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des Befehls ein Wechsel in der Strandbewachung eingetreten war. Da man bei dem anhaltenden starken Regen und unergründlichen Wegen nur langsam vorwärts kommen konnte, brach die Dunkelheit ein, ehe Kolding von diesem Bataillon erreicht wurde. Die Truppe fand schließlich im Dorfe Harte in einigen größeren Gehöften Unterkommen und gelangte erst gegen 10 Uhr abends zu einer nothdürftigen NachtWährenddessen überschritt das österreichische Korps (II.), dem die aus 8 Esfadrons und 1 reitenden Batterie bestehende Kavallerie-Brigade Fließ attachirt worden war, die Kolding-Aa mit einer Kolonne in der Stadt selbst, mit einer anderen westlich davon und marschirte auf Veile. Diese Stadt wurde am 8. März von der Avantgarde des II. Korps besetzt.

Eine für den 8. März ausgegebene Marschordnung enthielt folgende Bestimmungen für das Regiment:

I. Bataillon mit 1 Schwadron und 1/4 Batterie als rechte Seitendeckung aus-
geschieden,

11. Bataillon der Reserve unter Oberst v. Oppell zugetheilt.

Das Füsilier-Bataillon verblieb in Kolding als Besaßung.

Am 8. März morgens trat das I. Bataillon mit der ihm zugetheilten 8. März 1864. Kavallerie und Artillerie den Vormarsch auf Gudsö an, während das Gros der Division auf der großen Straße auf Veile marschirte.

Die 1. Kompagnie stieß als Avantgarde am Brückendefilee dieses Ortes auf eine dänische Kompagnie. Es entspann sich ein kurzes Feuergefecht, in dessen Verlauf sich die feindliche Kompagnie auf die weiter rückwärts gelegene Tavlov-Kirke zurückzog. Hier wurde dieselbe von einer anderen dänischen Kompagnie aufgenommen und machte wieder Halt. Die 2. Kompagnie wurde hierauf als linke Seitendeckung entsandt, während das Gros des Bataillons, die 3. und 4. Kompagnie, die vom Feinde besetzte, auf einem Berge liegende Tavlov-Kirke angriff.

Der Feind hatte die Mauer des Kirchhofes auf den dem Gefecht zugewendeten Seiten stark mit Schüßen besetzt. Die Mauer war, da das Niveau des Kirchhofes höher als das umliegende Gelände lag, nach innen zu so niedrig, daß Schüßen im Knien über dieselbe feuern konnten.

Bei Annäherung der 4. Kompagnie, welche mit Schüßen dicht vor der Front einen Anlauf machte, verließen die Dänen den Kirchhof, so daß ein Widerstand in demselben nicht stattfand.

Als jedoch die Grenadiere die Mauer überstiegen, wurden sie von einem feindlichen Zuge heftig beschossen, der hinter dem Kirchhof stand. Hierbei wurde ein Mann der 4. Kompagnie verwundet.

Der Gegner mochte auf diesem Punkt etwa eine Kompagnie stark sein. Durch die Fortnahme der Tavlov-Kirke war die Verbindung mit den übrigen Theilen der Garde-Division, welche über Havreballegaard vorgedrungen waren, hergestellt. Bei Böncy machten die beiden dänischen Kompagnien Halt und zogen sich erst, als die beiden 4 Psünder der rechten Seitenabtheilung auffuhren und die Schützen der 2. Kompagnie ihre linke Flanke umfaßten, nach dem Firemandskov ab. Während hier Major v. Beeren mit der 2. Kompagnie den Gegner in der Front festzuhalten suchte, entsandte er die 1., 3. und 4. Kompagnie in der Richtung auf Damgaard,

um ihm den Rückzug zu verlegen. Jedoch gelang es der dänischen UnterstüßungsKompagnie sowie einer anderen feindlichen Kompagnie bei Tavlov-Nebel, sich rechtzeitig über die Straße Veile-Snoghöj zurückzuziehen. Einige Zeit darauf wollte auch die beim Firemandskov verbliebene dänische Kompagnie ihren Rückzug bewerkstelligen. Sie fand jedoch den Rückweg über die eben erwähnte Straße versperrt, da sich hier das Gros der Division vorbewegte. Sie suchte nun nach Süden auszuweichen, aber auch hier war kein Entrinnen möglich. Mittlerweile hatte auch das I. Bataillon Elisabeth ihre Verfolgung aufgenommen. Als die Kompagnie bei einem letzten Durchbruchsversuche in südwestlicher Richtung wiederum auf das Detachement des Majors v. Beeren stieß, gab sie sich schließlich gefangen.

