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und gestattet liber herre nicht, das dem orden zu liflanden von den ewern kein ungemach ader vorterhnisse genchee, wen wir und der ordin io mit euch und den ewern nicht anders wissen, noch ny gewost anders haben den libe und fruntschaft and bitten dis brives eyn fruntlich antwurt, und sunderlich was sich der orden czu euch und den ewern vorsehn solle in desin sachen. gegeben czu Slochow am Sonohund noch Marci und Marcelliani (1395).

Abschrift im Registr. des Hochmeisters Konrad von Jungingen Nro. II. p. 15.
Boigt Bb. VI. S. 103.

XI.

Der Hochmeißter erklärt dem Röm. König Wenzel, wie es mit dem Frieden mit dem König von Polen stehe und warum er und der Orden seinem Gebot in Betreff des Krieges gegen die Ungläubigen nicht Folge leisten könne. - 1395.

Deme allirdurchlusten fursten und grosmechtigen herren, herren
Wenczlaw Romischen konige czu allen czeiten merer des reiches
und konige czu Behemen, synem allirgnedigen
herren mit aller wirdikeit.

Eynfeldige befelunge und willigen dienst mit andechtigem gebete czu gote bevor, allirdurchluchster furste und grosmechtiger lieber gnediger herre, euwern brieff myr leczte geantwert als von wegen des koniges von Polan, siner lande und lute habe Ich mit groser demut wirdiclichen entpfangen und wol vornomen, Begerde von herczen euwer gnade czu wissen, das czwisschen dem reiche von Polan und mynem Orden von langer czeit ist gewest und hat gestanden eyn namhaftiger und vorschrebener frede und hutes tages stet, und weys nicht andirs, wen das das reich czu Polan mit dem Ordin und der Ordin mit dem reiche schuldig ist den freden czu halden, alleyne das mynen vorfarn, myr, mynem ordin und undirsassen grose schaden synt czugeczogen bynnen dem frede, Idoch so getruwe Ich wol, das das wol bericht werde sunder orloyes not, ab dorumb des Reiches man von Polan myr, mynem Ordin und undirsassen sich vorantworten wellen mit rechte, liebe und fruntschaft. Ouch gnediger herre mich demuticlichen czu vorantwerten als von der lande wegen Russen und Littowen, so wisse euwer durchluchtikeit, das nicht alleyne der Ordin, sunder ouch ander cristenlande in voriaren ́elegelich and swerlich synt beschediget, und das eyn offgenomener frede czwisschen In und dem Ordin, welcherley der gewest ist, so ist her in schedelich gewest der heiligen cristenheit, Ir geloubde, briefe noch wort sy

dem Ordin ny habin gehalden, sunder io beczogen und beschediget habin, als das offenbar ist herren, Rittern und knechten und allen landen des Ordins. Ouch allirgned. herre, die sache die Ir myr anmutende seit von mines Ordins wegen Ich alleyne das nicht macht habe czu thun, want sie ist eyne grose sache und die groste, worumb myn Ordin gestiftet ist czu halden den krig wedir die ungeloubigen, und dorumb myn Ordin von den gnaden gotis vorderunge hat gehat bis an dese czeit und noch hat von der heiligen Romischen kirchen, von dem heiligen Reyche und von allen cristenlichen konigen, fursten und herren, die dy sache also wol angeet als mynen Orden, Bewundern der herren, der land an die ungeloubigen stossen, und myn Ordin mochte in semelicher wise groslichen beschuldiget werden, Ouch gnediger herre, ane das grose Capitel myns Ordins habe ich nicht macht czu thun in der sache, want eyner semelicher sachen uffgobe mus by not geschen von allen gebitigern myns Ordins, Beyde der von lifflanden und von deutschen landen und allir andir lande, worumb allirgned. herre, vordenket mich nicht dorumme czu deser czeit, went Ichs nicht macht habe czu thun, Sunder seit myn und myns Ordins eyn gnediger herre und beschirmer, als ir bys her gewest syt, Dorumme Ich mit sampt mynem ganczen Orden got unsern herren czu tage und czu nachte vor euwer wolfart, gesunt und seliges langes ben in ichen fleen wil und bitten etc. Gegeben czu Marienburg am dornstage vor Laurencii des leiligen Merterers im XCV Jare.

Abschrift im Registr. des Hochmeisters Konrad von Jungingen Nro. II. p. 19.
Voigt Bb. VI. S. 48-49.

N XII.

