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FML. Radivojevich leitete den neuen Angriff mit grosser Umsicht und in solcher Art ein, um die Division Fressinet rechts zu überflügeln und von Peschiera abzuschneiden. Diess war jedoch nicht so leicht, denn der feindliche General manövrirte sehr geschickt und führte zeitweise auch offensive Schläge. Da an dem Besitze des Monte Olivetto das Meiste lag, so schickten sich die Franzosen gerade an mit zwei Colonnen dorthin wieder vorzurücken, als die Österreicher ihnen zuvorkamen. Während nämlich Oberst von Ertmann mit seinen vier Bataillons Deutschmeister, unterstützt durch Kerpen-Infanterie, zwischen der Strasse auf Monzambano und dein Mincio vorging, führte der Oberstlieutenant Baron Welden des Generalstabes das Infanterieregiment Erzherzog Karl nebst einer halben 6pfündigen Batterie rasch und geschickt auf den Monte Olivetto.

Das Gefecht wurde sehr heftig. Die Franzosen placirten am Monte Giacomotti ihr Geschütz mit vieler Einsicht und leisteten überhaupt den nachdrücklichsten Widerstand. Es fochten hier im Ganzen 11 Bataillons, 8 Escadrons, 1 Cavallerie-, 1 6pfündige Fuss- und 1 Reservebatterie der Österreicher gegen die Division Fressinet, und es scheint als ob Verdier die Vorwürfe nicht verdiene, welche ihm von Einigen desshalb gemacht worden sind 1).

Die Übermacht zwang endlich den GL. Verdier sich lediglich auf die Behauptung des Redone zu beschränken und als er auch hier durch das Landwehrbataillon Kerpen unter Oberstlieutenant Graf Hoyos, so wie durch ein vom Major Baron Callot geführtes Bataillon dieses Regimentes und ein Bataillon Deutschmeister unter Major Baron Wöber in hitzigen Angriffen noch mehr gedrängt wurde, langsam und fechtend etwas gegen Ponti zurückzugehen, als er sich von der Unmöglichkeit eines weiteren offensiven Verhaltens überzeugte. Die Geschichte übt nur ihr eigentliches Recht, wenn selbe die

1) Vacani als Augenzeuge behauptet, Verdier habe seine Kräfte versplittert, nur ein Bataillon um

das andere in's Gefecht geworfen und überhaupt nicht kräftig und einsichtsvoll gehandelt. Vacani diente damals als Geniebataillons-Chef unter Verdier. Es hiesse dem FM. Bellegarde einen schlechten Weihrauch streuen, wenn man behaupten wollte, „auf österreichischer Seite sei Alles in der correctesten Weise verlaufen.“ Hier nur einzelne Andeutungen. Wozu die Brigade Steffanini bei Volta stehen lassen, nachdem man selbe bei Monzambano besser brauchen konnte. Diese Brigade hielt den ganzen Tag hindurch auf dem Monte Pini, bei Baruzzo und Reale und sah keinen Feind. Selbst GM. Vecsey fand keinen solchen. Ohnehin bestand dieser Truppentheil bei Volta nur aus 2 Bataillons und 6 Escadrons (1500 Mann), war somit sehr blossgestellt, wenn man einen Feind vor sich gehabt hätte. Die 2 Bataillone Jellačić der Brigade Steffanini standen nämlich als Unterstützung der Brigade Paumgarten am linken Ufer bei Cauchiola, bis die Brigade Abele ankam. Eine rasche Sammlung aller Streitkräfte am linken Mincio-Ufer hatten also die Österreicher selbst am Vormittag des 8. noch nicht erzielt. Im ersten Augenblick standen gegen den Brückenkopf von Monzambano nur das 4. Jägerbataillon, das erst später durch Duka-Infanterie unterstützt ward. Wie wenig aber FML. Sommariva auf eine nachhaltige Verwendung seiner ohnehin geringen Kräfte für den Fall eines offensiven Benehmens seines Gegners hätte rechnen dürfen, zeigt wohl am besten der Umstand, dass die Brigade Abele erst am Nachmittag eintraf. Denn dass der ganze linke Flügel des Feindes für dessen Offensive verloren gehe, konnte in die Berechnung des österreichischen Generalstabs keineswegs als Factor aufgenommen werden. Das Glück wollte somit die Österreicher augenscheinlich begünstigen, indem es den Vicekönig zwang, bei Pozzolo und Valeggio statt mit 24.000 blos mit 16.000 Mann aufzutreten, und seinen Plan vereitelte, der zum Theil auch darin bestand, sich zwischen Bellegarde und Mayer zu werfen. Auch der Vicekönig konnte unmöglich voraussehen, was wirklich geschehen ist.