Bei dem Angriff auf die Tavlov-Kirke zeichneten sich der Sergeant Lintner, Grenadier Fuchs wie der Feldwebel Handrack ganz besonders aus. Ersterer befand sich vor der Schüßenlinie und riß die Mannschaften durch sein Beispiel mit sich fort. Als einer der Ersten überstieg er die Kirchhofsmauer.

Grenadier Heinrich Fuchs that sich während des ganzen Gefechts durch Kaltblütigkeit und Unerschrockenheit hervor, war stets einer der Vordersten und der Erste, welcher beim Sturm auf den Kirchhof die Mauer überstieg.

Feldwebel Gotthold Handrack wirkte beim Vorgehen des Soutiens gegen die Tavlov-Kirke, welches durch den aufgeweichten Boden und bei dem heftigen Gewehrfeuer ungemein erschwert war, so ermunternd auf die erschöpften Leute ein, daß er den festen Anschluß in der Abtheilung zu erhalten wußte. Er that in musterhafter Weise seine Pflicht und bewährte sich als tüchtiger Soldat.

Zur Mittagsstunde wurde das Detachement dem Gros zugetheilt und bezog gegen 4 Uhr abends Quartier in Erritsö.

Die Verwundeten:

Unteroffizier Josef Schäfer,
Grenadier August Heynen,

1. Kompagnie,

Grenadier Heinrich Fuchs der 4. Kompagnie

erhielten für ihr umsichtiges und tapferes Verhalten das Militär-Ehrenzeichen 2. Klasse.

Grenadier Heynen erlag am 11. April in Kolding seinen Wunden.

Das II. Bataillon, welches bereits 3 Uhr morgens aufgebrochen und mit den übrigen Truppen der Division über Alminde und Heyse-Kro vormarschirt war, kam nicht unmittelbar ins Gefecht und erreichte sein neues Quartier Bredstrup gegen 3 Uhr nachmittags.

8. Kapitel.

Auf Vorposten an der Rauds-An.

Das Detachement v. Beeren erhielt gegen Abend des 8. März den weiteren Befehl, die rechte Flanke gegen eine etwaige Landung des Feindes bei Snoghöj zu decken. Die 4. Kompagnie, welche die Gehöfte südlich Erritsö besezt hatte, verblieb dort, die anderen drei Kompagnien marschirten 9'1⁄2 Uhr abends nach Snoghöj, er

reichten dasselbe um Mitternacht und sicherten sich durch eine bei dem dortigen Fährhaus ausgesetzte starke Wache.

Das Gros der Division sette nach Beendigung des Gefechts am 8. März Vorposten unmittelbar unter den Kanonen von Fredericia aus. Die Mitte der Aufstellung bildeten Sönderskovgaard und Fugssang, von wo aus sich die Postenkette bis zur Mölle-Bucht hinabzog.

Kurz nach dem Eintreffen in der neuen Position ging der Befehl des Oberkommandos ein, ohne Aufschub eine Stellung hinter der Rands-Au einzunehmen die Einschließung von Fredericia derart zu bewirken, daß die Truppen in Quartiere gelegt werden könnten.

Wenngleich die Stellung am Abschnitt des Elbodals durch die Beschaffenheit des Fronthindernisses stark war, so betrug doch ihre Ausdehnung zwei Meilen. Da man über die etwa bei einer größeren Unternehmung den Dänen zur Verfügung stehenden Truppen nicht orientirt war, so erhielt am 9. März das III. Korps die Weisung, bei einem überlegenen Angriff nicht auf Kolding zurückzugehen, sondern sich bei Alminde zu versammeln, um dann gemeinsam mit dem um Veile stehenden II. Korps dem Feinde entgegenzutreten.

Am 8. März trafen der Kronprinz und Prinz Albrecht (Vater) in Kolding ein, gleichzeitig nahm daselbst auch das Oberkommando Quartier.

Der Rückmarsch hinter die Rands-Au begann am 9. März, 7 Uhr vormittags, unbemerkt vom Feinde, unter dem Schuße der Vorposten. Die beiden Bataillone des Regiments bezogen hinter der Rands-Au Ortsunterkunft und erhielten den Auftrag, die Defileen von Gudsö und Havreballegaard zu halten. Von der brandenburgischen Artillerie-Brigade wurde die 6pfdge. Batterie zur Absperrung des Kolding-Fjords bei Dreiens-Huse in Stellung gebracht, um dort das Einlaufen feindlicher Schiffe zu verhindern. Als der Feind bemerkte, daß die Vorposten von der Festung zurückgezogen waren, schob er zur Deckung des verschanzten Lagers die seinigen auf dem rechten Flügel bis an den Inundationsgrund, auf dem linken Flügel darüber hinaus zu beiden Seiten der Chaussee gegen Kolding und Veile vor.

