Johann Caspar Lavater: nach seinem Leben, Lehren und Wirken, Band 2

Cover
Verlag von Friedrich Andres Perthes, 1877 - 494 Seiten
 

Was andere dazu sagen - Rezension schreiben

Es wurden keine Rezensionen gefunden.

Ausgewählte Seiten

Andere Ausgaben - Alle anzeigen

Häufige Begriffe und Wortgruppen

Beliebte Passagen

Seite 227 - Naturforscher, und eins so entschieden als das andere. Bedarf ich eines Gottes für meine Persönlichkeit, als sittlicher Mensch, so ist dafür auch schon gesorgt. Die himmlischen und irdischen Dinge sind ein so weites Reich, daß die Organe aller Wesen zusammen es nur erfassen mögen.
Seite 246 - Vieles kann ich ertragen. Die meisten beschwerlichen Dinge Duld' ich mit ruhigem Mut, wie es ein Gott mir gebeut. Wenige sind mir jedoch wie Gift und Schlange zuwider; Viere: Rauch des Tabaks, Wanzen und Knoblauch und f.
Seite 239 - Recht behältst, doch find' ich es auch nöthig, da du deinen Glauben und Lehre wiederholend predigst, dir auch den unsrigen als einen ehernen bestehenden Fels der Menschheit, wiederholt zu zeigen, den du, und eine ganze Christenheit, mit den Wogen eures Meeres, vielleicht einmal übersprudeln, aber weder überströmen, noch in seinen Tiefen erschüttern könnt.
Seite 236 - Wir sind in und mit ihm glücklich, es ist uns allen eine Kur, um einen Menschen zu sein, der in der Häuslichkeit der Liebe lebt und strebt, der an dem, was er wirkt, Genuß im Wirken hat und seine Freunde mit unglaublicher Aufmerksamkeit trägt, nährt, leitet und erfreut.
Seite 249 - Die Götter wissen besser, was uns gut ist, als wir es wissen, drum haben sie mich gezwungen, ihn zu sehen. Davon sollst Du viel hören. Er hat bei mir gewohnt. Kein herzlich, vertraulich Wort ist unter uns gewechselt worden und ich bin Haß und Liebe auf ewig los.
Seite 224 - Nur so schätz, lieb, bet ich die Zeugnisse an, die mir darlegen, wie tausende oder einer vor mir eben das gefühlt haben, das mich kräftiget und stärcket.
Seite 239 - Dich selbst anbeten kannst; nur das kann ich nicht anders als ungerecht und einen Raub nennen, der sich für Deine gute Sache nicht ziemt, daß Du alle köstliche Federn, der tausendfachen Geflügel unter dem Himmel, ihnen, als wären sie usurpiert, ausraufst, um Deinen Paradiesvogel ausschließlich damit zu schmücken...
Seite 253 - Wenn Lavater seine ganze Kraft anwendet, um ein Märchen wahr zu machen, wenn Jacobi sich abarbeitet, eine hohle Kindergehirnempfindung zu vergöttern, wenn Claudius aus einem Fußboten ein Evangelist werden möchte, so ist offenbar, daß sie alles, was die Tiefen der Natur näher aufschließt, verabscheuen müssen. Würde der eine ungestraft sagen: „Alles, was lebt, lebt durch etwas außer sich"?
Seite 243 - Du hältst das Evangelium wie es steht, für die göttlichste Wahrheit, mich würde eine vernehmliche Stimme vom Himmel nicht überzeugen, daß das Wasser brennt und das Feuer löscht, daß ein Weib ohne Mann gebiert, und daß ein Todter aufersteht, vielmehr halte ich dieses für Lästerungen gegen den großen Gott und seine Offenbarung in der Natur.
Seite 215 - Ein Individuum, einzig, ausgezeichnet, wie man es nicht gesehen hat und nicht wieder sehen wird, sah ich lebendig und wirksam vor mir.

Bibliografische Informationen