Gedanken als Wirkursachen: Francisco Suárez zur geistigen Hervorbringung

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John Benjamins Publishing, 2010 - 173 Seiten
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Francisco Suárez (1548 1617) sieht es als Problem an, dass nach dem traditionellen Modell der Kunstproduktion der Gedanke immer nur als Vorkonzeption und damit auf sehr vermittelte Weise in das Kunstwerk eingeht. Entsprechend wäre auch die Analyse von geistigen Hervorbringungen immer ein Prozess, bei dem die Gedanken als etwas hinter dem Gesagten Liegendes rekonstruiert werden müssten. Suárez verwirft dieses auf Nachahmung beruhende Modell und verwendet die Unterscheidung zwischen dem Denkakt verstanden als "Blick des Geistes" und dem gedachten Inhalt, um ein ganz neues Modell zu entwickeln. Für ihn ist es die Aufmerksamkeit des Malers, die den Pinsel führt und die so dafür sorgt, dass eine anfangs noch leere formale Repräsentation sich anfüllt.
Während die Innovation von Suárez zunächst keinen Widerhall findet, könnte sie ein Fundament sein für viel spätere Weisen, die Kunst aufzufassen, z. B. für die formalistische Schule der Kunstgeschichte oder für einen Künstler wie Paul Klee, der sagt: "Kunst gibt nicht das Sichtbare wieder, sondern macht sichtbar."
Francisco Suárez (1548 1617) considers it to be problematic that, according to the traditional model of art production, thought only enters a piece of art obliquely, as preconception. Consequently, any analysis of mental creations would have to be a process whereby thoughts are reconstructed as something that lies behind that which is being said. Suárez rejects this imitation-based model and uses the distinction between act of thought considered as "focus of the mind" and the cognized content to develop a completely new model. For him, it is the artist's attention which guides the brush and which thus causes the initially empty representation to be filled.
While Suárez's innovation hardly received any immediate reaction, it can be considered as a foundation for later approaches to art, e.g. for the formalistic school of art history or for an artist like Paul Klee, who says: "Art does not reproduce what is visible, but rather produces visibility".
 

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Inhalt

1 Einleitung
1
Teil I Die Positionen des 13 und 14 Jahrhunderts
15
2 Thomas von Aquin
17
3 Johannes Duns Scotus
21
4 Petrus Aureoli
29
5 Wilhelm von Ockham
49
Teil II Die Positionen des 16 und 17 Jahrhunderts
57
6 Pedro da Fonseca
59
12 Richard Lynch
95
Teil III Francisco Suárez
101
13 Suárez zur Unterscheidung zwischen conceptus formalis und conceptus obiectivus
103
14 Suárez zu Ideen
119
15 Praktischer und spekulativer Intellekt
129
Suárez und sein Umfeld
133
Suárez und Descartes
145
Kunst und Kunsttheorien im 19 und 20 Jahrhundert
151

7 Pedro Hurtado de Mendoza
79
8 Johannes a Sancto Thoma
81
9 Rodrigo de Arriaga
85
10 Francisco de Oviedo
87
11 Johannes Poncius
89

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