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alle mühe der kirchen sambt einer Zulag" antragen, erbot sich aber auch, wenn Apel die kirchliche Stellung verschmähe, ihm seine Besoldung aus der Kammer reichen zu lassen "2). Herzog Albrccht rieth Apel, diesen Antrag anzunehmen, sowohl wegen der besseren Besoldung, als aus dem Grund, weil er dann einen guten Vermittler abgeben könne, bezüglich der MißHelligkeiten, die zwischen der Stadt Nürnberg und Markgraf Georg entstanden waren'^). Der Rath von Nürnberg aber ließ Apel nicht ziehen, er vermehrte ihm seine Jahresbesoldung bis auf dreihundert Gulden, zu welcher Einnahme noch der Ertrag seiner Praxis kam, nur daß er nicht gegen Bürger der Stadt dienen durfte, was anderen Advokaten erlaubt war^). Auch zum Beisitzer am Stadtgericht wurde Apel bestellt'^) und es scheint die Rede davon gewesen zu sein, ihm die Assessur fränkischer Zunge am Reichskammergericht zu übertragen, zu deren Uebernahme er aber keine Lust bezeigte^").

Doch auch im Interesse des Herzogs von Preußen, den er immer noch als seinen Herrn betrachtete, war er nicht müssig. Zum Dienst des Kur- und fürstlichen Hauses Brandenburg, schreibt er, brauche er sich nicht zu „nothen" (zwingen), angesehen der Gnade, die ihm von Markgraf Albrecht widerfahren^).

Gleich nach seiner Ankunft in Nürnberg trat er aus Auftrag des Herzogs durch Vermittlung von Christoph Kreß mit dem Rath der Stadt in Unterhandlung, um Ausgleichung der zwischen Markgraf Georg und der Stadt Nürnberg obwaltenden Differenzen, als deren Anstifter der markgräfliche Kanzler O. Heller angesehen wurde^), anzubahnenAuch die Verhandlung mit dem Rath zu Nürnberg in anderen Angelegenheiten wurde Apel übertragenFerner gab sich derselbe viele Mühe, für Herzog Albrecht, wie dieser es wünschte, einen oder mehrere tüchtige Juristen anzuwerben. Schon auf seiner Heimreise hatte er zu Wittenberg und Leipzig in dieser Beziehung mit mehreren Doctoren Verhandlungen gepflogen. Unter anderen hatte er an Andreas Frank Camitianus, den er von früher her kannte, gedacht. Immer aber war die weite Entfernung Königsbergs ein Hinderniß: „Es hat an den Weibern gefelt, die wollen also weit nit hinden" '"). Zuletzt versuchte er seinen Landsmann und Nachfolger in Wittenberg O. IsAum Sebald Münsterer (oder Münstrer) zu bewegen, nach Preußen zu ziehen. Allein auch dieser erklärte, „daß ehr sich aus Wittenberg mit einigem gelt nit (wolle) bewegen lassen" "2).

Ueber die Bewegungen des Deutschen Ordens konnte Apel seinem Herrn meist tröstliche Nachrichten mittheilen. Sein Auftrag ging dahin, über die Ordensverhältnisfe Nachforschungen anzustellen und den in Nürnberg sich aufhaltenden „hinkenden Mann" "3) über dessen Person ich eine bestimmte Angabe nicht machen kann — zu beobachten "4). Apel schreibt nun schon in seinem ersten Brief an Albrecht: „Der teutschen Herren in Asrmänig, spottet jedermann, auch an dem Cammergericht, aufgenommen, das man das geltlein von inen nimmt, got behüte e. f. g. sambt derselben landen und leuten vor Eifland auch Harten (?)" u. s. w. Das Reichskammergericht habe zwar eine Citation an Herzog Albrechts Prälaten, Herren, Ritterschaft, Land und Leute ausgehen laßen, doch werde nichts darauf gegeben; in Nürnberg habe dieselbe an der gewöhnlichen Stelle ausgehangen, aber nicht langer als einen Tag, das habe der Rath nicht umgehen können Auch von Pfalzgraf Friedrich am Rhein — der für einen Patron der Deutschen Herren galt^") und Ansprüche auf die Dänische Krone machte, denen man, da dem Gerücht nach das Haus Oesterreich sich ihrer bedienen wollte, um die nordischen Reiche an sich zu ziehen, folglich des Sunds und der Ostsee sich zu bemeistern, in Preußen nicht hold war — sei nichts zu fürchten, denn er habe kein Geld"").

