Der kurdische Fürst MĪR MUHAMMAD AL-RAWĀNDIZĪ genannt MĪR-Ī KŌRA: Ein Beitrag zur kurdischen Geschichte

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epubli, 14.08.2017
Diese Doktorarbeit von 1969/70 zur Geschichte der Kurden ist eine Rarität. Sie ist seinerzeit durch die Mühle professoraler Begutachtung gegangen und zugleich ein frühes Beispiel gelungener Kurdologie gewesen. Über die ursprüngliche Dissertation hinaus enthält das E-Book ein (2015 beendetes) Nachwort des Verfassers, in dem er weiteres historisches Material beibringt, das erst neuerdings verfügbar ist und seine ursprüngliche These weiter erhärtet. Was anlässlich einer anderen Veröffentlichung in deutscher Sprache schon 1998 geschrieben wurde, nämlich, dass "ewiges Suchen nach geschichtlichen Beweisen und kompromisslose Artikulation" wesentlich zu Nebez gehören, wird hier erneut bestätigt. Die Kenntnisnahme und Beschäftigung mit den Inhalten dieses Buches wird interessierten Politikern, Journalisten und Studenten eine seltene Hilfe sein. Tatsächlich lag das Soran-Fürstentum in unmittelbarer Nähe zu Mosul, von dem der ‚Islamische Staat‘ in jüngster Zeit zu gerne auf Dauer Besitz ergriffen hätte. Mitte des 19. Jahrhunderts war Kurdistan in mehrere Fürstentümer geteilt und von kurdischen Fürsten regiert. Europäische Reisende erhielten Einreiseerlaubnis und berichteten nicht zuletzt ihren Herrschern, was sie dort in Erfahrung brachten. Der Expansionsdrang sowohl des Osmanischen als auch des Qajarischen Reiches gegen die Selbstbehauptung der Kurden, sowie das imperialistische Streben der Briten, Russen und Deutschen in das Gebiet, werden anhand von orientalischen und europäischen Quellen sachlich dargestellt. Das in dem Buch vordergründig behandelte Soran-Fürstentum steht für die ähnliche Situation der anderen kurdischen Fürstentümer jener Zeit. Trotz seiner militärischen Macht und guten Verwaltung unter Miri Kora musste dessen Fürstentum den Niedergang erleben, was in dieser Forschung auf den islamisch-religiösen Faktor zurückgeführt wird.

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Über den Autor (2017)

Jemal Nebez ist Orientalist (Dr. phil.) und Dipl. Politologe. Er hat die ersten 30 Jahre seines Lebens im Orient verbracht, wo er einige Jahre auch als Studienrat für Mathematik, Physik und Sprachen arbeitete. Im Jahre 1962 ist er nach Europa gekommen und hat hier zwei weitere Studien abgeschlossen. In Deutschland ist Nebez jahrelang Lehrbeauftragter für Iranistik und Politologie sowie Assistenzprofessor gewesen. Er ist Verfasser zahlreicher Aufsätze, Artikel und Monographien in verschiedenen orientalischen und europäischen Sprachen.

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