Infolge dieser feindlichen Maßregeln erhielten die beiden Grenadier-Bataillone des Regiments den Auftrag, sich fortan als linkes Seitendetachement zu betrachten und das Ueberschreiten der Rands Au durch den Feind auf der Strecke BredstrupRands-Fjord zu verhindern. Als Hauptübergangspunkte über die Rands-Au waren die Spang-Brücke bei Bredstrup und die Furt bei Nebbegaard anzuschen. Erstere wurde verbarrikadirt und ihre Vertheidigung durch Verhaue und Erdaufwürfe verstärkt, lettere durch Anstauung des Wassers unbenußbar gemacht. Vom I. Bataillon sette die 1. Kompagnie Vorposten bei Bredstrup und der Spang-Brücke aus, während die drei anderen Kompagnien nach Pjedsted und Follerup gelegt wurden. Das II. Bataillon wurde in mehreren hinter der Rands-Au liegenden Dörfern untergebracht, mit der Aufgabe, die bei Nebbegaard befindliche Furt zu decken und eine etwaige Landung des Feindes zu verhindern; im Besonderen fiel der 5. Kompagnie, welche nach Nebbegaard gelegt wurde, die Beobachtung der Furt zu.

Während der nächsten Tage entsandten die Vorposten häufig Patrouillen gegen den Feind, um dessen Stellung und Stärke außerhalb der Festung zu er

11. Marz 1864.

14. März 1864.

17. März 1864.

forschen und die allgemeine Lage für die Einleitung weiterer Unternehmungen genügend aufzuklären. Besonders unermüdlich war hierbei der Major v. Beeren. Täglich begleitete er persönlich eine dieser Patrouillen, die nur aus wenigen Husaren oder aus einigen auf Wagen gesetzten Grenadieren bestanden, aber troßdem die feindlichen Vorposten an den verschiedensten Stellen fortwährend beunruhigten und alarmirten. Die genaue Kenntniß des Geländes, in welchem der Major v. Beeren bereits im Jahre 1849 mit Auszeichnung gekämpft hatte, kam ihm bei diesen Erkundungen sehr zu statten.

Die Einschließungstruppen arbeiteten eifrig an der Befestigung ihrer Stellungen und verstärkten lettere wesentlich durch Anstauung der Spang-Aa und Gudsö-Aa. Am 11. trat anhaltender, starker Regen, der die Wege fast ungangbar machte, ein. Da die Anstauung an der Spang-Brücke den Bredstruper Weg wegzureißen drohte, so mußten, um das Wasser abzulassen, die Dämme durchstochen werden.

Eine größere Refognoszirung gegen die Festung wurde am 14. März vormittags unternommen. An ihr betheiligten sich das II. Bataillon und 1 Offizier, 50 Mann von der 1. Kompagnie, lettere als Geschüßbedeckung. Bei dieser Refognoszirung ging das Detachement des Oberst v. Oppell, zu welchem das II. Bataillon gehörte, gegen das im Norden von Fredericia liegende verschanzte Lager vor und trieb hier (die 6. Kompagnie an der Tete) die feindliche Postenkette bis auf eine etwa 1000 Schritt vor dem Lager befindliche Höhe zurück. Hier geboten jedoch 4 feindliche Kompagnien, die zur Aufnahme bereit standen, vorläufig Halt. Zwei Züge der 6. Kompagnie schwärmten gegen diese aus, nahmen nach einem auf weite Entfernungen geführten kurzen Feuergefecht die Höhe im ersten Anlauf und hielten dieselbe etwa eine Stunde besetzt. Troz nebligen Wetters gelang es, einen Einblick in das feindliche Lager zu gewinnen und zu erkennen, daß es in seiner Befestigung unfertig und nur schwach mit Geschüßen besetzt war. Einen Sturm auf das Lager hielt man zwar für ausführbar, ein Behaupten des eroberten Geländes aber gegen das Feuer der Festung und der Schiffe für nicht wahrscheinlich. Das Detachement rückte daher, von den Dänen unbelästigt, wieder in seine Quartiere, in welchen es gegen 1 Uhr eintraf.