Truppen des feindlichen linken Flügels in Schutz nimmt und es laut ausspricht, dass die Division Fressinet am 8. Februar 1814 bei Mouzambano mit anerkennenswerther Tapferkeit gefochten habe.

Während FML. Radivojevich seinen Übergang bei Borghetto und Pozzolo vollführte, hatte der Vicekönig seine Offensivbewegung gleichfalls begonnen, in gänzlicher Unkenntniss, dass die Österreicher seit 9 Uhr am rechten Ufer standen.

Das Blockadecorps von Mantua stand in jenem Augenblicke in dem stark durchschnittenen Tiefland auf einem weiten Perimeter zerstreut und überhaupt in einer Art um die gegenseitige Unterstützung der einzelnen Posten völlig unmöglich zu machen. Die eigentlichen Vortruppen unter dem GM. Watlet zählten nur 3 Bataillons, 4 Jägercompagnien, 6 Züge Cavallerie und eine halbe Batterie, was gegen eine Festung wie Mantua viel zu wenig war, und zu allem Unglück war GM. Watlet auch noch angewiesen worden mit 1 Bataillon Reisky, 1 Schwadron Hohenlohe-Dragoner und etlichen Geschützen eine Recognoscirung gegen Goito vorzunehmen.

Die eigentlichen Vorposten bestritten das 9. Feldjägerbataillon, 1 Bataillon Reisky und 3 Züge Hohenlohe-Dragoner und hinter diesen in Marmirolo, Pero, Marengo, la Rotta, Castelletto dei Cavalli, Castiglione und Mantuano hielten als Unterstützungen nur 4 Compagnien und 1 Zug Cavallerie. Die halbe Batterie befand sich bei dem FML. Mayer in Roverbella, der sich allda mit 4 Bataillons und 2. Zügen Reiterei aufgestellt hatte. Diese 7 Bataillons, 2 Escadrons, 4 Geschütze mussten nun den ganzen Stoss des feindlichen rechten Flügels mit Inbegriff der Division Zucchi und theilweise auch jenen der zweiten Colonne des Vicekönigs aushalten. In der That! Wenn man sich darauf eingerichtet hätte die Aufgabe des Feindes zu erleichtern, so würde man sich unmöglich geschickter dabei benehmen können.

Bald nach 8 Uhr Morgens stiess die Vorhut der zweiten feindlichen Colonne auf den eben im Vorgehen gegen Marengo begriffenen GM. Watlet, und fast um dieselbe Zeit wurden auch die übrigen Vorposten des Blockadecorps rasch und ungestüm angefallen, wie denn überhaupt Grenier's ganze Vorrückung mit grosser Umsicht einge

leitet war.

Nachdem General Bonnemain die Canäle vor und hinter Villabona überschritten batte, breitete sich das 31. reitende Jägerregiment rasch zwischen Massimbona und Marengo aus und sicherte die linke Flanke der unter Grenier aus Mantua hervorgebrochenen ersten Colonne, welche auf der Veroneser Chaussee unaufhaltsam vordrang, indess GL. Zucchi auf der Strasse über Castiglione-Mantuano den Canal Molinella zu gewinnen und zugleich die linke Flanke des Blockadecorps zu umfassen trachtete. Es konnte daher auch gar nicht fehlen, dass die einzelnen österreichischen Posten in Pero, Soave, S. Bricio, Marmirolo, Santa Lucia, Castelletto dei Cavalli und überhaupt in allen Ortschaften westlich des Canales von Castiglione und an der Strasse auf Legnago, ehe sie sich es versahen, angegriffen, abgeschnitten und versprengt wurden. GL. Grenier rückte rasch über Pontevecchio auf La Rotta, um die Verbindung mit der zweiten Colonne zu erlangen. Der in Flanke und Rücken bedrohte GM. Watlet konnte Roverbella fast nur mit dem Feind zugleich erreichen, und FML. Mayer beeilte sich, seine noch übrigen disponibeln Kräfte, so gut diess anging, gegen Mozzecane zurück zu führen. Die directe Verbindung mit Valeggio war bereits dahin, und von dem ohnehin so geringen Truppenstand befanden sich 12 Officiere,