Der Hochmeister trägt dem Deutschmeister auf, in der wichtigen Sache des Ordens gegen den Röm. König den Rath der Kurfürsten einzuholen.

1395.

Deme Gebitiger czu deutschen Landen.

Unsern

Insern fruntlichen grus czuvor, Lieber her Gebitiger, wisset das uns mancherley mere sache und geschefte vorkompt, in der wir wol rates bedurfften, besunder unser gnedigen herren der korfursten, wy wir als vorstentliche und vorsichtielich uns und unsern ordin besorgeten und bewarten gote zeu loube und ere, das icht in czukomftigen czeiten vorsumenisse uns wurde czugedocht mit der wir worden vordacht von fursten und herren, worumme wir das nicht undirstanden hetten, dovon unser ordin und die gancze cristenheit komen mochte czu eyme unvorwintlichen schaden, Dorumb so sey wir mit unsern gebitigern czu rate worden und vorschreiben uch die sache,

want wir begern von uch sundirlichen, das ir botschaftlichen czu uch nemet die sache sie czu brengen an unsere gnedigen herren die korfursten, sie fleislichen czu dirmanen und eren getruwen rad, wen wir ouch unser hoten besundern haben usgerichtet in semelichen sachea an andir fursten und herren und ir botschaft und gewerb wir uch senden eyne ingeslossen Copie, das ir euwer botschaft in semelicher wyse ouch mit beqwemikeit moget brengen an unser herren, Und bitten uch lieber her Gebitiger, das Ir thut euwern fleis in der hotschaft, als wir uch genczlichen wol czugetruwen, und eren syn, rad und meynunge læset uns denne eigentlich wedir vorsteen in euwerm brieffe, do bitten wir uch lieber her Gebitiger sundirlich umme, Wir senden uch ouch hirinne vorslossen dry Copien, czwu des irsten und des andern brives unsers herren des Romischen koniges, die her uns gesant hat, und die drytte Copie des brifes, den wir Im wedir vor eyn antwert senden, wen ir die geleset, dornoch so moget ir uch deste bas richten mit allen dingen und euwer gewerb dornoch eigentlicher brengen an die herren. Gebin czu Marienburg an der Mitwoch noch laurencii 1395.

Abschrift im Registr. des Hochmeisters Konrad von Jungingen Nro. II. p. 19–20.
Boigt Bb. VI. S. 49–50.

N XIII.

Der Hochmeister instruirt den Deutschmeister genauer über die durch ihn und den Komthur von Coblens an die Kurfürsten zu bringende wichtige Angelegenheit des Ordens.

1395.

Dem Gebiteger czu deutschen landen. Unsern frunslichin grus czuvor, lieber her Gebiteger, wir bitten ouch, als schire als

each dese brive geantwort werden, dan ir von stadan sendt noch dem kompthur zu Cobelencz und dy hotschaft und ouch die andern Copien mit Im wol obirleset, und sie eigentlich von worte zu worte weget und ist dorumb gut das her zu euch kome, went her dy geleginheit dis lands bas weis wen ir und went ir dy sachen eigentlich gnuk habt gewegen, so rytet mit dem kompthur von Cobelencz czu den czweyen unair gnedigen heren kurfursten, also czu unserm heren herczogen Ruprecht czu Beyern und falczgrafen by Ryne, und czu unserm heren dem Ertzhischoff czu mencze, In dy sache beqwemlichin vorczulegin und an sie czu brengen, nicht in clage wyse, noch das wir uns in dheiner weis seczen welden wider das heilge Riche, noch wider unsern gnedigen heren den Romisschen konig, Sundir alleine czu horen den Rat der kurfursten und andir unser heren, wy wir uns bewaren in den sachen, das wir icht in czukumftigen czieten in vordechtnisse adir ungnade qwemen unsers heren des

Romisschen konigs und andir unsir heren, Wir senden ouch den kompthur von Cobe. lencz dorumme mit euch czu den czweyn herren, wen ir In dy sache vorgelegt hat und iren radt und meynunge von In gehoret, das her sin gewerb in glichem lute ouch moge brengen an dy andern czwene uuser gnedigin heren, als an den Erczbissoff von Tryre und an den von Coln und an andir unser heren, und yo nicht in clage wyse, als vorstet geschriben, Ouch went wir wol dirkennen, das is euch czu swer worde czu czien an dy andern czwene korfursten, dorumb so sagt dem kompthur von Cobelencz, das her vortan czihe, ouch so habe wir is Im geschriben Ouch lieber her Gebiteger, der heren rat. antwort und meynunge, dy gehit desim brifczeiger eigentlich beschriben, dem wir ouch befolen haben also lange by euch czu bliben, bis das ir der heren rat und meynunge gehoret und vornemet, Gebin czu Marienburg an der Mitwoch noch Laurencii (1395).