Mit dem „hinkenden Mann" kam Apel in lebhaften Verkehr. Im Februar 1535 war er bei demselben zu Gast. Er entschuldigte Herzog Albrecht's Austritt aus dem Orden damit, daß derselbe „mit hüls alzeit mehr verlaßen gewest und daß ohne das diese enderung wol dahinten gebliben wäre". Bald darauf schickte der „hinkende Mann" an Apel „einen Doctor", mit der Benachrichtigung, der Deutschmeister habe an König Ferdinand eine Legation abgefertigt, die anderen Stande des Ordens neben derselben auch eine. Das könne aber, meint Apel, Herzog Albrecht nicht kümmern, denn es gehe das Gerücht, daß sie alle gar wenig Gehör hätten bei Hoch und Niedrig, man nenne sie „Mertzenschaf, die zu nichts nutz", „Das Cammergericht nimbt gelt vnd schreibt brief" ^»«). Die Besuche Apels bei dem „hinkenden Mann" wiederholen sich häusig. Mitunter ist er „ganz fröhlich" mit ihm zusammen wie z. B. im August 1535, wo der „hinkende Mann" zur Feier der Hochzeit seines Kochs und seiner Köchin ein ländliches Fest — eine Stunde Wegs von der Stadt — ausgerichtet hatte'^). Von den Ordensbestrcbungen war wenig herauszubringen, weil in der That auch wenig geschah. „Diesem allem nach, gnedigster fürst und Herr, schreibt Apel ist mein treuer rhadt, e. f. g. wollen sich allein vor den nachtpaurn (Nachbarn) woll fursehen, nichts verachten, vnd sich vor diesem teutschen Meister vnd seiner geselschaft gar nichts furchten, got dem almechtigen dis vnd andres befehlen". Einmal nur (17. Juli 1535) scheint Apel etwas bedenklicher zu sein, indem er aussprichtes sei vielleicht dienlich, wenn er am Sitz des Reichskammergerichts, in Speier, persönlich Erkundigungen, „wie alle fachen mit dem orden gelegen weren," einziehe. Der Rath zu Nürnberg werde auf den Wunsch des Herzogs wohl auf einen Monat Urlaub ertheilen: „ßo wehr es nit mehr den vmb die Zerung zuthun, das ich mich auf ein Pferd fetzt, nem einen diener mit mir, vnd erkundigt mich allerleh". Der Herzog ersuchte nun zwar den Rath zu Nürnberg um Ertheilung des Urlaubs'^), Apel selbst aber erhielt keinen Auftrag zur Reise Letzterer schreibt auch noch später von den Ordensleuten: „Ron äesst eis volunws, sed ts.oults,s. Sie Habens im Sin vnd nit in den laschen noch vermögen" ^").

Neben der Besprechung ernster Angelegenheiten enthalten die Briefe Apels an Herzog Albrecht viele minderwichtige Nachrichten, Notizen und Beilagen, die beweisen, wie Apel bemüht war, feinem Herrn Freude zu bereiten, wenn es sich oft auch nur um kleine Liebhabereien des letzteren handelt, die berücksichtigt werden. Bald wird dem Brief eine von Joachim Camerarius angefertigte „Nativität" Albrechts „sambt dreyen revolutionen auf das gegenwertig XXXV und volgcnde XXXVI und XXXVll Jahre" beigelegt mit der Bitte, die Sache nicht zur Kenntniß des sich auch mit Astrologie beschäftigenden Pfarrers der Altstadt, Poliander, kommen, sondern die Entchiffrirung von dem ,,alten Domherrn in Frauenburg" (wohl Nicolaus Kopernicus) vornehmen zu lassen'^); bald laßt Apel dem Herzog bei seinem Schwager Arnold Wenck ein schönes Trinkgeschirr fertigen 166), b^d Übermacht er ein solches in Albrechts Namen dem Schweizer Ludwig Senftel zu München, einem berühmten Tonsetzer, der für den Herzog Compositionen gefertigt hat ^ bald berichtet er über eine neue Art von Blasinstrumenten, die in Nürnberg fabricirt werden und erbietet sich, welche zu kaufen ^°), mitunter sendet er auch Bücher oder Landkarten ^').

Herzog Albrecht erzeigte sich für alle diese Aufmerksamkeiten sehr dankbar. In einem bald nach Apels Abgang von Königsberg geschriebenen eigenhändigen Brief sagt er gnädigen Dank für die geleisteten treuen Dienste '«2). Auf die Bitte Apels aber, der Herzog möge sich nicht selbst der Mühe des Schreibens unterziehen, erfolgte die Antwort:„Souil ewer bith vnns nit zu bemuhen euch aigner hanndth souil zuschreibenn, belanngt Ist vnns zwar solchs kein beßwerung, So verrnn wirs annders obliegender geschefft halbenn thun khonnen, Sonder viel mehr ein freude, das wir euch aber ietzo nit aigner handt schreiben, Ist vnnser gnediges begerenn, wollett vnns hier Inn entschuldigt ncmen, dan vnns anndre fürfalende geschafft daran verhinndert".

Häusig ist in den Briefen des Herzogs eine „Verehrung" d. h. ein Geldgeschenk beigefügt, sowohl für Apel selbst 124), M für Andere. Eigenthümlich ging es mit der Belohnung, welche Joachim Camerar für die Nativitat erhalten sollte. Der Herzog kündigte „eine kleine Verehrung" für ihn an^), Apel erhielt aber durch den Boten nichts als den Brief, auf seine Anfrage aber kam die Antwort, das Beilegen des Geldes sei in der Eile vergessen worden, anbei folgten: „sechs

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