 Mann aus dem Lager bey Semlin, wo 30,000 Mann stehen blieben, nach dem Banate aufgebrochen. Ueber Weiskirchen führte er jenes Corps nach Caransebes, vorwärts welchen Ortes Anfangs September der größte Theil der Truppen aufgestellt wurde. Das Hauptquartier befand sich zu Lugosch. Durch des Großveziers Bewegungen wurde der Kaiser veranlaßt, die Truppen. in der Nacht vom 20. auf den 21. September hinter Caranfebes zurückzuziehen. Auf diesem Marsche gerieth das Heer, durch einen falschen Allarm, in eine gefahrvolle Verwirrung,

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