Anspruch und Ausgleich: Theorie einer Vorteils- und Nachteilsausgleichung im SchuldrechtMohr Siebeck, 1999 - 659 Seiten English summary: Various theories of corrective justice, being either tautological or empty, have failed to reconcile the Aristotelian formula of annulling gains and losses with the modern law of obligations. Christiane Wendehorst suggests a solution by giving a specific definition of gain and loss and adding the private law claim to the Aristotelian formula as a given factor that does not itself rest on the idea of annullment. Applying what she calls Allocatoric Analysis to the German law of obligations, she discovers the 'Statikprinzip' as a modern reformulation of Aristotle and as a basic principle underlying private law. German description: An den verschiedensten Stellen begegnen uns Mechanismen, die gerne als solche der Vorteils- und Nachteilsausgleichung bezeichnet werden. Bei genauerem Hinsehen beginnen jedoch die Konturen dieser Mechanismen sofort wieder zu verschwimmen: Ist die compensatio lucri cum damno wirklich ein eigenstandiges Rechtsinstitut oder nicht vielmehr integraler Bestandteil der Schadensberechnung? Kann man bei 818 III BGB uberhaupt von einer Nachteilsausgleichung sprechen, oder fehlt es schon an einer Bereicherung? Ist nicht auch das Problem der Beachtlichkeit von Reserveursachen in Wirklichkeit ein solches der Vorteilsausgleichung? Und: Geht es nicht im gesamten Schuldrecht letztlich nur um den Ausgleich von Zuviel und Zuwenig, so dass Vorteils- und Nachteilsausgleichung nicht mehr als isolierbare Phanomene hervortreten? Auf der Basis des von ihr so genannten 'Allokatorischen Modells' definiert Christiane Wendehorst einen spezifischen Vorteils- und Nachteilsbegriff. Sie geht sodann von der These aus, dass einer Reihe von Entwicklungen des Schuldrechts, die auf den Ausgleich so definierter Vorteile und Nachteile abzielen, ein allgemeines Rechtsprinzip zugrundeliegt. Dieses 'Statikprinzip' lasst sich als spezifisch privatrechtliches Korrelat zum verfassungsrechtlichen Ubermassverbot begreifen und weist deutliche Parallelen zum Formalprinzip der aristotelischen iustitia correctiva auf. Auspragungen dieses Rechtsprinzips sind beispielsweise die klassische Vorteilsausgleichung, die Saldotheorie, der Verlustausgleich zugunsten des redlichen Kondiktionsschuldners, der Ersatz von Begleitschaden eines Geschaftsfuhrers, die materiellrechtliche Kostenerstattung bei Schadensersatzanspruchen oder die Haftung auf den Verletzergewinn im gewerblichen Rechtsschutz und Urheberrecht. |
Inhalt
c Betrachtung typischer Fallgruppen | 123 |
Wertende Begründungsansätze | 137 |
Vorteilsausgleichung als Ausprägung | 146 |
5 Schadensersatz als Reststörungsausgleich | 185 |
Betrachtung aus allokatorischer Sicht | 191 |
Ausgleichstypus bei Herausgabe und Wertersatz | 224 |
Reichweite und Bestand des Primäranspruchs | 240 |
Zwischenergebnis | 247 |
Zusammenfassung des Vierten Kapitels | 418 |
13 Vertragliche Erfüllungsansprüche | 444 |
Vorteilsausgleich bei einseitiger Vertragsdurchführung | 450 |
Bewertung der Ergebnisse | 458 |
Zusammenfassung des Fünften Kapitels | 494 |
Bewertung | 516 |
Freiheitsrechtliche Rekonstruktion | 517 |
Bewertung als ergänzende Argumentation | 531 |
Einzelfälle im Rahmen von 812 BGB | 298 |
Zusammenfassung des Dritten Kapitels | 316 |
10 EigentümerBesitzerVerhältnisse | 320 |
Allokatorische Analyse des Primäranspruchs | 329 |
Ausgleich von Restnachteilen des Besitzers | 337 |
Ausgleich beim verschärft haftenden Besitzer | 343 |
Ausgleich von Restvorteilen des Besitzers? | 357 |
11 Rückabwicklungsverhältnisse | 367 |
VorteilNachteilAnalyse bei einseitiger Abschöpfungshaf | 405 |
Bewertung der Ergebnisse | 411 |
Geltungsbereich | 539 |
Beispiele für die praktischen Implikationen | 573 |
Materiellrechtliche Kostenerstattung | 584 |
Zusammenfassung des Sechsten Kapitels | 592 |
Abschließende Bemerkungen | 595 |
18 Zusammenfassung der Arbeit | 615 |
Schlußbemerkung | 631 |
| 653 | |
Häufige Begriffe und Wortgruppen
Abschöpfungstheorie allerdings allgemeinen allokatorischen Anrechnung Anspruch Argument aufgrund Aufwendungen Aufwendungsersatz Aufwendungskondiktion Ausgleich Ausgleichsanspruch Begleitschäden Bereicherungsanspruch Bereicherungsrecht Bereicherungsschuldner Besitzer bestimmten BGB Rn BGH NJW BGHZ bloß Bürgerlichen Gesetzbuchs Canaris chen daher darstellen Deliktsrecht Eigentümer Eingriffskondiktion Einzelfall Entscheidung entsprechenden Erfüllungsanspruch Ergebnis erlangt Ersatz erst Fall Festschrift Folgeschaden Gegenstand gemäß Geschädigten Geschäftsführer Geschäftsführung ohne Auftrag Gesetz Gläubiger Grund grundsätzlich Haftung Herausgabe herrschende Meinung hierzu hinsichtlich indessen Kapitel Kondiktionen konkreten Kosten Larenz Larenz/Canaris läßt Leistung Leistungskondiktion lich maßgeblich MünchKomm³-Grunsky MünchKomm³-Lieb muß Nachteil Nachteilsausgleichung Naturalrestitution NJW-RR Nutzungen objektiven Palandt57-Heinrichs Primäranspruch Privatrecht Realausgleichs Realverteilung Recht rechtlichen rechtsgrundlos Rechtsgüter Rechtsprechung redlichen Restnachteil Reststörungen Restvorteil Rückabwicklung Sache Saldotheorie Satz 1 BGB Scha Schaden Schadensbegriff Schadensersatz Schadensersatzanspruch Schadensrecht Schädiger schließlich Schuldner Schuldrecht II/2 Sekundäranspruch soll Soll-Verteilung sowie Statikgedankens Statikprinzip Stelle Subansprüche tatsächlich Ungerechtfertigte Bereicherung Unterschied Verletzung Verlust VersR Verteilungsstörung Vertrag Vindikation Vindikationsrecht Vorschrift Vorteil Vorteilsausgleichung Wegfall Wert Wertungen Wertverteilung wonach
Verweise auf dieses Buch
Garantiehaftung und Verschuldenshaftung im gegenseitigen Vertrag Holger Sutschet Eingeschränkte Leseprobe - 2006 |