Abschrift im Registr. des Hochmeisters Konrad von Jungingen Nro. II. p. 20.
Voigt Bb. VI. S. 50.

N XIV.

Der Hochmeister instruirt den Komthur zu Elbing über die Ausführung des Grabens von Labiau bis an den Pregel. 1395.

Dem kumpthur Elbing.

Lieber her kompthur, wisset das wir mit dem groskompthur und dem Treneler czu Rate wurden syn und wellen lasen den graben czu Labiow graben, wen wir hoffen das her nu gut sien wirt czu graben, und bitten uch, das ir dorczu usrichtet LXXV man, die do wol graben konnen, wenn wir glich vil In gehen mussen, alz den die nicht graben konnen, und ir iclicher sal haben I spaten. I schufel und io czwene I ax. und das sie seyn von der nesten mitwochin obir acht tag in der fule wike uff dem graben, das wirt sien acht tag vor unser frouwen tag alz sie geboren wart, und richten sich uff IIII wochin kost uff der legirstad und gebit iclichim menschen j mark czu czerunge uff rechenschaft, Das welle wir uch wedir geben. Ouch bitten wir uch das ir usrichtet eynen bruder und dorczu czwene schultisse, die by den LXXV mannen dort sien werden, so senden wir dar den voith vom Lesken, der do selbist vor alle die dar komen raten sal, und do selbist lonen was sie am graben vordynen, Oueh wird der kompthur vom Cristburg eynen bruder czu sienen Luten usrichten und mit senden, der bruder und den ir usrichtet die czwene sollen eyne kost haben, das habe wir dem kompthur czum cristburg geschriben, dor noch moget ir uch richten, Ouch

thut wol und richtet also vil schiff us, das der bruder und die LXXV man mit erer kost uff IIII wochin, die sie dort haben sollen, dorynne ken Labiow komen mogen und sie dar brengen, Gegehen czu Marienburg am Sonobunde vor Bartholomei (1395).

Abschrift im Registr. des Hochmeisters Konrad von Jungingen Nro. II. p 20.
Bolgt B. VI. S. 393.

N XV.

Der Hochmeister zeigt dem Herzog Philipp von Burgund die Sendung seines Geschäftsträgers an und macht ihm mit einem in Preußen verfertigten Kriegszeit ein Geschenk.

1395.

Illustri Principi et excellenti domino, domino
Philippo duci Burgundie domino nostro gracioso,

Illustris Princeps ac graciose domine, de nostre intencionis negociis vestre preclare magnificencie exponendis honorabilem et religiosum fratrem Johannem Tirgard magnum nostrum procuratorem clarius informatum ad vos duximus destinandum ex affectu desideranter supplicantes, quatenus eiusdem dictis et commissis nostri nomine vestre graciose magnificencie referendis fidem velitis adhibere, Verum Illustris princeps et domine graciose, quamquam a retroactis temporibus in multis honoris et favoris beneficenciis nos ordinemque nostrum nobis preaccepta vestra dominacio sit prosecuta, confisi tamen de solita vestra pietate et dominacione quibus revera sumus multiplicis gratitudinis debitores prosequi deinceps nos et eundem toto cordis desiderio petimus et affectu, Memoriale autem quoddam exiguum precio, expressivum tamen aliqualiter nostri affectus, videlicet quoddam tentorium cum suis pertinenciis pro expedicionibus exercitu et ad campos valde aptum. opere Pruthenicali contextum et perfectum vestre nobis preamande magnificencie dirigimus per presentem, obnixe supplicantes, quatenus illud cum longe maiori pondere et precio affeccionis nostre velitis dignanter ac favorabiliter acceptare, non considerantes ut premisimus rei exiguitatem, sed nostrum sinceram affectum, quem cordialiter et specialiter gerimus ad vestre magnificencie titulum et honorem. Datum in Castro nostro Marienburg proxima dominica ante festum sancti Bartholomei apostoli Anno XCV

Abschrift im Registr. des Hochmeisters Konrab von Jungingen Nro. II. p. 21.
Voigt Bb. VI. 6. 135.

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