500 Mann in Gefangenschaft. Diess war die natürliche Folge einer cordonartigen Aufstellung 1).

General Bonnemain ging unaufgehalten bis in die Nähe von Belvedere vor. Die erste und zweite Colonne so wie die Division Zucchi folgten in gleicher Höhe mit einander und hielten gute Verbindung. Jenseits Marengo zerlegte sich die Division Quesnel für den leichtern Aufmarsch in mehrere Colonnen; die Divisionen Rouyer und Marcognet nahmen ihre Marschrichtung über Rotta. Bonnemain bei Belvedere sollte Verdier die Hand bieten. Der Vicekönig, in der sichern Überzeugung die österreichische Mitte bei Villafranca zu treffen, liess während Grenier auf und neben der Veroneser Strasse fortrückte, die Division Quesnel sich weiter links gegen Belvedere und Guaderni halten und beschloss erst nach dem Anlangen Verdier's seinen concentrischen Angriff zu machen. Indessen sicherte Bonnemain einstweilen die Tête und linke Flanke der Division Quesnel und die Reiterbrigade Perreymond breitete sich noch weiter links gegen Pozzolo aus. GL. Zucchi hatte bereits Castiglione Mantuano erreicht, und FML. Mayer, der recht gut begriff, dass es seine Pflicht sei die Strasse nach Villafranca zu schützen, hielt herwärts Mozzecane an der Chaussee.

Der. Vicekönig war noch nicht weit über Marengo hinaus, als er plötzlich den Kanonendonner vernahm, der vom Monte Olivetto über den Mincio drang. Als man eine freiere Aussicht auf das jenseitige Ufer gewann, sah man auch deutlich die Rauchwolken aufsteigen und gewahrte lange dunkle Linien, die nichts anderes als Truppen sein konnten.

Er begriff augenblicklich, was geschehen sei, und dass der FM. Bellegarde sich nicht mehr bei Villafranca befinde, so wie dass, da ihn keine Meldung Verdier's erreichte, sein linker Flügel gänzlich isolirt sein müsse. Seine Lage war ernst, wo nicht bedenklich. Hier gabes nur zwei Wege, entweder die Offensive gegen den noch am linken Ufer befindlichen Österreichischen Heertheil fortzusetzen und letztern dort aufzusuchen, wo er wirklich war, somit sich auf Valeggio zu wenden und dort eine Schlacht zu liefern, oder aber rasch umzukehren, über Goito das rechte Ufer zu gewinnen und bei Borghetto und Volta entschieden in den Gang des Gefechtes einzugreifen. Jedes Zaudern diess fühlte er nur gar zu wohl blieb verderblich. „Vorwärts oder zurück“ lautete die Losung, seit die Angriffsobjecte sich gänzlich verschoben hatten.

Um dem GL. Verdier beizuspringen, hätte man aber wenigstens sechs Stunden bedurft, und es ging damals schon auf 11 Uhr. In der Zwischenzeit konnte Bellegarde sich vollends ganz auf das rechte Mincio-Ufer versetzen und muthmasslich die Division Fressinet vollständig erdrücken. Für diesen Tag wäre somit dort nichts mehr zu erringen gewesen, am 9. aber würde man die ganze österreichische Armee zu bekämpfen gehabt haben, und diess eigentlich blos mit dem rechten Flügel und der Mitte, weil auf die Mitwirkung der in einen so üblen Zustand versetzten Division Fressinet nicht viel zu rechnen war. Endlich hätte man auch beim raschen Zurückgehen hinter den Fluss die schon so weit vorgegangene schwache Division Zucchi äusserst blossgestellt, denn diese operirte auf drei Strassen und durfte kaum

1) Zwei ganze Compagnien des 9. Jägerregiments und eine Division Reisky waren abgeschnitten

und gefangen worden. In Massimbona allein fielen 150, zwischen Marengo und Roverbella weitere 300 Mann in französische Hände.

hoffen noch mit heiler Haut Mantua, dessen eigentliche Besatzung sie bildete, zu erreichen, weil das Blockadecorps ohne alle Frage bei veränderten Verhältnissen sogleich die Offensive ergriffen haben würde.