Vom 15. März ab trat die Verpflegung nach dem vom Oberkommando für die Truppen in Jütland vorgeschriebenen Etat in Kraft.

Es erhielten demnach:

Die Offiziere: morgens Kaffee mit Beilage, mittags Suppe, Fleisch mit Gemüse, Braten mit Kompot, Butter und Käse, 1 Flasche Wein. Abends: Thee und Butterbrod mit Fleisch, sowie täglich 8 Cigarren. Die Mannschaften: morgens Kaffee mit Beilage oder Branntwein, mittags Suppe, 1 Pfund Fleisch mit Gemüse, Butter und Käse, 1 Flasche Bier, sowie täglich 1/8 Pfund Tabak oder 10 Cigarren.

Der Rationssat für die Pferde betrug: 5 Metzen Hafer, 8 Pfund Heu.

Dem II. und III. Korps wurde am 16. März vom Oberkommando der Befehl zur engeren Einschließung und Beschießung, wenn möglich auch Erstürmung des verschanzten Lagers zu theil.

Mittlerweile erhielt jedoch das Oberkommando Meldungen darüber, daß anscheinend von Alsen her stärkere feindliche Kräfte nach Fredericia geworfen würden. Da es hiernach möglich erschien, daß die Besatzung von Fredericia einen energischen Ausfall machen könnte, so wurde der eben gegebene Befehl wieder aufgehoben.

Für den 17. März wurde wiederum eine größere Refognoszirung gegen Fredericia angeordnet, an welcher beide Grenadier-Bataillone betheiligt waren. Das I. Bataillon, 11⁄2 4. 12pfdge. Batterie der brandenburgischen Artillerie-Brigade und 1 Zug Garde-Husaren erhielten den Auftrag, auf dem linken Flügel über Egum und Vejlby bis in die Höhe von Kirstinebjerg zu refognosziren, das II. Bataillon bekam Befehl, um 101⁄2 Uhr früh das Defilee von Egum zusammen mit 1 Zug Garde-Husaren und 11⁄2 4. 12pfdge. Batterie Artillerie-Brigade 3 zu besetzen.

Der bei Egum bereitgestellten Kolonne befahl General v. der Mülbe, später ebenfalls auf Fredericia vorzugehen. Sie drängte die dänischen Vorposten nach leichtem Gefecht zurück und überschritt mit ihren Schüßen die nördlich und nordöstlich Stovstrup sich hinziehende Schlucht.

Das I. Bataillon traf bei seinem Vormarsch auf einen von der Infanterie und Dragonern begleiteten dänischen Verpflegungstransport, welcher von Traelle auf Fredericia marschirte. Infolge des gewandten und energischen Eingreifens des Lieutenants v. Goeß mit seinem Zuge gelang es, einen Theil des Transports abzuschneiden. Die Bedeckung jedoch entkam. Bei Kirstinebjerg angekommen, machte das Bataillon Halt und entsandte die 2. Kompagnie weiter westlich, um die Nordfront des verschanzten Lagers zu rekognosziren. Man überzeugte sich bald, daß die einzelnen Werke sturmfrei und mit schweren Geschützen ausreichend armirt waren. In den Werken 2 und 3 wurden deren 16 gezählt. Unfertig schienen nur die Berbindungslinien zwischen den Werken zu sein, da ihnen theils der Anschlußz an die Lünetten, theils noch die genügende Brustwehr fehlte. Als bei dieser Rekognoszirung der Premierlieutenant v. Wizleben mit dem 4. Zuge bis in ein weit vorliegendes Gehöft gelangt war, überschüttete der Feind legteres sofort derart mit Granaten, daß es bald in Flammen stand und verlassen werden mußte.

Inzwischen hatte das 11. Bataillon um 11 Uhr vormittags in Egum den Befehl erhalten, dieselbe Stellung einzunehmen, die es am 14. inne gehabt hatte. Man wollte von Neuem einen Einblick in das verschanzte Lager gewinnen. Beim Zurückdrängen des Feindes fanden die Schüßenzüge der 7. und 8. Kompagnie Verwendung und wurde die gewonnene Stellung etwa 3/4 Stunden lang gegen feindliche Unternehmungen behauptet. Ein Sergeant der 8. Kompagnie wurde verwundet.

9. Kapitel.

Von Fredericia bis Düppel.

Im Hauptquartier hatte man den bereits am 16. März gefaßzten, aber dann wieder rückgängig gemachten Entschluß erneuert. Danach sollte am 19. und 20. die Einschließungslinie näher an die Festung herangerückt werden und die Beschießung beginnen.

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