Die Modalverben im Deutschen: Grammatikalisierung und Polyfunktionalität

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Walter de Gruyter, 25.10.2012 - 471 Seiten

Die verschiedenen Funktionen der Modalverben dürfen, können, mögen, müssen, sollen und wollen werden im Rahmen der Grammatikalisierungstheorie untersucht, wobei sowohl das synchrone System als auch seine diachrone Entwicklung berücksichtigt werden. Im Zentrum des Interesses steht die im Laufe der Sprachgeschichte des Deutschen erfolgte Grammatikalisierung der Modalverben als Faktizitätsmarker, also zum Ausdruck einer sprecherbasierten Einschätzung der Faktizität des dargestellten Sachverhalts, wie in Sie muß zuhause gewesen sein. Der synchrone Teil der Arbeit gibt eine systematische Beschreibung der verschiedenen Gebrauchsweisen der Modalverben nach ihrem jeweiligen Grammatikalisierungsgrad. Der diachrone Teil zeichnet zum einen die semantische Entwicklung der weniger grammatikalisierten Gebrauchsweisen der Modalverben seit dem Althochdeutschen nach, zum anderen entwirft er ein Phasenmodell zum Ablauf der Entstehung der grammatikalisierten Varianten. Dieses Modell wird an jedem der sechs Modalverblexeme überprüft, und es wird ein einheitlicher Grammatikalisierungsweg für die Modalverben nachgewiesen. Die Ergebnisse werden durch die Auswertung von Textkorpora aus verschiedenen diachronen Stufen des Deutschen untermauert.

 

Inhalt

62 Lesartübergänge
265
63 Synchrone Affinitäten und diachrone Entwicklung
290
64 Zusammenfassung
293
7 Die diachrone Entwicklung des nichtdeiktischen Systems der Modalverben
295
71 Die Konstituierung des Systems der Modalverben
296
72 Präteritopräsentia und Modalverben
302
73 Mögen
309
74 Sollen
321

26 Zusammenfassung
46
3 Interkategorialität
49
31 Kategorisierungsprobleme
50
32 Fragen der semantischen Beschreibung
66
33 Arten der Modalität
72
34 Zusammenfassung
91
4 Der nichtdeiktische lexikalische Gebrauch
93
42 Relationale Konzepte und Szenenstruktur
111
43 Die relationale Struktur des nichtdeiktischen Gebrauchs
117
44 Zusammenfassung
162
5 Der deiktische grammatische Gebrauch der Modalverben und die Verbmodi
167
52 Die Verbmodi als deiktische Kategorien
172
53 Die relationale Struktur der deiktisch gebrauchten Modalverben
205
54 Die Faktizitätswerte der einzelnen Deiktika
215
55 Der illokutionsbezogene Gebrauch des Konjunktivs I und einiger Modalverben
239
56 Zusammenfassung
245
6 Kontexte Übergänge und Mechanismen der ReInterpretation
249
75 Wollen
326
76 Müssen
335
77 Können
344
78 Dürfen
350
79 Zusammenfassung
358
8 Die Entstehung des deiktischen Gebrauchs der Modalverben
361
82 Mögen
385
83 Müssen
396
84 Dürfte
404
85 Können
412
86 Sollen
418
87 Wollen
424
88 Zusammenfassung
428
9 Schluß und Ausblick
433
Literaturverzeichnis
437
Urheberrecht

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