Man konnte den GL. Verdier aber, und gewiss weit besser, auf indirecte Weise durch eine Offensivbewegung auf Valeggio unterstützen, ja vielleicht gar es der Division Fressinet dadurch möglich machen wieder angriffsweise zu verfahren; dabei schon gar keine Gefahr, weil man am linken Ufer überlegen war. Gelang es den Übergang bei Valeggio zu gewinnen, so wurde der FML. Radivojevich ungefähr in dieselbe Lage versetzt, in welcher sich Verdier eben befand; auch das Blockadecorps, zum Theil bereits gesprengt, in eine noch schlimmere Lage gebracht, und Bellegarde hatte sodann nur noch den Rückzug auf Rivoli oder im besten Falle nach Bussolengo und Dolce.

Ein Sieg bei Valeggio konnte unter diesen Umständen noch weit reichere Früchte bringen, als ein solcher bei Villafranca.

Der Vicekönig entschied sich nach kurzer Überlegung für die Bewegung in nördlicher Richtung und handelte nur als tapferer Soldat und kluger Feldherr, wenn er seine Colonnen eine Frontveränderung links machen liess. Die Division Quesnel sollte diese Bewegung zuerst vollziehen, die Division Rouyer und die Avantgarde ihr folgen, die bei Marengo stehende Reiterbrigade Perreymond aber die linke Flanke der Infanterie um so mehr decken, als man österreichischer Reiter in jener Gegend ansichtig geworden war und nicht wusste wie stark selbe seien. Nachdem Goito jedenfalls sehr bedroht schien, so wurde die Garde dorthin zurückgesendet.

Diese Anordnungen waren jedenfalls im Allgemeinen correct. Vielleicht wurde nur der einzige Fehler dabei begangen, dass man sich allzuweit ausdehnte, zu viel umfassen wollte, indem die Divisionen Zucchi und Marcognet ihre ursprüngliche Richtung behielten. Wahr ist es, dass man die rechte Flanke und ganz besonders den Übergang bei Goito gegen das Blockadecorps des FML. Mayer sichern musste, denn für den Vicekönig ging der kürzeste Weg hinter den Mincio nur über Goito und auf Unfälle musste man vordenken. Vielleicht hätte es aber genügt nur die Division Zucchi dazu zu verwenden, oder höchstens eine Brigade der Division Marcognet bei Pontevecchio oder Roverbella zu diesem Zwecke stehen zu lassen, die andere Brigade aber in die allgemeine Schlachtlinie zu ziehen, wo selbe hätte viel entscheiden können.

Um auf die Strasse nach Valeggio zu gelangen, begann sich die Division Quesnel in der Höhe von Massimbona zu entwickeln und ihr folgte auch die Division Rouyer, während die Cavalleriebrigade Perreymond am linken Flügel die Strasse von Marengo auf Valeggio einhielt. Was also der Vicekönig gegen Pozzolo dirigirte, bestand aus 2 Infanteriedivisionen und 2 Reiterbrigaden, im Ganzen etwa 18 Bataillone, 81/2 Escadrons, 44 Geschützen (16.000 Mann).

In der Höhe von Massimbona hatte auch die von Belvedere sich links wendende Avantgarde der zweiten Colonne sich am rechten Flügel des ersten Infanterietreffens in Linie gesetzt. Die in Colonnen verbliebene Division Rouyer folgte als zweites Treffen. Die Formation zur Schlacht auf Seiten des Vicekönigs war nur wenig abweichend von jener, die bis nach dem siebenjährigen Kriege fast allgemein beobachtet wurde, nämlich: das Fussvolk in der Mitte und die Reiterei auf beiden Flügeln.

