Abbildungen der Seite
PDF
EPUB
[ocr errors]

der Kriegserfahrenheit der Fübrer, der Tapferkeit, der Ausbauer der Truppen. – Ein Feldberr, der es ist, wird nur geschlagen durch seines Gleichen!

Also unbezweifelt, Großes würde schnell geschehen fenn, hätte die Trennung der Heere nicht statt gefunden. Obne tiefer in die Ursachen einzugeben, welche fie pers anlaßten, nehmen als Hauptgrund wir an: die Un. möglichkeit, für so große Heeresmassen mit hinlängs licher Verpflegung auf ein und derselben Stelle aufzus kommen. Und so geschab sie! - Noc am zweiten Lage der Schlacht fekte fich das schlesische Heer rom Schlachtfelde aus in Marsa, und zog gegen die Mars né, um von dort aus über Chalons, Montmirail und Meaur den Weg nad Frankreichs Hauptstadt zu suchen. Das Hauptbeer wandte fich links an die Seine, um an dieser, auf beiden Ufern abwärts, das nämliche Ziel zu finden. Es ist unsere Absicht, hier, nad den östs reichischen Originalquellen, nur die Darstellung der zweiten Fiegreichen Schlacht auf Frankreichs Boden, jener von Bars sur : Uube am 27. Februar 1814, zu geben. Was ihr voranging und sie bedingte, darf das ber hier nur angedeutet werden.

Am Tage nach der Schlacht von Brienne war man nod ungewiß über die Richtung, die des Feindes Rückzug genommen. Daß er ihn bei Lesmont über die Lube bewerkstelligt, dies war bekannt; allein er hatte die Brücke zerstört, und, begünstigt durch die Nacht, einen solchen Vorsprung gewonnen, daß im ersten Augenblicke feine Spur verloren war. Erst am 3. Februar gegen Abend erfuhr der Feldmars d all Fürst od wardenberg durch seine Vortruppen, daß auch des Feindes Heer fich getheilt. Der größere

[ocr errors]

Theil, unter dem Kaiser Napoleon felbft, war

nach Troyes, ein kleinerer Tbeil unter dem Mar: .sall Marmont gegen Urcis-fur- U ube ge

zogen. Der größere Theil des verbündeten Hauptbees res nahm demnad am 4. Februar die Richtung gegen Trones; 098 5. Armeekorps marscirte gegen Arcis-surZube, das 6. nad Montierendre. Erst am 7. befekte man das Tags vorber vom Feinde freiwillig verlassene Trones. Es geschab dies so spät, weil der FM. Fürst Sdwarzenberg, um Menschen zu (bonen, den Kaiser Napoleon durch Umgebung seiner Stellung zum Rück: fuge zwingen wollte; wie das denn auch statt batte.

Napolevin batte am 5. Februar einen ange. meinen Angriff erwartet, der, bei seiner vortheilhaften tellung, piel Blut gekostet haben würde. 21% er aber aus den Bewegungen der einzelnen Korps der Hauptar: mee die Abficht des Fürsten chwarzenberg entnahm, so verließ er am Morgen des 6. februar Sroges, und ging nad Nogent-sur-Seine, mobin ibn im Laufe des nämlichen Tages die Marschälle Victor, Ney, Dudinot, die alte und junge Garde, folgten. Seine Truppen stellte er hinter dem Flusse auf; Nogent selbst aber ließ er persdanzen. *)

[ocr errors]
[ocr errors]
[ocr errors]
[ocr errors]

*) Der FM. Fürst Schwarzenberg schrieb am 6.

Februar von Bar-sur-Seine: „Der Feind, welcher „ fein Grod in Troyes sammelte, hielt Arcis s sur : Uube

durch Marmont belegt; Macdonald war bei Chalons, „und ich erwarte stündlich die Nachricht, daß er sich „gegen Epernay zurückzog; denn er ist so schwach, „daß ihn Blücher erdrüden könnte. Ich zweifle daher „nicht, daß Blücher in wenig Tagen vor Paris ers scheinen wird. Heute Morgens ift Napoleon von

[ocr errors]
[ocr errors]

FM. Fürst d warzenberg gab seinen Trup. pen einige Tage der Erholung, deren sie sehr bedurften. Uuch war diese Zeit äußerst nöthig zur Herbeischaffung von Lebensmitteln'; ein Punkt, dem sich von Tag zu Sag mehr Sdwierigkeiten entgegenstellten.

