Wenzel Müller und "sein" Leopoldstädter Theater: mit besonderer Berücksichtigung der Tagebücher Wenzel Müllers

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Böhlau Verlag Wien, 2009 - 301 Seiten
Wenzel Muller (1767 im Markte Tyrnau in Ostmahren - 1835 Baden bei Wien) gehort zu den fruchtbarsten Komponisten der Wiener Biedermeier-Zeit. Er begann seine Karriere 1782 als 3. Geiger in Brunn, 1786 wurde er Kapellmeister und Kom-ponist am Leopoldstadter Theater, fur das er in der Zeit von 1786 bis 1830 210 Stucke und dann bis 1834 noch einmal 11 Stucke verfasste. 1807-1813 war er als Operndirektor und Kapellmeister des Prager Standetheaters Vorganger von Carl Maria (von) Weber. Das Buch, das auf den in der "wienbibliothek" aufbewahrten Tagebuchern Mullers basiert, erlautert zunachst den Stellenwert des Leopoldstadter Theaters im Kontext mit anderen Buhnen Wiens und gibt dann den Spielplan von 1781 bis 1830 sowie deren Librettisten und Komponisten wieder. Daneben werden die historischen Ereignisse, kulturhistorischen Begebenheiten und wichtigen Personlichkeiten der Zeit chronologisch genannt und ausfuhrlich kommentiert. So erfahren wir, welche Kaiser, Konige, Adelige und hochgestellte Personlichkeiten das Theater besuchten, wer dort engagiert wurde oder welche Benefizvorstellungen es gab. Wir lesen bio-graphische Daten des kunstlerischen Personals und schliesslich biographische Daten zu Muller und seiner Familie. Ein Literaturverzeichnis und ein Personenregister erganzen den Band. Die "Wiener Schriften zur Stilkunde und Auffuhrungspraxis" gehen von einem Stilbegriff aus, der nicht nur kompositionstechnische Parameter zu zeit- oder per-sonaltypischen Auspragungen zusammenfasst, sondern diese Ergebnisse auch im direkten Zusammenhang mit jeweils anders handzuhabenden Musizierweisen sieht. Stilgeschichte wird solcherart zugleich zu einer Geschichte der Auffuhrungspraxis, und in dieses Spannungsfeld sind auch die Kategorien Ausdruck und "Bedeutung", die ahnliche historische Vernetzungen aufweisen, einbezogen. - Die vorliegende Schriftenreihe hat sich zur Aufgabe gestellt, allen diesen Elementen - und zwar sowohl in "Alter" als auch in "Neuer" Musik - nachzuspuren und die Forschungs-ergebnisse sowohl der Wissenschaft als auch der Praxis dienstbar zu machen. Dabei dokumentiert sie in gleicher Weise Forschungen zur Geschichte der Auffuhrungs-praxis und des Musiklebens, um auch das historische Umfeld des Faches in die Gesamtsicht einzubeziehen.
 

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Inhalt

Abkürzungen
6
Spielplan des Leopoldstädter Theaters 1781 bis 1830
22
Leopoldstädter Theater 1781 bis 1830
163
Literatur
269
Urheberrecht

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