Der Vicekönig befand sich bei der vordersten Division und leitete die Vorrückung zwischen der Strasse von Marengo auf Valeggio und der Häusergruppe Ramelli.

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Mittlerweile war schon mit anbrechendem Tage die nach Pozzolo beorderte Reservedivision Merville über Guaderni allda eingetroffen und hatte sich am Rand des Rideau, Front gegen den Mincio, derart aufgestellt, dass die Brigade Stutterheim im ersten, die 10 Escadrons der Brigade Wrede aber im zweiten Treffen hielten. Von den Grenadieren stand das Bataillon Faber am rechten, das Bataillon Purcell am linken Flügel.

Die nächste Bestimmung der Reservedivision blieb eine Unterstützung sowohl für das Blockadecorps als auch für die Brigade Vecsey.

Als FML. Merville unweit Pozzolo eintraf, fand er dort den Oberst v. Gorczkowsky mit 2 Escadronen Erzherzog Karl Uhlanen und einer halben Cavalleriebatterie zur Bewachung der Brücke aufgestellt. Eine dritte Uhlanenschwadron unter dem tapfern Oberstlieutenant Baron Wilhelm Mengen, eines Soldaten, der viel zu früh für den Staat und seinen eigenen Ruhm verstarb, war gegen Goito entsendet worden, um, falls der Feind von dort abgezogen sei, allda über den Fluss zu gehen und bei Cereto sich wieder mit Vecsey zu vereinigen, der Anfangs am rechten Ufer gleichfalls gegen Goito hinabgegangen war, sich aber sodann mit einer Rechtsschwenkung in die Richtung von Cerlongo und Castel Grimaldo brachte. Im Krieg ist die Vorsicht niemals zu gross, und überdiess musste man auch gegen Mantua auf der Hut bleiben.

Da aber der Übergang bei Pozzolo für einen etwaigen Rückzug der Brigade Vecsey von besonderer Wichtigkeit. blieb, so hatte GM. Graf Vecsey dem Obersten Gorczkowsky aufgetragen, sich bei dem FML. Merville um Überkommung von Infanterie zu bewerben 4). Dieser sah die Billigkeit eines solchen Begehrens vollkommen ein und beorderte das Grenadierbataillon Purcell an die Schiffbrücke von Pozzolo. Dadurch aber verblieben auf dem Plateau selbst nur noch die zusammen blos 22 Compagnien (2686 Mann) ausmachenden vier Grenadierbataillone Faber, Welsperg, de Best und Chimany dann die Brigade Wrede, welche nicht über 1200 Säbel betrug. Die halbe 6pfündige Batterie befehligte der Lieutenant Sauer.

Als die Division Merville bei Pozzolo eintraf, hatte FML. Radivojevich kaum erst seinen Übergang bei Borghetto begonnen. In der ganzen Gegend herrschte noch Stille. Erst als sich der Nebel gegen 9 Uhr verzog, gewahrte man deutlich das Geplänkel zwischen der feindlichen und der österreichischen Reiterei unter Oberstlieutenant Bretfeld. Das Kleingewehrfeuer entfernte sich immer mehr in der Richtung auf Olfino. Nach Westen hin verlor man auch bald die Abtheilungen der Brigade Vecsey gänzlich aus dem Gesicht.

Da nun am linken Mincioufer alles ruhig, Oberstlieutenant Mengen gegen Goito vorgegangen und der Übergang bei Pozzolo versichert war, so durften die Grenadiere ihre Gewehre in Pyramiden stellen und die Reiterei absitzen. Nach einer kleinen Weile vernahm man zwar flussabwärts ein sehr heftiges aber nur kurz dauerndes

1) Oberst Gorczkowsky ist derselbe, welcher vor wenigen Jahren als General der Cavallerie und

Gouverneur von Venedig im hohen Alter, von der gesammten österreichischen Armee tief betrauert, starb. Voll Anspruchslosigkeit und Herablassung, felsenfest in seiner Treue gegen den Kriegsherrn, ein echter Soldat im wahren Sinne des Wortes, hat ihm seine schöne Vertheidigung von Mantua 1848 ein unvergängliches Andenken bewahrt. Mögen diese wenigen Worte als ein Nachruf der ungeheucheltsten Hochachtung gelten!

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