Um 11. Februar begann wieder die Offensive. Der rechte Flügel der Hauptarmee griff Nogent an, der linke Øens. Nogent wurde erst am 12. nach beftigem, ausdauernden Widerstande genommen, die auf dem lins ken Ufer der Yonne liegende Vorstadt von Send aber in der Nacht vom 11, auf den 12. von den Vortruppen des 4. Armee forps erstürmt. Am 13. Felten die beiden Armeekorps des rechten Flügels der Hauptarmee, das 5. und 6., an drei Stellen, nämlich bei Pont-sure Seine, Nogent und Bray, über die Seine, und nahmen ihren Marsch gegen Viltenore und Pros vins. Die drei andern Armeekorps, da$ 1., 3. und 4., gingen auf der Straße von Fontainebleau vor. Die östreichischen und ruffischen Reserven folgten in ane gemessenen Abständen dem Heere.

an diesem Tage erhielt Mittags der Fürst Søwars fenberg vom Feldmarsdal Blücher die Nachricht, daß die zur schlesischen Armee gebörenden Heerestbeile der

Troyes abgegangen. Die Armee, welche aus Victor, Nei), Dudinot, der jungen und alten Garde besteht, „marschirt in der Richtung nach Nogent. Ich werde „mit einem großen Theile der Armee gegen Seus mas ,,növriren, um stets dgs Feindes rechte Flanke zu um: „gehen, und so viel möglich starke Partheien gegen Dr: „leans pussiren, um von Adem benachrichtigt zu seyn, „Was von dort her zu der Hauptarmee Napoléons im ,,Anmarsch begriffen seyn mag."

[ocr errors]

Generale York und Sacken am 11. Februar bei Montmirail geldlagen, und gezwungen worden waren, bei Chateau - Thierry über die Marne zu geben, von wo sie die Vereinigung mit ihrem Hauptforps nur über Chalons-sur-Marne suchen konnten. Beide Generale waren diesem vorangeeilt, um dem von Chalons über Epernay im Rückzuge begriffenen Marschall Macdonald seine Artillerie zu nehmen. Im Laufe der Verfolgung des Marschalls, der bei Meaur über die Marne fic rets tete, waren sie vom Kaiser Napoleon selbst in der Flanke angegriffen worden, nachdem sie sich über Montmirail mit dem FM. Blücher wieder hatten vereinigen wollen.*)

[ocr errors]

*) Der FM. Fürst Schwarzenberg schrieb über dies

sen Vorfall am 13. Februar von Troyes :,.... Blüs „cher ließ Sacken in Eilmärschen nach la Ferté vors srücken, ohne ihn zu unterstüßen. Dort kam es zu „einem Gefechte, wo Sacken Macdonald gegen Meauf „zurückwarf, und ihm mehrere Kanonen abnahm. Ins „dessen rückte Napoleon mit einem Theile seiner Ar„mee von Nogent gegen Sezanne vor. Blücher beor: „derte den russischen General Alsuwief mit 416i8 5000 „Mann, den vorrückenden Feind zu rekognosziren. „Mangel an Kavallerie Teşte diesen in große Verle. „genheit; er ward mit übermacht von allen Seiten „angegriffen, und erlitt einen bedeutenden Verlust; »man glaubt, er selbst und über 1000 Mann geriethen „in Gefangenschaft; 9 bis 10 Kanonen mögen in des „Feindes Hände gefallen seyn. Saden, dem Blücher den Befehl gab, gegen Montmirail herbeizueilen, „traf am folgenden Tage dort wieder ein, warf die » Avantgarde zurüď, ward aber gegen Abend von der „alten Garde fo lebhaft in der rechten Flanke angegrifs „fen, daß er sich nur mit Mühe bis in die Nacht in „feiner Stellung behaupten konnte. Er zog sich dann

[ocr errors]
[ocr errors]
[ocr errors]

Am 14. Februar wurde der Marsch der Hauptars miee nach ben beiden angegebenen Richtungen fortgelegt. Der Vortrab des rechten Flügels beregte Villenore und Provins, und fandte Erkennungsabtheilungen gegen Sezanne und Nangis. Der linke Flügel ging über Villeneuve- la-guiard vor, und befekte die Stadt Montereau, so wie die Brücke über die Seine. Im Ganzen war die Aufstellung des Hauptheeres am 14. Februar so, daß der rechte Flügel sich an Mery, der linke an Montereau lehnte, die Vortruppen Vila lenore und Provins inne hatten und die Reser: ven rückwärts hinter der Seine standen.

Am 15. Februar blieb die Stellung der Hauptarmee beinabe wie am Tage vorher; nur wurden die Garden und Reserven näher gegen die Seine zusammenges zogen; 18 1. Korps rückte weiter gegen fontaines blea u vor; das 5. beseßte Nangis, das 6. Pros vin s. Das Hauptquartier des Kaisers von Rußland war in einem Schlosse bei Pont:fur. Seine, je: nes des Königs von Preußen in diesem Städtchen selbst, und das des FM. Fürsten Schwarzenberg in Nogen ts furso eine.

In der Nacht vom 14. auf den 15. Februar tra: fen wieder unangenehme Nachrichten vom schlesischen Heere ein. Der Kaiser Napoleon batte über jenen Theil, bei welchem der FM. Brüder sich selbst befand, am

auf Port zurüd. Beide sind nun bei Chateau-Thierry „vereinigt. Blücher selbst steht mit Sileist nnd Kapzie: „wicz bei Vertus. Ich habe ihm gerathen, sich wieder »zu sammeln, indessen ich alles anwende, um des „Feindes Aufmeresamkeit auf mich zu ziehen.“

« ZurückWeiter »